Goo.gl: Rest in peace, alter Freund

Die ersten Schneeglöckchen recken neugierig ihre Blüten in Richtung Sonne, es wird langsam aber stetig wärmer und man kann ihn schon riechen, den Frühling. Und jetzt ist auch die Zeit, zu der Google seinen berühmt-berüchtigten Frühjahrsputz startet. Neuestes Opfer: der URL-Shortener Goo.gl.

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Kurz-URL-Dienst

Kurz-URL-Dienste (oder englisch: URL-Shortener) sind ein Service im Web, der beliebige URL-Adressen für den User verkürzt. Das macht das Handling der manchmal doch langen und kryptischen URLs einfacher.
Aus
https://wpkoblenz.de/meetup/wordpress-meetup-koblenz-10-die-neue-eu-datenschutzverordnung/
wird so zum Beispiel
https://goo.gl/oDHF6F

Als Goodie erhält man on top einige statistische Informationen zur Verwendung des verkürzten Links: Wer hat wie oft geklickt? Aus welchem Land kamen die Nutzer? Welchen Browser haben sie verwendet?

Insgesamt gerade für Blogger oder Leute, die viel im Social-Web unterwegs sind, eine tolle Sache. Und diese Aufgabe hat Goo.gl  -meiner Meinung nach – sehr schön erledigt: mit einer minimalistischen und daher übersichtlichen Web-Oberfläche und einer mobilen App für das Betriebssystem Android, die das Kürzen auf dem mobilen Device ermöglichte. Allein bei mir haben sich so seit Juli 2014 insgesamt 560 Kurz-URLs angesammelt.

Der Friedhof der ausrangierten Google Dienste

Wie immer, wenn ein Google Dienst zu Grabe getragen wird, passiert das in Form eines Blogbeitrags. Da macht auch der Google URL-Shortener Goo.gl keine Ausnahme. Und so nimmt der URL-Verkürzer den gleichen Weg wie schon iGoogle, die personalisierte Startseite, Google Reader, der RSS-Reader oder Picasa, der Fotodienst. Okay: für letzteren gab es einen Nachfolger aus dem Hause Google in Form von Google Photos.

Der Fahrplan für das endgültige „Aus“ von Goo.gl steht bereits fest:

  • ab 13.04.2018: Goo.gl kann von anonymen Nutzern nicht mehr verwendet werden. Neuanmeldungen sind nicht mehr möglich.
  • bis 30.03.2019: Bestehende Benutzer können Goo.gl weiterhin nutzen. Die Statistiken stehen weiter zur Verfügung, die Daten der Kurz-URLs können exportiert werden.
  • ab 31.03.2019: Goo.gl wird eingestellt, die Weiterleitungen der Kurz-URLs funktionieren jedoch weiterhin.

Und was kommt nach Goo.gl?

Für Entwickler empfiehlt Google den Dienst Firebase Dynamic Links. Aber „normale“ Anwender müssen sich woanders umsehen.

Nun war und ist Google nicht der einzige Anbieter beim Thema URL-Shortener. Einer der „Erben“ wird daher sicherlich Bitly werden. Bitly hat bereits jetzt viele Nutzer und der Funktionsumfang des Dienstes ist sogar umfangreicher als bei Google. Aber auch Tinyurl oder Ow.ly, der Dienst von Hootsuite©, werden in den nächsten Wochen und Monaten User hinzugewinnen.

Oder doch lieber was aus Deutschland?

Aus Deutschland? Gibt es nicht? Oh doch. Nur kennt (und nutzt) den Dienst kaum einer. Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) hat einen eigenen URL-Shortener entwickelt.  Und weil die Server dieses Dienstes in Deutschland stehen, wird sehr viel bewusster mit dem Thema „Datenschutz“ umgegangen, als das bei den anderen, oben angeführten Diensten der Fall ist.

Und Du?

Benutzt Du überhaupt einen URL-Shortener? Und wenn Du Goo.gl nutzt: auf welchen neuen Dienst wirst Du demnächst umsatteln? Schreib uns einen Kommentar oder poste Deine Antwort auf unseren Social-Media-Kanälen.

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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