Quo vadis, CEBIT …?

Wohin gehst Du? Das möchte man die CEBIT gerne fragen, wenn man die einst größte Computer-Messe der Welt in diesem Jahr besucht hat. Denn 2018 ist zum Schicksalsjahr für dieses Event erklärt worden – und ist vermutlich auch ein Scheideweg.

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Die gute, alte Zeit

Die Älteren unter uns werden sie noch kennen, die „alte“ CeBIT. Die CeBIT mit dem kleinen „e“ in den ausgehenden Neunzigern und den frühen 2000er Jahren. Meine damaligen Besuche in Hannover haben meine Einstellung zu Messen geprägt: groß, größer, am größten. Mehr Hallen, mehr Aussteller, mehr Besucher. Ein Rekord jagt den anderen. Verzweifelte Kämpfe um die raren Hotelzimmer. Oder morgendliche Fahrten in total überlasteten Straßenbahnen.
CeBIT, das war Ausnahmezustand für die Soft- und Hardwarebranche. Und nicht nur in Deutschland. Nein, weltweit, denn die Welt war zu Gast in Hannover. Unvergessen der Rekord mit 830 000 Besuchern im Jahr 2001!
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Gute, alte Zeit.

Die CEBIT erfindet sich neu

Doch der Glanz der vergangenen Jahre ist verblasst. Die einst größte Computermesse der Welt kämpft mit schwindenden Besucher- und Ausstellerzahlen.
Und das merkt man allenthalben: wenige belegte Hallen, weniger Aussteller und auch weniger Besucher, die sich ihren Weg durch die Stände suchen.
Bei meinem diesjährigen Besuch habe ich das am deutlichsten am Stand von Facebook empfunden.
Facebook in Deutschland! Wow!
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Doch statt Schlange stehender Menschen, langen Wartezeiten und riesigen Menschentrauben war – nichts. Ein normaler, eher weniger stark besuchter Messeauftritt, entspannte Atmosphäre und viele freie Präsentationsplätze. Und wo ich schon mal da war habe ich auch gleich – wiederum ohne Wartezeit – einen doppelten Espresso beim standeigenen Barista geordet. Auf Kosten von Mark Zuckerberg, versteht sich. Und er hat obendrein auch noch gut geschmeckt.
Geringe Besucherzahlen haben auch ihr Gutes.
Aber ständig ging mir durch den Kopf, wie es wohl vor einigen Jahren hier ausgesehen hätte. Und automatisch denkt man auch darüber nach, was der Aussteller für ein Fazit zieht: Wird Mark mit der CEBIT zufrieden sein? Wird Facebook nächstes Jahr auch wieder dabei sein?

Die CEBIT im Umbruch

Die Macher der CEBIT haben in jedem Fall erkannt, dass sich etwas grundlegend ändern muss. Und sie haben Mut bewiesen: der Wechsel von der klassischen Messe hin zum Tech-Event mit Festival-Charakter ist eine radikale Kehrtwende. Und es wurde mit vielen Konventionen gebrochen.
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Das die Besucherzahlen gegenüber 2017 noch einmal zurückgegangen sind, führen viele Beteiligten auf ein „zuviel an Neuerungen“ zurück. Das mag sein, aber ich denke, die Verantwortlichen der CEBIT konnten nicht anders handeln:  lieber ein klarer  Schnitt und Neubeginn als eine schleichende Umstellung, die im Laufe der Jahre zerredet wird, im Sand verläuft und scheitert. Und eines weiß man in Hannover: die Umstellung braucht Zeit. Ob der Plan aufgeht und man die Talsohle erreicht hat, wird sich frühstens 2019 zeigen.

Mein Fazit

Das neue Konzept der CEBIT, die Ausrichtung auf ein Tech-Festival der Computerszene, hat das Zeug, etwas richtig Großes zu werden. Und etwas grundlegend Neues. Wenn man sie lässt. Denn der Wechsel des behäbigen Giganten CEBIT weg vom Messe-Image hin zum hippen Event muss erst noch in den Köpfen der neuen Besucher ankommen. Und die Aussteller müssen erkennen, welche neue Zielgruppe sich da auf den Weg nach Hannover macht.
Nächstes Jahr – zur CEBIT 2019.
Sehen wir uns …?

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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