Aus Scheitern lernen: Fuckup Night Koblenz

Scheitern und darüber reden? Am besten noch auf einer Bühne? Das ist nicht unbedingt die Art des Deutschen. Scheitern bedeutet Niederlage. Und die behält man am besten für sich. Doch gerade dadurch verlieren wir die Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen. Ab Oktober schließt sich diese Wissenslücke. Denn dann kommt die Fuckup Night nach Koblenz.

Advertisements

Wovon keiner gerne spricht

Gründer sind hippe, junge Menschen, die in Garagen sitzen, die Welt aus den Angeln heben und das entstandene Startup dann für irrwitzige Summen von Googles, Facebooks oder Amazons aufkaufen lassen. So oder so ähnlich stellen sich viele den vorgezeichneten Werdegang eines Startups vor. Von Null auf Hundert. Immer auf der Überholspur. Zum Erfolg verurteilt.
Das die Wirklichkeit viel zu oft anders ist, wissen die wenigsten. Man geht davon aus, dass sich drei Viertel aller deutschen Startups nicht länger als 2,8 Jahre am Markt halten können.
Überrascht?
Nicht wirklich, weil in Deutschland zwar das Gründen immer Beliebter wird, dass Scheitern aber immer noch den Malus der Niederlage in sich trägt. Und sowas behält man besser für sich. Man hört lieber von tollen Ideen, die sich durchsetzen. Doch das Scheitern gehört dazu. Und das Verschweigen oder Ignorieren dieser Gefahr hilft weder dem Gründer noch der Gesellschaft.
loser-3096213_1920

Umdenken ist gefragt

Prominentes Beispiel für die Einstellung weiter Teile der Gesellschaft zum Thema Scheitern findet man in einer Rede des FDP Bundesvorsitzenden Christian Lindner. Der ging im Jahr 2015 in einer Rede im nordrhein-westfälischen Landtag kurz auf das Thema Gründung ein (übrigens: es war ein Lob für die damals regierende SPD!). In einem Zwischenruf gerade dieser SPD wies man darauf hin, das Lindner ja auch „… Erfahrungen mit dem Scheitern hat ..“.
Die Erwiderung und die folgende Rede halte ich für einen sehr guten Konter auf diese Art von Einstellung zum Scheitern. Wer die Rede nicht kennt – hier ist der Link auf das Video bei YouTube.
Kein Wunder also, dass auch Christian Lindner im Jahr 2016 bei einer Fuckup Night in Frankfurt als Sprecher auftrat und von seinem gescheiterten Startup berichtete.

Wo kommt die Idee der Fuckup Nights her?

Das Format Fuckup Nights kommt – nein, nicht aus Amerika, sondern aus Mexiko. Und war wohl mehr eine Zufallserfindung: ein paar Freunde sitzen zusammen, unterhalten sich und erzählen sich eines Abends von ihren unternehmerischen Erfahrungen. Genauer: von den erlittenen Fehlschlägen. Und sie erkennen, welch wertvolles Wissen in diesen Geschichten steckt. Und starten eine Veranstaltungsreihe, die sich unter dem Namen Fuckup Nights bisher in 80 Länder und 304 Städte ausgebreitet hat und immer mehr Freunde findet.

Und was ist jetzt eine Fuckup Night?

Bei einer Fuckup Night kommen Menschen auf die Bühne und erzählen, wie sie gescheitert sind, wie sie in die Insolvenz gegangen sind oder das eigene Unternehmen an die Wand gefahren haben. Das ist das Geheimnis der Fuckup Nights: der Misserfolg wird nicht verschwiegen sondern man berichtet davon. Man erklärt die gemachten Fehler und arbeitet die Gründe für das Scheitern heraus. Und die Gründe für das Scheitern können so vielfältig sein wie die Geschäftsideen, die zum Gründen geführt haben.
Der Vorteil einer Fuckup Night liegt auf der Hand: andere Gründer soll nicht der gleiche Fehler unterlaufen! Lerne aus den Fehlern anderer!
Und vielleicht will man auch Verständnis für das Scheitern bei der Gesellschaft wecken. Denn vielfach werden Gründer, deren Geschäftsidee eben nicht aufgegangen ist, stigmatisiert und kritisiert, wie das Beispiel von Christian Lindner zeigt. Doch das ist ein großer Fehler: Scheitern darf keine Schande in Deutschland sein.
lose-1565014_1920

Und jetzt kommt Koblenz

In Koblenz wird die Fuckup Night unter anderem von Gentiana Daumiller auf die Beine gestellt und organisiert. Gentiana hatten wir hier im Blog vor kurzem schon einmal vorgestellt, nämlich bei dem #agileKoblenz Artikel. Gentiana ist selbstständiger Agile- und Business-Coach. Hier der Link auf ihr XING-Profil.
Vervollständigt wird die Fuckup-Crew durch Veronica Wilm, Co-Founder Wahlkampf Manufaktur (XING-Profil) und Immanuel Bär, Co-Founder ProSec Networks (XING-Profil).

Weitere Infos gefällig? Kein Problem!

Der Startschuss für die 1. Fuckup Night Koblenz fällt am 25. Oktober 2018 um 19:30 Uhr. Auch der Ort steht schon fest: Rotunde / Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz.
Aber beeilt Euch: die Early Bird Tickets nicht schon vergriffen. Jetzt beginnt der Run auf die verbleibenden Normaltickets! Denn (wichtig!): es wird keine Abendkasse geben, das heißt, Ihr müsst Euch vorab Euer Ticket schießen. Also: am besten gleich nachschauen und zuschlagen!

Tipp: Fuckup Nights – zum Nachlesen

Die Macher der Fuckup Nights haben die wichtigsten Ideen hinter der Show in einem Buch zusammengefasst, dass unter anderem über diesen Link heruntergeladen werden kann (PDF-Dokument, Englisch).

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.