Getestet & für gut befunden: das Usability Testessen Koblenz

Egal ob Onlineshop, Smartphone-App oder Webanwendung – jedes Produkt wird für Nutzer gebaut, die sie bedienen. Kein Wunder, dass zunehmend nicht der Funktionsumfang entscheidet sondern die Usability. Test und Optimierung der Benutzerfreundlichkeit sind daher extrem wichtig. Aber – müssen sie darum auch extrem teuer sein? Was das Ganze mit Koblenz, Pizza, Bier und interessierten Leuten zu tun hat, das erfahrt Ihr hier in diesem Artikel …

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Was ist das eigentlich – das Usability Testessen?

Das Usability Testessen ist ein aus der Not heraus geborenes Event, dass im Rhein-Main-Gebiet „erfunden“ wurde und von dort seinen Siegeszug in die Welt angetreten hat. Als maßgeblicher Initiator für das Format gilt heute die Agentur quäntchen + glück. Damals stand die Agentur vor einer neuen Herausforderung: Projekte wurden immer schneller fertigstellt, doch es fehlten die Zeit und die Probanden, um aussagekräftige Usability-Tests durchzuführen. Der Grundsatz einer (erfolgreichen!) Webentwicklung „Test early! Test often!“ lief Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.

In dieser Situation kam man auf eine einfache und zugleich geniale Idee: kühle Getränke, gesponserte Pizza – und ein Haufen Webworker, die an allen drei Elementen Spaß haben. Jeder kann selbst aktuelle Projekte zum Testen mitbringen oder stellt sein eigenes Können für die Tests der Produkte anderer Teilnehmer zur Verfügung. Und so hat man einen lockeren Abend mit interessanten Menschen und kann auch noch wertvolles Feedback zu einer App oder Anwendung einholen.

Klingt verrückt?

Vielleicht.

Aber es funktioniert!

Heraus kommt ein bunter Mix aus Designern, Entwicklern, kreativen Köpfen, Textern, aber auch Menschen aus anderen Bereichen, die nicht direkt in der Medien- und Tech-Branche verwurzelt sind. Aber vor allem trifft sich hier eine Gruppe von Leuten, die perfekt geeignet ist, um eine neue App oder Webanwendung einem ersten echten Test zu unterwerfen.

Das Motto des Events lautet daher auch: „Wenn es ein Problem gibt, dann mach eine Party daraus!

 

Wie läuft der Abend ab?

In Form eines Speedtestings: in sechs Runden á 12 Minuten wird an den Stationen getestet, ausprobiert oder einfach „laut gedacht“. Ja, denn die Testmethode, die zum Einsatz kommt, ist Thing-Aloud. Dabei soll der Proband laut denken, während er eine gestellte Aufgabe absolviert. Und umgekehrt notiert der, der das Produkt mitgebracht hat, fleißig das Feedback des Testers. Oder zeichnet es auf. Oder oder oder. Und nach 12 Minuten wird gewechselt und man geht zur nächsten Station.

Je nach Umfang und Teilnehmerzahl gibt es mehr als sechs Stationen. Bei den Brickmakers waren es zum Beispiel 15. Das heißt, nicht jeder Tester wird alle Anwendungen an einem Abend testen können. Das hatte das Orga-Team aber toll und vor allem übersichtlich mit kleinen Laufzetteln gelöst.

Und wie war es jetzt?

Einfach toll! Die ganze Veranstaltung hat mir von Anfang bis Ende einfach Spaß gemacht. Aber eins nach dem anderen. Die Location, das Headquarter der BRICKMAKERS, kannte ich noch vom letzten #agileKoblenz Meetup. Und ich finde die Atmosphäre in diesem Raum immer doch Top. Und das, obwohl ich sonst Großraumbüros eher kritisch gegenüberstehe.

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Neben dem Dach über dem Kopf ist das Essen natürlich ebenso wichtig. Auch hier wurde alles richtig gemacht: die Pizza von L’Osteria Koblenz war mega lecker.

Gesättigt und mit Kaltgetränken versorgt ging es anschließend zur kurzen Einweisung in den Abend: Was ist überhaupt das Usability Testessen? Wie sind die Abläufe? Welche Firmen sind da, die etwas zum Testen mitgebracht haben.

Und dann ging es richtig los.

An meiner erstes Station (Raum Atari) erwartet mich ein Notebook, ein Webshop und die Aufgabe, einen bestimmten Artikel zu suchen: einen Italienischen Geldclip aus Leder. Und den sollte ich bestellen und mir nach Frankreich schicken zu lassen. Fand ich dann schon ziemlich interessant – und habe festgestellt, dass einem die Think-Aloud-Methode viel viel einfacher fällt, als man im ersten Moment meint. Und die 12 Minuten waren ruckzuck verflogen.

Glocke!
Stationswechsel!
Wo ist Raum „Switch“?

Glück gehabt: nebenan. Und schon kommt die nächste Aufgabe:
ein Raumreservierungssystem mit einer Kombination aus Gesichtserkennung und Smartphone-App. Cool. Und auch gleich die ersten Aufgaben mit klaren Vorgaben:

  • Passt das Interface?
  • Versteht man die Vorgehensweise?
  • „Hakt“ es irgendwo?
  • Kann man die Aufgaben intuitiv & rasch erledigen?

Bei diesem Projekt von den BRICKMAKERS merkte man schon den hohen Reifegrad, da man – fast – nichts mehr anmerken konnte. Top.
Glocke.
Wie – schon vorbei?

Weiter zu Station 15.

Etwas ganz anderes: die Agentur Ressmann fragt und testet einen Hashtag und verschiedene Freecards für ein anstehendes Event. Interessant – hätte ich jetzt hier gar nicht erwartet. Passt aber auch irgendwie hier hin. Anfangs ein bisschen überrumpelt (konnte mit dem Hashtag nichts anfangen) nahm das Gespräch und der Wechsel aus Frage / Antwort immer schneller Fahrt auf.
Glocke.
Uff!
Geschafft!
Endlich Pause!

Erste Erkenntnis zur Pause: so ein Usability Testessen ist anstrengender als erwartet. Und macht irre viel Spaß!
Zweite Erkenntnis, während ich eine Fritz-Cola light trinke: ich möchte jetzt nicht in der Haut der Getesteten stecken. Denn die müssen jetzt das Feedback sauber dokumentierten und sich auf die nächste Runde vorbereiten.

Nach einer viertel Stunde Pause folgte der zweite Durchgang. Auf mich wartete dann eine Smartphone-App zur Inventarverwaltung, eine Motivations-App und – auch sehr interessant – Eyetracking auf der Website von Eyevido.

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Den Abschluss bildete eine gemeinsame Runde mit allen Teilnehmern (by-the-way: wir waren an diesem Abend 35 Leute!) mit einem kurzen Feedback von den einzelnen Teststationen.

Mein Fazit

Klasse Vorbereitung, schöne (und wie ich finde auch passende) Location, super Orga und ein Eventformat, dass mich sofort mitgenommen und begeistert hat! Einfach, direkt, auf den Punkt. Und ich bin mir sicher, dass dieser Abend auch gut für die getesteten Produkte und deren Entwickler war.

Danke dafür.

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Und wenn ich darf bin ich beim nächsten Usabilty Testessen Koblenz wieder dabei!

Dickes Lob an das Orga-Team von EYEVIDO

Treibende Kraft hinter dem Usabiltiy Testessen Koblenz ist unbestritten das Team von EYEVIDO. Daher an dieser Stelle ein dickes Dankeschön von mir: für die Vorbereitung, die Einladung zu dem Event und für ein tollen & interessanten Abend!

Dank an den Gastgeber – die BRICKERMAKERS

Gastgeber beim Usability Testessen Februar waren die BRICKMAKERS. Die sind bekanntlich vor kurzem in das Herz der Koblenzer Altstadt gezogen und haben für das erste Testessen in 2019 Ihre Räumlichkeiten Am Plan zur Verfügung gestellt.
Die BRICKMAKERS entwickeln Apps für alle Systeme (Android, iOS, Windows und Browser) und begleiten dabei den Kunden von der Konzeption über Entwicklung, Design bis hin zum Go-Live und zur Vermarktung der fertigen App.

Wo kann ich mehr über das Usability Testessen erfahren?

Wenn Du mehr über das Konzept von Usability Testessen erfahren möchtest, schau doch einfach auf der Website der Erfinder nach – zum Beispiel bei quäntchen + glück .

Oder – noch einfacher – auf der Projektseite von Usability Testessen.

Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass Du Dir einen Überblick verschaffen kannst, in welchen Städten sich dieses Event schon durchgesetzt hat.

Und wenn Du aus der Region Koblenz kommst, vernetze Dich doch direkt mit dem lokalen Chapter von Koblenz. Entweder über deren Website oder über die gleichnamige Facebook-Gruppe.

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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