Das Scheitern zelebrieren – Rückblick auf die Fuckup Nights Koblenz Vol. 2

„Aus Fehlern lernt man“ – jeder von uns hat diesen Spruch schon mal gehört. Doch heißt das automatisch, dass jeder junge Gründer selbst in jede Falle tappen muss? Nein, nicht, wenn er aus den Fehlern anderer lernen kann. Beispielsweise im Rahmen einer Fuckup Night, einem Format, bei dem Gründer und Unternehmer von ihrem ganz persönlichen Scheitern berichten.

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In Deutschland ist es auch heute noch zumindest ungewöhnlich, wenn jemand über sein Scheitern berichtet. Um so mehr, wenn dabei persönliche Schicksalsschläge zur Sprache kommen. Aus diesem Grund sind Veranstaltungen wie die Fuckup Nights so wichtig: sie bieten die Plattform, um über das eigene Scheitern zu berichten und so den Weg für viele andere zu erleichtern. Und seit letztem Jahr hat auch die Region Koblenz eine eigene Fuckup Night, bei der das Scheitern gefeiert wird.

Du willst mehr über das Event-Format Fuckup Nights erfahren?

Nichts leichter als das! Wirf einfach einen Blick in unseren ersten Blogbeitrag zu diesem Thema – Aus Scheitern lernen: FuckUp Nights Koblenz vom September 2018.

Dort gehen wir auf die Basics und die Hintergründe der FuckUp Nights ein.

Volume 2 – und ich habe ein Ticket!

Für die erste Fuckup Nights Koblenz haben wir hier bei Koblenz Digital zwar fleißig getrommelt. Doch – Asche auf unser Haupt – teilgenommen hat dann doch keiner von uns. So was kann man natürlich nicht auf sich sitzen lassen! Gleich bei der ersten Ankündigung in Facebook habe ich daher zugeschlagen und ein Early-Bird-Ticket ergattert!
Als Location für die zweite Auflage der Fuckup Nights Koblenz hat man die Stadt hinter sich gelassen und sich für den Campus der Hochschule Koblenz auf der Kartause entschieden.
Hörsaalatmosphäre.
Manch einer fühlte sich daher in seine eigene Studienzeit zurückversetzt. Und mit 285 Plätzen bot der Hörsaal ausreichend Raum für alle Zuschauer.

Auch Top – das Catering an diesem Abend!  Allein die 1688-Limonade, die ich gleich mehrfach probiert habe, war super lecker!

Die Speaker bei der Fuckup Nights Koblenz Vol. 2

Das Herz eines solchen Events sind natürlich die Speaker, liebevoll auch Fuckupper genannt. Leute, die etwas gewagt haben – und gescheitert sind. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber eines hatten alle Speaker an diesem Abend gemein gehabt: Mut. Entgegen dem ersten Reflex, sich zurückzuziehen, die Wunden zu lecken und möglichst Gras über die Sache wachsen zu lassen, berichten Sie über ihr Scheitern. Über das Wie und das Warum. Und geben anderen so Gelegenheit, daraus zu lernen.

Kazim Eryilmaz

Schon recht früh hatte sich Kazim Eryilmaz als erster Speaker für die Volume 2 aus der Deckung gewagt. Was seinem Wesen entspricht, denn als Motto gibt der Geschäftsführende Gesellschafter der Picco Bello GmbH selbst an:

„Wer nicht aufgibt, erzwingt seinen Erfolg, egal wie oft er scheitert“.

Als Erster bei so einem Event auf die Bühne zu müssen und (im übertragenen Sinne) die Hosen runter zu lassen, ist nicht jedermanns Sache. Aber Kazim hat das toll gemacht.

Bei dem Tweet fehlt übrigens der wichtigste Hashtag:

#schwarzermercedes

Besonders gut fand ich, dass Kazim (fast) sein ganzes Team mit zur Fuckup Nights Koblenz gebracht.

Sabine Schmidt

Als zweite hat Sabine Ihren Hut in den Ring geworfen. Schauspielerin, Moderatorin im Regionalfernsehen (mit Auszeichnung) und jetzt eine logopädische Praxis. Doch Sabine zeigte auf, dass das, was wie eine Bilderbuchkarriere im Raketentempo klingt, viel viel schwieriger ist, als es der reine Lebenslauf vermuten lässt.

Ging es bei Kazim primär um Finanzen, spielte bei der Geschichte von Sabine auch das persönliche Umfeld eine Rolle. Verlust, Trauer und plötzliche, oft negative Veränderungen prägten Ihren Werdegang. Das Thema Finanzen kam bei Ihr in Form der Falle „Abhängigkeit von wenigen Auftraggebern“, in die Freiberufler leicht tappen können, daher und sorgte zusätzlich für einen steinigen Werdegang.

Rolf Müller

Das es einen auch dann noch erwischen kann, wenn man sich schon an den Erfolg gewöhnt hat, zeigte der gelernte Drucker, Vertriebs-Ingenieur und Marketingfachmann Rolf Müller. Seine Devise: Nie aufgeben, immer nach vorne schauen.

Sein Motto hat Rolf an diesem Abend bei der Fuckup Nights Koblenz eindrücklich in der Praxis bewiesen, denn er stand trotz Zahn-OP auf der Bühne. Respekt.

Bei seinem Vortrag spielten – ähnlich wie bei Sabine – persönliche Aspekte eine wichtige Rolle. Und Rolfs Werdegang zeigt, wie man einen Rückschlag nutzen kann, um etwas gänzlich Neues zu beginnen.

Mademoiselle Nicolette

Die letzte (und vielleicht schillerndste) Persönlichkeit bei dieser Fuckup Night ist wohl Mademoiselle Nicolette gewesen. Mit ihrer interessanten Mischung aus Sexbloggerin, Comedian und Unternehmerin gab Sie einen sehr persönlichen Einblick in Ihre Karriere – und das dieser Weg nicht einfach sondern voller Hindernisse war.

Als letzte Speakerin schaffte es Mademoiselle Nicolette an vielen Stellen Ihrer Geschichte, dass es im Hörsaal ganz, ganz leise wurde. Kein Wunder bei einer sehr emotionalen Story.

Noch mehr Fotos vom Event?

Dann einfach einen Blick in diesen Facebook-Post werfen:
Da sind 79 Fotos von Mattphoto veröffentlicht, die die Stimmung an diesem Abend sehr gut eingefangen haben.

Ein Schiff ohne Kapitän und ohne Crew? Undenkbar!

Was auf Captain Jack Sparrow zutrifft gilt logischerweise auch für die FuckUp Nights Koblenz: ohne Organisatoren und „Macher“ kann so ein Event nicht funktionieren. Und in Koblenz hat sich dafür ein tolles Dreigestirn zusammengefunden.

Über Gentiana Daumiller haben wir hier im Blog bereits im Rahmen des #agileKoblenz Meetups berichtet. Und auch bei den Fuckup Nights Koblenz ist die Agile Culture Coachin vorne mit dabei. Wobei ich mich frage, wie sie das – neben der Selbstständigkeit, der Vorstandsarbeit bei der IT.Stadt Koblenz, und und und alles unter einen Hut bekommt.

Die Zweite im Bunde ist Veronica Wilm, Co-Founderin von Wahlkampf Manufaktur und Studentin. Ja, frühes gründen und weiter studieren funktioniert – Veronica ist der beste Beweis dafür.

Hahn im Korb ist zweifelsohne Immanuel Bär. Muss man Immanuel eigentlich noch vorstellen? Ich denke nicht. Zumindest halte ich es für unwahrscheinlich, dass jemand aus der Region Koblenz den Co-Founder von ProSec Networks nicht kennt oder zumindest schon einmal von ihm gehört hat.

cof_vivid

Auf der Landingpage der Fuckup Nights Koblenz findet Ihr von den Dreien jeweils ein kurzes Statement und warum sie sich für das Event stark gemacht haben.

Fazit

Ein tolles Event, dass super in die Szene von Koblenz passt & Lust auf mehr macht!

Darum freue ich mich auch schon auf den November, weil es dann wieder heißt: es ist Fuckup Nights in Koblenz!

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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