Von Löffeln, Social Media und tollen Menschen – das Barcamp RheinMain 2019

Im Herbst zieht es mich in den Süden. Nein, nicht mit den Zugvögeln nach Afrika. Für mich geht es im Herbst zum Barcamp RheinMain. Diese themenoffene Unkonferenz hat es mir einfach angetan. Was macht das Barcamp RheinMain besonders und welcher Themen-Mix wurde dieses Jahre angeboten?

Das Barcamp RheinMain ist in vielerlei Hinsicht besonders. Beispielsweise ist es nicht wie das Barcamp Koblenz an einen bestimmten Ort gebunden. Stattdessen „tingelt“ es durch die RheinMain-Region. Stationen waren bisher Wiesbaden, Offenbach, Dieburg, Bingen, Frankfurt, Mainz und Darmstadt. Das Wiesbaden nach 2018 erneut Gastgeber wurde, lag wohl an der einmaligen Gelegenheit, die sich durch eine besondere Location ergab.

Übrigens war ich nicht allein für Koblenz Digital am Start. Auch Gerold hat es nach Wiesbaden gezogen.

Der erste „Wow!“ Effekt: Die Location

Erstes Schmankerl beim Barcamp RheinMain war in diesem Jahr zweifelsohne die Location. Eingeladen wurde in die nagelneuen Räumlichkeiten der Hochschule Fresenius im Herzen von Wiesbaden!

Keine 10 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof hat die Hochschule Fresenius im Gebäude des Alten Gerichts von Wiesbaden eine neue Lehrstätte geschaffen. 1000 Studierende aus den Fachbereichen „Wirtschaft und Medien“ und „Design“ werden hier seit Beginn des Wintersemesters 2019/2020 unterrichtet.

Begrüßung und Sessionplanung

Die Begrüßung übernahm ein sichtlich gut gelaunter Tom Klose. Bei der Eröffnung des Barcamps RheinMain wurde unter anderem auf den Träger des Events, den Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. hingewiesen. Dort kann man übrigens noch Mitglied werden.

Neben den obligatorischen Hinweisen zum „Was-ist-ein-Barcamp“ und „Wo-finde-ich-was“ nahm das Thema „Löffel“ einen besonderen Raum ein: es galt zwischen den (Kaffee-) Löffeln der Hochschule Fresenius und denen des Barcamps zu unterscheiden.

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Tom & die Barcamp-Löffel

Die Löffel entwickelten sich zum Running-Gag, der sich am zweiten Tag des Barcamps fortsetzte.

Dann ging es nahtlos über zur Sessionplanung. Das Bild zeigt sehr schön, dass viele Leute Ideen für eine Session mitgebraucht hatten. Zur Verfügung standen sechs Räume und sechs Timeslots, was Raum für 36 Sessions ergibt. Und trotzdem musste ein Teil der Ideen auf den zweiten Tag ausweichen.

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Anstehen für die Sessionplanung

Session 1: PersonalBranding: Praxistipps für Deine Sichtbarkeit

Ich weiß gar nicht, wie lange ich Martina Troyer von Twitter her kenne. Und wie lange wir es nicht geschafft haben, uns mal bei einem Event persönlich kennenzulernen. Von daher hat sich für mich persönlich das Barcamp RheinMain  schon für dieses Treffen gelohnt.

Als kostenfreie Dreingabe gab es noch eine schöne Session von Martina zum Thema Sichtbarkeit. Klasse Tipps dabei, die ich auch schon (zum teil) schon umgesetzt habe.

Session 2: Lernvideos (fast) ohne Equipment erstellen – geht das überhaupt?

In der zweiten Session von Antje Krause ging es um selbst erstellte Lernvideos. Und zwar solche, die mit wenigen Hilfsmitteln auskommen. Das Antje sich mit diesem Thema beschäftigt hat, kommt nicht von ungefähr: Sie lehrt an der Technischen Hochschule Bingen.

Für mich habe ich aus der Session mitgenommen: man braucht nicht viel Equipment, um ein ansprechendes Lernvideo zu erstellen. Smartphone, Halterung und die eine oder andere App reichen aus.

Und dann einfach machen.

Session 3: Die Architektur der Unternehmenskultur

Jakob Jochmann von Ideentransfer hat in seinem Vortrag aufgezeigt, wie man mit Hilfe von speziellen Canvas die Architektur der Unternehmenskultur mit Hilfe der Mitarbeiter visuell darstellen kann. Denn all zu oft ist diese Architektur unbekannt oder wird durch idealistische Selbsteinschätzungen überlagert.

Gestützt auf begleitende Workshops kann durch die Kooperation aller Beteiligten ein sehr exaktes Bild der bestehenden Unternehmenskultur erarbeitet werden. Klasse Thema, allerdings hat die Zeit nur für einen kurzen Abriss gereicht. Bei dem Thema wäre ich gern tiefer eingestiegen.

Session 4: Irres Zeug mit PowerPoint: Multimedia (& coole Folien) einfach selber machen

Für das nächste Thema konnte ich – genauso wie Jakob – sitzen bleiben: gleicher Raum, gleicher Vortragender, aber neues Thema. Es ging um PowerPoint.

Jetzt ist PowerPoint bei mir privat oder bei KoblenzDigital gar kein Thema mehr. Aber beruflich kommt man (meistens) nicht an der Präsentationssoftware aus dem Hause Microsoft vorbei.

In dieser Session ging es mir mehr darum zu erfahren, was aktuell mit PowerPoint in der Version 365 möglich ist. Und das ist (insbesondere bei der Animation) einiges. Die Beispiele von Jakob waren schon klasse. Und sie haben gezeigt, dass eine Folie mit toller Animation schon mal mehr als tausend Objekte beinhalten kann.

Session 5: Videomarketing: Mit Videos zur erfolgreichen Kommunikation

In der fünften Session hat mich Aileen Barz mitgenommen auf einen kurzen Ausflug in das Thema Videomarketing und wie man Videos zur erfolgreichen Kommunikation nutzen kann.

Und es war schon erstaunlich, was Aileen in den 45 Minuten der Session unterbringen konnte. Die wichtigste Botschaft:

Das Bauchgefühl ist das, was zählt!

Videos wirken durch die Emotionen, die sie bei uns, den Zuschauern, auslösen. Aber es kommt darauf an, die richtigen Emotionen zu wecken. Darum gilt: Zielgruppe definieren und die eigenen Ziele festlegen.

Session 6: Social Media als Beruf

Kurzer und knapper Titel. Beamer aus. Kein Vortrag, keine Slides. Nur ein Mann.

Bei der Session von Tom Noeding war einiges anders, aber alles gut. Es ging um Social Media als Beruf. Oder doch als Berufung? Tom gab einen schönen Einblick in seinen Werdegang: als Seiteneinsteiger in den Anfängen von Social Media, als noch keiner Facebook kannte, über verschiedene Stationen bis hin zum aktuellen Leben.
Klasse!

Es ist einfach schön, wenn man bei einer Session spürt, dass „der-da-vorne“ für seine Sache brennt und dieses Feuer sehr gut nach außen tragen kann. Für mich die mitreißenste Session an diesem Tag!
Danke, Tom.

Was nie fehlen darf: Dank an die Sponsoren!

Und da fange ich der Einfachheit halber bei dem Hochschule Fresenius an, weil die auch die tolle Location beigesteuert hat, in der ich einen inspirierenden Tag bringen durfte.
Die Studenten sind schon ein bisschen zu beneiden, auch wenn hier und da noch die Technik streikt. Das sind Kinderkrankheiten. Die Lage, die Ausstattung, die offene Struktur der Hochschule sind Top!

Namics ist einen Fullservice-Digitalagentur. Der Hauptsitz ist in Frankfurt, doch die 550 Mitarbeiter verteilen sich auf insgesamt fünf Standorte. Die interdisziplinären Teams von Namics unterstützen beispielsweise bei der digitalen Transformation von Unternehmen.

Der dritte im Bunde ist Giinco. Giinco entwickelt Strategien für die digitale Kommunikation von Unternehmen. Zum Portfolio gehören die Konzepterstellung, das Design und die Entwicklung von plattformübergreifenden Medien.

Auch die größte Magento-Agentur in Deutschland, netz98, war dieses Jahr erneut als Sponsor am Start. An dieser Stelle auch nochmal ein „Dankeschön“ für das Multitool, dass es als Give-Away für die Besucher gab.

Bei einem Barcamp wird immer Wissen geteilt. Von daher freut mich auch persönlich das Sponsoring durch Quora.
Leider habe ich die Gelegenheit verpasst, mich mit dem Kollegen zu vernetzen, der sogar eine Session gehalten hat. Ich hoffe, dass sich eine solche Gelegenheit bald wieder ergibt.

Und natürlich darf einer der größten Player in der Rhein-Main-Region nicht fehlen: die Deutsche Bahn. Danke für das Engagement bei so offenen Formaten wie dem Barcamp RheinMain.

Und – last-but-not-least – geht der Dank an LindenKaffee. Denn wir wissen doch alle, das der wahre Kraftstoff, der Designer, Entwickler und Visionäre antreibt, guter (!!!) Kaffee ist.

Für alle Unternehmen, die nicht in dieser Aufstellung auftauchen, gilt: überlegt es Euch! Das Sponsoring ist eine klare Win-Win-Situation. Auf der einen Seite unterstützt ihr ein tolles, innovatives, offenes Format. Auf der anderen Seite bekommt  ihr einiges zurück, was im Regelfall eben nicht mit Geld oder schönen Worten gekauft werden kann. Zum Beispiel den direkten Kontakte zu Multiplikatoren oder BloggerInnen. Barcamps sind  Orte, an denen es nur so von Early Adopters wimmelt. Ganz zu schweigen zur positiver Berichterstattung, Sichtbarkeit und Reichweite in sozialen Netzwerken (und das quasi on Top für Lau!).

Das gilt übrigens nicht nur für das Barcamp RheinMain sondern für alle Barcamps.
Support your locale Barcamp!

Fazit

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Abschlussrunde am ersten Tag des Barcamp RheinMain 2019

Wie würde Horst Lichter sagen? „Ein Träumchen“ Ja, klar: es gab die eine oder andere Hürde, wie zum Beispiel einen defekten Fahrstuhl. Aber Hürden sind per se nichts schlechtes. Es kommt darauf an, wie man sie nimmt. Und sowohl das Orga-Team als auch die Teilnehmer haben sich hier in bester Barcamp-Manier geschlagen.

Ich habe (erneut!) ein inspirierendes Barcamp erlebt, viele alte Bekannte getroffen und neue, mir bisher unbekannte Menschen kennengelernt. Ich konnte an interessanten Sessions teilnehme, habe viele Gespräche geführt und einen tollen Tag in Wiesbaden verbracht.

Und damit stehen die Chancen gut, dass es mich auch in 2020 wieder in den Süden ziehen wird – zum Barcamp RheinMain.

Und als besonderes Schmankerl zum Abschluss noch die Session von Tom und Alex:

Was ist überhaupt ein Barcamp?

Wenn man wie ich häufiger Barcamps besucht, kommt beim Schreiben des obligatorischen Blogbeitrags immer die Frage auf „Mache ich es oder mache ich es nicht?“. Die Frage bezieht sich auf die Definition, was ein Barcamp überhaupt ist.
Mit Blick auf die eigene Filterbubble ist die Antwort klar: Spar Dir das. Das interessiert keinen, weil das doch alle kennen. Doch genauso häufig wird mir dann wieder bewusst, dass diese Aussage eben nur für die Leute gilt, die sich sich ebenfalls auf Barcamps tummeln. Das sind zwar (gefühlt) viele. Aber sehr viel mehr Menschen können mit dem Begriff gar nichts anfangen.

Leider.

Und um das zu ändern, wird es wohl auch zukünftig den Absatz „Was ist überhaupt ein Barcamp?“ in den Artikeln von Koblenz Digital geben.

Liest oder hört man von einem Barcamp, dass ist damit eine sogenannte „Unkonferenz“ gemeint. Es handelt sich dabei um eine offenes Veranstaltungsformat. Im Unterschied zu gewöhnlichen Konferenzen, in denen der Veranstalter im Vorfeld das komplette Programm inklusive der Themen und der Speaker vorgibt, ist das beim Barcamp anders. Dort wird am Beginn des Tages in der sogenannten Sessionplanung festgelegt, welche Themen und Inhalte in das Programm, den Sessionplan, aufgenommen werden. Die Teilnehmer, die eine solche Session machen wollen, stellen diese kurz vor und es wird abgestimmt, wie groß das Interesse der anderen Barcamp-Besucher ist. So füllt sich nach und nach der Sessionplan für den Tag. Im Unterschied zu anderen Veranstaltungsformen werden somit die Inhalte aus den Reihen der Barcamp-Besucher generiert: jeder kann eine Session anbieten (muss es aber nicht).

Durch den offenen Charakter eines Barcamp fördert es automatisch den Austausch untereinander und bietet sich gerade zu für Diskussionen an. Generell wird zwischen themenoffenen Barcamps oder einem Barcamp mit einem bestimmten Fokus unterschieden.

Eine ausführlichere Beschreibung zum Thema Barcamp findest Du hier bei uns im Blog.

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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