Barcamp Bonn 2021 goes Digital

Im Jahr 2021 sind digitale Events Teil unserer neuen Normalität geworden. Nahezu alles, was bisher live und vor Ort geschah, ist digitalisiert und in die Cloud umgezogen. Hier macht das Barcamp Bonn 2021 keine Ausnahme. Und so tummelten sich Ende April die Teilnehmer zwei Tage lang rein digital und virtuell im Netz.

Was bisher geschah…  

Das war es also, das BarCamp Bonn – Das Städte-Barcamp für Bonn und Rhein-Sieg. Vom 30. April bis zum 01. Mai 2021.  Zwei Tage Innovation, Austausch und Teilnehmer, die sich im Browser mit WebCam und Headset ins virtuelle Getümmel stürzten.

Der Weg hierhin war lang.  Und eine Achterbahn der Gefühle. Los ging die Reise bei mir Ende 2019 mit dem Kauf der Tickets für das Barcamp Bonn 2020 und jeder Menge Vorfreude. Der erste Dämpfer dann Anfang März: Das Barcamp Bonn 2020 wird nicht wie geplant stattfinden. Absage! Zu diesem Zeitpunkt haben wir vermutlich alle langsam verstanden, dass da etwas großes unser aller Leben verändern würde (obwohl ich davon ausgehe, dass wohl keiner absehen konnte, wie es tatsächlich mit Corona und uns weitergeht). Umso positiver die Nachricht im Juli 2020: Johannes und Sascha von Bonn Digital haben eine Onlineplattform aus dem Boden gestampft, auf der ein digitales Barcamp stattfinden kann! Die Barcamp Bonn Digital Sommer-Edition 2020 war geboren. Und fand dann im August als eintägiges Event statt. Wow! Was für ein Fest und  das erste digitale Barcamp, dass ich besucht habe.

Und gleichzeitig die Info: das eigentliche Barcamp Bonn 2020 wird in 2021 stattfinden!

Ja, das war er: der lange Weg des Barcamp Bonn 2020 aka Barcamp Bonn 2021. 

Wir alle sind in diesem Jahr gewachsen. Anfang 2020 hätten viele von uns auf die Frage nach einem digitalen Barcamp verwundert drein geschaut. Heute bin ich froh, dass es Macher wie Bonn Digital gibt, die Plattformen bereitstellen, auf denen wir trotz Corona den Austausch auf Augenhöhe und die Impulse aus den Sessions eines Barcamps digital erleben können. 

Was ist überhaupt ein Barcamp? 

Schon wieder? Ja, weil ich es immer noch nicht geschafft habe, hier im Blog einen eigenen Artikel zum Thema  „Was ist ein Barcamp?“ zu veröffentlichen, auf den ich einfach verlinken kann. 

Interessanterweise unterscheidet sich der Ablauf eines analogen von einem digitalen Barcamp kaum. Generell gilt:  

Ein Barcamp ist eine Un-Konferenz und somit ein offenes Veranstaltungsformat, bei dem die Teilnehmer aufgerufen sind, aktiv mit zu gestalten. Kernpunkt ist, dass das Programm erst zu Beginn des Events im Rahmen einer gemeinsamen Sessionplanung entsteht. Ein „Programmheft“, wie es bei einer klassischen Konferenz üblich ist, wirst Du also bei einem Barcamp vergeblich suchen.  

Der Sessionplanung vorgeschaltet ist (beim analogen Barcamp) noch die Vorstellungsrunde. Bei digitalen Barcamps entfällt dieser Punkt häufig. Name, Hashtags und kurze Vorstellung der Protagonisten übernimmt die Plattform, auf der das digitale Barcamp stattfindet und jedem Teilnehmer ein Profil zur Verfügung stellt. 

Bei der Sessionplanung werden Timeslots von 45 min für die einzelnen Sessions vergeben. Diese können – je nach Gusto – mit einem Workshop, einer lockeren Diskussionsrunde oder auch einem Impulsvortrag gefüllt werden. So entsteht nach und nach das Tagesprogramm. 

Am Ende des Tages steht dann die gemeinsame Abschlussrunde mit allen Teilnehmern, bei der das Feedback zum Barcamp eingesammelt wird. 

Die Oberfläche 

Was beim analogen Barcamp die Location ist beim digitalen Pondo die Oberfläche, auf der das digitale Event stattfindet. Beim Barcamp Bonn ist dies eine gelungene Mischung aus  

Was mir besonders gefallen hat: Sascha und Johannes haben die verschiedenen Module in eine Oberfläche gepackt, die einheitlich daher kommt, nicht zu überfrachtet ist und bei der die einzelnen Elemente nahtlos ineinander greifen. 

Sessions

Kommen wir jetzt zum Wichtigsten: den Sessions des Barcamps. Denn hier passiert die Magie der Un-Konferenz: der wertvolle Austausch von Ideen, Informationen, die Diskussion auf Augenhöhe oder einfach das Kennenlernen und Netzwerken mit interessanten Menschen. 

Was Rahmwirsing mit SocialMedia zu tun hat 

Allein der Titel der Session macht neugierig. Und so nahm uns Achim von DieMeurers mit auf Entdeckungstour. Die Reise startete tatsächlich in der Küche des Hotel Weinbergschlösschen mit – Rahmwirsing. 

Anhand dieses Best Practice zeigte uns Achim, wie ein familiengeführtes Hotels & Restaurant in der Krise Social Media eingesetzt hat. Und dabei interessante Erfolge verzeichnen konnte. 

Was Rahmwirsing mit Social Media zu tun hat

Das Achim und Monika gerade zu Beginn der Corona-Pandemie die Kommunikation und Außendarstellung des Hotels Weinbergschlösschen optimieren sollten, ist sicherlich dem Zufall geschuldet. Die Erfolge, die sich dabei in kurzer Zeit einstellten, sind aber Ergebnis von viel Arbeit und einem durchdachten Plan. 

Für mich hat sich (wieder einmal!) gezeigt, dass unheimlich viele Unternehmer das Potential von Social Media ungenutzt lassen. Teils aus Unwissenheit, hier und da aus Angst vor dem Unbekannten.

Von daher mein Tipp: schaut Euch die beiden nachfolgenden Artikel aus dem Blog DieMeurers an: 

Was geschieht eigentlich mit dem Corona-Selbsttest nach der Benutzung? 

Ja, die kennen wir mittlerweile zur Genüge: die Packungen mit dem langen Wattestäbchen, dem Fläschchen und einem Stück Plastik, in dem wir einige Tropfen der Flüssigkeit tröpfeln müssen. Und uns freuen, wenn nur ein STrich erscheint. Corona Schnelltests werden immer wichtiger. Und – immer mehr.  

Um ehrlich zu sein: mit der Frage der Entsorgung hatte ich mich bisher überhaupt nicht beschäftigt. Und das war dann auch mit einer der Gründe, warum ich in dieser Session gelandet bin. 

Gehalten wurde die Session von Sasika, die PR-Managerin bei den SWB Verwertung ist und sich daher schon von Haus aus gut mit der Materie auskennt. 

Die gute Nachricht vorweg: die Corona-Schnelltests sind kein Sondermüll oder ähnliches sondern normaler Restmüll, der thermisch verwertet wird. Doch damit war die Session natürlich nicht vorbei. Es gab einen virtuellen Rundgang durch die MVA Bonn, bei dem die wichtigsten Produktionsschritte erläutert wurden.  

Schlussendlich mündeten die 45 Minuten in einer Diskussion zum Thema „ZeroWast“.

SIAM: Service Integration and Management 

In die Session von Wolfgang  hat mich meine Neugierde getrieben: denn mit dem Thema SIAM konnte ich so Garnichts anfangen. 

Diese Wissenslücke hat Wolfgang in der Session geschlossen. Nicht komplett, weil dafür ist das Thema SIAM einfach zu groß. Aber allein der Einblick in die Materie war spannend. 

Rheinische Post goes TikTok 

Die nächste Session gehörte für mich zum Pflichtprogramm: Aziza hatte zum Thema Rheinische Post goes TikTok geladen. 

Die Rheinische Post hat zum ersten Februar 2021 einen TikTok-Kanal gestartet. Bei der Session sollte es nun um die ersten Learnings und ein paar Tipps und Tricks für die Plattform gehen. 

Jetzt muss man wissen, dass TikTok und ich einen ganz schlechten Start hatten. Die App wurde direkt wieder vom Smartphone verbannt und wir (also TikTok und ich) haben uns fortan gegenseitig so gut es eben geht ignoriert und sind uns aus dem Weg gegangen.  

Und trotzdem bin ich nach wie vor vom Phänomen TikTok fasziniert. Von daher habe ich die Einblicke, die uns Aziza zum TikTok Projekt HUMBUG  gegeben hat, förmlich in mich aufgesaugt. 

Hier die wichtigsten Punkte, die ich mir notiert habe: 

  • Videoqualität ist auf TikTok alles! 
  • Videos nicht erst privat hochladen, um sie dann zu veröffentlichen. 
  • Jumpcuts + Greenscreen nutzen. 
  • Die Nutzeroberfläche von TikTok gewöhnungsbedürftig. 
  • Follower sind auf TikTok nicht so wichtig wie auf anderen Plattformen. 

Zukunft der Bonner Innenstadt 

Zugegeben: ich bin jetzt nicht direkt von der Bonner Innenstadt abhängig. Aber die Probleme sind vermutlich zum großen Teil 1:1 auf andere Städte übertragbar. 

Sessiongeber war ein Dreigestirn, bestehend aus Michele, Askan und Matthias.

Das Thema wurde (und wird!) sowohl auf Clubhouse als auch in einer Facebook-Gruppe diskutiert. 

Screenshot aus der Session „Zukunft der Bonner INNENSTADT.

So sind beispielsweise schon Themenfelder ausgearbeitet, die die Eckpunkte zum Thema Zukunft der Bonner Innenstadt umreißen: 

  • Ideenfindung  
  • Rheinanbindung  
  • Stadt für Menschen  
  • Begnungszonen  
  • Bürgerbeteiligung  
  • das Gebiet 
  • Rad = Anti-Stau-Programm  
  • Kultur  
  • Klimaschutz: Was ist nötig 

Offen ist noch die Frage, welche lokalen Player man ansprechen könnte, die – direkt oder indirekt – bei der Realisierung von Vorhaben unterstützen können. Im Verlauf der Diskussion wurde auch eine eigene Homepage angeregt, die Stärkung der Bürgerbeteiligung in Bonn und die Idee für eine Autofreie Innenstadt.

Wer sich mit in das Thema einbringen möchte: einfach mal in der Facebook-Gruppe, die ich oben verlinkt habe, reinschauen. 

Perfect Pitch – Der Tweet für Deine Vorstellung 

Ja, den wollen wir doch alle: den perfekten Picht. Nur: worauf muss ich achten? Wie sieht er aus, der „Perfect Pitch“? Dieser Frage hat Bianca von Stark mit Worten eine Session gewidmet.  

Ihr Tipp: eine solche „Ein-Satz-Vorstellung“ sollte jeder von uns haben. Und im Laufe der Session wurden die einzelnen Bestandteile eines solchen Pitch erarbeitet: 

  • Wer bin ich? Nennt Euren Namen. 
  • Was mache ich? Und zwar: aktiv! Verben nutzen! 
  • Mit wem (oder für wen) mache ich etwas? 
  • Wofür? (Stellt Euch die Frage „Was hat mein Gegenüber davon?„) 

Live-Twittern 

Ja, auch diesmal haben wir von Koblenz Digital die Tastatur zum Glühen gebracht. An den beiden Tagen sind insgesamt 674 Tweets mit dem Hashtag #bcbn21 entstanden. Und etwas mehr als die Hälfte davon gingen auf das Konto drei „Dampf-Twitterern“:

Hier der Link auf den Report, den Bonn Digital erstellt hat.

Und wer weiß? Vielleicht halten wir beim nächsten Barcamp eine Session zum Thema Live-Twittern.

Nur: wer wird dann darüber twittern…? 

Danke an die Sponsoren! 

An dieser Stelle eines Blogbeitrags, der von einem Barcamp berichtet, darf eines nicht fehlen: der Dank an die Sponsoren. Egal ob Platin-, Gold-, Silber- oder Sachsponsor:  

Danke!  

Danke, dass Ihr geholfen habt, dass dieses tolle Barcamp wahr geworden ist. Das wir uns kennenlernen und uns austauschen konnten. Barcamps sind Plätze, an denen großartiges passieren kann und auch passiert. Und sie können nur mit Hilfe der Sponsoren überhaupt stattfinden. 

An erster Stelle muss hier natürlich das Forum Internationale Wissenschaft (FIW) genannt werden, die die Räumlichkeiten für das Barcamp Bonn 2020 gestellt haben.
Als wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bonn mit nationaler und internationaler Ausrichtung ist der freie Geist beim FIW quasi „built in“. 

Ein schon langjähriger Begleiter und Unterstützer des Barcamp Bonn ist WetterOnline
Die „Wettermacher“ aus Bonn sind ebenfalls auf dem gesamten Globus tätig und stellen Ihre Wetterinformationen regelmäßig über 35 Millionen Besuchern zur Verfügung. 

Ebenfalls treuer Unterstützer (und mal Gastgeber) des Barcamp Bonn ist die Deutsche Post DHL Group.  
Das die Deutsche Post DHL Group zu Bonn gehört, ist danke des Posttowers weithin für Besucher sichtbar. Aber das man bei der Post auch ein Herz für das Barcamp Bonn hat, davon zeugt die stete Unterstützung dieses Events. Die – nebenbei bemerkt – nicht nur den Teilnehmern Vorteile bietet sondern auch der Stadt Bonn und der Region. 

Zur Riege der Sponsoren gehört auch Maynert Online Marketing. 
Maynert Online Marketing ist eine Fullservice Internetagentur aus Bonn, die den Mittelstand mit maßgeschneiderten Digital Marketing Strategien nach vorne bringt. 

Als „Wiederholungstäter“ auf dem Sponsor-Board war 2021 auch die Barmer Krankenkasse vertreten. 
Keine Ahnung, ob es am Sponsering lag, aber einige Sessions im Raum „Barmer“ drehten sich dann – direkt oder indirekt – um das Thema Gesundheit. Von daher hat sich der Einsatz hier schon gelohnt! 

Mit dabei war auch die IHK Bonn/Rhein-Sieg
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg ein ureigenes Interesse daran, ein innovatives Event wie das Barcamp Bonn zu fördern und zu unterstützen. Und ich denke, dass auch in 2021 einige wertvolle Impulse beim Barcamp Bonn entstanden sind und so die Region nach vorne bringen. 

Nicht vergessen werden dürfen die Sachsponsoren: zum einen O’Reilly, die sich in Form von Buchpreisen für die Teilnehmer beteiligt haben und so für geistige Nahrung gesorgten. 

Und dann natürlich die Confiserie Coppeneur, die uns mit dem tollen Schokoladenpaket verwöhnt haben. 

Mein persönliches Fazit 

Ich blicke auf zwei tolle, inspirierende Tage zurück. Bonn digital hat da eine Weboberfläche geschaffen, die das Beste aus dem digitalen Format herausholt, ohne die Nutzer zu überfordern. Natürlich vermisse ich den direkten Kontakt mit den Teilnehmern, die Gespräche und das Networking jenseits der Sessions. Aber die Basics, der Informationsaustausch und die Diskussionen auf Augenhöhe, all das funktioniert auch im Digitalen. Und Digital hat auch Vorteile: Kosten für die Anreise entfallen, räumliche Schranken existieren quasi nicht mehr. 

Für mich war das Barcamp Bonn 2021 wieder ein tolles Event! 

Autor: Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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