Fehlerkultur live on stage: Fuckup Nights Koblenz Vol. VIII

Seid ihr bereit für eine weitere inspirierende Runde der Fuckup Nights Koblenz? In unserem neuen Blogartikel berichten wir ausführlich über die achte Ausgabe des Events, die wieder in der Kulturfabrik Koblenz stattfand. Und erneut haben vier tolle Speaker:innen ihre ganz persönlichen Geschichten und Erfahrungen aus Misserfolgen und Rückschlägen mit dem Publikum geteilt.

  1. Die Location: Kulturfabrik Koblenz – again
  2. Die Speaker:innen
    1. Christine Lang
    2. Jennifer Mastroianni
    3. Lukas Müller
    4. Dominic Hallier
  3. Die Fuckupper-Crew
  4. Nicht vergessen: Danke an die Sponsoren!
  5. Fazit
  6. Ausblick: Fuckup Nights Koblenz Vol. IX
  7. Noch mehr Fuckup Nights hier im Blog?

Die Location: Kulturfabrik Koblenz – again

Tja, was soll ich sagen? Die Fuckup Nights Koblenz und die Kulturfabrik (KUFA) Koblenz sind schon ein tolles Gespann: ein Event rund um Fehlerkultur in den Räumen vergangener Industriekultur.

Ausverkauftes Haus! Da trifft ein Event den Nerv der Zeit

Die KUFA hat einen ganz besonderen Charme und zeigt mit dem Event, dass sie nicht nur fester Bestandteil der kulturellen Landschaft unserer Region ist, sondern auch eine tolle Location für Veranstaltungen (fast) jeder Art.

Die Speaker:innen

Das wichtigste an einer Fuckup Nights sind natürlich die Speaker:innen. Diejenigen, die über ihren Fuckup-Moment berichten. Die uns helfen, aus ihren Fehlern zu lernen. Die mit viel Mut berichten, wie sie gescheitert sind. Und hier hat die FuckUpper-Crew in der achten Ausgabe des Events wieder tolle Menschen auf die Bühne gebracht.

Christine Lang

Als erste ist an diesem Abend Christine in den Ring gestiegen. Sie schilderte von einem fast schon klassischen Fuckup: mit zwei Mitstreitern hatte sie einen gemeinnützigen Verein im Bereich der Jugendhilfe gegründet. Ein schwieriges, auch mental kräftezehrendes Umfeld.

Christine Lange bei Ihrem Vortrag

Anfangs lief es gut. Doch im fünften Jahr des Bestehens kam Sand ins Getriebe: eine Ausweitung des Geschäftsbetriebs verlief nicht wie gedacht, mangelnde Kommunikation und wachsendes Misstrauen im Vorstand taten ihr übriges. Der Verein musste abgewickelt werden. Mit all den negativen, persönlichen Folgen und natürlich auch der Verantwortung für die Mitarbeiter:innen des Vereins, die plötzlich auf der Straße standen.

Das Fazit von Christine: Zuhören, zuhören, zuhören! Nicht nur auf die eigene Meinung beharren, mehr der eigenen Intuition vertrauen und das Feedback der Mitarbeiter:innen und Partner nutzen.

Jennifer Mastroianni

Der Weg von Jennifer hin zu einem eigenen Atelier für Brautmoden war mehr als wechselvoll. Und ich glaube, bei der Geschichte haben alle anwesenden innerlich mitgebangt.

Jennifer hatte sich mit einem Geschäft für Brautmoden selbstständig gemacht. Und am Ende des ersten Jahres kam – Corona. Die Hochzeitbranche gehörte mit zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Doch die Pandemie hätte Jennifer (wenn auch mit einem blauen Auge) überstanden. Das Aus kam trotzdem – und zwar über Nacht. Mit dem Überfall der Ukranie durch Russland. Und anders als bei der Pandemie fiel hier mit einem Schlag die Geschäftsgrundlage weg: Jennifer bezog Ihr Kleider nämlich vollständig aus der Ukraine.

Jennifer auf der Bühne der Kulturfabrik Koblenz

Notdürftig abgesichert über Nebenjobs und den Brautmodenladen gerade so abgewickelt musste sich Jennifer dann noch mit der Vermieterin auseinandersetzen. Auch das kostete Kraft. Und zeigt, warum Vermieter in Deutschland nicht immer den besten Ruf haben.

Doch wie heißt es so schön: „Immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ So auch hier: am Ende der Reise macht sich Jennifer erneut selbstständig – mit einem Atelier für Brautmoden, die Sie selbst schneidert.

Respekt für eine mitreißende und sehr emotional vorgetragene Geschichte!

Lukas Müller

Lukas Geschichte beginnt in jungen Jahren. Mit Erfolgen im Sport: Natural Bodybuilding und Kraftdreisport. National und international. Sowas spornt an. Und macht Lust auf mehr.

Schon der Auftritt von Lukas machte für mich klar: der Mann ruht in sich selbst. Beherrscht, pointiert – und er weiß, wovon er spricht. Doch im Laufe der Geschichte wird klar, dass das einer der Auslöser für seinen Fuckup war. Denn seine mentale (und körperliche) Stärke trieben ihn nicht nur von Erfolg zu Erfolg. Sie trieben ihn auch über die Grenzen des eigenen Körpers.

Lukas bei der Fuckup Nights Koblenz Vol. VIII

Bei der Schilderung, wie er (trotz eines akuten Bandscheibenvorfalls!) an einem Wettkampf teilnahm, hatte ich selbst ein unangenehmes Ziehen im Rücken.

Wahnsinn!

Doch nach diesem kurzen (und schmerzhaften) Triumpf des Geistes über den Körper folgte die Abrechnung:

Schlechte Prognosen der Ärzte, Schmerzen und (besonders niederschmetternd) der Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Doch auch aus diesem Tief konnte sich Lukas herausarbeiten. Mit der Erkenntnis der Fehler, die er gemacht hatte und dem festen Willen, die alte Form zurückzugewinnen.

Das hat er geschafft – und als Personal Coach gibt er heute unter dem Motto „Progression ist eine Entscheidung“ sein Wissen an andere weiter.

Dominic Hallier

Im Teaser der Fuckupper-Crew stand beim letzten Speaker der Satz:

„Liebe macht blind“ – ein extrem gefährliches Szenario im Geschäftsleben.

Und bei Dominic hatte man von Beginn an den Eindruck: da kommt eine „Rampensau“, ein Macher. Genauso startete auch seine Geschichte. Ein extrem schneller, steiler Aufstieg als Möbelschreiner, beruflicher und privater Erfolg. Das Unternehmen floriert, wird größer, zählt rasch 16 Mitarbeiter.

Läuft, würde man sagen.

Eine tolle und mitreißende Geschichte hatte Domenic mitgebracht

Dann kündigt sich Nachwuchs an: Dominic wird Vater – und will mehr für seine Familie da sein.

Er verkauft die Hälfte seines Unternehmens, um sich auf Frau & Kind zu konzentrieren. Und gerät an den Falschen. Es kommt, wie es kommen musste: das Unternehmen strauchelt, extreme Probleme mit dem neuen Teilhaber und eine ungünstige Vertragsgestaltung kommen zusammen und potenzieren sich.

Statt mehr Zeit für die Familie hat Dominic weniger Zeit, muss um den Bestand der Firma kämpfen – bis er schließlich die Reißleine zieht.

Spät, aber nicht zu spät, holt er sich rechtlichen Rat – und kriegt nochmal die Kurve. Rettet so Familie und Unternehmen.

Die Fuckupper-Crew

Nach acht Ausgaben der Fuckup Nights Koblenz sollten wir die Drei eigentlich kennen. Trotzdem stelle ich sie Euch gern noch einmal vor. Denn das, was die Fuckupper-Crew da auf die Beine gestellt haben, ist ganz großes Kino: Für die Idee der offenen Fehlerkultur, für die Region und für die Unternehmen, die sich New Work auf die Fahnen schreiben!

Organisiert (und moderiert) wurde die Fuckup Nights Koblenz Vol. VIII von (Trommelwirbel)

Danke nochmal, dass ihr dieses tolle Format nach Koblenz gebracht habt und am Laufen haltet!

Nicht vergessen: Danke an die Sponsoren!

An dieser Steller darf die Erwähnung der Sponsoren nicht fehlen. Ohne ihre großzügige Unterstützung wäre es der Fuckupper-Crew nicht möglich, dieses inspirierende und ermutigende Event in Koblenz auf die Bühne zu bringen.

Die Sponsoren DICE, die BARMER, designfunktion und DevFuture waren mit Grußworten live vor Ort am Start

Darum auch von Koblenz Digital ein dickes „Dankeschön!“ für die Förderung eines offenen und positiven Umgangs mit Fehlern und Misserfolgen in unserer Region!

Fazit

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Making of Abschluss-Selfie

Wenn die Speaker:innen einer Fuckup Nights im Anschluss noch so in die Kamera lächeln können, ist alles gut gelaufen (Christine fehlt leider auf dem Bild – musste früher weg).

Ich kann jedem nur empfehlen: nutzt das Angebot und nehmt an einer Fuckup Nights teil!

Ausblick: Fuckup Nights Koblenz Vol. IX

Nach der Fuckup Nights ist vor der Fuckup Nights! Merkt Euch den nächsten Termin vor: die Fuckup Nights Koblenz Vol. IX findet am 13. Oktober 2023, um 19:00 Uhr, in der Kulturfabrik Koblenz statt.

Noch mehr Fuckup Nights hier im Blog?

Klar! Als großer Fan des Formats berichten wir regelmäßig im Blog von der Fuckup Nights Koblenz. Hier die Übersicht der bisher erschienen Artikel:

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Von Peter Winninger

Blogger aus Leidenschaft, Wandersmann, Social-Media-Begeisterter. In der Region Mayen-Koblenz verwurzelt, bei einem IT-Unternehmen in Koblenz beschäftigt und irgendwie auch im kommunalen Umfeld unterwegs.

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