Recap zum Barcamp RheinMain 2021: Wenn digital sich gut anfühlt

Das war es also: das Barcamp RheinMain 2021. Nachdem das Event im letzten Jahr ganz ausfiel folgte nun eine digitale Edition. Motto: „bcrm goes digital!“. Wie hat sich das in einer Zeit angefühlt, in der viele von „Digitalmüdigkeit“ sprechen? Und vor den Erfahrungen aus drei tollen Barcamps in der Vergangenheit? Das sind Fragen, auf die wir in unserem Bericht zum Barcamp RheinMain eingehen …

Das Barcamp RheinMain

Das Barcamp RheinMain 2021 war bereits mein vierter Ausflug zu unseren südlichen Nachbarn. Doch anders als in den Jahren 2016, 2018 und 2019 fand das Barcamp diesmal nicht in Präsens statt. Wie so viele andere Events muss das Barcamp RheinMain Digital stattfinden. Die Macher setzten dabei auf ein ziemlich einfaches Konzept: die ganze Veranstaltung fand in Zoom statt. Natürlich mit Breakout-Sessions. Das hatte den Vorteil, dass die technischen Hürden für die Teilnehmer gering waren und das Setup entsprechend einfach gehalten werden konnte. Das ist zumindest ein Vorteil nach 22 Monaten Pandemie: nahezu jeder hat schon mal an einem Zoom-Meeting teilgenommen.

Und wo war der Raum für das Networking der Teilnehmer …? Da hat der Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V., der hinter dem Barcamp RheinMain steht, eine ebenso einfache wie pragmatische Lösung gefunden: neben den Session-Räumen standen in Zoom zusätzlich Breakoutsession-Räume für das Networking zur Verfügung. Beispielsweise eine Kaffeeküche, die ja bekanntlich bei Live-Barcamps oft ein Hotspot ist.

Ich selber bin meist im „großen“ Raum hängen geblieben, weil sich auch dort immer wieder interessante Gespräche in den Pausen entwickelt haben. Das zeigt, dass das Konzept aufgegangen ist. Ja: „Live“ ist natürlich was anderes. Aber manchmal muss man halt nehmen, was man bekommt.

Sessionplanung, Jobwall

Die Moderation an diesem Tag haben Tom Klose und Samater „Sam“ Liban gewuppt. Und das haben beide sehr gut gemacht: entspannt, unaufgeregt und (meistens) auch Herr der (technischen) Lage.

Das Moderatoren-Team: Tom & Sam

Die offiziellen Zahlen habe ich zwar nicht, aber ich schätze, dass sich mehr als 80 TeilnehmerInnen an diesem Samstag auf Zoom tummelten. Entsprechend prall gefüllt stellte sich die Sessionplanung dar. Zum Schluss fanden sich dort 22 Einträge wieder. In jedem der 40 Minuten-Slots fanden vier oder fünf Sessions parallel statt. Wie bei jedem Barcamp musste man sich auch hier wieder zwischen tollen Themen entscheiden.

Eine Twitterwall gab es diesem Tag nicht (macht bei einer digitalen Edition auch wenig Sinn). Aber eine Jobwall wurde angeboten – und wie man sieht auch genutzt.

Bewegung an der Jobwall des Barcamp RheinMain

Die Sessions

Natürlich konnte ich nicht an allen 22 Sessions teilnehmen (obwohl ich mir das manchmal gewünscht hätte). Trotzdem hier ein kurzer Einblick:

Mobile Apps in 5 Minuten auf dem Handy mit LowCode (geeignet ab 9. Klasse für euch getestet)

Bei der Session von Thomas Nolte ging es um Technik. Sein Versprechen: „In fünf Minuten habt Ihr eine selbstgemachte App auf dem Smartphone.“

Saxotom bei seiner Technik-Session

Da hatte sich Saxotom was vorgenommen! Nicht, dass ich es ihm nicht zutrauen würde. Ich hatte nämlich schon im Vorfeld sein Projekt auf Twitter verfolgt. Aber via Zoom ist das dann doch noch eine andere Hausnummer.

Bei der Session lotste uns Tom durch die Anwendung Outsystems. Bei Outsystems handelt es sich um eine sogenannte „Low-Code-Plattform“, die für die schnelle Entwicklung von Apps auf Android und iOS gelobt wird. Und wer hat sich das nicht schon immer gewünscht: die eigene App entwickeln, ohne von Developern abhängig zu sein?

Und so war es kein Wunder, dass sich einige Mutige zusammenfanden und – unter Toms Führung – auf die Reise gingen. Als Hemmschuh stellte sich schnell die unterschiedliche Hardwareausstattung heraus. Von Windows, Linux, Apple bis hin zum Smartphone oder Tablet war wirklich alles am Start.

Aber (Long Story short): am Ende der Session (sprich: nach 45 Minuten, weil wir ein bisschen überzogen haben) hatte ich

  • einen Account bei Outsystems angelegt.
  • die Entwicklerumgebung auf meinen zweiten Notebook (Windows 10) installiert.
  • ein erstes Einstiegsprojekt im Schnelldurchgang erstellt.
  • zum Schluss einen Testlauf der App auf meinem Android-Smartphone absolviert.

Also ich würde sagen: Tom hat geliefert.

Verifizierung von Social-Media-Inhalten im Nachrichtenjournalismus

Diese Session von Jörn Ratering war meine zweite Station. Jörn ist Rechercheur beim ZDF und er hatte seinen Slot mit jeder Menge Mitmach-Content gespickt. Jörn zeigte anhand verschiedener Nachrichten auf, wie die Faktenchecker beim ZDF vorgehen, um den Wahrheitsgehalt einer Meldung zu bestätige – oder halt zu wiederlegen. Und im Anschluss an jedes Beispiel hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die Tipps selbst auszuprobieren.

  • Ist das Bild von der Autobahn in der Wüste echt?
  • Wurde der Hubschrauber wirklich an der angegebenen Stelle abgeschossen?
Jörn und mein Setup an diesem Tag

Obwohl ich mich in meiner Freizeit schon öfter mit dem Thema beschäftigt habe, waren bei dem Vortrag von Jörn auch für mich neue, überraschende Beispiele dabei. Zum Beispiel dieser (Falsch-) Tweet, der es immerhin bis in die Nachrichten des Hessischen Rundfunks schaffte:

Beim ZDF besteht das Team der Faktenchecker übrigens aus vier Personen, von denen immer einer im Dienst ist. Angesichts der wichtigen Aufgabe und der gigantischen Flut an Fakenews bei Leibe kein leichter Job.

Eine Graswurzelinitiative im Konzerndschungel starten?!

Nach der Mittagspause ging es weiter mit der Session von Stefan Häfner von der R+V Versicherung. In seiner Session hat er uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch einen Konzern genommen. Und es ging – am Hintergrundbild kann man es erahnen – um Bienen.

Ja, auch so können Abenteurer aussehen: Stefan Häfner

Stefan erzählte uns, wie er das Firmengelände kurzerhand „gekapert“ hat und in einen Bienengarten verwandelte. Schon zu beginn hatte er dabei den richtigen Riecher. Denn statt sich im Vorfeld auf langwierige Diskussionen mit Allergikern & Co. einzulassen, hat er einfach gemacht! Denn: geht man mit einer Idee zu früh an die Öffentlichkeit, weckt man neben Mitstreitern natürlich auch die Skeptiker und es kommt rasch Gegenwind auf.

Erst nach und nach, nachdem erste Erfolge sichtbar wurden, ging Stefan daran, seine Idee zu teilen. Sein Tipp:

Und so kam es, dass das Projekt immer weitere Kreise zog und schrittweise auch vom Konzern selbst wahrgenommen wurde.

Learning aus dieser Session (könnte auch das Motto von Stefan sein):

Tausche Beraterjob gegen Lebenssinn

Die Session Tausche Beraterjob gegen Lebenssinn war aus mehreren Gründen die aus meiner Sicht emotionalste. Zum einen habe ich Frank schon zig mal bei Barcamps getroffen, hatte mich im Vorfeld auf das Thema gefreut – und war war dann doch von der Offenheit überrascht, mit der Frank über seine Lebensplanung berichtete.

Frank Hamm – Der Entspannende

Locker & wunderbar unaufgeregt schilderte Frank seinen Werdegang, in den sich – mit Ausnahme der letzten Phase – wohl viele von uns hineinversetzen können: Bundeswehr (Luftwaffe), anschließend Anwendungsentwickler, IT-Berater, Web-Entwickler, PR Consultant, selbstständiger Berater für Kommunikation & Kollaboration – und dann: Blogger, Wander- und Gästeführer, Wanderbuch-Autor und Kultur-und Weinbotschafter Rheinland-Pfalz.

Da hatten einige der Teilnehmer Fragen. Und das führte dann zu einer angeregten Diskussion rund um Lebensplanung, Absicherung und Zufriedenheit mit dem, was man tut. Letzteres ist Frank in jedem Fall gelungen. Allerdings wurde auch klar, dass Frank diese neue Phase im Berufsleben nicht ohne seine Frau hätte realisieren können:

Als Wanderbuch-Autor wird man nicht reich.

Franks Rat: Wartet nicht zu lange mit einer Entscheidung.

Von meiner Seite an dieser Stelle nochmal Danke für die Session, Frank, die mir sehr gut gefallen und aus der ich einige Anregungen mitnehmen konnte.

Und dann noch – Danke an die Sponsoren!

Barcamps wachsen nicht auf den Bäumen. Sie werden getragen von einer kleine Gruppe von Machern, einer größeren Gruppe von Teilnehmern – und von den Sponsoren, die dabei helfen, eine Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei ist es egal, ob ein Barcamp in Präsenz oder rein Digital stattfindet.

Von daher auch von mir ein dickes „Dankeschön!“ an die Sponsoren des Barcamp RheinMain 2021!

supernju

„We mage people innovate“ Damit ist auch schon alles verraten: supernju ist ein Innovationsberatung, die dabei hilft, den Menschen in Unternehmen, Organisationen und Institutionen die besten Ideen, Konzepte und Strategien zu entwickeln.

giinco

giinco kommt ebenfalls aus der Beraterschiene, hat aber einen anderen Fokus. Hier geht es um die Entwicklung von Strategien für eine integrierte und digitale Kommunikation.

United Digital Group

Die United Digital Group hat sich dem Thema Customer Centricity verschrieben. Und sie hilft Unternehmen, die digitale Transformation im Vertrieb und im Marketing zu meistern.

Deutsche Bahn

Deutsche Bahn…? Really? Ja, wirklich. Denn wenn ein Konzern ohne digitales Mindset aufhören würde zu existieren, dann wäre es die Deutsche Bahn. Und das auch jenseits von Skydeck.

R+V Versicherung

Last-but-not-least – die R+V Versicherung. Sie ist nicht nur eine der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands. Sie ist auch bei der Unterstützung des Barcamp RheinMain eine feste Größe und in der RheinMain-Region einer der Treiber der Digitalisierung.

Fazit

Was soll ich sagen? Ich bin ein Fan des Barcamp RheinMain, das auch in der digitalen Edition seine Stärken ausspielen konnte. Nämlich gute Organisation, tolle Teilnehmer und inspirierende Sesssions.

Und – ja: es gibt eine digitale Müdigkeit, der Wunsch, wieder Menschen Face-to-Face zu treffen. Aber solange die Zeit noch nicht reif dafür ist, sind Events, sind Leuchttürme wie der Barcamp RheinMain unheimlich wichtig.

Rückblick

Da wir schon viermal beim Barcamp RheinMain dabei waren, gibt es noch drei weitere Blog-Artikel, in die Du vielleicht reinschnuppern möchtest.

Hier die Links:

Noch mehr?

Nun: dann hätten wir noch das Wakelet anzubieten, in dem (fast) alle Tweets vom Barcamp RheinMain 2021 zusammengefasst wurden.

Zur Wakelet-Sammlung geht´s hier.

Das (digitale) Content Strategy Camp 2021 – ein Recap

Beim Content Marketing geht es darum, die eigene Zielgruppe mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten anzusprechen, um sie so vom eigenen Unternehmen oder von der eigenen Institution zu überzeugen. Und es ist gleichzeitig das Kernthema des COSCA – dem Content Strategy Camps. Ich habe mich auf der neunten Ausgabe des Barcamps, das digital stattgefunden hat, umgesehen. Hier mein Bericht.

Was ist das COSCA?

Das Content Strategy Camp ist seit 2013 ein regelmäßig stattfindendes Barcamp, dass sich mit den Themen Content Strategie und Content Marketing beschäftigt. In Laufe der Zeit hat es sich zu einem Treffpunkt für rund 200 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und Schweiz entwickelt. Das Barcamp fand seit 2013 auf dem Mediencampus der Hochschule Darmstadt statt. In den Jahren 2020 und 2021 ist man pandemiebedingt auf eine Online-Variante ausgewichen. Veranstalter ist das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation aus Dieburg.  

Was ist ein Barcamp?

Bei quasi jedem Artikel, der von einem Barcamp handelt, stelle ich mir diese Frage: „Muss ich nochmal erklären, was ein Barcamp ist?“ Kennt doch jeder. Und dann trifft man doch wieder jemanden, der mit dem Begriff „Barcamp“ (oder der Un-Konferenz) nichts anfangen kann.

Wir bewegen uns halt (oft unbemerkt) in Blasen.

Von daher verweise ich für diejenigen, die bei dem Begriff „Barcamp“ ein Fragezeichen auf der Stirn haben, auf den Beitrag Gut für Koblenz und die Region: Barcamp Koblenz 2018. Dort ist das Eventformat Barcamp recht gut beschrieben.

Anreise / Location / Check-in

Ja, das gibt es halt alles nicht bei einem virtuellen Barcamp. Oder halt: fast nicht. Denn irgendwie muss es eine technische Basis geben. Beim COSCA21 ist das Gather Town. Gather Town ist ein browserbasierter Video-Streaming-Dienst, bei dem man mit einem Avatar durch virtuelle Räume wandeln kann. Alles in 8-Bit-Optik wie bei einem Retro-Computerspiel. Aber gerade das macht den Reiz aus.

Parallel – quasi als „Backupsystem“ – setzte man vor allem in der Vorlaufphase auf Slack

Begrüßung / Einweisung in die Technik / Sessionplanung

Die Begrüßung und Moderation der ersten Programmpunkte übernahm Katja Eisert von SinnerSchrader. Ein paar Fragen zum Wam-up, kurze Beschreibung des Content Strategy Camp – und schon waren wir alle mittendrin.

Dann folgte auch schon die Vorstellung des Orga-Teams und der „guten Seelen“ im Hintergrund des Events. Und natürlich durfte auch der Dank an die Unterstützer der Veranstaltung nicht fehlen.

Und bevor man sich richtig umsehen konnte waren wir auch schon in der Sessionplanung.

Darum auch von mir an dieser Stelle nochmal ein dickes „Dankeschön“ an das komplette Orga-Team: klasse gemacht! Auch die (gefühlt) überall in GatherTown erreichbaren Mitglieder des Teams, die einem mit Rat und Tat zur Seite standen: vorbildlich!

Sessions

Apropos Sessionplanung. Wie bei jedem Barcamp musste man sich natürlich auch beim COSCA zwischen den parallel stattfindenden Sessions entscheiden. Das ist nicht immer leicht. Aber ich denke, ich hab eine ganz gute Mischung erwischt.

Session 1: Blended Onboarding – Einarbeitung mit unterstützendem Online-Content

Meine erste Session führte mich zu Laura Evers von blink it.

Im Sessionplan hatte Sie folgende Beschreibung eingereicht: 

„Wie gelingt die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden schnell und einfach mit dem Blended- Learning- Konzept und digitalem Lerncontent? Konzept und  erfolgreiche Praxisbeispiele von KMU bis Großkonzern – spannend für alle Teamleiter, Personaler und Kollegen.“ 

Am Beispiel von Blink.it zeigte Laura auf, wie das Onboarding – auch in Zeiten der Pandemie – ablaufen kann. 

Faszinierend fand ich bei Lauras Schilderung den Part „Videotagebuch“: die neuen mussten in der Anfangsphase des Onboarding-Prozesses jeweils ein kurzes Videostatement zum Tag abgeben: was sie erlebt haben, was sie gelernt haben. Cool. Und zahlt gleichzeitig auf den (digitalen) Wissenspool ein, der bei Blink.it aufgebaut wird.

Session 2: Content Marketing als digitales Akquise-Tool

Diese Session wurde von Dennis Ollig gehalten – und mein lieber Schwan: da ging es ab! Man merkte gleich zu Beginn des Vortrags, dass Dennis für Content Marketing brennt.

Von daher verging diese Session fast wie im Rausch. Es wurde eine Lanze für die Analyse im Content-Marketing gebrochen ( „Erstellung (49 %) und Recherche (19 %).  Analyse…? Weit abgeschlagen bei 5,5 %.“). Dieser rote Faden zog sich weiter über die Festlegung, auf welche eigenen Businessziele der Content einzahlen soll, über einen sechsstufigen Fahrplan zur Umsetzung der eigenen Contentstrategie bis hin zu der Frage: „Wieviel Content brauchen wir eigentlich?“ 

Hammer. Keine Ahnung, wie er den Stoff in die 45 Minuten gepackt hat. 

Session 3: Social Media Content für B2B 

Diese Session fand Ihren Weg eher spontan in den Sessionplan. Aber das sind ja bekanntlich die besten Sessions: „Offener Austausch über Ideen, Erfahrungen und und und… Welche Kanäle? Welche Art von Content? Was funktioniert, was nicht…?  

Kernfrage: Wie gelingt der Start ins (Lead-)Ergiebige Social Media Marketing für B2B?“ 

Hier trat erneut Laura Evers an – diesmal zusammen mit Julia Himbert von der HELABA .

Hier ging es mehr um die Diskussion mit den Teilnehmern, die jeweils aus ihren Arbeitsbereichen eigene Aspekte einbrachten. Interessant fand ich, dass die HELBA auf Corporate Influencer setzt. Schließlich ist der Bankensektor auch so ein Umfeld, dass viele von uns als eher unsexy beschreiben würden. Trotzdem scheint das Konzept aufzugehen. Viele in der Session waren der Meinung, dass die Wunschvorstellung „Leads über Content generieren.“ (und das am besten schnell und direkt) wohl das ist, was da steht: eine Wunschvorstellung. Nichtsdestotrotz müssen in jedem Fall Kennzahlen überwacht werden.  

Mein wichtigstes Zitat aus dieser Session:  

Session 4: Digitale Formate für Content Marketing & Corporate Communications 

Die vierte und (leider) letzte Session bei diesem Barcamp wurde von Kai Heddergott angeboten.  

Seine Beschreibung im Vorfeld des Sessionplans lautete wie folgt: 

„Session zu Optionen digitaler Zusammenkünfte aka Videokonferenzen für Content Marketing & Corporate Communications (Einstieg: Strukturierter Parforceritt durch Praxiserfahrungen aus den letzten 20 Monaten (aus digitalen Barcamps, Konferenzen, Klausurtagungen, Workshops, Webinaren etc. – inkl. Moderationstipps, Technik-Setup und Konzepten). Offener Teil: Miro-Board zur gemeinsamen Sammlung, was wir meinen, was am erfolgversprechendsten ist – also quasi das “Dieburger Modell der Digital-Events” basteln 😉“ 

Keine Ahnung, ob Kai sein Ziel erreicht hat. In jedem Fall ist mir (und vermutlich vielen anderen) klar geworden, dass wir vielleicht Online-Meetings, Präsentationen oder Webinare digital halten. Von der Professionalität, Sicherheit und der Technik (und deren Beherrschung), die Kai uns hier gezeigt hat, bin ich zumindest Lichtjahre weit entfernt.  

Allein das technische Setup ist ein Traum. Und zeigt gleichzeitig, wie tief und intensiv er sich mit der neuen Normalität auseinander gesetzt hat. 

Viele Elemente aus digitalen Formaten werden bleiben. Auch nach der Pandemie. Und sie werden Events nachhaltig verändern. Eine Veränderung, auf die wie reagieren müssen. So wird Interaktion mit dem Publikum immer wichtiger. Vermutlich werden hier Tools zum Einsatz kommen.  

Wir haben an  diesem Tag zum Beispiel http://app.tedme.com  verwendet, viele kennen auch Mentimeter. Sogenannte „Sessionbegleitendes Interaktionstool.“.

Und bei allem muss immer das Publikum, der Teilnehmer, betrachtet werden: er darf nicht überfordert werden. Schon im Vorfeld muss idealerweise ermittelt werden, wie der Wissenstand der Teilnehmenden ist. Der bisherige Präsentator wird somit mehr und mehr zum Moderator. 

Kai stellte dafür ein Mindset für die eigene, digitale Präsenz vor: 

  • Sich selbst gut in Szene setzen (technisch)
  • Publikum im Fokus behalten.
  • In die Cam schauen.
  • Mit dem Publikum interagieren.
  • Inhalte sorgfältig vorbereiten.
  • Wenn möglich direkt auf Wortmeldungen eingehen.
  • Keine Wortfluss immer wieder mit Wortmeldungen oder Feedback aus dem Teilnehmerkreis auflockern
  • Kompetenzen der Teilnehmer in der Anwendung, die man nutzt
  • Supportangebote vorbereiten
  • inklusive Kommunikation vorbereiten / einplanen.

Danke an die Partner des Barcamps

Zu einem Barcamp-Recap gehört natürlich der Dank an die Partner & Sponsoren. Denn – keine Sponsoren, kein Barcamp.

Und weil Barcamps unheimlich hilfreich und wichtig sind, sollte es in Zukunft noch mehr Sponsoren geben. Weil: Mehr Sponsoren – mehr Barcamps.

Also: Danke für die Unterstützer des Content Strategy Camp 2021.

Bundeministerium für Wirtschaft und Energie

Neben dem Kompetenzzentrum Kommunikation ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der zweite Mitveranstalter des COSCA21.

Kooperationspartner

Sinnerschrader

Digtalagentur mit Hauptsitz in Hamburg. Kreiert mit Beratern, Konzeptern, Designern und Entwicklern Lösungen für unser mobiles Zeitalter.

:SCRIPT COMMUNICATIONS 

SCRIPT bezeichnet sich sich selbst als Agentur für Transformation. Und das trifft es sehr gut: Unternehmenskommunikation stärken und so zum Erfolg von Unternehmen oder Organisationen beitragen. 

Fink & Fuchs 

Auch Fink & Fuchs haben sich die integrierte Kommunikation auf die Fahnen geschrieben – für Unternehmen und den Public Sector. 

Fazit 

Ein klasse Barcamp. Das Oberthema „Content Strategy“ ist interessant und vielfältig, die Sessiongeber waren hochkarätige Fachleute und alle Teilnehmer hochmotiviert.  Und das in einer Digital-Ausgabe des Barcamps. Um wieviel besser dann wohl ein Live- Barcamp wäre …? 

Mehr? 

Wenn Du Lust auf eine Sammlung der Tweets vom COSCA21 hast – hier geht es zu einer Wakelet-Sammlung.  Oder hier der Link auf den Blog-Beitrag des Kompetenzzentrums Kommunikation zum COSCA21.

2. Digitalforum Rheinland-Pfalz: ein Recap

Beim 2. Digitalforum Rheinland-Pfalz drehte sich am 26. September 2019 alles um die digitale Zukunft. Die Staatskanzlei hatte rund 400 Teilnehmer in den Gutenberg Digital Hub von Mainz eingeladen, um die Frage zu klären: Wo stehen wir bei der Umsetzung der „Strategie für das digitale Leben“?

Prolog

Ich schreibe den ersten Textentwurf für diesen Absatz im IC von Mainz zurück nach Koblenz. Offline, versteht sich. Denn eine stabile Internetverbindung ist auch 2019 immer noch Glückssache. Und damit wird – bei allen Fortschritten, die wir erreicht haben – schon ein Dilemma deutlich: beim Thema Mobiles Internet humpelt Deutschland anderen Ländern immer noch hinterher. Und Rheinland-Pfalz ist dabei keine Ausnahme.

Programm beim 2. Digitalforum Rheinland-Pfalz

Bereits zum zweiten mal hat die Staatskanzlei zum 2. Digitalforum in den Gutenberg Digital Hub nach Mainz eingeladen. Und 400 Teilnehmer – Experten und Bürger – folgten dem Ruf.

Die Agenda für das 2. Digitalforum Rheinland-Pfalz sah im wesentlichen folgende Programmpunkte vor:

  • Podiumsdiskussion zur Strategie für das Digitale Leben mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer
  • Praxisbeispiele und Vorträge
  • Preisverleihung Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“

Parallel gab es mit dem Digital-Foyer und der Digital-Werkstatt einen bunten Mix von Infoständen rund um das Thema Digitales in Rheinland-Pfalz.

IMG_20190926_153936
Agenda des DigitalforumRLP

Diskussionsrunde

Dieser Programmpunkt wurde von einer reinen Damenrunde bestritten:

  • Malu Dreyer (Ministerpräsidentin des Landes Rheinland­-Pfalz)
  • Anne Spiegel (Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration
    und Verbraucherschutz)
  • Daniela Schmitt (Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau)

Jede der drei Politikerinnen ging kurz für Ihren Fachbereich auf das in dem vergangenen Jahr erreichte ein. Grundlage für das Handeln der Landesregierung ist die Strategie für das Digitale Leben. Die könnt Ihr übrigens komplett im Web einsehen: Hier der Link zur Einstiegsseite mit den Themenfeldern des Strategiepapiers.

Natürlich kann man 2019 hinter den einzelnen Punkten der Strategie (noch) keinen Haken machen. Gerade Infrastrukturprojekte benötigen nämlich eins: Zeit. Aber bei dem einen oder anderen Vorhaben kann man Fortschritte erkennen.

Beispiel gefällig? Nun: Wifi4rlp

Bei dem Projekt Wifi4rlp geht es um die Bereitstellung von WLAN-Hotspots in den Kommunen von Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, bis zum Jahr 2021 mindestens 1.000 freie WLAN-Hotspots in 1.000 Kommunen ans Netz zu bekommen. Den Stand zum Stichtag 04.09.2018 könnt Ihr auf dieser Seite einsehen. Übrigens auch für Koblenz oder meine Wahlheimat Mayen.

Noch weiter in der Zukunft – weil noch aufwendiger – ist das Ziel für den Wechsel von Kupfer zur Glasfaser: hier ist der Abschluss der Maßnahmen für das Jahr 2025 vorgesehen.

Praxisbeispiele, Vorträge und Markt der Ideen

Da die Agenda sehr umfangreich war und Programmteile parallel abliefen, gehe ich hier nur auf die Punkte ein, an denen ich selbst teilgenommen habe:

Dorf-Büros

Sehr interessant war das Gespräch, das ich am Infostand von Dorf-Büros führen konnte. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, das Coworking Spaces in kleineren Kommunen fördert. Das erste (und somit automatisch prominenteste) Dorfbüro ist der Schreibtisch in Prüm.

Die Idee ist so einfach wie genial: Kommunen werden in die Lage versetzt, einen Coworkingspace ins Leben zu rufen und in den ersten Jahren des Betriebs aktiv vom Land unterstützt.

Die Vorteile eines solchen Coworkingspace auf der Land sind immens:

  • Arbeit wird von der Stadt zurück ins Dorf geholt
  • Menschen vernetzen sich neu
  • Leerstand in Kommunen wird bekämpft
  • Infrastruktur vor Ort wird gestärkt
  • Lebensqualität in der Kommune wird gestärkt

Leider ist die Bewerbungsphase für 2019 schon abgeschlossen, aber das Projekt geht weiter. Da wäre es natürlich interessant, ob sich auch Kommunen aus unserer Region beworben haben (oder sich in der 2. Projektphase in 2020 bewerben werden?).

Mobilepayment und die neuen Anforderungen an die Authentifizierung bei Onlinezahlungen und beim Zugriff auf das Onlinebanking (Verbraucher zentrale Rheinland­Pfalz e.V.)

Zugegeben: der Programmpunkt klingt sperrig. Aber in den letzten Wochen hat wohl jeder von uns von seiner Hausbank die Aufforderung bekommen, etwas anders zu machen: eine App zu installieren, sich von seiner Papier-TAN zu verabschieden oder (noch besser) in der Filiale vorbeizukommen. All dies haben wir der PSD2 zu verdanken, der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie der EU, die seit dem 14. September 2019 in Kraft ist. Und ich muss zugeben, dass ich die auch nicht so richtig auf meinem Radar hatte.

Daher fand ich den Vortrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum Mobilepayment nicht nur aktuell sondern auch sehr interessant. Neben den konkreten Auswirkungen für den Verbraucher wurde auch das Zustandekommen der Richtlinie und die Auswirkungen auf die Banken beleuchtet.

Digitale Modellstadt Kaiserslautern – Projekte, Ideen, Vorhaben („herzlich digitalen Stadt“ – Kaiserslautern)

Das die Stadt Kaiserslautern Modellstadt für die Digitalisierung ist, habe ich schon durch den einen oder anderen Tweet mitbekommen. Wie weit man dort ist, wusste ich nicht. Diese Wissenslücke hat Dr. Martin Verlage, der Geschäftsführer der KL.digital GmbH, mit seinem Vortrag geschlossen.

Die Liste ist lang – und macht Mut:

  • Art Caching
  • Selbstbedienungsterminal im Bürgercenter
  • Mobile Glasfaser Infrastruktur
  • Social Wall
  • Handyparken
  • KLAR (Kaiserslautern Analyse Recherche)

Wohlgemerkt: das sind nur die Projekte, die schon realisiert wurden. Auf der Website findet Ihr noch weitere Vorhaben, die sich in der Umsetzungsphase befinden.

Klasse!

Interessant für unsere Region: die Erfahrungen von Kaiserslautern werden im Rahmen eines Interkommunalen Netzwerks Digital Stadt an andere Kommunen weitergegeben. Und neben Speyer, Wörth am Rhein und Zweibrücken ist auch die Stadt Andernach dabei.

Spannend, direkt vor der Haustüre! Steht auch schon auf meiner persönlichen Agenda, da mal nach dem Sachstand zu forschen.

Fazit

Tolle Location, interessante Menschen und das Thema „Digitalisierung“: ja, die Veranstaltung in Mainz hat Laune gemacht und war interessant. Ein tolles Networking-Event. Besonders informativ habe ich das das Gespräch am Stand von Dorf-Büros empfunden: eine Initiative, die sich hoffentlich schnell auch bei uns verbreiten wird.

Also von meiner Seite her kann es nächstes Jahr ruhig eine drei Runde #DigitalforumRLP geben: ich wäre wieder dabei!

Epilog

Die Infrastruktur ist das Fundament der digitalen Strategie – und hier müssen wir deutlich Fahrt aufnehmen. Nicht nur im IC von Mainz nach Koblenz: überall im Land.

Mut macht die Aussage von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Ihrer Rede auf dem 2. Digitalforum: dass man schnelles Internet eben auch zu jeder Milchkanne bringen will – nein – muss. Denn hinter dieser Milchkanne steht ein Bauer, der auf schnelle, digitale Kommunikation angewiesen ist. Sonst werden wir schlicht und ergreifend abgehangen.

Hoffen wir also, dass nicht nur die Milchkanne 5G bekommt, sondern auch der IC auf der Rheinschiene stabiles Internet erhält.

Mastodon – Ein Netzwerk hat seine Unschuld verloren

Wer hier einen Account anlegt, staunt nicht schlecht über die vergleichsweise angenehme Klientel sowie das Kommunikationsniveau. Eine Plattform, die die Trolle und Hetzer noch nicht für sich entdeckt haben? So schien es. Zumindest bis gestern.

Shitstorms passieren täglich irgendwo in Social Media. Auch auf Twitter. Nicht wenige haben diesem Dienst daher den Rücken gekehrt und zu Mastodon gewechselt. Dort wird nicht getwittert oder gezwitschert, sondern getrötet. Das Logo ist kein Vogel, sondern ein – genau, Mastodon. Doch natürlich sind das nicht die entscheidenden Unterschiede. Zu den Vorzügen der jüngeren Microblogging-Plattform zählen unter anderem die dezentrale Struktur sowie die Tatsache, dass keine Firma dahinter steckt. „Das in Deutschland entstandene Mastodon macht fast alles richtig, was Twitter falsch macht. Hassposts lassen sich relativ leicht in den Griff bekommen. Es gibt kein Datensammeln, keine Werbung und keine manipulierten Timelines (….)“, heißt es diese Woche auf lead-digital. Auch Blogger thematisieren die Probleme mit Twitter und befürworten das jüngere Netzwerk. „Seit einigen Tagen kommt Mastodon richtig in Fahrt. Grund für Neu- und Wiederanmeldungen dürfte für viele der zunehmende Ärger mit Twitter sein. Nicht nur, dass man dort so offenbar gar nichts gegen vielfältigen Hass tut – seit gestern ist die API für Drittanbieter Apps so beschränkt, dass sie die Nutzung stark einschränkt“, bloggte Online-Marketer Sascha Aßbach vor knapp zwei Wochen. Seit wenigen Tagen stellen sich jedoch auch die ansonsten begeisterten Mastodon-Nutzer die Frage, wie das Netzwerk mit der Herausforderung Mensch und demensprechend mit Hass und Hetze künftig umgehen wird.

„Mastodon hat seine Unschuld verloren“, teilte mir gestern ein Fan der Plattform mit. Da das in meinen Ohren nach einem guten Titel für …. schon fast egal, wofür …. klang, fragte ich nach, was geschehen war. Es kommt selten vor, dass der Titel steht, bevor man die Story kennt. Manchmal muss man mutig sein und sich gegebenenfalls eine Geschichte anhören, die bei Weitem nicht das Versprechen des Titels erfüllt. In dem Fall ist es jedoch nicht so. Vermutlich. Da ich schon lange nicht mehr auf dieser Plattform aktiv bin, ließ ich mir einiges zeigen und von den Begebenheiten erzählen. Alles fing mit einem Schauspieler an.

Will Wheaton, der sich als Schauspieler (Raumschiff Enterprise) und Buchautor einen Namen gemacht hatte, wurde vor knapp zwei Wochen auf Mastodon aktiv. Warum auch nicht? Viele Prominente tummeln sich auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken, warum also nicht auch dort? Wer nun annimmt, Wheatons Fans seien vor Freude ausgeflippt und hätten mit ihrem Überschwang irgendwie für Probleme gesorgt, der irrt. Schneller als man hinschauen konnte, begann eine Hetze gegen Wheaton. Die Gründe sind nicht ganz klar, aber die Vorwürfe gegen ihn häuften sich derart, dass der Schauspieler die betreffenden Nutzer meldete. Das wiederum fachte das Feuer umso mehr an, sodass bei den Moderatoren des Netzwerks täglich etwa 60 Beschwerden über Wheaton eingingen. Die von den vielen Beschwerden sowohl seitens Wheaton als auch seitens seiner Gegner genervten Moderatoren, sperrten schließlich seinen Account. Das ist die Kurzfassung. Wheaton hat dem Ganzen einen Blogbeitrag gewidmet und schreibt enttäuscht über Twitter und Mastodon:

„I thought I’d find something different. I thought I’d find a smaller community that was more like Twitter was way back in 2008 or 2009. Cat pictures! Jokes! Links to interesting things that we found in the backwaters of the internet! Interaction with friends we just haven’t met, yet! What I found was … not that.“

Derweil beschäftigt dieser Verlauf auch Nutzer, die mit dem Schauspieler bis dato nichts zu tun hatten. Für sie steht nicht die Frage im Vordergrund, ob etwas an den Vorwürfen gegen Wheaton dran ist. Ihnen ist wichtig, wie eine Instanz (in dem Fall die Moderatoren) bei Streitigkeiten reagieren. Warum? Weil es hier scheinbar um die gezielte und böswillige Vernichtung des digitalen Ichs einer Person geht. Mastodon-Nutzern wollen derartige Eskalationen auf dieser Plattform nicht haben. Immerhin hatten sie beispielsweise Twitter genau aus solchen Gründen verlassen. Sie beschreiben es als „toxisches Verhalten“, das sich bereits in anderen sozialen Netzwerken ausgebreitet hat und nun auch auf Mastodon zu finden ist. Zum einen ist es die Feststellung, dass sich auch dort Trolle tummeln und zum anderen die Erkenntnis, dass sich die Moderatoren beeinflussen lassen und falsch reagieren. Es wurde quasi das Opfer einer Hetze bestraft. Die Mastodon-Zuständigen seien damit nicht besser als andere Netzwerke, trötete beispielsweise ein in Berlin lebender Amsterdamer. Auch andere Fragen kommen auf, die tiefer in die Logik des Netzwerks greifen. So hatte der dezentrale Charakter der Plattform dem Schauspieler nicht geholfen, denn auch Personen aus anderen Instanzen konnten ihn problemlos angreifen, ohne daran gehindert zu werden. Das ist ein Punkt, über den künftig nachgedacht werden sollte. Hätte die Plattform aufgrund ihrer dezentralen Struktur nicht im Grunde bessere Möglichkeiten, die Ausbreitung eines Shitstorms zu verhindern?

Wer mag, kann sich das folgende Video anschauen, um besser zu verstehen, wie Mastodon funktioniert.

Wie steht es jetzt um Mastodons Vorzüge? Das Netzwerk besteht, wie alle anderen Plattformen, aus Menschen und muss daher sowohl mit ihren hellen als auch dunklen Seiten umzugehen lernen. Es ist ein grundsätzliches Problem unserer Gesellschaft, digital und analog.

Wheatons Enttäuschung von Social Media ist groß. I’m too old for this shit. What we used to call microblogging isn’t worth the headache for me. I’m gonna focus my time and my energy on the things that I love, that make me happy, that support my family.

Please do your best to be kind, and make an effort to make the world less terrible. Thanks for listening“, schreibt er.

Es bleibt zu beobachten wie Mastodon mit den typischen Herausforderungen von Social Media umgehen wird. Und überhaupt: Wie viel Hass verträgt das Netz?

 

Weitere Links:

Was ist das soziale Netzwerk Mastodon? Unterschied zu Facebook und Twitter

Mastodon und das Fediverse