Ein Podcast für Koblenz

Ich bin kein übermäßig großer Podcast-Hörer, oft dauert mir das zu lang oder es wird nicht auf den Punkt gekommen. Als Alexandra mir von „Rund ums Eck“ erzählte, einer Sendung über Menschen und Themen aus Koblenz und Umgebung, war ich trotzdem sofort interessiert. Abwechselnd mit Manolito Röhr und Stephan Mahlow spricht sie dort mit bekannten Persönlichkeiten aus unserer geliebten Stadt, aber auch mit Menschen von nebenan, die Spannendes zu erzählen haben.

Das Moderatoren-Team
Die Moderatoren v.l.n.r.: Alexandra Klöckner, Stephan Mahlow und Manolito Röhr.

Was ich richtig gut finde: Anders als bei vielen anderen Podcasts, wo einfach drauflos gelabert wird, wird sich hier richtig gut vorbereitet. Die Gespräche erhalten durch das Interview-Format eine Struktur und man schweift nicht ab. Die ersten beiden Folgen sind schon draußen und dauern beide weniger als 45 Minuten. Es ist aus meiner Sicht eine gute Länge, das kann man gut während einer Gassirunde oder einer Bahnfahrt genießen.

Die Gesprächspartner in den bereits erschienenen Folgen sind Unternehmensgründer Sascha Böhr und Berti Hahn vom Café Hahn. Lohnt sich!

Hier könnt ihr „Rund ums Eck“ auf einer Plattform eurer Wahl anhören und abonnieren. Spotify, Apple, alles: RUND UMS ECK anhören / abonnieren

Offenlegung: Ich bin in einem Unternehmen von Sascha Böhr angestellt. An dem Podcast-Projekt bin ich in keiner Weise beteiligt.

Wird Koblenz die Chance am Florinsmarkt packen?

Die Zukunft unserer Stadt geht uns alle an. Koblenz ist nicht nur als Stadt an Rhein und Mosel bekannt, sondern auch wegen des wunderschönen Zusammenspiels aus Natur und Historie beliebt. Ein bedeutender Teil der historischen Altstadt steht aktuell zur Diskussion. Der Florinsmarkt an der Mosel. Viele Gerüchte ziehen wie Nebel übers Tal und wandern in alle Himmelsrichtungen. Wird die Universität Koblenz in die Altstadt ziehen? Oder wird sich Stifter Martin Görlitz dort ein ganz persönliches Denkmal setzen? Gar ein Schloss? 

“Eine Stadt sollte nicht nur aus Privatobjekten bestehen. Jeder hat das Recht auf Stadt.” (Martin Görlitz)

Am 22. Oktober lud Martin Görlitz zu einer bedeutenden Informationsveranstaltung ins Alte Kaufhaus ein. Das Aufgebot im Publikum war beeindruckend. Auch wir von Koblenz Digital waren vor Ort. Denn unsere Stadt liegt uns am Herzen. Als Bürgerinnen und Bürger möchten wir gut informiert sein über das, was hier geschieht.

Wie alles begann

2011 stellte die Stadt Koblenz das historische Ensemble am Florinsmarkt zum Verkauf. “Der Bürresheimer Hof und das Alte Kaufhaus hätten problemlos in falsche Hände geraten können”, wies Moderatorin Ulrike Nehrbaß (SWR) hin. Sofort hatte ich bestimmte Bilder im Kopf. Überteuerte Wohnung dürften Euch ein bekanntes Phänomen sein. Angeblich für Familien bestimmte Immobilien, die sich aber keine normale Familie leisten kann. Andere Möglichkeit: Shops diverser Handelsketten. Auch sie wären eine mögliche Folge gewesen. Alles, womit sich schnell Geld machen lässt. Das, was es bereits zuhauf in allen Städten gibt, so dass man diese kaum noch auseinanderhalten kann. Geschäfte als billige Kopien, ohne kulturellen Wert. 

Um das zu verhindern, griff Martin Görlitz zu. Der erfahrene Unternehmer und Stifter kaufte der Stadt die historischen Gebäude ab. So wie jeder erfolgreiche Unternehmer es macht: nicht planlos, sondern mit einer Vision. Nein, nicht um sich eine grandiose Penthousewohnung mit phänomenalem Blick auf die Mosel zu gönnen. Übrigens, im obersten Stock des Alten Kaufhauses wäre der perfekte Platz für so eine Wohnung. Traumhaft. Görlitz’ Steuerberater konnte es nicht fassen, als ihm der Unternehmer mitteilte, er wolle die Räume dort nicht für sich selbst nutzen. Weder für Eigenbedarf noch zum Vermieten.

“Bewahren” ist ein Wort, das Görlitz im Sinn hatte. Sein Anliegen war, das historische und kulturelle Erbe zu bewahren und neu zu beleben. Es in die heutige Zeit zu “übersetzen” und in das Leben aller Koblenzer Bürgerinnen und Bürger zu integrieren. Jedem die Möglichkeit an der Teilhabe zu geben. “Die Zugangsberechtigung für ein Einkaufszentrum haben wir als Käufer und Konsumenten, aber der Florinsmarkt soll für uns als Bürgerinnen und Bürger offenstehen, ein Ort der Begegnungen sein”, so der Initiator. Öffentliche Zugänglichkeit und Nutzung liegen ihm am Herzen. Warum diese Selbstlosigkeit? Vielleicht, weil der Unternehmer bereits viele Erfolge erlebt hat und nun auf diese Weise etwas Sichtbares und Nachhaltiges für die Allgemeinheit schaffen möchte. Dass ihm Zukunftsgestaltung und Nachhaltigkeit wichtig sind, hat er in der Zwischenzeit mit dem ISSO im Dreikönigenhaus (Link) gezeigt. Was für die Gebäude am Florinsmarkt angedacht ist, zeigt das folgende Video.

2013 wurde alles geplant und 2015 begannen die Sanierungsarbeiten am Florinsmarkt. Tausende von Fundstücken kamen bei den notwendigen Ausgrabungen zutage. Unter anderem eine Augustus-Münze aus der Zeit 29-27 v. Chr. (Alle Fundstücke werden in Vitrinen zu bestaunen sein.) Auch die angrenzende römische Stadtmauer und ein Kriegsbunker seien erwähnt, um die Bedeutung dieses Ortes zu unterstreichen. Die Sicherung der Gebäude, zu der beispielsweise eine Hochwasserwanne zählt, trugen dazu bei, dass Martin Görlitz inzwischen über 10 Millionen in das Projekt investiert hat. Komplett ohne öffentliche Gelder. In den Medien wurde es häufig so dargestellt, als handele es sich dabei um sein persönliches Projekt, mit dem er sich im Alleingang ein Denkmal setzen wolle. Im Interview für das Magazin LABEL 56 (Link) bekamen Leserinnen und Leser Ende 2018 die Möglichkeit, den Menschen hinter diesem Projekt kennenzulernen. Das positive Feedback zur Titelstory war groß. Dennoch scheinen viele noch nicht realisiert zu haben, dass ihre Unterstützung gefragt ist.

Heute

Das große Projekt kann unmöglich einer alleine stemmen. Zwar ist der Rohbau sowohl im Bürresheimer Hof als auch im Alten Kaufhaus fertiggestellt, doch nun herrscht Stillstand. Damit es weitergeht, werden Investitionen benötigt. Die Gesamtsumme wird auf etwa 23 Millionen geschätzt, einen großen Teil davon hat Görlitz bereits getragen.

“Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Das kulturelle Erbe wird bewahrt bleiben, denn alles, was an den Gebäuden bereits gemacht wurde, wird mindestens 100 Jahre halten. Doch nun stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll.” (Martin Görlitz)

Der Initiator wünscht sich einen Arbeitskreis, der sich gemeinsam mit ihm für die Zukunft am Florinsmarkt einsetzt. Investoren sind gefragt. Zwar kamen an dem Abend gute Anmerkungen aus dem Publikum. Professionelle Erläuterungen, wie man an welche öffentlichen Gelder kommen könnte. Doch eines ist klar: Das würde dauern. So lange mag niemand warten. Eine Kombination aus Investoren und öffentlichen Zuschüssen wäre wohl der beste Weg. Dass es sich zu investieren lohnt, erfuhren wir von Steuerberater Franz Fassbender. Denkmalgeschützte Immobilien bieten da gewisse Vorteile. In Anbetracht der Negativzinsen, die künftig vermutlich steigen werden, spricht so einiges für derartige Investitionen.

v.l.n.r.: Dr. Martin Bredenbeck, Oberbürgermeister David Langner, Ulrike Nehrbaß, Martin Görlitz, Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert, Franz Fassbender

Zukunft

Wie die Zukunft am Florinsmarkt aussehen könnte, trug Beatrix Sieben (ISSO) vor. Sie zeigte uns beeindruckende Beispiele für ähnliche Projekte, die sich bereits seit Jahren erfolgreich halten und erläuterte, dass in den historischen Gebäuden am Florinsmarkt eine Mischung daraus realisierbar wäre. Wer mag, kann sich die Vorbilder selbst anschauen:

  1. Wuppertal Institut (entwickelt Leitbilder, hat 220 Mitarbeiter). In Koblenz sind die Hochschulen sehr engagiert und für ihre Projekte international bekannt. Mit einem Institut wie dem in Wuppertal wären die Projekte der hiesigen Hochschulen sichtbarer. Ein “Reallabor”, also das Ausprobieren von Ideen, könnte ebenfalls nicht schaden.
  2. Unternehmen Mitte (in Basel) Das ist ein Gründungszentrum, dessen Unternehmer zugleich Gastgeber sind.
  3. Kloster Hornbach (Hotel; steht für Erhaltung durch Nutzung, da auch hier historische Bauten neu erlebbar gemacht wurden.)

Oberbürgermeister David Langner betonte, man wolle den Weg gemeinsam gehen und sich an Gesprächen beteiligen. Es sei wichtig Perspektiven zu schaffen und dafür zu sorgen, dass es weitergeht.

Von Prof. Dr. Liebert erfuhren wir, dass die Universität von der Nutzung der Räume am Florinsmarkt profitieren würde. Allerdings hat er die Sorge, dass es zu lange dauern wird, bis alles Notwendige bewilligt ist. “Die Idee, hier am Puls der Altstadt als Universität präsent zu sein, ist faszinierend. Zum einen würden sich die Studienbedingungen massiv verbessern, weil wir mehr Räumlichkeiten hätten. Zum anderen wünschen wir uns, dass die Bürgerinnen und Bürger an unserer wissenschaftlichen Arbeit Anteil haben und einfach in die ein oder andere Vorlesung kommen können. Sie sollen in den Forschungsprozess einbezogen werden.”

Welche Option würdet Ihr wählen?

Und nun? Martin Görlitz stellte an dem Abend klar, dass er kein Geld mehr investieren kann. Jedenfalls nicht alleine. Heimat war ein Stichwort, das Publikum und die Diskussionsrunde auf der Bühne einte. Bleibt zu hoffen, dass der Initiator und Stifter genug Menschen erreicht, die dazu bereit sind, sich ebenfalls für dieses Stück ihrer Heimat zu engagieren.

Martin Görlitz: “Energie habe ich noch ohne Ende, weil ich diese Gebäude liebe und Koblenz liebe.”

Links:

Ministerpräsidentin Malu Dreyer im TechnologieZentrum Koblenz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sitzt auf einem Sofa und unterhält sich interessiert mit dem Startup-Team von Qurasoft über Telemedizin, Digitalisierung und die Wirtschaftsregion Koblenz. Alles ganz locker, als ob man zu Hause im Wohnzimmer säße. Genau das spielte sich vergangenen Donnerstag im Coworking Space des TZK ab.

„Regelmäßig besuche ich Unternehmen und Institutionen vor Ort. Doch sobald ich mehrere dieser Termine direkt nacheinander wahrnehme, spircht man von einer Sommertour“, bemerkte Malu Dreyer scherzhaft. Ihre sogenannte #RLPTour führte sie unter anderem ins TechnologieZentrum Koblenz. Grund dafür war das Thema digitale Medizin. Neben dem bekannten Koblenzer Konzern CompuGroup sind inzwischen auch kleinere Unternehmen auf dem Gebiet rund um Digitalisierung und Gesundheit aktiv. Qurasoft GmbH, ein Startup aus dem TZK, sorgt bereits für Aufmerksamkeit. Das junge Team hat Apps entwickelt, die eine signifikant bessere ärztliche Betreuung von Asthma- und herzkranken Patienten ermöglichen und nicht zuletzt auch die Diagnostik vereinfachen. Zu ihren Fürsprechern zählen sowohl Ärzte als auch Patienten, die diese Apps bereits verwenden. Allein an der rechtlichen Grundlage fehlt es noch, die seitens der Politik geschaffen werden muss, damit zukunftsorientierte, innovative deutsche Unternehmen in diesem Sektor erfolgreich existieren und ihre Produkte zum Beispiel auch über die Krankenkassen anbieten können.

Die kleine, aber feine Gesprächsrunde bestand daher aus den folgenden Teilnehmenden:

Tobias Hastenteufel mit Malu Dreyer, David Langner und Dr. Anna Köbberling.
Tobias Hastenteufel erläutert Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister David Langner und Dr. Anna Köbberling (MdL), was das Unternehmen Qurasoft GmbH macht und welchen Nutzen die entwickelten Apps für Patienten und Ärzte haben.

Es ist unmöglich das komplette Gespräch wiederzugeben, aber um Euch trotzdem daran teilhaben zu lassen, haben wir einige Aussagen notiert.

„Man sieht, dass es Ihnen ein Herzensanliegen ist, den Menschen zu helfen, aber wovon leben Sie bislang?“, wollte Malu Dreyer wissen, nachdem sie im Rahmen einer kleinen Präsentation eine Menge über das Startup erfahren hatte.

Tobias Hastenteufel: „Wir haben keine Investoren, sondern vertreiben unsere Dienste direkt an den Patienten und führen gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Versorgungsprojekte durch. Aktuell haben wir zwei Apps, die gut genutzt werden. Es gibt eine kostenfreie Version und Versionen mit mehr Funktionen, für die man dann bezahlen muss. Viele Patienten entscheiden sich bewusst für die zweite Variante. Das ist ihnen die Sache wert.“

„Ihre Apps sind Medizinprodukte, richtig?“, hakte die Ministerpräsidentin nach und Erwin Junker (ebenfalls Geschäftsführer von Qurasoft) bestätigte ihre Annahme.

Seine Teamkollegin Ilka Reinhard führte im weiteren Gespräch aus, dass im Zuge einer Studie bei einem Drittel der chronisch kranken Patienten eine Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt wurde. „Uns hat das zunächt überrascht, doch dann erfuhren wir, dass die Ärzte bei vielen der Patienten die Medikation umgestellt hatten. Durch die genaueren Informationen, die die Apps liefern, konnte erkannt werden, welche Medikamente tatsächlich zum jeweiligen Patienten passen und wann. Außerdem erinnern die Apps ihre Nutzer an die Medikamenteneinnahme und stellen die Widerstandswerte fest. In welchen Situationen hat der Asthma-Patient die Beschwerden? Die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf ihre Umgebung, die Ozonwerte und vieles andere. Genau diese entscheidenden Konstellationen, also die Ursachen lassen sich mithilfe unserer App besser herausfinden. Man kann zudem für jeden Patienten den notwendigen Grad der Beaufsichtigung feststellen. Das steigert die Lebensqualität und die Wirtschaftlichkeit.“ Mit ihrer Präsentation und beeindruckenden Erläuterung schien die Mathematikern und Allrounderin nicht zuletzt auch die Ministerpräsidentin beeindruckt zu haben. Malu Dreyer: „Ich freue mich immer sehr, wenn ich eine Frau in so einer Position sehe. Damit sind Sie ein Vorbild.“

Dr. Rüdelstein: „Das macht man Frauen aber nicht leicht. Die heutigen Talente sind zweifellos weiblich, aber Chefärztinnen gibt es nur wenige. Wir haben zunehmend Kolleginnen, die mehr als ein Kind bekommen und dann lange wegen Mutterschutz und Kinderbetreuung ausbleiben. Sie könnten aber Homeoffice machen. Nicht morgens, wenn das Baby gestillt werden möchte oder andere Dinge anstehen, aber sobald sie Zeit hätten. Die Arbeit mit der App würde das ermöglichen und böte damit auch den Ärztinnen Vorteile, weil sie sich später nicht mühsam wieder einarbeiten müssten.“ Ein Aspekt, der auf positive Reaktionen in der Runde stieß. Aus mehreren Richtungen kam der Hinweis, dass man auf so einen Gedanken gar nicht gekommen wäre. Tatsächlich scheint die Nachfrage seitens der Ärztinnen gegeben zu sein. Sie würden auf diese Weise auch die behandelnden Kolleginnen und Kollegen entlasten, die dann wiederum weniger am Schreibtisch sitzen müssten und mehr Zeit für ihre Patienten hätten.

Dr. Rüdelstein, den man sich als sehr angenehm und freundlich sprechend vorzustellen hat, brachte die aktuelle Situation im Gesundheitswesen auf den Punkt: „Niemand wird Ärztin oder Pfleger, um Formulare auszufüllen und viel Zeit am Schreibtisch zu verbringen. Diejenigen gehören an die Seite der Patienten. Alle wissen das. Trotzdem kommt jedes Jahr ein weiteres Formular hinzu.“ Er wies zudem auf die Effizienz der Apps hin. Ein Patient könne unmöglich all die Informationen ganz alleine feststellen und aufschreiben. „Es macht einen Unterschied, wenn ein Patient mit der App kommt.“ Sie ermögliche dem Arzt, sich ein viel besseres Bild von der Situation zu machen. Der Patient müsse nicht lange überlegen, wann er sich wie gefühlt hatte, geschweige denn in einem Stapel kleiner Notizzettel wühlen. Ob man dennoch einige Ärzte erst noch überzeugen müsse?

Frank Ladendorf (Geschäftsführer CompuGroup) sieht darin kein großes Problem. „Ärzte mit Karteikarten gibt es meiner Ansicht nicht mehr so viele. Es geht nicht darum, jemanden von der Digitalisierung überzeugen zu müssen. Entscheidend ist die sichere Praxis, in der das Netz verschlüsselt ist. Die Digitalisierung gibt uns gutes Werkzeug.“ Das Stichwort Datenschutz griff auch die Ministerpräsidentin auf, und Erwin Junker warf ein: „Die Daten sind verschlüsselt auf den Smartphones.“ Hastenteufel: „Unser Anliegen ist, Menschen zu helfen. Dazu gehört auch, ihre Daten zu schützen.“

Malu Dreyer machte keinen Hehl daraus, dass ihr gefiel, was sie über Qurasoft und ihre Apps (SaniQApp) gehört hatte. „Die Vorteile überzeugen“, konkretisierte sie. Im Laufe des Gesprächs betonte sie zudem mehrfach, wie sinnvoll und wichtig Zusammenarbeit ist und Orte, die – wie das TechnologieZentrum – dieses Zusammenwirken ermöglichen. Es sei sehr gut für Koblenz und die Region als Wirtschaftsstandort, wenn u.a. Unternehmen künftig noch mehr gemeinsam und zukunftsorientiert agierten.

Während sich Kaffeearoma und Kuchenduft im Raum ausbreiteten, teilten die Anwesenden einander ihre persönlichen Meinungen zu Smartphonenutzung und ihre Ansichten als Patient mit, der ja jeder ist. Gemeinsam philosophierten sie über zukünftige Entwicklungen, Bedürfnisse von Patienten und somit auch über die eigenen Erwartungen. Vorbeugen, gestikulieren, leise betonen, gemeinsames Lachen. Allein die Tatsache, dass fotografiert wurde, Menschen (wie wir) ins Notizheft kritzelten oder für Social Media kurze Aufnahmen machten erinnerte daran, dass auch die Öffentlichkeit anwesend war.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz später auf Twitter:

Das Startup äußerte sich (unter dem Produktnamen @SaniQApp) ebenfalls auf Twitter:

Es ist beeindruckend und erfreulich, wenn Digitalisierung unternehmerisch tatsächlich sinnvoll eingesetzt wird und zum Beispiel – wie im Fall von Qurasoft – chronisch kranken Menschen helfen kann. Unsere Region hat viel zu bieten. Daher sind wir gespannt, welche werteorientierten und zukunftsweisenden Unternehmen wir noch kennenlernen werden. Qurasoft drücken wir die Daumen, dass das Gespräch mit der Ministerpräsidentin Früchte tragen wird.

Links:

Der etwas andere Co-Working-Space in Koblenz: Workerlicious

Co-Working-Spaces gelten als das Aushängeschild des NewWork und ihre Anzahl als Gradmesser, wie investitionsfreundlich eine Stadt ist. Doch die Szene entwickelt sich weiter. Ein Trend: weg vom Co-Working-Loft oder der umgebauten Büroetage hin zum Restaurant in der Innenstadt. Glaubt Ihr nicht? Nun, in Koblenzer Remos läuft gerade ein Pilotprojekt dazu …

Raus aus dem Büro, rein ins Restaurant

Entstanden ist dieser Trend schon Anfang 2017 in New York und schwappt seitdem peu à peu über den Großen Teich nach Europa. Und der Gedanke hinter der Idee, aus Restaurants Co-Working-Spaces zu machen, ist ebenso genial wie einfach. Weil alle gewinnen:

Für den Gastronomen kann sich ein solcher Co-Working-Space gleich aus mehreren Gründen rechnen. Denn häufig öffnen Restaurants erst am Abend, während die Miete selbstverständlich auch tagsüber weiter läuft. Was spricht also dagegen, in der „unproduktiven“ Zeit die Räume für etwas anderes zu nutzen? Als Co-Working-Space, zum Beispiel. Steckdosen, Mobiliar und WLAN gehören zum Standard eines Restaurants. Ein weiterer Pluspunkt: oft bleiben die Nutzer des Spaces gleich zum Essen im Restaurant. Oder beschließen, nach einem Meeting den nahtlosen Übergang zu einer geselligen Runde – gleich an Ort und Stelle.

Umgekehrt haben die Nutzer eines solchen Co-Working-Space den Vorteil, dass sich die Location oft zentral liegen, die Preise (im Vergleich zum klassischen Co-Working-Space) niedriger sind und dann auch noch das Abendessen gesichert ist.

Und auch die Macher des Spaces profitieren: zum einen spart man sich natürlich die Investitionen in ein klassisches Office (inklusive Miete, Technik, Unterhaltung und so weiter) und kann sich stattdessen voll und ganz auf die Organisation konzentrieren. Und das gastronomische Angebot kann man gleich mit nutzen.

Workerlicious: ein neuer Co-Working-Space mitten in der Stadt

Workerlicious hat diesem Trend aufgegriffen und bringt ihn nach Koblenz. Zunächst als Pilotprojekt mit einer Laufzeit von drei Monaten (also noch bis Ende September). Dabei trifft man sich ein bis zwei mal in der Woche im Restaurant Remos. Verkehrstechnisch besser als das Remos kann man in Koblenz eigentlich nicht liegen: Haupt- und Busbahnhof sind vis-a-vis und dort ist dann auch für die Autofahrer die Einfahrt zur Tiefgarage des Bahnhofs. Wer das Remos noch nicht kennen sollte: unbedingt mal hin gehen und eine Pizza essen: super lecker, mega-dünner Teig und dabei riesengroß!

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Die Pizza im Remos ist ein Gedicht

Aber ich schweife ab.

Die Treffen von Workerlicious gehen jeweils von 09:00 bis 16:00 Uhr. Während dieser Zeit können die Teilnehmer an eigenen Projekten arbeiten, sich mit den anderen austauschen und vielleicht sogar neue Kollaborationen oder Partnerschaften aufbauen. Tische, Stühle, Strom & WLAN sind natürlich vorhanden und die Treffen finden in einem abgetrennten Bereich des Restaurants statt. Die Zielgruppe ist dabei (vom Grundsatz her) die gleiche wie bei einem klassichen Co-Working-Space. Also Selbstständige, Freelancer und Freiberufler aber auch Studenten oder einfach interessierte Leute.

Workspace mit Herz

Workerlicious will sich von den klassischen Co-Working-Spaces in Koblenz auch mit einem besonderen Konzept abheben:

Workerlicious soll ein Workspace mit Herz werden.

Diesen Hauptgedanken hat mir Gentiana Daumiller, die treibende Kraft hinter dem Projekt, bei einem Treffen im Remos vor der Sommerpause erläutert. Denn wichtiger als der Workspace an sich ist das gemeinsame Mindset, das die Grundwerte und die Arbeitsweise bei Workerlicious zusammenfasst. Die Schlagworte lauten

  • Vertrauen
  • Mut
  • Wertschätzung
  • Wissenstransfer

Wenn man den kompletten Text (unten im Foto) liest, merkt man, dass hier einiges an agilem Gedankengut eingeflossen ist. Und mit diesem „Stammbuch“ unterscheidet sich Workerlicious von einer schlichten Hausordnung, wie man sie sonst antrifft.

Auf einen Punkt, der vielleicht beim Überfliegen des Textes untergehen könnte, hat mich Gentiana besonders hingewiesen und wir haben uns länger darüber unterhalten. Der Satz beschreibt die eigentliche Utopie, die hinter dem gesamten Projekt stehen soll:

Gemeinsam Mehrwert schaffen für die Gesellschaft in Koblenz

Und diese Utopie macht aus meiner Sicht den eigentlichen Unterschied von Workerlicous zu anderen, „normalen“ Co-Working-Spaces aus: eine Idee, ein Projekt, das (neben der eigenen Arbeit im Space) gemeinsam von allen Beteiligten vorangetrieben wird.

Fazit

Ein spannendes und wie ich finde einmaliges Konzept für einen Co-Working-Space: in einem Office entsteht eine Community, die sich gemeinsamen Werten verpflichtet fühlt und (on Top) ein gemeinsames Ziel verfolgt. Das Ganze in einer tollen Location, zentral im Herzen der Stadt gelegen, von & mit Leuten, die mit Herzblut bei der Sache sind. Und mit Gentiana als „Treiber“ ideal besetzt. Auf meine Frage, warum das Restaurant Remos bei diesem Pilotprojekt überhaupt mitmacht, hat Zona, die Mitinhaberin des Remos geantwortet: „Weil es Gentiana ist.

Also ich könnte mir vorstellen, das so eine Initiative prima nach Koblenz passt und Erfolg haben kann.

Wie geht es weiter…?

Zunächst sind jetzt zwei Wochen Sommerpause. Ab dem 12.08.2019 werden dann in der Facebook-Gruppe die nächsten Termine veröffentlicht (voraussichtlich wieder zwei Tage pro Woche, jeweils 09:00 bis 16:00 Uhr).

Dann wird auch die Utopie konkretere Formen annehmen. Geplant ist, in einem Gespräch mit dem David Langner, dem Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, mögliche Kooperationen für ein Projekt von Workerlicious auszuloten.

Wenn Du nun Interesse an Workerlicious hast, Dir die Idee gefällt und / oder Du Dir vorstellen kannst, selber zu machen, melde schau Dich doch in der Facebook-Gruppe um oder melde Dich bei Gentiana.

Debeka eröffnet Innovation Center

In direkter Nähe zur Universität und zum TechnologieZentrum Koblenz, mitten in der „Metternich Bay Area“ steht eines der neusten Debeka-Gebäude. Dort befinden sich allerdings keine üblichen Büros, sondern ganz spezielle Räume, die eine neue Arbeitskultur ermöglichen. TV Mittelrhein beschreibt es so: „Die Debeka hat auf dem modernen Arbeitsmarkt den nächsten Schritt gewagt.“ Wir waren zu Gast auf der Eröffnungsfeier des Debeka Innovation Centers, kurz DICE, und möchten unsere Eindrücke mit Euch teilen.

Der Event begann im DICE-Gebäude. Begrüßungsgetränk, kurze Willkommensreden und Präsentationen, danach Führungen durch die spannend ausgestatteten Räumlichkeiten. Alles locker. Wir fühlten uns mehr als wohl und hatten bei der Führung mit Christoph Surges viel Spaß. Hier einige Bilder von der Begrüßungsrunde. (Sofern nicht anders angegeben, alle Fotos: Debeka.)

Da in diesem Fall Bilder mehr sagen als Worte, beschränken wir uns textlich auf die Aussagen einiger Persönlichkeiten des Events. Hierzu dient uns das gut gemachte Video von TV-Mittelrhein als Quelle. In voller Länge könnt Ihr es Euch hier anschauen (Klick).

Was sind die Ziele des DICE?

Thomas Brahm (Vorstandsvorsitzender Debeka): „Wir wollen sehen wie wir die bisherigen, etablierten Arbeitsabläufe verbessern können. Wir wollen schneller und effizienter werden und das entsprechende Arbeitsumfeld bilden wir hier. Die Techniken und modernen Methoden werden hier angewandt – von unseren Mitarbeitern, die teilweise von der anderen Seite der Mosel hierher kommen, um sich hier auf die neuen Arbeitsmethoden einzulassen.“

An welchen Projekten wird hier gearbeitet?

Christoph Surges (Leitung des DICE): „Im ersten Umfeld sind wir natürlich dafür da, Projekte umzusetzen – neue, innovative Lösungen für den Kunden zu schaffen. (…) Im anderen Umfeld ist das Innovation Center relativ groß, das heißt wir sind auch ein Coworking Space für Debeka-interne Projekte. Wir bieten ihnen den Raum, effektiv ihre vorhandenen Projekte umzusetzen. (…) Zugleich sind wir auch dafür da, uns Innovationen anzugucken. Was machen andere Startups, beispielsweise im TZK auf der anderen Straßenseite? Was machen sie, wie können wir mit ihnen kooperieren und interessante Lösungen für unsere Kunden darstellen?“

Roland Weber (IT Vorstand Debeka): „Das ist für uns eine neue Welt, denn bisher haben wir an Systemen gearbeitet (…), die viele viele Jahre stabil und sicher laufen mussten. Aber Apple, Google, Facebook und all die anderen Internet-Dienstleister haben die Kundenerwartungen an Services verändert und deshalb müssen wir da mithalten und auch entsprechend für die Kundenschnittstelle relativ schnell arbeiten und immer besser werden. Deshalb brauchen wir hier Leute, die in schnellen Sprints agil in Projekten arbeiten – aber die andere Welt brauchen wir auch.“

Das DICE als großer Experimentierraum? Tatsächlich unterscheiden sich die Räumlichkeiten stark von üblichen Büros. Höhenverstellbare Tische, Stühle unterschiedlicher Arten, gemütliche Sofaecken, Einzel- und Gruppenarbeitsplätze sowie ruhige Rückzugsorte wechseln sich ab. Hier einige Fotos, doch eigentlich muss man sich das alles vor Ort anschauen.

Besonders toll fanden wir zudem, dass es nach der Führung an den StattStrand ging. So viele Männer in Anzügen sieht man an Stränden eher selten, doch das passte. Vom DICE aus sind es nur wenige Schritte bis zum Strand. Als wir dort ankamen, warteten bereits leckere Cocktails auf uns. Urlaubsstimmung. Bei angenehmen Gesprächen, leckerem Essen und Networking ließen wir gemeinsam den Abend ausklingen.

Wir danken für den tollen Abend und wünschen dem DICE-Team alles Gute!

(Sofern nicht anders angegeben, alle Fotos: Debeka)

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