Zweiter Zukunftsdialog Smarte Region MYK10: Smart Cities Projekt nimmt weiter fahrt auf

Die Smarte Region MYK10 soll mit und für die Bürger*innen gestaltet werden. Denn Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um in vielen Lebensbereichen Verbesserungen zu erzielen und insgesamt die Lebensqualität zu steigern. Die Beteiligung der Bürger*innen ist daher in immens wichtig. Aus diesem Grund fand am 29.03.2022 der Kickoff für den zweiten Zukunftsdialog statt. Wir waren bei dem Event dabei – hier unser Bericht.

Wie möchten wir künftig in unserem Landkreis leben, wohnen, arbeiten und uns fortbewegen?“ Die Fragestellung von Sonja Gröntgen, Chief Digital Officer des Landkreis Mayen-Koblenz, ist bewusst weit gefasst. Und sie spricht jeden an, der im Kreisgebiet MYK lebt, arbeitet oder in sonstiger Art und Weise hier verwurzelt ist.

Mit dem zweiten Zukunftsdialog startet innerhalb des Projekts MYK10 eine neue Phase. Und wieder steht die Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt.

Zweiter virtueller Zukunftsdialog

Der zweite Zukunftsdialog fand am 29. März 2022 als Online-Event statt. Moderiert von Helena Schmidt (Zebralog) fanden sich an dem Abend mehr als siebzig Teilnehmer*innen in einem Zoom-Meeting ein. Sie erwartete ein eineinhalbstündiges Programm rund um das Projekt Smarte Region MYK10.

Virtuelle Auftaktveranstaltung via Zoom-Meeting

Nach der Begrüßung und technischen Hinweisen folgte als Einstieg ein kurzer Abriss zum Projekt Smarte Region MYK10 durch Sonja Gröntgen. Dazu gehörten die wichtigsten Eckpunkte zum Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundes, ein Überblick über die Teilnehmer am Projekt sowie zu den schon erfolgten Veranstaltungen. Die Angaben kann man unter anderem auf der Website des Projekts selbst oder auch in einem Artikel hier im Blog nachschlagen.

In der Überleitung zum nächsten Programmpunkt folgten einige Mentimeter Umfragen.

Wortwolke aus der Mentimeter-Umfrage: „Wie sind Sie auf das Projekt aufmerksam geworden?“

Sie zeigten einige interessante Aspekte. Zum Beispiel waren die Antworten auf die Frage „Wie sind Sie auf das Projekt aufmerksam geworden?“ unheimlich bunt gemischt. Und beim „Woher kommen Sie?“ hat es – nach dem Spitzenreiter Koblenz – meine Heimatstadt Mayen immerhin auf den 5. Platz geschafft.

Immerhin hat es meine Heimatstadt Mayen auf den 5. Platz im Ranking der Teilnehmer geschafft.

Impulsvortrag: Entwicklungsszenarien und Visionen für die Smarte Region MYK10

Es folgte der Impuls-Vortrag von Dr. Daniel Dettling. Der Zukunftsforscher vom Zukunftsinstitut umriss vier mögliche Zukunftsszenarien für unseren Landkreis. Jede eine mögliche Variante, die sich durch unterschiedliche Positionierung innerhalb eines Koordinatensystems definiert. Das System wird dabei unterschieden in den Grad der Vernetzung (von lokal bis global) und die Grundhaltung der Gesellschaft (von optimistisch bis hin zu pessimistisch).

Schnell wurde klar, dass die Mehrheit der Teilnehmer*innen sich als Wunschmodell für den Landkreis eine optimistische, globale – oder besser: vernetzte – Gesellschaft wünschen.

Umfrage: Welches Szenario von Dr. Dettling halten Sie für wünschenswert?

Interessant – und für mich neu – war der Begriff der Glokalisierung, die von Dr. Dettling in seinem Vortrag beschrieben wurde. Sie steht für eine gesunde Mischform: auf der einen Seite die Weltwirtschaft, das zusammentreffen von unterschiedlichen Kulturen und eine zunehmende Internationalisierung. Auf der anderen Seite der Wunsch vieler Menschen, lokale Produkte zu nutzen, regionale Strukturen zu stärken. Die Vorteile ergeben sich aus einen miteinander beider Ausrichtungen.

Dr. Daniel Dettling vom Zukunftsinstitut

An dieser Stelle wurde dann auch erstmal der Begriff der Glokalisierung von Dr. Dettling genannt. Sie steht für eine gesunde Mischform: auf der einen Seite die Weltwirtschaft, das zusammentreffen von unterschiedlichen Kulturen und eine zunehmende Internationalisierung. Auf der anderen Seite der Wunsch vieler Menschen, lokale Produkte zu nutzen, regionale Strukturen zu stärken. Die Vorteile ergeben sich aus einen miteinander beider Ausrichtungen.

Zukunftsthesen für die Smarte Region MYK10

Als letzten Programmpunkt des Abends wurden von Sonja Gröntgen die nun anstehenden Aufgaben im Projekt vorgestellt. Dreh- und Angelpunkt bilden dabei zwölf Thesen. Diese sind auf der Grundlage des ersten Zukunftsdialogs entwickelt worden.

Drei dieser Thesen stellte Sie kurz vor:

Die anderen Zukunftsthesen kannst Du ab sofort auf der Website des Projekts Smarte Region MYK10 nachlesen – und Dich am besten auch gleich mit Deinem Feedback beteiligen!

Smarte Region MYK10: die Gewinner des Ideenwettbewerbs stehen fest

Im September 2021 fiel der Startschuss zum Projekt Smarte Region MYK10. Und kurz darauf schickte man einen Ideenwettbewerb ins Rennen. Der ist nun vorbei und seit dem 22.12.2021 stehen die drei Gewinner fest. Zeit, einen erneuten Blick auf das digitale Projekt der Region Mayen-Koblenz zu werfen.

Modellprojekt Smart Cities

Der Landkreis Mayen-Koblenz will smarter werden. Aus diesem Grund hat sich die Kreisverwaltung bei dem „Modellprojekt Smart Cities 2020“ der Bundesregierung beworben – und den Zuschlag erhalten. Gemeinsam mit 31 anderen Kommunen ist man in der zweiten Staffel des Projekts unter dem Motto „Netzwerke entwickeln. Digital denken. Region leben.“ in eine – hoffentlich – smartere Zukunft gestartet. Das Pilotprojekt hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird vom Bund mit 11,4 Mio. EUR gefördert.

Weitere Informationen zu dem Modellprojekt findest Du hier.

Der Ideenwettbewerb

Nach der Auftaktveranstaltung im September des vergangenen Jahres – siehe unseren Bericht hier im Blog – startete ein Ideenwettbewerb.

Screenshot von der Auftaktveranstaltung MYK10 im September 2021

Einen Monat lang hatten die Bürger*innen im Landkreis Mayen-Koblenz Zeit und Gelegenheit, Ihre eigenen Ideen und Vorschläge zur Verbesserung des Alltags einzubringen. Der Aufruf lautete:

Was ist Ihre Idee für einen „smarteren“ Alltag in Mayen-Koblenz?

Und die Leute machten mit. Fast 70 Vorschläge wurden innerhalb der vier Wochen auf der Projektseite eingereicht.

Der Auswahlprozess

Genauso vielfältig wie die Region waren auch die Vorschläge (die Du übrigens auch jetzt noch einsehen kannst).

Und von vornherein stand fest, dass im ersten Schritt nur drei Ideen sofort in Angriff genommen werden können. Es musste also eine Auswahl getroffen werden.

Im ersten Schritt wurden die eingereichten Ideen von Experten des Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE bewertet. Das macht durchaus Sinn, ist das IESE doch eine anerkannte Autorität rund um das Thema „Digitalisierung ländlicher Regionen und Stadtquartiere“.

Im Anschluss erfolgte dann die eigentliche Diskussion und die Abstimmung in der Lenkungsgruppe der Smart Region MYK10. Diese setzt sich wie folgt zusammen:

  • Kreisvorstand
  • Mitgliedern des Zukunftsausschusses
  • Vorsitzende der Kreisgruppe im Städte- und Gemeindebund
  • WFG-Geschäftsführung
  • Digitalisierungsbeauftragte des Landkreises

And the Winner is …

Und den Weg aufs Siegertreppchen fanden die folgenden drei Projektvorschläge:

Digital erlebbarer Landkreis als erstes Modul der „Smart MYK-App“

Als erster Schritt hin zu einer „Smart MYK-App“ sollen die Stadt-, Wander- und Radewege der Region gebündelt und digital erlebbar gemacht werden. Mit QR-Codes, die in der realen Welt angebracht werden und mit der Vernetzung der Tour mit lokalen Freizeit- und Tourismusangeboten.

Digitale Mitfahrbank

Mit der digitalen Mitfahrbank soll ein Angebot geschaffen werden, das die Mobilität im Landkreis verbessert. Fahrer und Mitfahrer können sich so auf einer Plattform finden und treffen sich an Mitfahrbänken, die mit QR-Codes die Buchung erleichtern.

Digitales Raumbelegungsmanagement

Hier sollen die Anbieter von Raum und die Menschen, die einen Raum benötigen, zusammengebracht werden. Ziel ist es, Raume multifunktional zu nutzen und Leerstände zu minimieren oder Räume wiederzubeleben.

Und jetzt…?

Geht es natürlich mit diesen drei Projekten los! Zu jedem der drei Gewinner-Projekten werden nun sogenannte Lösungswerkstätten stattfinden. Dabei sollen die Projektidee vertieft und – mit Hilfe von professioneller Unterstützung – zur konkreten Lösung weiterentwickelt werden.

Ihr seht: es bleibt spannend bei uns im Landkreis.