Das (digitale) Content Strategy Camp 2021 – ein Recap

Beim Content Marketing geht es darum, die eigene Zielgruppe mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten anzusprechen, um sie so vom eigenen Unternehmen oder von der eigenen Institution zu überzeugen. Und es ist gleichzeitig das Kernthema des COSCA – dem Content Strategy Camps. Ich habe mich auf der neunten Ausgabe des Barcamps, das digital stattgefunden hat, umgesehen. Hier mein Bericht.

Was ist das COSCA?

Das Content Strategy Camp ist seit 2013 ein regelmäßig stattfindendes Barcamp, dass sich mit den Themen Content Strategie und Content Marketing beschäftigt. In Laufe der Zeit hat es sich zu einem Treffpunkt für rund 200 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und Schweiz entwickelt. Das Barcamp fand seit 2013 auf dem Mediencampus der Hochschule Darmstadt statt. In den Jahren 2020 und 2021 ist man pandemiebedingt auf eine Online-Variante ausgewichen. Veranstalter ist das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation aus Dieburg.  

Was ist ein Barcamp?

Bei quasi jedem Artikel, der von einem Barcamp handelt, stelle ich mir diese Frage: „Muss ich nochmal erklären, was ein Barcamp ist?“ Kennt doch jeder. Und dann trifft man doch wieder jemanden, der mit dem Begriff „Barcamp“ (oder der Un-Konferenz) nichts anfangen kann.

Wir bewegen uns halt (oft unbemerkt) in Blasen.

Von daher verweise ich für diejenigen, die bei dem Begriff „Barcamp“ ein Fragezeichen auf der Stirn haben, auf den Beitrag Gut für Koblenz und die Region: Barcamp Koblenz 2018. Dort ist das Eventformat Barcamp recht gut beschrieben.

Anreise / Location / Check-in

Ja, das gibt es halt alles nicht bei einem virtuellen Barcamp. Oder halt: fast nicht. Denn irgendwie muss es eine technische Basis geben. Beim COSCA21 ist das Gather Town. Gather Town ist ein browserbasierter Video-Streaming-Dienst, bei dem man mit einem Avatar durch virtuelle Räume wandeln kann. Alles in 8-Bit-Optik wie bei einem Retro-Computerspiel. Aber gerade das macht den Reiz aus.

Parallel – quasi als „Backupsystem“ – setzte man vor allem in der Vorlaufphase auf Slack

Begrüßung / Einweisung in die Technik / Sessionplanung

Die Begrüßung und Moderation der ersten Programmpunkte übernahm Katja Eisert von SinnerSchrader. Ein paar Fragen zum Wam-up, kurze Beschreibung des Content Strategy Camp – und schon waren wir alle mittendrin.

Dann folgte auch schon die Vorstellung des Orga-Teams und der „guten Seelen“ im Hintergrund des Events. Und natürlich durfte auch der Dank an die Unterstützer der Veranstaltung nicht fehlen.

Und bevor man sich richtig umsehen konnte waren wir auch schon in der Sessionplanung.

Darum auch von mir an dieser Stelle nochmal ein dickes „Dankeschön“ an das komplette Orga-Team: klasse gemacht! Auch die (gefühlt) überall in GatherTown erreichbaren Mitglieder des Teams, die einem mit Rat und Tat zur Seite standen: vorbildlich!

Sessions

Apropos Sessionplanung. Wie bei jedem Barcamp musste man sich natürlich auch beim COSCA zwischen den parallel stattfindenden Sessions entscheiden. Das ist nicht immer leicht. Aber ich denke, ich hab eine ganz gute Mischung erwischt.

Session 1: Blended Onboarding – Einarbeitung mit unterstützendem Online-Content

Meine erste Session führte mich zu Laura Evers von blink it.

Im Sessionplan hatte Sie folgende Beschreibung eingereicht: 

„Wie gelingt die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden schnell und einfach mit dem Blended- Learning- Konzept und digitalem Lerncontent? Konzept und  erfolgreiche Praxisbeispiele von KMU bis Großkonzern – spannend für alle Teamleiter, Personaler und Kollegen.“ 

Am Beispiel von Blink.it zeigte Laura auf, wie das Onboarding – auch in Zeiten der Pandemie – ablaufen kann. 

Faszinierend fand ich bei Lauras Schilderung den Part „Videotagebuch“: die neuen mussten in der Anfangsphase des Onboarding-Prozesses jeweils ein kurzes Videostatement zum Tag abgeben: was sie erlebt haben, was sie gelernt haben. Cool. Und zahlt gleichzeitig auf den (digitalen) Wissenspool ein, der bei Blink.it aufgebaut wird.

Session 2: Content Marketing als digitales Akquise-Tool

Diese Session wurde von Dennis Ollig gehalten – und mein lieber Schwan: da ging es ab! Man merkte gleich zu Beginn des Vortrags, dass Dennis für Content Marketing brennt.

Von daher verging diese Session fast wie im Rausch. Es wurde eine Lanze für die Analyse im Content-Marketing gebrochen ( „Erstellung (49 %) und Recherche (19 %).  Analyse…? Weit abgeschlagen bei 5,5 %.“). Dieser rote Faden zog sich weiter über die Festlegung, auf welche eigenen Businessziele der Content einzahlen soll, über einen sechsstufigen Fahrplan zur Umsetzung der eigenen Contentstrategie bis hin zu der Frage: „Wieviel Content brauchen wir eigentlich?“ 

Hammer. Keine Ahnung, wie er den Stoff in die 45 Minuten gepackt hat. 

Session 3: Social Media Content für B2B 

Diese Session fand Ihren Weg eher spontan in den Sessionplan. Aber das sind ja bekanntlich die besten Sessions: „Offener Austausch über Ideen, Erfahrungen und und und… Welche Kanäle? Welche Art von Content? Was funktioniert, was nicht…?  

Kernfrage: Wie gelingt der Start ins (Lead-)Ergiebige Social Media Marketing für B2B?“ 

Hier trat erneut Laura Evers an – diesmal zusammen mit Julia Himbert von der HELABA .

Hier ging es mehr um die Diskussion mit den Teilnehmern, die jeweils aus ihren Arbeitsbereichen eigene Aspekte einbrachten. Interessant fand ich, dass die HELBA auf Corporate Influencer setzt. Schließlich ist der Bankensektor auch so ein Umfeld, dass viele von uns als eher unsexy beschreiben würden. Trotzdem scheint das Konzept aufzugehen. Viele in der Session waren der Meinung, dass die Wunschvorstellung „Leads über Content generieren.“ (und das am besten schnell und direkt) wohl das ist, was da steht: eine Wunschvorstellung. Nichtsdestotrotz müssen in jedem Fall Kennzahlen überwacht werden.  

Mein wichtigstes Zitat aus dieser Session:  

Session 4: Digitale Formate für Content Marketing & Corporate Communications 

Die vierte und (leider) letzte Session bei diesem Barcamp wurde von Kai Heddergott angeboten.  

Seine Beschreibung im Vorfeld des Sessionplans lautete wie folgt: 

„Session zu Optionen digitaler Zusammenkünfte aka Videokonferenzen für Content Marketing & Corporate Communications (Einstieg: Strukturierter Parforceritt durch Praxiserfahrungen aus den letzten 20 Monaten (aus digitalen Barcamps, Konferenzen, Klausurtagungen, Workshops, Webinaren etc. – inkl. Moderationstipps, Technik-Setup und Konzepten). Offener Teil: Miro-Board zur gemeinsamen Sammlung, was wir meinen, was am erfolgversprechendsten ist – also quasi das “Dieburger Modell der Digital-Events” basteln 😉“ 

Keine Ahnung, ob Kai sein Ziel erreicht hat. In jedem Fall ist mir (und vermutlich vielen anderen) klar geworden, dass wir vielleicht Online-Meetings, Präsentationen oder Webinare digital halten. Von der Professionalität, Sicherheit und der Technik (und deren Beherrschung), die Kai uns hier gezeigt hat, bin ich zumindest Lichtjahre weit entfernt.  

Allein das technische Setup ist ein Traum. Und zeigt gleichzeitig, wie tief und intensiv er sich mit der neuen Normalität auseinander gesetzt hat. 

Viele Elemente aus digitalen Formaten werden bleiben. Auch nach der Pandemie. Und sie werden Events nachhaltig verändern. Eine Veränderung, auf die wie reagieren müssen. So wird Interaktion mit dem Publikum immer wichtiger. Vermutlich werden hier Tools zum Einsatz kommen.  

Wir haben an  diesem Tag zum Beispiel http://app.tedme.com  verwendet, viele kennen auch Mentimeter. Sogenannte „Sessionbegleitendes Interaktionstool.“.

Und bei allem muss immer das Publikum, der Teilnehmer, betrachtet werden: er darf nicht überfordert werden. Schon im Vorfeld muss idealerweise ermittelt werden, wie der Wissenstand der Teilnehmenden ist. Der bisherige Präsentator wird somit mehr und mehr zum Moderator. 

Kai stellte dafür ein Mindset für die eigene, digitale Präsenz vor: 

  • Sich selbst gut in Szene setzen (technisch)
  • Publikum im Fokus behalten.
  • In die Cam schauen.
  • Mit dem Publikum interagieren.
  • Inhalte sorgfältig vorbereiten.
  • Wenn möglich direkt auf Wortmeldungen eingehen.
  • Keine Wortfluss immer wieder mit Wortmeldungen oder Feedback aus dem Teilnehmerkreis auflockern
  • Kompetenzen der Teilnehmer in der Anwendung, die man nutzt
  • Supportangebote vorbereiten
  • inklusive Kommunikation vorbereiten / einplanen.

Danke an die Partner des Barcamps

Zu einem Barcamp-Recap gehört natürlich der Dank an die Partner & Sponsoren. Denn – keine Sponsoren, kein Barcamp.

Und weil Barcamps unheimlich hilfreich und wichtig sind, sollte es in Zukunft noch mehr Sponsoren geben. Weil: Mehr Sponsoren – mehr Barcamps.

Also: Danke für die Unterstützer des Content Strategy Camp 2021.

Bundeministerium für Wirtschaft und Energie

Neben dem Kompetenzzentrum Kommunikation ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der zweite Mitveranstalter des COSCA21.

Kooperationspartner

Sinnerschrader

Digtalagentur mit Hauptsitz in Hamburg. Kreiert mit Beratern, Konzeptern, Designern und Entwicklern Lösungen für unser mobiles Zeitalter.

:SCRIPT COMMUNICATIONS 

SCRIPT bezeichnet sich sich selbst als Agentur für Transformation. Und das trifft es sehr gut: Unternehmenskommunikation stärken und so zum Erfolg von Unternehmen oder Organisationen beitragen. 

Fink & Fuchs 

Auch Fink & Fuchs haben sich die integrierte Kommunikation auf die Fahnen geschrieben – für Unternehmen und den Public Sector. 

Fazit 

Ein klasse Barcamp. Das Oberthema „Content Strategy“ ist interessant und vielfältig, die Sessiongeber waren hochkarätige Fachleute und alle Teilnehmer hochmotiviert.  Und das in einer Digital-Ausgabe des Barcamps. Um wieviel besser dann wohl ein Live- Barcamp wäre …? 

Mehr? 

Wenn Du Lust auf eine Sammlung der Tweets vom COSCA21 hast – hier geht es zu einer Wakelet-Sammlung.  Oder hier der Link auf den Blog-Beitrag des Kompetenzzentrums Kommunikation zum COSCA21.

Twitter-Plausch: Wie gehen Menschen mit den Kita- und Schulschließungen um?

Das Coronavirus ist eine Herausforderung für uns alle. Auch für Familien mit Kindern. Da Kitas und Schulen geschlossen bleiben, stehen zahlreiche Eltern vor der Frage, wer ihre Kinder betreuen kann, während sie selbst zur Arbeit gehen. Zu den Großeltern, falls diese überhaupt in der Nähe wohnen, dürfen die Kleinen wegen der möglichen Krankheitsübertragung nicht. Diese Situation stellt für zahlreiche Elternpaare und nicht zuletzt für die Alleinerziehenden ein großes Problem dar. Dass Kinder mit Vorerkrankungen nicht an den Notgruppen in den Kitas teilnehmen können, Erzieherinnen ihr eigenes Kleinkind nicht zur Arbeit minehmen dürfen und in vielen Berufen die Arbeit nicht von zu Hause aus geleistet werden kann, macht die Sache nicht einfacher. Wie die ersten Reaktionen auf diese Umstände aussehen, lässt sich besonders gut dem sozialen Netzwerk Twitter entnehmen.

https://www.facebook.com/NicoLumma/posts/10163053859220587


Es macht zweifellos einen großen Unterschied, ob man kleine oder bereits ältere Kinder hat. Während die Teenager chillend in ihren Zimmern darauf warten, dass ihre Schule eine moderne Möglichkeit findet, ihnen die Hausaufgaben zukommen zu lassen, benötigen die Kleinen viel Beschäftigung und müssen beaufsichtigt werden. Manche Großeltern werden erfinderisch und helfen digital aus.

Und heißt es nicht immer, Langeweile fördere die Kreativität? Hier ein kleines Beispiel: Zwei Mädchen haben ein Lied über das Virus geschrieben. Aus der Perspektive des Virus. Also hört genau hin. 🙂

Interessant ist das Thema Homeoffice. Freiberufler und immer mehr Büro-Angestellte arbeiten aktuell von zu Hause aus, um a) sich und andere vor dem Virus zu schützen und b) die eigenen Kinder zu betreuen. Insbesondere Vätern scheint das Superkräfte abzuverlangen. Doch immerhin halten sie zusammen und sprechen sich digital Mut zu. Nach dem Motto: Du bist nicht allein, mir geht es auch so!

Doch auch für Mütter ist Homeoffice mit Kindern nicht einfach. Jeder, der schon einmal versucht hat, konzentriert zu arbeiten, während die Kinder im Zimmer spielen oder alle zwei Minuten am Schreibtisch stehen und nur kurz einmal etwas fragen möchten, weiß was das für alle Beteiligten bedeutet. Für Kinder ist es mitunter schwer nachzuvollziehen, dass Mama oder Papa zwar zu Hause ist, aber dennoch nicht viel mit ihnen spielen kann. Eltern müssen widerum einen Weg für sich finden, beides unter einen Hut zu bekommen: Sie müssen und wollen für ihre Kinder da sein, haben aber auch ihren Job zu erledigen. Für Neulinge im Homeoffice kommt noch eine Herausforderung hinzu: Motivation und Disziplin. Plötzlich ist das Zuhause nicht nur zum Entspannen da, sondern gilt als Arbeitsplatz.

So manches Elternteil kommt auf erstaunliche Ideen. Halten wir fest: Kinder sollen beschäftigt werden und zugleich verstehen, wie wichtig das Händewaschen ist. Eine Frau in Irland hat beides miteinander verknüpft und kurzerhand ein kleines Experiment mit ihrem Kind gemacht. Schaut mal.

Zum Schluss ein Tipp für Paare, die im Homeoffice miteinander klarkommen müssen.

Schon klar, dieser Blogpost löst nicht Eure Probleme, aber hoffentlich wisst Ihr, dass es auch anderen so geht, viele von ihnen genau das öffentlich thematisieren und sich dazu austauschen. Auf Twitter und Facebook lässt sich das mitverfolgen. Manches ist ernst, manches humorvoll. Wir leben aktuell in einer sonderbaren Situation, ohne erprobte Lösungen. Vielmehr offenbaren sich gerade jetzt viele Defizite, die wir als Gesellschaft schon lange aufweisen. Bloß härter als jemals zuvor. Euch allen viel Kraft sowie Zuversicht und hoffentlich gute Lösungen. Bleibt gesund!

Links:

#HRCKO: Das HRcamp Koblenz feierte seine Premiere

Koblenz hat ein neues Event! Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus? Welche Erwartungen hat das Personal? Was muss man tun, um Mitarbeiter langfristig zu halten und neue Fachkräfte hinzuzugewinnen? Zu diesen und weiteren Fragen rund um Human Resources kann man sich künftig auf dem HRcamp Koblenz austauschen. Gestern fand die Premiere statt.

Personaler haben kein gutes Image. Deshalb spricht man nicht mehr von der Personalabteilung, sondern von der HR-Abteilung: Human Resources. Das klingt gehoben, hat den Geschmack von Verantwortung und Ansehen. Wie sieht jedoch die Realität aus? Genießen Personaler tatsächlich Wertschätzung? Wie verhalten sich HR-Fachkräfte unter sich, wie ticken sie und mit welchen Herausforderungen haben sie in ihrem Job zu tun? Wir wissen es, denn wir haben das erste HR-Barcamp der Region besucht. Veranstaltet wurde das Event von der IHK Akademie Koblenz. Die Idee, so ein Fach-Barcamp zu organisieren, entstand übrigens auf dem diesjährigen Barcamp Koblenz. Hut ab für die schnelle Umsetzung!

Am besten lassen wir die Teilnehmer selbst sprechen und nehmen Euch hierfür auf eine kleine Reise durch die Tweets zur Veranstaltung mit. Sabine Dyas, Geschäftsführerin der IHK Akademie Koblenz, begrüßte uns alle, und Stefan Evertz moderierte die Veranstaltung. Zu den Hosts des Events gehörte auch seine Frau Katja Evertz.

Die Vorstellungsrunde zeigte, wie viele Teilnehmer*innen aus durchaus unterschiedlichen Bereichen kamen. Obwohl die meisten Anwesenden zum ersten Mal an einem Barcamp teilnahmen, das Format folglich noch nicht recht kannten, hatten sie gekonnt jeweils drei Hashtags vorbereitet und dabei Humor gezeigt. Nach der Vorstellungsrunde und Sessionplanung, begann der erste Sessionblock. Es fanden jeweils drei Sessions parallel statt.

Während beispielsweise Gerrit über das spannende Thema „Employee Advocacy“ sprach und erklärte, wie man eigene Mitarbeiter für Social Media gewinnt, saß ich in der Session „HR ist wie Aquise“ und diskutierte mit allen Teilnehmenden unter anderem über die aktuellen Herausforderungen im Bereich Recruiting. Wer ein negatives Bild von Personalern hat, hätte in dieser Session sitzen müssen, denn eines wurde deutlich: Die Anwesenden machen sich tagtäglich eine Menge Gedanken um das Wohl der Angestellten.

Personalgewinnung scheint insbesondere im ländlichen Raum ein großes Problem darzustellen.

Und wo findet man ITler überhaupt? Ohne Social Media scheint nichts mehr zu laufen, aber obwohl sogar schon auf Instagram gesucht wird, sind ITler schwer auffindbar. Die Frage nach den ITlern entfachte eine kleine Diskussion auf Twitter. Bester Hinweis: Sie sind auf GitHub unterwegs! Das meint auch Katja. Außerdem kam noch dieser Tipp hier:

In der zweiten Sessionrunde ging es mit weiteren Aspekten von Human Resources weiter. Dabei wurde deutlich, dass es HR-Abteilungen wie Sandwichkindern geht. Die Position zwischen Geschäftsführung und Personal ist kein leichtes Spiel. Einer der Tipps, die sich die Anwesenden zur gegenseitigen Unterstützung gaben, lautete: „Wenn man die Mitarbeiter zur Teilnahme am Gesundheitstag oder ähnlichen Aktionen nicht mobilisiert bekommt, hilft es häufig, den Betriebsrat mit ins Boot zu nehmen. Der erreicht die Menschen ganz anders. Das wirkt.“

Wollt Ihr mehr über solche Videos wissen? Hier haben zwei Teilnehmer des HRcamps in der Pause mal kurz darüber gesprochen und es professionell authentisch rübergebracht. Schaut mal:

Aber Ihr wisst schon, Natürlichkeit ist alles.

Mittagspause! #yummy, das war lecker! Doch die Tatsache, dass wir hier so gut wie keine Bilder der leckeren Speisen einbauen können, zeigt, dass auf der Veranstaltung mehr Wert auf Gespräche als aufs Fotografieren gelegt wurde. Das ist ein gutes Zeichen. Netzwerken ist sinnvoll.

 

Alle Sessions zu erwähnen, würde den Rahmen dieses Blogbeitrages sprengen. Wer mehr davon sehen und eventuell auch ganze Gespräche nachlesen möchte, die sich dazu parallel auf Twitter ergeben haben, findet sämtliche Tweets unter dem Hashtag #hrcko.

Feedback zum HRcamp Koblenz gab es anschließend auch.

Und hier unser Feedback. Per Video. Denn diese Möglichkeit gab es vor Ort, und da wir Social-Media-Freaks bekanntlich zum Pferdestehlen sind, konnten wir uns auch diesen Spaß nicht nehmen lassen. 😉

Und damit Ihr nicht nur unsere Meinung dazu kennt, hier auch noch das Feedback von Maren aus Düsseldorf:

Wir bedanken uns für das erste HRcamp Koblenz und freuen uns aufs nächste Jahr.

Lesenswertes zum #HRCKO:

Mastodon – Ein Netzwerk hat seine Unschuld verloren

Wer hier einen Account anlegt, staunt nicht schlecht über die vergleichsweise angenehme Klientel sowie das Kommunikationsniveau. Eine Plattform, die die Trolle und Hetzer noch nicht für sich entdeckt haben? So schien es. Zumindest bis gestern.

Shitstorms passieren täglich irgendwo in Social Media. Auch auf Twitter. Nicht wenige haben diesem Dienst daher den Rücken gekehrt und zu Mastodon gewechselt. Dort wird nicht getwittert oder gezwitschert, sondern getrötet. Das Logo ist kein Vogel, sondern ein – genau, Mastodon. Doch natürlich sind das nicht die entscheidenden Unterschiede. Zu den Vorzügen der jüngeren Microblogging-Plattform zählen unter anderem die dezentrale Struktur sowie die Tatsache, dass keine Firma dahinter steckt. „Das in Deutschland entstandene Mastodon macht fast alles richtig, was Twitter falsch macht. Hassposts lassen sich relativ leicht in den Griff bekommen. Es gibt kein Datensammeln, keine Werbung und keine manipulierten Timelines (….)“, heißt es diese Woche auf lead-digital. Auch Blogger thematisieren die Probleme mit Twitter und befürworten das jüngere Netzwerk. „Seit einigen Tagen kommt Mastodon richtig in Fahrt. Grund für Neu- und Wiederanmeldungen dürfte für viele der zunehmende Ärger mit Twitter sein. Nicht nur, dass man dort so offenbar gar nichts gegen vielfältigen Hass tut – seit gestern ist die API für Drittanbieter Apps so beschränkt, dass sie die Nutzung stark einschränkt“, bloggte Online-Marketer Sascha Aßbach vor knapp zwei Wochen. Seit wenigen Tagen stellen sich jedoch auch die ansonsten begeisterten Mastodon-Nutzer die Frage, wie das Netzwerk mit der Herausforderung Mensch und demensprechend mit Hass und Hetze künftig umgehen wird.

„Mastodon hat seine Unschuld verloren“, teilte mir gestern ein Fan der Plattform mit. Da das in meinen Ohren nach einem guten Titel für …. schon fast egal, wofür …. klang, fragte ich nach, was geschehen war. Es kommt selten vor, dass der Titel steht, bevor man die Story kennt. Manchmal muss man mutig sein und sich gegebenenfalls eine Geschichte anhören, die bei Weitem nicht das Versprechen des Titels erfüllt. In dem Fall ist es jedoch nicht so. Vermutlich. Da ich schon lange nicht mehr auf dieser Plattform aktiv bin, ließ ich mir einiges zeigen und von den Begebenheiten erzählen. Alles fing mit einem Schauspieler an.

Will Wheaton, der sich als Schauspieler (Raumschiff Enterprise) und Buchautor einen Namen gemacht hatte, wurde vor knapp zwei Wochen auf Mastodon aktiv. Warum auch nicht? Viele Prominente tummeln sich auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken, warum also nicht auch dort? Wer nun annimmt, Wheatons Fans seien vor Freude ausgeflippt und hätten mit ihrem Überschwang irgendwie für Probleme gesorgt, der irrt. Schneller als man hinschauen konnte, begann eine Hetze gegen Wheaton. Die Gründe sind nicht ganz klar, aber die Vorwürfe gegen ihn häuften sich derart, dass der Schauspieler die betreffenden Nutzer meldete. Das wiederum fachte das Feuer umso mehr an, sodass bei den Moderatoren des Netzwerks täglich etwa 60 Beschwerden über Wheaton eingingen. Die von den vielen Beschwerden sowohl seitens Wheaton als auch seitens seiner Gegner genervten Moderatoren, sperrten schließlich seinen Account. Das ist die Kurzfassung. Wheaton hat dem Ganzen einen Blogbeitrag gewidmet und schreibt enttäuscht über Twitter und Mastodon:

„I thought I’d find something different. I thought I’d find a smaller community that was more like Twitter was way back in 2008 or 2009. Cat pictures! Jokes! Links to interesting things that we found in the backwaters of the internet! Interaction with friends we just haven’t met, yet! What I found was … not that.“

Derweil beschäftigt dieser Verlauf auch Nutzer, die mit dem Schauspieler bis dato nichts zu tun hatten. Für sie steht nicht die Frage im Vordergrund, ob etwas an den Vorwürfen gegen Wheaton dran ist. Ihnen ist wichtig, wie eine Instanz (in dem Fall die Moderatoren) bei Streitigkeiten reagieren. Warum? Weil es hier scheinbar um die gezielte und böswillige Vernichtung des digitalen Ichs einer Person geht. Mastodon-Nutzern wollen derartige Eskalationen auf dieser Plattform nicht haben. Immerhin hatten sie beispielsweise Twitter genau aus solchen Gründen verlassen. Sie beschreiben es als „toxisches Verhalten“, das sich bereits in anderen sozialen Netzwerken ausgebreitet hat und nun auch auf Mastodon zu finden ist. Zum einen ist es die Feststellung, dass sich auch dort Trolle tummeln und zum anderen die Erkenntnis, dass sich die Moderatoren beeinflussen lassen und falsch reagieren. Es wurde quasi das Opfer einer Hetze bestraft. Die Mastodon-Zuständigen seien damit nicht besser als andere Netzwerke, trötete beispielsweise ein in Berlin lebender Amsterdamer. Auch andere Fragen kommen auf, die tiefer in die Logik des Netzwerks greifen. So hatte der dezentrale Charakter der Plattform dem Schauspieler nicht geholfen, denn auch Personen aus anderen Instanzen konnten ihn problemlos angreifen, ohne daran gehindert zu werden. Das ist ein Punkt, über den künftig nachgedacht werden sollte. Hätte die Plattform aufgrund ihrer dezentralen Struktur nicht im Grunde bessere Möglichkeiten, die Ausbreitung eines Shitstorms zu verhindern?

Wer mag, kann sich das folgende Video anschauen, um besser zu verstehen, wie Mastodon funktioniert.

Wie steht es jetzt um Mastodons Vorzüge? Das Netzwerk besteht, wie alle anderen Plattformen, aus Menschen und muss daher sowohl mit ihren hellen als auch dunklen Seiten umzugehen lernen. Es ist ein grundsätzliches Problem unserer Gesellschaft, digital und analog.

Wheatons Enttäuschung von Social Media ist groß. I’m too old for this shit. What we used to call microblogging isn’t worth the headache for me. I’m gonna focus my time and my energy on the things that I love, that make me happy, that support my family.

Please do your best to be kind, and make an effort to make the world less terrible. Thanks for listening“, schreibt er.

Es bleibt zu beobachten wie Mastodon mit den typischen Herausforderungen von Social Media umgehen wird. Und überhaupt: Wie viel Hass verträgt das Netz?

 

Weitere Links:

Was ist das soziale Netzwerk Mastodon? Unterschied zu Facebook und Twitter

Mastodon und das Fediverse