Twitter-Plausch: Wie gehen Menschen mit den Kita- und Schulschließungen um?

Das Coronavirus ist eine Herausforderung für uns alle. Auch für Familien mit Kindern. Da Kitas und Schulen geschlossen bleiben, stehen zahlreiche Eltern vor der Frage, wer ihre Kinder betreuen kann, während sie selbst zur Arbeit gehen. Zu den Großeltern, falls diese überhaupt in der Nähe wohnen, dürfen die Kleinen wegen der möglichen Krankheitsübertragung nicht. Diese Situation stellt für zahlreiche Elternpaare und nicht zuletzt für die Alleinerziehenden ein großes Problem dar. Dass Kinder mit Vorerkrankungen nicht an den Notgruppen in den Kitas teilnehmen können, Erzieherinnen ihr eigenes Kleinkind nicht zur Arbeit minehmen dürfen und in vielen Berufen die Arbeit nicht von zu Hause aus geleistet werden kann, macht die Sache nicht einfacher. Wie die ersten Reaktionen auf diese Umstände aussehen, lässt sich besonders gut dem sozialen Netzwerk Twitter entnehmen.

https://www.facebook.com/NicoLumma/posts/10163053859220587


Es macht zweifellos einen großen Unterschied, ob man kleine oder bereits ältere Kinder hat. Während die Teenager chillend in ihren Zimmern darauf warten, dass ihre Schule eine moderne Möglichkeit findet, ihnen die Hausaufgaben zukommen zu lassen, benötigen die Kleinen viel Beschäftigung und müssen beaufsichtigt werden. Manche Großeltern werden erfinderisch und helfen digital aus.

Und heißt es nicht immer, Langeweile fördere die Kreativität? Hier ein kleines Beispiel: Zwei Mädchen haben ein Lied über das Virus geschrieben. Aus der Perspektive des Virus. Also hört genau hin. 🙂

Interessant ist das Thema Homeoffice. Freiberufler und immer mehr Büro-Angestellte arbeiten aktuell von zu Hause aus, um a) sich und andere vor dem Virus zu schützen und b) die eigenen Kinder zu betreuen. Insbesondere Vätern scheint das Superkräfte abzuverlangen. Doch immerhin halten sie zusammen und sprechen sich digital Mut zu. Nach dem Motto: Du bist nicht allein, mir geht es auch so!

Doch auch für Mütter ist Homeoffice mit Kindern nicht einfach. Jeder, der schon einmal versucht hat, konzentriert zu arbeiten, während die Kinder im Zimmer spielen oder alle zwei Minuten am Schreibtisch stehen und nur kurz einmal etwas fragen möchten, weiß was das für alle Beteiligten bedeutet. Für Kinder ist es mitunter schwer nachzuvollziehen, dass Mama oder Papa zwar zu Hause ist, aber dennoch nicht viel mit ihnen spielen kann. Eltern müssen widerum einen Weg für sich finden, beides unter einen Hut zu bekommen: Sie müssen und wollen für ihre Kinder da sein, haben aber auch ihren Job zu erledigen. Für Neulinge im Homeoffice kommt noch eine Herausforderung hinzu: Motivation und Disziplin. Plötzlich ist das Zuhause nicht nur zum Entspannen da, sondern gilt als Arbeitsplatz.

So manches Elternteil kommt auf erstaunliche Ideen. Halten wir fest: Kinder sollen beschäftigt werden und zugleich verstehen, wie wichtig das Händewaschen ist. Eine Frau in Irland hat beides miteinander verknüpft und kurzerhand ein kleines Experiment mit ihrem Kind gemacht. Schaut mal.

Zum Schluss ein Tipp für Paare, die im Homeoffice miteinander klarkommen müssen.

Schon klar, dieser Blogpost löst nicht Eure Probleme, aber hoffentlich wisst Ihr, dass es auch anderen so geht, viele von ihnen genau das öffentlich thematisieren und sich dazu austauschen. Auf Twitter und Facebook lässt sich das mitverfolgen. Manches ist ernst, manches humorvoll. Wir leben aktuell in einer sonderbaren Situation, ohne erprobte Lösungen. Vielmehr offenbaren sich gerade jetzt viele Defizite, die wir als Gesellschaft schon lange aufweisen. Bloß härter als jemals zuvor. Euch allen viel Kraft sowie Zuversicht und hoffentlich gute Lösungen. Bleibt gesund!

Links:

Ein Podcast für Koblenz

Ich bin kein übermäßig großer Podcast-Hörer, oft dauert mir das zu lang oder es wird nicht auf den Punkt gekommen. Als Alexandra mir von „Rund ums Eck“ erzählte, einer Sendung über Menschen und Themen aus Koblenz und Umgebung, war ich trotzdem sofort interessiert. Abwechselnd mit Manolito Röhr und Stephan Mahlow spricht sie dort mit bekannten Persönlichkeiten aus unserer geliebten Stadt, aber auch mit Menschen von nebenan, die Spannendes zu erzählen haben.

Das Moderatoren-Team
Die Moderatoren v.l.n.r.: Alexandra Klöckner, Stephan Mahlow und Manolito Röhr.

Was ich richtig gut finde: Anders als bei vielen anderen Podcasts, wo einfach drauflos gelabert wird, wird sich hier richtig gut vorbereitet. Die Gespräche erhalten durch das Interview-Format eine Struktur und man schweift nicht ab. Die ersten beiden Folgen sind schon draußen und dauern beide weniger als 45 Minuten. Es ist aus meiner Sicht eine gute Länge, das kann man gut während einer Gassirunde oder einer Bahnfahrt genießen.

Die Gesprächspartner in den bereits erschienenen Folgen sind Unternehmensgründer Sascha Böhr und Berti Hahn vom Café Hahn. Lohnt sich!

Hier könnt ihr „Rund ums Eck“ auf einer Plattform eurer Wahl anhören und abonnieren. Spotify, Apple, alles: RUND UMS ECK anhören / abonnieren

Offenlegung: Ich bin in einem Unternehmen von Sascha Böhr angestellt. An dem Podcast-Projekt bin ich in keiner Weise beteiligt.

Quick Draw – Googles Kritzel-Datenbank

Hier im Blog von Koblenz Digital haben wir schon von einigen Google Experimenten berichtet: von Cartoonify über den Move Mirror bis hin zu Art Selfie. Heute führen wir die Reihe fort mit einem etwas älteren, doch wie ich finde nicht minder spannenden Projekt: Google Quick Draw.

Am Anfang war – Quick Draw

Eigentlich hätten wir unsere kleine Google-Reihe mit diesem Experiment beginnen müssen. Ganz einfach weil Quick Draw älter ist und zum Beispiel Cartoonify auf die Datenbank von Quick Draw zugreift, um Fotos in „Kritzeleien“ umzuwandeln.
Aber dazu später mehr.
Am Anfang stand bei der Entwicklung von Quick Draw die Fragestellung, ob eine Künstliche Intelligenz (KI), auch artifizielle Intelligenz (AI bzw. A. I.), Zeichnungen von unterschiedlichen Menschen erkennen kann.
Google entwickelte eine entsprechende Software und rief die Nutzer auf, die KI zu trainieren. Menschen fertigten daraufhin Zeichnungen an und die KI von Google versucht, diese Zeichnungen zu deuten. 

Die Oberfläche der App

Grund für die hohen Teilnehmerzahlen war die Spielidee, die Google rund um dieses Projekt platziert hat. Quick Draw erinnert daher start an die Montagsmaler: es wird ein einfacher Begriff vorgegeben und der Nutzer hat 15 Sekunden Zeit, um diesen Begriff zu zeichnen. 
Genial einfach – und gerade deshalb funktioniert es.
Tipp von mir: Touchdisplays sind hier klar im Vorteil!
Während man zeichnet, gibt die KI erste Tipps ab, bis zu dem Moment, wo sie den Begriff erkennt – oder aufgeben muss. Hilfreich ist es auch, wenn der Zeichner sich nicht zu sehr auf Details einlässt. Meistens sind diese nur störend, kosten Zeit und scheinen die KI eher zu stören als ihr zu helfen.
FireShot Capture 28 - Quick, Draw! - https___quickdraw.withgoogle.com_
Neugierig? Nun, hier ist der Link auf die Seite.
Ein kurzes Beispiel, wie eine solche „Raterunde“ auf dem Smartphone ausschauen kann, habe ich hier bei YouTube hochgeladen:

Erkenntnis

Doch bei allem Spaß – schon nach wenigen Monaten konnte Google erste Ergebnisse vorweisen, die sich aus der Arbeit der KI ergaben. So wurden bestimmte Begriffe von den Teilnehmern exakt gleich gezeichnet, während andere – je nach Kulturkreis – komplett anderes dargestellt werden.
Zwischenzeitlich hat Google nicht nur die Ergebnisse sondern gleich die ganze Datenbank veröffentlicht und stellt die Ergebnisse interessierten Forschern und Entwicklern zur Verfügung.

FireShot Capture 21 - Quick, Draw! The Data - https___quickdraw.withgoogle.com_data_bear
Ein kleiner Auszug der Zeichnungen zum Thema „Bär“

Auch Du kannst auf die Daten zugreifen. Liegt alles bei Google selbst oder GitHub.
Allein die bloßen Eckdaten der Datensammlung lassen sich sehen: insgesamt haben 20 Millionen Menschen aus mehr als 100 Ländern teilgenommen und haben über 800 Millionen Zeichnungen zum Projekt beigetragen (in den oben genannten Downloads sind „nur“ 50 Millionen Zeichnungen enthalten).

Und Du?

Hast Du auch schon bei Quick Draw mitgemacht?
Noch nicht?
Dann aber flott. Hier ist zum Anfang mein Ergebnis zum Thema „Schnecke“.
FireShot Capture 22 - Quick, Draw! - https___quickdraw.withgoogle.com_

 

Von Löffeln, Social Media und tollen Menschen – das Barcamp RheinMain 2019

Im Herbst zieht es mich in den Süden. Nein, nicht mit den Zugvögeln nach Afrika. Für mich geht es im Herbst zum Barcamp RheinMain. Diese themenoffene Unkonferenz hat es mir einfach angetan. Was macht das Barcamp RheinMain besonders und welcher Themen-Mix wurde dieses Jahre angeboten?

Das Barcamp RheinMain ist in vielerlei Hinsicht besonders. Beispielsweise ist es nicht wie das Barcamp Koblenz an einen bestimmten Ort gebunden. Stattdessen „tingelt“ es durch die RheinMain-Region. Stationen waren bisher Wiesbaden, Offenbach, Dieburg, Bingen, Frankfurt, Mainz und Darmstadt. Das Wiesbaden nach 2018 erneut Gastgeber wurde, lag wohl an der einmaligen Gelegenheit, die sich durch eine besondere Location ergab.

Übrigens war ich nicht allein für Koblenz Digital am Start. Auch Gerold hat es nach Wiesbaden gezogen.

Der erste „Wow!“ Effekt: Die Location

Erstes Schmankerl beim Barcamp RheinMain war in diesem Jahr zweifelsohne die Location. Eingeladen wurde in die nagelneuen Räumlichkeiten der Hochschule Fresenius im Herzen von Wiesbaden!

Keine 10 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof hat die Hochschule Fresenius im Gebäude des Alten Gerichts von Wiesbaden eine neue Lehrstätte geschaffen. 1000 Studierende aus den Fachbereichen „Wirtschaft und Medien“ und „Design“ werden hier seit Beginn des Wintersemesters 2019/2020 unterrichtet.

Begrüßung und Sessionplanung

Die Begrüßung übernahm ein sichtlich gut gelaunter Tom Klose. Bei der Eröffnung des Barcamps RheinMain wurde unter anderem auf den Träger des Events, den Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. hingewiesen. Dort kann man übrigens noch Mitglied werden.

Neben den obligatorischen Hinweisen zum „Was-ist-ein-Barcamp“ und „Wo-finde-ich-was“ nahm das Thema „Löffel“ einen besonderen Raum ein: es galt zwischen den (Kaffee-) Löffeln der Hochschule Fresenius und denen des Barcamps zu unterscheiden.

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Tom & die Barcamp-Löffel

Die Löffel entwickelten sich zum Running-Gag, der sich am zweiten Tag des Barcamps fortsetzte.

Dann ging es nahtlos über zur Sessionplanung. Das Bild zeigt sehr schön, dass viele Leute Ideen für eine Session mitgebraucht hatten. Zur Verfügung standen sechs Räume und sechs Timeslots, was Raum für 36 Sessions ergibt. Und trotzdem musste ein Teil der Ideen auf den zweiten Tag ausweichen.

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Anstehen für die Sessionplanung

Session 1: PersonalBranding: Praxistipps für Deine Sichtbarkeit

Ich weiß gar nicht, wie lange ich Martina Troyer von Twitter her kenne. Und wie lange wir es nicht geschafft haben, uns mal bei einem Event persönlich kennenzulernen. Von daher hat sich für mich persönlich das Barcamp RheinMain  schon für dieses Treffen gelohnt.

Als kostenfreie Dreingabe gab es noch eine schöne Session von Martina zum Thema Sichtbarkeit. Klasse Tipps dabei, die ich auch schon (zum teil) schon umgesetzt habe.

Session 2: Lernvideos (fast) ohne Equipment erstellen – geht das überhaupt?

In der zweiten Session von Antje Krause ging es um selbst erstellte Lernvideos. Und zwar solche, die mit wenigen Hilfsmitteln auskommen. Das Antje sich mit diesem Thema beschäftigt hat, kommt nicht von ungefähr: Sie lehrt an der Technischen Hochschule Bingen.

Für mich habe ich aus der Session mitgenommen: man braucht nicht viel Equipment, um ein ansprechendes Lernvideo zu erstellen. Smartphone, Halterung und die eine oder andere App reichen aus.

Und dann einfach machen.

Session 3: Die Architektur der Unternehmenskultur

Jakob Jochmann von Ideentransfer hat in seinem Vortrag aufgezeigt, wie man mit Hilfe von speziellen Canvas die Architektur der Unternehmenskultur mit Hilfe der Mitarbeiter visuell darstellen kann. Denn all zu oft ist diese Architektur unbekannt oder wird durch idealistische Selbsteinschätzungen überlagert.

Gestützt auf begleitende Workshops kann durch die Kooperation aller Beteiligten ein sehr exaktes Bild der bestehenden Unternehmenskultur erarbeitet werden. Klasse Thema, allerdings hat die Zeit nur für einen kurzen Abriss gereicht. Bei dem Thema wäre ich gern tiefer eingestiegen.

Session 4: Irres Zeug mit PowerPoint: Multimedia (& coole Folien) einfach selber machen

Für das nächste Thema konnte ich – genauso wie Jakob – sitzen bleiben: gleicher Raum, gleicher Vortragender, aber neues Thema. Es ging um PowerPoint.

Jetzt ist PowerPoint bei mir privat oder bei KoblenzDigital gar kein Thema mehr. Aber beruflich kommt man (meistens) nicht an der Präsentationssoftware aus dem Hause Microsoft vorbei.

In dieser Session ging es mir mehr darum zu erfahren, was aktuell mit PowerPoint in der Version 365 möglich ist. Und das ist (insbesondere bei der Animation) einiges. Die Beispiele von Jakob waren schon klasse. Und sie haben gezeigt, dass eine Folie mit toller Animation schon mal mehr als tausend Objekte beinhalten kann.

Session 5: Videomarketing: Mit Videos zur erfolgreichen Kommunikation

In der fünften Session hat mich Aileen Barz mitgenommen auf einen kurzen Ausflug in das Thema Videomarketing und wie man Videos zur erfolgreichen Kommunikation nutzen kann.

Und es war schon erstaunlich, was Aileen in den 45 Minuten der Session unterbringen konnte. Die wichtigste Botschaft:

Das Bauchgefühl ist das, was zählt!

Videos wirken durch die Emotionen, die sie bei uns, den Zuschauern, auslösen. Aber es kommt darauf an, die richtigen Emotionen zu wecken. Darum gilt: Zielgruppe definieren und die eigenen Ziele festlegen.

Session 6: Social Media als Beruf

Kurzer und knapper Titel. Beamer aus. Kein Vortrag, keine Slides. Nur ein Mann.

Bei der Session von Tom Noeding war einiges anders, aber alles gut. Es ging um Social Media als Beruf. Oder doch als Berufung? Tom gab einen schönen Einblick in seinen Werdegang: als Seiteneinsteiger in den Anfängen von Social Media, als noch keiner Facebook kannte, über verschiedene Stationen bis hin zum aktuellen Leben.
Klasse!

Es ist einfach schön, wenn man bei einer Session spürt, dass „der-da-vorne“ für seine Sache brennt und dieses Feuer sehr gut nach außen tragen kann. Für mich die mitreißenste Session an diesem Tag!
Danke, Tom.

Was nie fehlen darf: Dank an die Sponsoren!

Und da fange ich der Einfachheit halber bei dem Hochschule Fresenius an, weil die auch die tolle Location beigesteuert hat, in der ich einen inspirierenden Tag bringen durfte.
Die Studenten sind schon ein bisschen zu beneiden, auch wenn hier und da noch die Technik streikt. Das sind Kinderkrankheiten. Die Lage, die Ausstattung, die offene Struktur der Hochschule sind Top!

Namics ist einen Fullservice-Digitalagentur. Der Hauptsitz ist in Frankfurt, doch die 550 Mitarbeiter verteilen sich auf insgesamt fünf Standorte. Die interdisziplinären Teams von Namics unterstützen beispielsweise bei der digitalen Transformation von Unternehmen.

Der dritte im Bunde ist Giinco. Giinco entwickelt Strategien für die digitale Kommunikation von Unternehmen. Zum Portfolio gehören die Konzepterstellung, das Design und die Entwicklung von plattformübergreifenden Medien.

Auch die größte Magento-Agentur in Deutschland, netz98, war dieses Jahr erneut als Sponsor am Start. An dieser Stelle auch nochmal ein „Dankeschön“ für das Multitool, dass es als Give-Away für die Besucher gab.

Bei einem Barcamp wird immer Wissen geteilt. Von daher freut mich auch persönlich das Sponsoring durch Quora.
Leider habe ich die Gelegenheit verpasst, mich mit dem Kollegen zu vernetzen, der sogar eine Session gehalten hat. Ich hoffe, dass sich eine solche Gelegenheit bald wieder ergibt.

Und natürlich darf einer der größten Player in der Rhein-Main-Region nicht fehlen: die Deutsche Bahn. Danke für das Engagement bei so offenen Formaten wie dem Barcamp RheinMain.

Und – last-but-not-least – geht der Dank an LindenKaffee. Denn wir wissen doch alle, das der wahre Kraftstoff, der Designer, Entwickler und Visionäre antreibt, guter (!!!) Kaffee ist.

Für alle Unternehmen, die nicht in dieser Aufstellung auftauchen, gilt: überlegt es Euch! Das Sponsoring ist eine klare Win-Win-Situation. Auf der einen Seite unterstützt ihr ein tolles, innovatives, offenes Format. Auf der anderen Seite bekommt  ihr einiges zurück, was im Regelfall eben nicht mit Geld oder schönen Worten gekauft werden kann. Zum Beispiel den direkten Kontakte zu Multiplikatoren oder BloggerInnen. Barcamps sind  Orte, an denen es nur so von Early Adopters wimmelt. Ganz zu schweigen zur positiver Berichterstattung, Sichtbarkeit und Reichweite in sozialen Netzwerken (und das quasi on Top für Lau!).

Das gilt übrigens nicht nur für das Barcamp RheinMain sondern für alle Barcamps.
Support your locale Barcamp!

Fazit

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Abschlussrunde am ersten Tag des Barcamp RheinMain 2019

Wie würde Horst Lichter sagen? „Ein Träumchen“ Ja, klar: es gab die eine oder andere Hürde, wie zum Beispiel einen defekten Fahrstuhl. Aber Hürden sind per se nichts schlechtes. Es kommt darauf an, wie man sie nimmt. Und sowohl das Orga-Team als auch die Teilnehmer haben sich hier in bester Barcamp-Manier geschlagen.

Ich habe (erneut!) ein inspirierendes Barcamp erlebt, viele alte Bekannte getroffen und neue, mir bisher unbekannte Menschen kennengelernt. Ich konnte an interessanten Sessions teilnehme, habe viele Gespräche geführt und einen tollen Tag in Wiesbaden verbracht.

Und damit stehen die Chancen gut, dass es mich auch in 2020 wieder in den Süden ziehen wird – zum Barcamp RheinMain.

Und als besonderes Schmankerl zum Abschluss noch die Session von Tom und Alex:

Was ist überhaupt ein Barcamp?

Wenn man wie ich häufiger Barcamps besucht, kommt beim Schreiben des obligatorischen Blogbeitrags immer die Frage auf „Mache ich es oder mache ich es nicht?“. Die Frage bezieht sich auf die Definition, was ein Barcamp überhaupt ist.
Mit Blick auf die eigene Filterbubble ist die Antwort klar: Spar Dir das. Das interessiert keinen, weil das doch alle kennen. Doch genauso häufig wird mir dann wieder bewusst, dass diese Aussage eben nur für die Leute gilt, die sich sich ebenfalls auf Barcamps tummeln. Das sind zwar (gefühlt) viele. Aber sehr viel mehr Menschen können mit dem Begriff gar nichts anfangen.

Leider.

Und um das zu ändern, wird es wohl auch zukünftig den Absatz „Was ist überhaupt ein Barcamp?“ in den Artikeln von Koblenz Digital geben.

Liest oder hört man von einem Barcamp, dass ist damit eine sogenannte „Unkonferenz“ gemeint. Es handelt sich dabei um eine offenes Veranstaltungsformat. Im Unterschied zu gewöhnlichen Konferenzen, in denen der Veranstalter im Vorfeld das komplette Programm inklusive der Themen und der Speaker vorgibt, ist das beim Barcamp anders. Dort wird am Beginn des Tages in der sogenannten Sessionplanung festgelegt, welche Themen und Inhalte in das Programm, den Sessionplan, aufgenommen werden. Die Teilnehmer, die eine solche Session machen wollen, stellen diese kurz vor und es wird abgestimmt, wie groß das Interesse der anderen Barcamp-Besucher ist. So füllt sich nach und nach der Sessionplan für den Tag. Im Unterschied zu anderen Veranstaltungsformen werden somit die Inhalte aus den Reihen der Barcamp-Besucher generiert: jeder kann eine Session anbieten (muss es aber nicht).

Durch den offenen Charakter eines Barcamp fördert es automatisch den Austausch untereinander und bietet sich gerade zu für Diskussionen an. Generell wird zwischen themenoffenen Barcamps oder einem Barcamp mit einem bestimmten Fokus unterschieden.

Eine ausführlichere Beschreibung zum Thema Barcamp findest Du hier bei uns im Blog.

Wie Open Data dem Koblenzer Busverkehr nutzen kann

Warum zeigt Google Maps in Koblenz keine Busverbindungen an?

Vor kurzem war ich in Strasbourg und ziemlich begeistert, dass Google Maps sehr genau voraussagen konnte, wann die Straßenbahn kommt, wie voll diese ist, wo diese langfährt und wie man am besten umsteigt. Die Informationen haben sich dabei in Echtzeit aktualisiert, ein echter Mehrwert wenn man in einer fremden Stadt unterwegs ist und die Routen nicht kennt.

Mit Google Maps auf der Suche nach einer Busverbindung in Koblenz

Wenn ich eine ähnliche Suche in Koblenz ausführe, erhalte ich Ergebnisse wie im obigen Screenshot. Wenn ich von zuhause (Innenstadt) bis zum TechnologieZentrum (Metternich) möchte, schlägt Google mir vor, einen 45-minütigen Fußmarsch zu absolvieren oder mit dem Zug nach Moselweiß zu fahren und von da eine knappe halbe Stunde zu laufen.

Kein Bus in Koblenz?

Da dies meine tägliche Strecke ist, weiß ich natürlich, dass das Unsinn wäre: Tagsüber gibt es eine Busanbindung im Viertelstundentakt und zwei Linien (3/13, 20) fahren genau dieses Ziel an.

Warum wird diese Verbindung also nicht angezeigt? Ganz einfach: Die Daten stehen nicht zur Verfügung. Zwar gibt es bereits seit 2017 Echtzeitdaten in der App des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel. Auch der DB Navigator zeigt Busse in unserer Region an. Jedoch sollte meiner Meinung nach eine Abfrage auch über Google Maps (und ggf. weitere Apps) angestrebt werden, um die Hürde, Busse zu nutzen, weiter zu senken. Wer über die Maps-App sucht, bekommt alle Verkehrsmittel angeboten. Ist es nicht klasse, vergleichen zu können? Wie wäre es, wenn der Autofahrer sieht, dass die gleiche Strecke mit dem Bus genau so lang dauert?

Was kann getan werden?

Es gibt bereits eine Initiative Open Data im Öffentlichen Personennahverkehr, die zum Ziel hat, die Verbindungsdaten verfügbar zu machen. Der VRM ist bisher leider nicht dabei.

Im Falle des De-facto-Standards für Navigation, Google Maps, ist genau dokumentiert, was zu tun ist. Es ist vor allem für Touristen, Geschäftsreisende oder andere Leute, die nicht aus Koblenz kommen, sicher hilfreich, Busverbindungen angeboten zu bekommen, ohne eine Extra-App herunterladen oder manuell auf die Suche gehen zu müssen. Einfach nur ein Schritt weiter und eine Hürde weniger. Für Pendler hilft es außerdem, weil eventuelle Verspätungen und hohe Auslastungen per Push-Notification bereitgestellt werden.

Lieber VRM, bitte gebt die Daten frei. Liebe KOVEB als neue Betreiberin der Buslinien in Koblenz, bitte setzt euch dafür ein. Man sieht sich in der Linie.

Euer treuer Bus- und Bahnkunde
Gerrit

Hinweis: Ich habe den Verkehrsverbund Rhein-Mosel vor einem Monat (E-Mail vom 22.10.) zu diesem Thema befragt. Eine Antwort blieb leider aus.

Titelbild vom Koblenzer Hauptbahnhof ist von Henry Tornow, für mehr Bilder aus und von unserer schönen Stadt folgt Schönes Koblenz!