Sind Programmierer Kunsthandwerker?

Bei Handwerk denken die meisten von uns vermutlich an Holz und Metall, aber auch Software-Entwicklung ist Handwerk. Kunsthandwerk sogar, behaupten einige ITler. Doch wie sehen Programmierer sich selbst und ihre Tätigkeit? Ich habe vier schlaue Köpfe aus der hiesigen Coder-Szene gefragt. Frank, Stefan, Oliver und Ramy haben ihren Senf zu diesem Thema gegeben.

Werbeanzeigen

In Deutschland werden Software-Entwickler nicht selten für Ingenieure gehalten. Das liegt vor allem daran, dass im englischsprachigen Raum der Beruf Software Engineer bekannt ist. Tatsächlich spuckt Google hierzulande bei Eingabe von „Software ist Handwerk“ fast ausschließlich Seiten zu Software für Handwerker aus. Eine Tatsache, die so mancher Programmierer ärgerlich findet, weil er sich selbst absolut nicht als Ingenieur, sondern als kreativen Handwerker versteht. Ich habe unabhängig von einander vier Coder aus unterschiedlichen Bereichen gefragt, was sie davon halten.

Die Befragten

Stefan bezeichnet sich als Nerd, obwohl er keinen einzigen Hoodie besitzt. Er kennt unzählige Monty-Python-Zitate auswendig und hat als Schüler gerne das Schulsystem gehackt, um seinen Informatik-Lehrer in Bewegung zu setzen. Als zukunftsgewandter Software-Entwickler und -Architekt arbeitete er jahrelang für mittelständische Unternehmen und ist aktuell für einen internationalen Konzern tätig.

Frank hat ursprünglich Maschinenbau studiert und erwies sich als nahezu perfekter Ansprechpartner, da er sowohl Ingenieur als auch Coder ist und daher beide Perspektiven kennt. Gemeinsam mit seiner Frau führt er die rockende Agentur Werk 70 und hat „NUN“, das Neuwieder Unternehmer Netzwerk gegründet. Ein cooler Typ, den man regelmäßig auf Events zu digitalen Themen trifft.

Oliver ist Director of Engineering und Prokurist bei alfamedia. Aufgrund seines beruflichen Werdegangs hat er alle Facetten der Software-Entwicklung im Blick. Er denkt fortschrittlich, informiert sich weit über seinen Tellerrand hinaus und erkennt Trends nicht erst im Nachhinein. Oliver bewegt sich gerne und gekonnt in den sozialen Netzwerken.

Ramy ist freier Berater. Als Coder im Angestelltenverhältnis zu arbeiten? Nein, das wäre nichts für ihn. Auch er bezeichnet sich als Nerd und hat Zitate samt Quellenangabe parat, die sich Normalsterbliche wie ich nicht merken könnten. Die meisten Aufträge erhält er übrigens aus dem Ausland. Zum Beispiel in China scheint man interessierter an Innovationen zu sein als in Deutschland, sagt er.

Was sind Software-Entwickler nun wirklich, Ingenieure oder Kunsthandwerker?

Stefan: Ingenieure arbeiten nach Standards und Normen. Die gibt es so in der Software-Entwicklung nicht. Es gibt zwar Versuche, mit Entwurfsmustern ein gewisses Maß an Standardisierung zu erreichen, aber das alleine macht noch kein Ingenieurswesen aus.

Ein Ingenieur erfindet für gewöhnlich nichts, ein Entwickler hat wesentlich mehr kreative Freiheiten. Durch das Fehlen von Standards, ist Software-Entwicklung ein Prozess, der eine große Menge an Handarbeit beinhaltet. Nehmen wir zum Vergleich ein schmiedeeisernes Treppengeländer. Dieses wird von einem Kunstschmied in Handarbeit gefertigt. Dazu muss er wissen, wie es gefertigt wird. Er muss sein Handwerk beherrschen, um das bauen zu können. Doch zusätzlich zum Erlernten benötigt er Kreativität.

In der Softwareentwicklung benötigt man Kreativität, um Lösungen zu finden.

Frank: Was Stefan sagt, klingt, als würde er Ingenieure für elaborierte LEGO-Bastler halten, die aus einem Baukasten Teile nehmen und diese nach Bedarf zusammenfügen. Der universitär ausgebildete Ingenieur, und nur diese gibt es hierzulande, ist ein Vollwissenschaftler. Besteht ein technisches Problem, muss eben eine neue Maschine erfunden werden. Ja, dabei greift der Ingenieur auch auf standardisierte Teile (Schrauben, Muttern und jede Menge weiteres Gedöns) zurück. Die Funktion der Maschine zu entwickeln, ist aber ein ganz anderes Ding. Hierfür musst Du Unmengen an Hirnschmalz investieren, Simulationen und Versuche durchführen, um ganz spezielle Teile fertigen zu können. Das ist der akademische Anteil der Arbeit.

Außerdem ist auch der Programmierer nicht frei. Ganz im Gegenteil. Das zu schreibende Programm bzw. der dahinter liegende Algorithmus muss ebenso wie eine zu bauende Maschine penibel ein Lasten/Pflichtenheft erfüllen. Der Code entsteht nun auch nicht irgendwie, sondern muss in einer möglichst passenden Programmiersprache geschrieben werden. Innerhalb der Programmiersprache muss sich der Programmierer dann geradezu sklavisch an die Regeln von Syntax und Notation halten. Sonst funktioniert gar nichts.

Die Programmiersprache entspricht also den Normteilen. Aufbau von Code/Maschine unterliegt dann der Inspiration (5%) und Transpiration (95%) des Ausführenden. Beides sind reine intellektuelle Leistungen und haben keinerlei schaffenden, im Sinne von anfassbaren Charakter, und auch das ist bei beiden gleich. Du siehst: Die Rezeption des Programmierers als Ingenieur ist durchaus gerechtfertigt.

Wenn man von einem Kunsthandwerker ausgeht, so kann dieser machen, was immer er will, mit Ausnahme der Werkstoffeigenschaften, auf die er natürlich Rücksicht nehmen muss. Man könnte zwar argumentieren, dass er dem Programmierer damit nahe ist, weil der von der Idee über die Ausführung (Einhacken des Codes) bis zum fertigen Produkt alles in Personalunion durchläuft. Allerdings durchläuft der Kunsthandwerker keine intellektuelle/akademische Arbeitsphase.

Oliver: Softwareentwicklung ist ohne Frage eine kreative Tätigkeit. Ich finde den Begriff Kunsthandwerker gut, denn oftmals ist das eine sehr treffende Bezeichnung, jedenfalls wenn man in einem kreativen Bereich arbeitet oder gerade neue Produkte entstehen. Aber es gibt auch die andere Seite, wo man in einem sehr strikten Korsett arbeitet und dort weniger kreativ denn produzierend ist. Zudem gibt es auch noch diejenigen, die Software wie ein Ingenieur designen und entwickeln. Will heißen, es gibt alle drei Varianten parallel nebeneinander, und es kommt nur auf den Bereich an, in dem man arbeitet, welche Facette dominiert.

Und auch in meinem Team gibt es alle Varianten, obwohl wir eher im kreativen Bereich sind. Es gibt Kreativspieler wie meinen Kollegen Thorsten und mich aber auch Ingenieure, denen ich ein Design zur Umsetzung gebe. Und wir haben wiederum auch bloße Handwerker ohne viel Kunst.

Pauschal ist das nicht zu beantworten. Die einzige Pauschale ist, dass jeder Entwickler eine Prima Donna ist, wenn es sich um seine Arbeit dreht und man diese kritisiert.

Ramy: Das mit der Prima Donna stimmt! (lacht) Ich fühle mich so sehr mit meiner Arbeit verbunden, sie ist ein Teil von mir. Kritik kann daher sehr verletzend sein. Das ist das Amateurhafte an uns Entwicklern. Professionalität bedeutet nämlich, dass man sich zugunsten des Endergebnisses von seinem eigenen Wirken distanzieren kann. Daran müssen wir wohl noch arbeiten. Konkretes Beispiel: Ich entwickle mein eigenes Programmierwerkzeug und möchte es auf keinen Fall jetzt schon jemandem zeigen, weil es noch unfertig ist. Sinnvoller wäre aber, sich Feedback von außen zu holen.

Kunsthandwerk halte ich daher für einen passenden Begriff. Frank hat zwar insofern recht, als dass Ingenieure nicht nur Lego-Bastler sind. Doch anders als er, sehe ich in den Vorgaben, an die man sich innerhalb einer Programmiersprache halten muss, kein Argument gegen die Kunst, sondern dafür. Denn nur dort, wo Grenzen sind, ist Kreativität gefragt. Wir Software-Entwickler müssen sehr kreativ sein, um mit dem Bisschen, was da ist, Großes erschaffen zu können. Uns muss es gelingen, in teilweise simplen Formulierungen, hochkomplexe Sachverhalte auszudrücken. Trotzdem wünsche ich mir für die Zukunft mehr Kreativität in unserem Bereich. Ich verdiene seit über 20 Jahren mein Geld mit Software-Entwicklung, aber an meiner Arbeit hat sich nicht viel verändert. Immer noch setze ich mich an den Rechner und gebe Zeichen ein. Das ist doch kein Fortschritt. Ich arbeite daher daran, kleine organische Systeme zu bauen, die miteinander kommunizieren, selbst lernen, Erforderliches selbst programmieren und wachsen.

Alexandra: Das möchte ich gerne genauer wissen, Ramy, in einem anderen Blogbeitrag. Dir, Frank, Oliver und Stefan vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten und die spontane Bereitschaft sich zu diesem Thema zu äußern.

Und wie denkt Ihr darüber? Wird die Kreativität der Software-Entwickler unterschätzt?

software-entwicklungalskunsthandwerk3f

Vier gewinnt – das 4. #agileKoblenz Meetup

Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und Vernetzung rund um agile Themen – das sind die Ziele, die das Team von #agileKoblenz verfolgt. Nach dem Start in 2018 ging das Event am 23.01.2018 in die nunmehr vierte Runde. Diesmal direkt im Herzen der Altstadt von Koblenz: Gastgeber waren die BRICKMAKERS. Und man startete gleich mit einem tollen Impulsvortrag zum Thema WOL (Working-out-loud) …

Was ist eigentlich dieses „Agile“?

Wenn Du weitere Informationen zum Thema Agile haben möchtest, schau als Einstieg doch mal in unseren Blogbeitrag aus dem Sommer 2018: dort haben wir eine kurze Einleitung in das Thema veröffentlicht.

Impulsvortrag von Gentiana zum Thema WOL (Working out loud)

Working out loud – oder WOL – geht auf eine Idee von Bryce Williams zurück, der den Begriff erstmals im Jahr 2010 verwendete. Die Grundidee: statt Wissen anzusammeln und für sich zu horten soll man Wissen teilen. Aufbauend auf der Idee von Bryce entwickelte John Stepper fünf Jahre später den Gedanken weiter und lieferte gleich noch eine Methode für die Umsetzung mit: Die Circle-Guides waren geboren.

Und das war auch der Zeitpunkt, zu dem namhafte Firmen (hier werden gern Bosch und Daimler genannt) anfingen, WOL in ihren Unternehmen einsetzten.

cof_vivid
Welcome!

Doch was ist dieses WOL nun?

Stepper hat in seinem Buch fünf Prinzipien für Working-Out-Loud aufgestellt. Diese Prinzipien lauten:

  • Beziehungen
  • Großzügigkeit
  • Sichtbare Arbeit
  • Zielgerichtetes Entdecken
  • Wachstumsorientiertes Denken

Basierend auf diesen Prinzipien findet sich ein kleine Gruppe (drei bis fünf Personen – nicht mehr) im sogenannten Circle zusammen. Man trifft sich zwölf Wochen lang für jeweils eine Stunde pro Woche. Ob die Treffen „real“ stattfinden oder virtuell (beispielsweise via Skype) ist dabei zweitrangig. Jeder der Teilnehmer definiert für sich ein Ziel, dass er in den zwölf Wochen verfolgen möchte. Welches Ziel das ist, kann und muss jeder selbst festlegen. Es kann ein berufliches aber auch ein privates Ziel sein, sollte aber als Lernziel formuliert werden. Es muss aber innerhalb der zwölf Wochen realisierbar und für die eigene Person bedeutsam sein.

Die kleine Gruppengröße stellt sicher, dass jeder zu Wort kommt. Auch sind so die Hemmschwellen geringer, sich selbst in das Netzwerk einzubringen. Bei den Treffen wird an der Erreichung der individuellen Ziele der Teilnehmer gearbeitet. Als Hilfestellung dient dabei der Circle-Guide. Dieser enthält entsprechende Übungen und man hat damit eine Art „Fahrplan“ oder Agenda für WOL. Die deutschen Circle-Guides findet Ihr übrigens hier in der Version 4.51.

Nach einer kurzen Einleitung ins Thema ging es beim Meetup in Form von einigen einfachen Gruppenaufgaben zur Sache. Mitarbeit war angesagt. In kleinen Gruppen wurden beispielhaft Aufgaben durchgespielt, die auch bei einem echten Circle angewendet werden: Vorstellungsrunde, Festsetzung von Zielen – so was in der Art.

Mein persönliches Fazit: WOL ist ein tolles Format, das in jedem Fall das Potential hat, Leute voran zu bringen und kleine, aber intensive Mini-Netzwerke zu schmieden. Und dank des Vortrags sind (hoffentlich) viele der Teilnehmer an diesem Abend neugierig geworden und wollen vielleicht tiefer einsteigen. Wer weiß? Vielleicht gibt es ja in Kürze auch in Koblenz WOL Circle…?

Handout des Vortrags von Gentiana

Wie versprochen hat Gentiana die Folien Ihres Vortrags im Web bereitgestellt. Hier der Link auf Slideshare.

Oder doch lieber was auf die Ohren?

Nun, wie wäre es mit einem Podcast von t3n. Titel: Working out loud – was steckt hinter dem Hype-Begriff? Gehostet bei Soundcloud.

Dank an den Gastgeber – die BRICKERMAKERS GmbH

Gastgeber beim vierten #agileKoblenz Meetup waren die BRICKMAKERS. Die BRICKMAKERS entwickeln Apps für alle Systeme (Android, iOS, Windows und Browser) und begleiten dabei den Kunden von der Konzeption über Entwicklung, Design bis hin zum Go-Live und zur Vermarktung der fertigen App.

Übrigens: tolle Location! Da habt Ihr eine gute Nase für eine Top Lage gehabt!

cof_vivid
Willkommen bei den BRICKMAKERS

Und Danke natürlich auch an die Macher des Events

Ein Dankeschön geht natürlich auch an die drei „Erfinder“ von #agileKoblenz Meetup.

Gentiana Daumiller

Gentiana ist selbstständiger Agile- und Business-Coach – Xing-Profil.

Jan Claas Krisor

Jan ist IT Projektleiter bei der Deutschen Post DHL Group – Xing-Profil.

Dennis Willkomm

Dennis ist Scrum-Master und Coach bei der Siemens AG – Xing-Profil (und war an dem Abend leider krank).

Mehr als zwanzig Teilnehmer zeigen, dass Koblenz gerade auf diese Art von Netzwerk gewartet hat!

Und wo finde ich weitere Infos zu dieser Gruppe?

Informationen zum #agileKoblenz Meetup findest Du natürlich im Web, und zwar entweder in der gleichnamigen XING-Gruppe oder auf Facebook (ebenfalls als Gruppe).

Google Art Selfie: auf der Suche nach dem Selfie-Ebenbild

Anfang 2018 hat Google® in seiner App Arts & Culture eine neue Funktion freigeschaltet und damit erreicht, dass innerhalb kürzester Zeit mehr als 78 Millionen Nutzer Selfies von sich machten. Warum? Sie suchten nach Ihrem Selfie-Ebenbild in den Kunstsammlungen dieser Welt …

Die Rede ist von der Funktion Art Selfie, die in der Google Arts & Culture App integriert wurde. Die Funktion ist Teil eines KI-Experiments von Google: dabei macht der Nutzer ein Selfie und die App sucht im Anschluss in zehntausenden von Kunstwerken nach dem (optisch) passenden Gegenstück. Die besten Treffer werden innerhalb der App angezeigt. Inklusive der Angabe, wo sich das Kunstwerk befindet, wie es heißt, wer der Künstler und wie hoch die prozentuale Übereinstimmung ist. Wer möchte, kann an dieser Stelle noch weitere Informationen über das Kunstwerk anfordern und so Schritt für Schritt tiefer in die Geschichte des Kunstwerkes und des Künstlers abtauchen.
Das funktioniert natürlich nur, weil viele Museen und Kunstsammlungen bei diesem Projekt mit Google zusammenarbeiten. Das Ziel der Kooperation ist es, neue Wege zu erschließen, um Menschen Kunst näher zu bringen und sie für dieses Thema zu interessieren und neugierig zu machen. Die App selbst ist im Rahmen der Arbeiten von Google im Bereich maschinelles Lernen entstanden.

Und wie sieht das Ergebnis aus?

Im Normalfall lustig & unerwartet. Und natürlich extrem abhängig von der Art des Selfies, dass Du verwendest. Mit ohne Brille, Mütze, selbst die Kleidung kann (zu einem geringen Teil) Einfluss auf die Suchergebnisse haben.
Einen guten Vorgeschmack bekommt man, wenn man zum Beispiel bei Twitter nach dem Hashtag #ArtSelfie sucht. Hier der Link auf den Suchstring.
Natürlich habe ich die App auch ausgiebig getestet. Einige der Ergebnisse habe ich beigefügt (der Typ mit dem Cowboy-Hut hab mit am besten gefallen).

Das wichtigste: die Links zur App

Die in diesem Artikel beschriebene App gibt es für beide relevanten Smartphone-Welten:
Hier der Link auf die App im Apple® itunes-Store.
Und hier gehtś lang für alle, die die Android-Variante im Google Play Store suchen.
By-the-way: die App ist natürlich kostenfrei!
Und zum „roundup“ hier noch der Link auf den offiziellen Google-Blog-Artikel zum Thema.

Und jetzt Ihr!

Ladet Euch die App runter und sucht in den Kunstwerken dieser Welt nach Eurem Selfie-Gegenstück. Postet das Ergebnis entweder auf unserem Facebook- oder Twitter-Kanal.

Wir sind gespannt.

Ach so: und den Hashtag #ArtSelfie nicht vergessen!

CEBIT – „Ich bin dann mal weg …“

So schnell kann es gehen: 33 Jahre und dann – ZACK! Aus und vorbei. In der Pressemitteilung liest sich das so: „Die Deutsche Messe bereinigt ihr Veranstaltungsportfolio.“ Wer hätte das gedacht? Ich bin quasi mit der CEBIT groß geworden. Die CEBIT war eine Institution. Ein Event, auf dem man dabei sein wollte. Und als Firma dabei sein musste. Sehen und gesehen werden.

Wehmütiger Blick zurück

Zugegeben: wirklich überraschend war das Ende nicht. Es hat sich abgezeichnet. Die schlechten Besucherzahlen bei der CEBIT 2018 waren mehr als deutlich. Selbst der Artikel hier im Blog unter der Überschrift Quo vadis, CEBIT hatte einen eher düsteren Tenor. Vielleicht war es auch die erste Vorahnung auf das unvermeidlich näher rückende Ende einer Ära.

Doch die Veranstalter der Messe machten uns, den Besuchern, und vermutlich auch sich selbst, Mut: neues Konzept, neues Zielpublikum – wir schaffen die Wende. Jetzt, einige Monate später hat man sich umentschieden: die CEBIT 2018 war gleichzeitig die Letzte. Das aus nach insgesamt 33 Messejahren mit Höhen und Tiefen.

Offenbar ist zum Abwärtstrends der Besucherzahlen auch ein Schwund bei den Flächenbuchungen für 2019 gekommen. Klares Zeichen, dass die Aussteller das neue Konzept aus Messe, Konferenz und Festival nicht mittragen wollten.

Schade.

CEBIT0002

Und wie geht es weiter …?

Nach der Presseerklärung der CEBIT zu urteilen werden die verbleibenden Aussteller und Themen aufgeteilt. „Industrienahe Digitalthemen“ sollen zur Hannover Messe wandern. Für die „übrigen“ Themenfelder werden inhaltliche Fachveranstaltungen entwickelt, die sich „gezielt an Entscheider ausgewählter Branchen richten„.

Da kann man jetzt von halten, was man will. Bei Messen, die sich an „Entscheider“ richten, darf ich natürlich nicht mit hohen Besucherzahlen rechnen (von daher ist auch die rückläufige Besucherzahl der CEBIT 2018 ein relativer Wert).

Schade, alte CEBIT – es waren schöne Zeiten

Ein bisschen Wehmütig ist er schon, der Gedanke, dass es jetzt keine CEBIT mehr geben wird. Über lange Jahr war sie die Leitmesse, auf die die Welt geschaut hat – und auf der die Welt zu Gast bei uns war. In Hannover. Ich war bestimmt nicht jedes Jahr dort, aber zumindest habe ich mir jedes Jahr die Frage gestellt: „Fahre ich dieses Jahr nach Hannover oder nicht?„.

Aus meiner Sicht ist es fraglich, ob es nach dem Aus für die CEBIT in Deutschland noch einmal gelingen kann, den Grundstein für eine neue und wichtige Messe in diesem Themenbereich zu legen. Leitmessen in der digitalen Welt werden wohl woanders stattfinden: Mit der CES Consumer Electronics Show in Las Vegas oder dem Mobile World Congress in Barcelona.

fptbty

RIP, CEBIT. Es war schöne Zeiten mit Dir in Hannover.

Wie war es bei Dir?

Hast Du noch alte Fotos von Deinen CEBIT-Besuchen? Dann teil Sie doch mit uns! Am besten als Antwort auf Twitter oder auf Facebook als Kommentar zu diesem Post. Würde mich freuen & interessieren.

Blockchain – Hype oder Innovation?

Kein Pitch, in dem dieses Wort fehlt. Kein Startup, das nicht eine Lösung damit plant. Keiner Technik wird soviel zugetraut wie ihr. Gleichzeitig ist keine so geheimnisumwittert. Wenn es in den letzten Jahren ein Buzzword der Gründerszene gegeben hat, dann ist es die Blockchain. Ihr traut man (fast) alles zu. Sie kann die Welt aus den Angeln heben. Aber nur wenige wissen wirklich, was hinter dem Wort steckt – und wie man die Technik sinnvoll einsetzen kann …

Die Macher des Events

Als ich hörte, dass IT Stadt Koblenz einen Vortrag zu dem Thema Blockchain organisiert, war ich sofort Feuer & Flamme. Wann hat man schon die Gelegenheit, das eigene Wissen zu einer solch sagenumwobenen Technologie aus erster Hand zu erweitern? Eben!
Das Ganze fand am 28.11.2018 in den Räumlichkeiten des Technologiezentrums (TZK) Koblenz statt. Zu dem Event hatten – neben der IT Stadt Koblenz  – die Gesellschaft für Informatik e.V. sowie das Netzwerk ITK & Neue Medien (IHK Koblenz) eingeladen.
Und man hatte kompetente Vortragende für den Abend verpflichtet:
Maximilian Weigel (CTO) und Holger Heinz, beide von Blocklink AG Koblenz (hier der Link auf die Website). Wie der Firmenname schon verrät: dieses noch junge Startup aus Koblenz weiß, was Blockchain ist – und wie man sie einsetzen kann.

Vortrag im Technologiezentrum

Zu dem Vortrag im TZK hatten sich rund 45 Interessierte eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden der IT Stadt Koblenz, Ralph Brubach, ging es „ans Eingemachte“.

Einem größeren Publikum bekannt geworden ist die Blockchain vermutlich im Jahr 2008, als die digitale Währung Bitcoin von sich Reden machte. Und hier liegen auch – irgendwie – die Wurzeln: es geht bei der Technologie darum, eine zuverlässige Aufzeichnung von Dingen zu etablieren und zu gewährleisten. Die Blockchain stellt dabei sicher, dass die Daten nicht verändert werden und auch, dass die Daten für alle Verfügbar sind.

Man spricht dabei von einem Konsens innerhalb des Netzwerks. Dieser Konsens ist auch einer der Hauptunterscheidungsmerkmale zu „klassischen“ Datenhaltungen: es gibt keine zentrale Stelle, keinen „Admin“ oder ähnliches, der als letzte Autorität fungiert. Das System (oder die Mehrheit im System) stellt die Richtigkeit von Daten & Transaktionen fest und garantiert deren Integrität. Dabei ist das Design der Blockchain so aufgebaut, das sowohl die Daten selbst als auch die Transaktionen in der Blockchain gespeichert werden. Kryptographie stellt dabei sicher, dass keine Manipulationen vorgenommen werden können (oder nur mit einem Aufwand, der ein solches Unterfangen von vornherein sinnlos werden lässt).

Fazit

Die Fragen aus dem Publikum zeigten, dass das Interesse am Thema Blockchain groß ist. Sie machten jedoch auch deutlich, dass Vertrauen in die Blockchain erst noch aufgebaut werden muss. Mit Interesse wurden dabei die Bemühungen der öffentlichen Hand – beispielsweise in Schweden – zur Kenntnis genommen.

Darum schließt dieser Artikel mit einem Zitat aus dem Vortrag von Maximilian: „Die Chancen und die Probleme sind gewachsen.

Recap zum Barcamp Rhein-Main 2018 in Wiesbaden

Es gibt mittlerweile eine große Anzahl von Barcamps allein in Deutschland. Und die Liste wird jedes Jahr länger. Doch man muss Realist bleiben: man kann einfach nicht alle besuchen. Darum konzentriert man sich oft auf die eigene Region. Koblenz, Bonn und vielleicht noch Köln kommen einem da zunächst in den Sinn. Doch auch südlich von uns tut sich was: zum Beispiel beim Barcamp Rhein-Main. Interessanterweise ein Barcamp ohne festen Heimathafen. Und eines, dass in diesem Jahr zu einem Jubiläum eingeladen hat … 

In diesem Jahr fand das Barcamp wieder einmal in Wiesbaden statt. Und weil sich bei unseren „südlichen Nachbarn“ auch jemand von Koblenz Digital zeigen sollte, habe ich mir das für den 24.11.2018 auf die Fahnen geschrieben.
Das war übrigens bereits mein zweiter Besuch beim #BCRM. Die erste Stippvisite fand schon 2016 statt. Aber das könnt Ihr in diesem älteren Blog-Artikel nachlesen.

Barcamp – was war das noch gleich…?

Wenn jetzt einige ein Fragezeichen auf der Stirn stehen haben und nicht wissen, was ein Barcamp ist: einfach zum Ende dieses Artikels scrollen: dort habe ich die wichtigsten Punkte zur Fragestellung „Was-ist-ein-Barcamp?“ und wie funktioniert es, zusammengefasst.

Alle anderen können gleich hier in den Recap zum Barcamp Rhein-Main 2018 einsteigen.

Über das BarCamp Rhein-Main

Das Barcamp Rhein-Main feierte in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag. Und zumindest ein Teil der rund 200 Teilnehmer war wohl auch als Gratulant unterwegs nach Wiesbaden, um diesen runden Geburtstag zünftig mit einem tollen BarCamp zu zelebrieren.

Die Macher hinter dem Barcamp sind im Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. organisiert. Weitere Infos findet Ihr auf deren Website. Ist interessant, weil die Macher noch weitaus mehr auf der Agenda haben als „nur“ diese Un-Konferenz.

Das Barcamp Rhein-Main ist – anders als beispielsweise das Koblenzer Barcamp – nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Vielmehr geht es munter durch das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Stationen waren bisher

  • Mainz (2009)
  • Darmstadt (2010)
  • Mainz (2011)
  • Wiesbaden (2012)
  • Dieburg (2013)
  • Frankfurt (2014)
  • Bingen (2015)
  • Wiesbaden (2016)
  • Offenbach (2017)
  • Wiesbaden (2018)

Weitere Infos – sowohl zu kommenden aber auch zu den bereits vergangenen Veranstaltungen – findet Ihr auf der Website des Barcamps Rhein-Main.

Die Location: Akademie der R+V-Versicherung

Das Barcamp Rhein-Main fand in diesem Jahr in den Räumen der Akademie der R+V-Versicherung statt. Der Campus liegt südöstlich vom Stadtzentrum Wiesbaden. Von Koblenz ist man in knapp einer Stunde vor Ort.

Zur Location selbst nur ein Wort: Cooooooooooooool. Kann man nicht anders beschreiben. Werft einfach mal einen Blick auf die Website der R+V-Versicherung: dort gibt es einen virtuellen Rundgang durch den Campus!

Der Campus der R+V hat einen Fläche von rund 600 m², ist mit modernster Seminartechnik ausgestattet, gerade mal ein Jahr alt und darum auch super geeignet als Location für ein Barcamp.

Die erste Session: Quora

Bei der ersten Session gleich eine Überraschung: da gibt es einen neuen Service im Web, von dem ich in meiner Filterblase noch nichts gehört habe!

Erschreckend. 🙂

Quora wurde uns quasi aus erster Hand vorgestellt – und zwar von Kersten Ewelt. Sie ist Head of Marketing bei Quora. Kersten verfügt aus diesem Grund über tiefes Hintergrundwissen zu allen Themen rund um Quora – gerade mit Blick auf die deutschsprachige Community. Hier der Link auf Ihr Profil.

Wenn es Dir so geht wie mir und Du bisher nichts mit dem Namen anfangen kannst: Quora ist ein digitaler Auskunftsdienst. Dabei soll den Nutzern auf beliebige Fragestellungen eine (hilfreiche) Antwort gegeben werden. Die Antworten sind dabei auch untereinander verknüpfbar: so kann – ähnlich wie zum Beispiel in der Wikipedia – von einem Thema oder Artikel zum nächsten surfen.

Interessant war bei dieser Session der Blick hinter die Kulissen:

  • Wer hat das Unternehmen gegründet?
  • Wie ist man vorgegangen?
  • Welche Herausforderungen haben sich gestellt (oder bestehen immer noch)?
  • Und wie unterscheidet sich der neue Dienst von anderen Anbietern?
  • Welche Maßnahmen werden ergriffen, ob die Qualität der Antworten auf einem hohen Niveau zu halten?

https://platform.twitter.com/widgets.js

Ich für meinen Teil bin durch diese Session so neugierig geworden, dass ich mir einen Account angelegt habe und mir Quora genauer anschauen werde.

Slot Nummer zwei: Was kommt nach Twitter, Facebook und Co.?

Für Suitbert Monz, der diese Session angeboten hat, war es quasi ein Heimspiel: schließlich ist er Social Media Manager bei der R+V Versicherung. Auf dieser Seite hier beschreibt er sich kurz selbst.

Passend zum Aufgabengebiet von Suitbert ging es bei ihm um einen Blick auf die „alternativen“ Social-Media Anwendungen und Netzwerke. Der Bogen wurde dabei in den 45 Minuten vom Status Quo der aktuellen Netzwerke über die bisherige Entwicklung der neuen Anwendungen bis hin zu derzeit verfügbaren Alternativen gespannt. Natürlich wurde auch beleuchtet, warum die großen Netzwerke überhaupt Plattformen bereitstellen und das diese auch unterhalten – sprich: bezahlt – werden müssen. Mit Werbung oder mit den Daten der Nutzer.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Mastodon, Pixelfed, PeerTube, GitPub, und und und. Es gab so gut wie keine alternative Social-Plattform, die nicht zumindest erwähnt wurde.
Mitgenommen habe ich bei dieser Session, dass sich für den Einstieg in diese Materie vielleicht ein Blick auf die Seite https://fediverse.party/ lohnen könnte (nur so als Tipp).

Mittagspause

Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Und bei einem so interessanten Programm wie beim Barcamp Rhein-Main muss natürlich für Nachschub gesorgt werden. Pünktlich zur Mittagspause gab es eine indische Linsensuppe, Nudeln mit Bolo und Salat mit vaganem Dressing.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Session Nr. 3: Wieso Israel so innovativ ist

Frisch gestärkt ging es in Runde drei mit Kersten von quäntchen + glück, der in seiner Session der Frage auf den Grund gegangen ist, warum Israel so innovativ ist. Diese Frage habe ich mich auch manchmal schon gestellt, da zum Beispiel beim Thema Innovation das kleine Israel meist in einem Atemzug mit den USA genannt wird.

Spannende Geschichte: am Anfang stand (neben der Idee) eine einfache Anfrage im Web.

Und dann ist Kersten mit seinen Kollegen einfach runter nach Tel Aviv geflogen und hat sich dort mit Einheimischen getroffen. Ziel war es, in direkten Gesprächen herauszufinden, wie die Israelis „ticken“. Warum die Innovationen in dem Land am Mittelmeer schneller voran kommen als bei uns – und was wir davon lernen können.

Ein paar der „Warums“ habe ich per Live-Twitter mitgepinnt:

Fand ich eine wahnsinnig spannende Idee, bei der ich auch gern dabei gewesen wäre.

Session Nr. 4: Ortsunabhängiges Arbeiten

Mit Silke Vogel von Vogel Design ging es dann ab in den Süden. Genauer: nach Indien. Denn Silke hat das ortsunabhängige Arbeiten für sich entdeckt. Sie berichtete von den Anfängen, den „Einstieg“ in das Arbeiten ohne festes Büro – bis hin zu den einzelnen Stationen auf dem Erdball.

Da ist man ein paar mal neidig geworden (vor allem, wenn man nach draußen geschaut hat und sich das trist-graue Herbstwetter in Wiesbaden anschauen musste).

Session Nr. 5: Über inkrementelle Innovation zu echter (Corporate-) Innovationskultur. Macher-Session inklusive *Hacks* für den Alltag

Die (für mich) letzte Session hat Anna Scheffold von der Digitalagentur Unterschied & Macher gehalten. Nicht von dem sperrigen Titel einschüchtern lassen – gerade bei den Hacks waren viele gute und praktisch auch umsetzbare Denkanstöße dabei.
Diese Session ist übrigens aufgezeichnet worden, d.h. Ihr könnt Euch Anna und Ihren Vortrag auf YouTube anschauen.

Die Slides des Vortrags sind ebenfalls im Web verfügbar:

Wie immer: Fotos!

Auch in diesem Jahr habe ich wieder einige Bilder bei der Veranstaltung gemacht (insgesamt 128). Wer sich die anschauen möchte: hier ist der Link auf das Album bei flickr.

Mein Fazit

Das Barcamp Rhein-Main war und ist ein Reise wert. Besonders gut hat mir die Location gefallen: der R+V Campus bietet sich gerade zu für solche Formate an! Ansonsten: gewohnt gute Organisation (da merkt man, dass die Macher bereits 10 Jahre auf dem Buckel haben) und da lässt man sich auch nicht mehr aus der Ruhe kriegen.
Von daher kann ich nur sagen: wenn es terminlich passt bin ich nächstes Jahr wieder dabei.

Last-but-not-least: Danke an die Sponsoren!

Ein Barcamp ist ohne Sponsoren sehr viel schwerer (oder unter Umständen gar nicht) realisierbar. Zumindest würde eine solche Un-Konferenz für die Teilnehmer deutlich teurer werden. Aus diesem Grund gebührt den Sponsoren eines solchen Events der besondere Dank der Barcamp-Besucher.

Umgekehrt können natürlich auch die Sponsoren selbst gewinnen:

Durch das Sponsoring wird ein positives und weithin sichtbares Statement des Unternehmens oder der Marke gesetzt.

Man erreicht Teilnehmer mit einer hohen Reichweite in den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen. Positive Erwähnungen können so enorme Reichweite entwickeln, was gerade im Bereich Markenaufbau hilfreich sein kann.

Das Unternehmen hat die Gelegenheit, eigene Mitarbeiter am Barcamp teilnehmen zu lassen, die so zum Beispiel von den unterschiedlichen Session profitieren können.
Unternehmen und Marken können einem breiten Publikum die eigene Kompetenz aufzeigen, indem selbst Sessions vorbereitet und durchgeführt werden.

Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Eigendarstellung als Arbeitgeber: Barcamps können auch als Event für das Recruiting in einer wichtigen Zielgruppe gesehen werden.
Leicht übersehen wird auch die Chance, über die Teilnehmer an einem Barcamp neue Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern oder Kunden herzustellen, auch wenn das Barcamp nicht mit einer Vertriebsveranstaltung verwechselt werden sollte. Aber allein der Networking-Faktor ist enorm!

Last-but-not-least zeigt ein Unternehmer durch das Sponsoring, dass man sich bei lokalen Events Engagement zeigt. Und dieser Einsatz zeigt – im Gegensatz zu manchen anderen Formen des Sponsoring – unmittelbare Wirkung und stellt auch den direkten Zusammenhang zur eigenen Marke her.

Und darum: Danke an die Sponsoren!

Da Du jetzt weißt, warum Sponsoren so wichtig sind, folgt jetzt auch mein konkretes „Dankeschön“ an die Sponsoren des Barcamps Rhein-Main 2018: Danke! Das war ein tolles Event!

Und gleich auch noch eine Bitte: macht weiter so! Seit im nächsten Jahr wieder dabei und helft mit, die Idee des Barcamps ins Land hinaus zu tragen!

ginco

ginco entwickel Strategien für eine integrierte und digitale Kommunikation: Von der Beratung über Konzept, Design und Entwicklung verbindet man so alle relevanten Medien – plattformübergreifend.

LindenKaffee

LindenKaffee ist ein junger und innovativer Kaffeeanbieter mit Sitz in Frankfurt. Liebe zum Kaffee, die Zufriedenheit der Kunden und vor allem das Thema Nachhaltigkeit stehen auf der Agenda des Unternehmens ganz oben!

R+V

Die R+V Versicherung ist einer der größten Versicherer Deutschlands für Privat- und Firmenkunden. Sie gehört zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Und natürlich war die R+V in diesem Jahr der Gastgeber, denn das Barcamp Rhein-Main fand in den Räumlichkeiten der R+V-Akademie in Wiesbaden statt!

netz 98

netz98 ist größter deutscher Magento Enterprise Solution Partner. Von Mainz aus realisiert die agile Magento-Agentur anspruchsvolle Onlineshops, E-Commerce-Plattformen und Digitalisierungsprojekte im B2C und B2B.

AOE

AOE ist führender globaler Dienstleister für Digitale Transformation und Digitale Business Modelle. Dabei setzt das Unternehmen aus Wiesbaden ausschließlich auf etablierte Enterprise Open Source Technologien. So entstehen in agilen Softwareprojekten innovative Lösungen, digitale Produkte und Portale, die zu langfristiger strategischer Zusammenarbeit mit unseren Kunden führen.

mediaman//

Wenn es um den digitalen Wandel geht ist die Agentur mediaman aus Mainz nicht weit. Mit mehr als 130 Mitarbeitern arbeitet man dort seit mehr als 20 Jahren an der Entwicklung neuer Internetstrategien, der Transformation von Geschäftsprozessen und der Gestaltung von User-Experience der Extraklasse.

HessenAgentur GmbH

Die Hessen Agentur ist eine Dienstleistungsgesellschaft des Landes Hessen. Sie setzt Projekte, Kampagnen und Förderprogramme des Landes um und fungiert dabei immer mehr auch als Berater und „Thinktank“. Ziel der Gesellschaft ist es, die zukunftsorientiert Positionierung des Bundeslandes Hessen im nationalen und im internationalen Wettbewerb zu fördern und damit zur nachhaltigen Entwicklung des Standortes Hessen beizutragen.

Was ist ein BarCamp?

Lustigerweise hört man diese Frage immer noch (was man als eifriger Barcamp-Besucher gar nicht verstehen kann). Trotzdem: auch dieser Artikel soll zumindest eine kurze Beschreibung beinhalten. Als Barcamp – hin und wieder hört man vielleicht auch den Namen „Un-Konferenz“ – bezeichnet man eine sich selbst organisierende Tagung. Dabei werden offene Workshops, deren Inhalte erst beim Beginn der Veranstaltung durch die Teilnehmer selbst festgelegt werden, zu einem Programm zusammengestellt. Die genauen Themen und der Verlauf sind somit offen, während manchmal ein „Oberthema“ vom Veranstalter vorgegeben wird.
Die Möglichkeiten eines Barcamps sind dabei weit gestreut: von reinen Diskussionsrunden ober Programmierworkshops oder einfach dem Austausch von Gleichgesinnten ist alles drin.

Moment: so ein Barcamp funktioniert wirklich…?

Wie jetzt … ? Das Programm wird erst vor Ort, am Tag des Events, aufgestellt? Wie soll das funktionieren? Da habe ich ja gar keine Steuerungsmöglichkeit?
Gerade Menschen, die bisher „klassische“ Konferenzen besucht haben, können sich im ersten Moment nur schwer vorstellen, das eine „Un-Konferenz“, ein Barcamp, tatsächlich funktioniert. Auch Neueinsteiger sind im ersten Moment vielleicht verwirrt oder vermissen die sicheren Leitplanken eines vorgegebenen Programms. Aber gerade diese Unsicherheit schwindet in den meisten Fällen sehr rasch dem Aha-Erlebnis, wenn man versteht, wie ein Barcamp tickt. Und das dieses Konzept in der Praxis wirklich funktioniert. Der Moderation, dem Speaker, dem Gesicht des Barcamps, kommt daher bei der Begrüßung und der ersten Stunde ein hoher Stellenwert zu. Er (oder sie) muss das Eis brechen und die ersten, wichtigen Programmpunkte des Barcamps souverän über die Bühne bringen, die da wären:

  • Begrüßung
  • Organisatorisches
  • Vorstellungsrunde aller Teilnehmer
  • Sessionplanung

Spätestens bei der Vorstellungsrunde geht dann meist ein Raunen durch die Menge. 100 oder gar 200 Leute sollen sich vorstellen? Wie lange soll das dauern? Die Antwort: nicht so lange, wie man denkt. Name, Twitter-Account und drei Stichworte oder Hashtags – der Nächste bitte. Natürlich erwartet niemand, dass man sich jetzt die 199 anderen Personen merkt. Das Ganze ist einfach nur ein Eisbrecher – und soll auch ein bisschen das Lampenfieber nehmen. Beides gelingt mit der Vorstellungsrunde sehr gut!

Sind alle aufgewärmt, startet die Sessionplanung. Sie bildet das Programm des Tages und besteht aus Zeitblöcken von (in der Regel) 45 min für einen Programm und 15 min für den Wechsel. Die Anzahl der parallel möglichen Sessions ergibt sich den zur Verfügung stehenden Räumen. Aus diesen Vorgaben ergibt sich ein Raster, dass nun durch die Teilnehmer mit Leben gefüllt werden muss. Jeder, der möchte, meldet sich und kann seinen Vorschlag für ein Session dem Publikum vorstellen. Das können Workshops, Diskussionen, Vorträge, oder was auch immer sein. Finden sich genügend interessiert, wird der Vorschlag in den Sessionplan aufgenommen. Je nach Resonanz wird dabei gleich Vorschlägen mit vielen Interessierten ein möglichst großer Raum zugewiesen, anderen halt ein kleiner. So wächst nach und nach der Plan an, bis alle Slots vergeben sind und das Programm steht.

Soviel zum allgemeinen Drumherum eines Barcamps.

Abend der Innovation bei der Debeka

Der Hackathon „Hackquarter“ der Debeka ging am vergangenen Wochenende in die dritte Runde und mehrere Gruppen entwickelten neue App-Ideen und schlaue Konzepte im Bereich Insurtech. Alexandra und ich haben am Samstagabend vorbeigeschaut zum Abend der Innovation, wo ein Vortragsprogramm im lockeren Rahmen angeboten wurde.

Angenehm war, dass mit Paul Stein ein Vorstand der Versicherung Präsenz zeigte und das Intro machte. Man sieht, dass Startup- und Innovationskultur auch in der oberen Führungsebene einen hohen Stellenwert besitzt.

Wie wird der Tanker effizient und flexibel?

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Marc Wagner von der Detecon (Consulting-Tochter der Deutschen Telekom) zum Thema New Work. Er ging extrem schnell durch die Folien und die halbe Stunde war mit Inhalt für einen ganzen Abend vollgepackt. Dabei sparte er nicht mit Selbstkritik bzw. Kritik am Vorgehen des eigenen Konzerns (Vergleich: Hochseetanker). Die Erfahrungen die mit diversen Methoden gemacht wurden, nutzte er, um Schwachstellen aufzuzeigen und möglichst daraus zu lernen. Eine Zusammenfassung bzw. einen Ausschnitt daraus hat Marc Wagner unter dem Titel „Die Erschütterung der alten Macht: Erneuerung durch Company Rebuilding? gepostet.

New Work in der Old Economy

Patrick Schneider vom DICE (Debeka Innovation Center) machte in seinem Vortrag klar, dass die neueste Technik nicht das Allheilmittel ist. Vielmehr lohnt es sich, als Arbeitgeber Ermöglicher für die eigenen Mitarbeiter zu sein und die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Die Debeka selbst wählte dafür die Methode des Innovation Lab, mit dem Anspruch dieses einerseits den Kollegen aus verschiedenen Bereichen zur Verfügung zu stellen und andererseits positive Erkenntnisse in die Kultur des Gesamtunternehmens zu übertragen. Christoph Surges zeigte dann noch das Konzept des DICE, dazu dann aber nochmal mehr an dieser Stelle, wenn wir uns das mal in fertig und in echt angucken dürfen. 😉

Was war noch?

  • Wie Satya Nadella die Unternehmenskultur von Microsoft umgekrempelt hat, erklärte Andreas Grigull.

  • Frank Birzle, Co-Founder von Ottonova, einem reinen Online-Anbieter für private Krankenversicherung, stellte deren Geschäftsmodell vor. Der Kundenstamm ist noch winzig, aber der Ansatz, rein über eine App zu gehen, durchaus mutig und innovativ. Beispielsweise kann dort eine Arztrechnung per Smartphone-Foto eingereicht werden. Der gesamte Entwicklungsprozess ist agil aufgestellt, so dass schnell auf Kundenwünsche reagiert werden kann.
  • Herbert Jansky präsentierte das InsurLab Germany, eine Keimzelle für Insurtech-Startups in Köln. Einige Ideen und Projekte konnten schon bei großen und mittelgroßen Versicherungen in den produktiven Einsatz gebracht werden.
  • Daniel und ich (Team TZK) mussten eine extrem knappe Niederlage gegen Team Debeka-IT einstecken. Das hat gesessen!

Immer gut: Miteinander reden

Danke an die Debeka-DICE-Crew für die Einladung und die sehr aufwändige und engagierte Orga. Besonders schön war, dass in den Pausen und nachher Gespräche entstanden, auch mit Leuten, die sich vorher noch nicht kannten. Wenn die Digitalszene von Koblenz sich weiter vernetzt, finden wir das gut und wünschen außerdem den Teilnehmern beim Hackquarter viel Erfolg beim Weitermachen mit ihren Ideen!