#GIEFF – Das German International Ethnographic Film Festival ab jetzt immer in Koblenz!

In 5 Tagen 53 Filme aus 33 Ländern zu Themen wie Globalisierung, Diversity, Migration, Exil, Älterwerden und Beziehungen zwischen Mensch und Tier? Ja, tatsächlich. Am 11. Mai durften wir live vom diesjährigen GIEFF berichten. Man hatte uns zu einem ganz besonderen Teil der Veranstaltung eingeladen: Der renommierte Ethnologe und Filmemacher David MacDougall war zu Gast und beeindruckte nicht nur uns mit seiner Präsentation.

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Bis vor Kurzem war uns das 1993 in Göttingen gegründete GIEFF unbekannt. Wer weiß, vielleicht haben wir irgendwann einmal davon gelesen, ganz beiläufig. Doch das ist eher unwahrscheinlich, denn als wir vor wenigen Wochen zum ersten Mal davon hörten, waren wir sofort neugierig. Immerhin trägt es einen englischen Namen, ist international und – hallo – ein Festival! In unserem Koblenz! Da mussten wir einfach nachfragen und suchten Kontakt zu den Veranstaltern. Vermutlich fragt auch Ihr Euch, was dieses GIEFF konkret ist. Irgendwas mit Ethnologie, also wissenschaftlich und somit trocken? Von wegen! Kaum eine Wissenschaft ist derart „up to date“, denn Ethnologie befasst sich mit Themen, die uns aktuell besonders stark betreffen. Außerdem kommen zum GIEFF Leute aus der ganzen Welt. Auch junge Studierende! Erfahrene Filmemacher und Nachwuchsregisseure. Wissenschaftler und …. einfache Leute wie wir.

„Die Filmbeiträge des GIEFF zeigen durch ihre Nähe und Unmittelbarkeit in eindrücklicher Weise, welche Baustellen es in unserer globalen Gesellschaft gibt. (….) Die mediale Sichtbarkeit bedeutet noch keine Lösung, sondern macht uns zunächst nur gesellschaftliche Probleme bewusst.“ (Martin Görlitz, der mit seiner Stiftung und dem ISSO Institut das Festival mitorganisiert)

„Die Ethnologie lässt sich als die Kunst beschreiben, das Fremde vertraut werden zu lassen und das Vertraute fremd.“ (Prof. Dr. Ackermann, Festival Director)

Beim diesjährigen GIEFF wurden zum 14. Mal von einer internationalen Jury ausgewählte Dokumentarfilme aus unterschiedlichen Ländern gezeigt. Teil des Programms waren allerdings auch Präsentationen von interaktiven Websiten, ein studentischer Filmwettbewerb und Diskussionsrunden mit Filmschaffenden aus aller Welt. Koblenz Digital nahm an einer Neuheit des Festivals teil: der „Filmmaker´s Choice“. Sie wurde in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) auf die Beine gestellt. Auch künftig sollen hierbei bekannte Regisseure „ihre Arbeit in Perspektive setzen, indem sie Exzerpte aus Filmen, die ihre Arbeit beeinflusst haben, zeigen und mit dem Publikum diskutieren“, so heißt es in einer öffentlichen Erklärung.

Konkret bedeutete es in unserem Fall, dass wir uns mit dem preisgekrönten Filmemacher David MacDougall einen Raum teilen, gemeinsam mit ihm Ausschnitte aus aufschlussreichen Filmen anschauen und später an einer Diskussion teilnehmen durften. In der Pause mischte sich der Regisseur unter die Leute und erwies sich nicht nur als bescheiden, sondern als aufgeschlossen und gewiss auch – wie könnte es bei einem Ethnologen anders sein – neugierig. Denn er schaute sich um, beobachtete und interagierte nicht nur mit den freundlichen Studentinnen an der Getränkeausgabe.

„Ethnografische Filme sind dann gelungen, wenn sie zulassen, dass die Zuschauer und Zuschauerinnen sich selbst ein Bild beziehungsweise eigene Erfahrungen machen und im vermeintlich Fremden auch Vertrautes entdecken können.“ (Prof. Dr. Ackermann)

Die von MacDougall ausgewählten Filmausschnitte, beeindruckten mich und das restliche Publikum sehr. Wir lachten und staunten gemeinsam. Wir fühlten mit. Diese Filme hatten es also geschafft – sie ließen uns Vertrautes im vermeintlich Fremden entdecken und mitempfinden. Ob in Afrika, 1906 in den USA oder 1960 in Paris – alle Protagonisten sowie andere in den Filmen auftauchenden Personen waren letztendlich nur Menschen. Menschen wie Du und ich. Egal wie anders ihr Leben aussah, wie ungewöhnlich sie wohnten, wie armselig ihr Dasein wirkte oder wie abenteuerlich – was man sah, war pure Menschlichkeit in diversen Situationen und Facetten.

Hättet Ihr gedacht, dass bereits 1960 die französische Jugend davon träumte, ein Startup zu gründen, Arbeit nur aus Leidenschaft nachzugehen, schnell reich zu werden und sich für die Work-Life-Balance einzusetzen? Genau das zeigt nämlich einer der Dokumentarfilme, der beim jungen Publikum besonders gut ankam. „Der Film ist so toll! Gestern wurde er in voller Länge gezeigt und ich würde ihn mir gerne nochmal anschauen“, erzählte mir eine Studentin aus Bremen. Sie und ihre Freundinnen waren mit einer ganzen Seminargruppe für das komplette Festival extra nach Koblenz gekommen. Nichts wollten sie verpassen. Natürlich fragte ich sofort, wie sie unsere Stadt finden und erntete ein breites Lächeln. „Koblenz ist sehr schön. Wir sitzen gerne an der Mosel und beobachten die Touristen. Es ist großartig. Aber jugendlich ist diese Stadt nicht gerade.“

An dem Freitag war es jedoch spürbar jugendlich. Denn auf dem Florinsmarkt saßen und standen hier und da Studierende in Grüppchen mit anderen Teilnehmenden zusammen. Auf einer Mauer, an der Treppe – sie unterhielten sich auf deutsch und englisch. Menschen, die etwas erfahren wollten, die wissbegierig und offen waren, trafen sich an einem Ort – unabhängig davon, woher sie kamen. Sie vertrugen sich, sprachen über Fachliches, das Leben als solches und ließen sich somit auf den Augenblick ein. Das Jetzt. Wann tun wir das noch? Ich behaupte: immer seltener. Die drei Stunden, die ich im Publikum verbrachte oder zwischendurch im Gespräch mit anderen Anwesenden und in der Pause mein Handy am Getränkestand aufladend, verflogen ganz schnell.

„Die Entwicklung eigener Standpunkte braucht Begegnung und Anschauung genauso wie Empathie und Diskussion. Genau dies kann das Medium Dokumentarfilm leisten, wenn es seinem Anspruch, authentische Porträts fremdkultureller Wirklichkeiten zu liefern, gerecht wird“, schreibt Prof. Dr. Ackermann von der Koblenzer Universität. Danke für diese schöne Erklärung dessen, was ich dort gesehen habe. Allein deshalb hätte sich der Besuch gelohnt. Toll ist, dass man sich die Filme nicht ganz allein zu Hause anschaut, sondern mit anderen Menschen zusammen. Kino eben. Bloß ziemlich speziell, da nicht im gewöhnlichen Kino, sondern im Gewölbekeller des Alten Kaufhauses in der Koblenzer Altstadt. Wann erlebt man denn so etwas?

Zu unserer Freude feierte das GIEFF nicht nur sein 25-jähriges Jubiläum hier, sondern wird, laut Veranstalter, ab jetzt immer in Koblenz stattfinden. Und zwar ausschließlich hier, nicht wie 2016 aufgeteilt auf Göttingen und Koblenz. Alle zwei Jahre wird uns das Festival beglücken. Es steht unter der Schirmherrschaft der Kulturdezernentin PD Dr. Margit Theis-Scholz und wird von der Universität Koblenz-Landau sowie dem ISSO Institut organisiert. Wir von Koblenz Digital müssen uns leider desöfteren aufteilen, um an den zahlreichen Events teilnehmen zu können. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass beim nächsten Mal mehrere von uns zum GIEFF kommen werden. Wir freuen uns schon auf 2020!

 

Links

David MacDougall im Video (YouTube)

GIEFF

Unsere Tweets zur Veranstaltung – live und spontan

Unternehmen sollten an ihrer Leistung gemessen werden, nicht am Alter der Gründer

Interview mit dem jüngsten Startup-Gründer von Koblenz: Daniel Zacharias (Sdui.de).

Daniel Zacharias lernte ich beim Workshop im Druckhaus der Rhein-Zeitung kennen. Über die Veranstaltung zum Thema Digitalisierung und Zukunft habe ich hier bereits gebloggt. Zacharias zog als Stimme junger Unternehmensgründer in der Podiumsdiskussion die Blicke auf sich. Sein Startup hat eine App für Schulen entwickelt. Im Bereich Bildung sei es jedoch sehr schwierig an Investoren zu kommen, da die Politik Innovationen an Schulen nicht fördere, erklärte er. Die Ausführungen des engagierten 20-jährigen klangen interessant. Wir kamen ins Gespräch und verabredeten uns wenige Wochen später zum Interview. Treffpunkt waren die Büros der Sdui GmbH im Technologiezentrum Koblenz (TZK).

 

Daniel, wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Daniel Zacharias, ich bin Gründer und Geschäftsführer von Sdui und möchte den Bildungsbereich revolutionieren.

Wir (gemeint ist das Sdui-Team) haben uns bereits als Schüler gefragt: Wo hakt es denn? Überall liest und hört man von Digitalisierung hier, Digitalisierung da. Aber der Endnutzer Schule steht vor dem Thema und weiß nicht, was er tun kann. Unser Anliegen ist daher, die ohnehin stattfindende Digitalisierung der Gesellschaft mit dem veralteten System Bildung zusammenzubringen.

Im Workshop der Rhein-Zeitung und IT.Stadt hast du auf der Bühne erzählt, dass du dich als Schüler oft über den Vertretungsplan geärgert hast. Warum?

Wir hatten teilweise einen langen Weg zur Schule und ärgerten uns, wenn wir uns früh aus dem Bett geschleppt und auf den Weg gemacht hatten, aber dann in der Schule feststellen mussten, dass die ersten beiden Stunden ausfielen. Entweder man akzeptiert das, dann darf man nicht meckern oder man meckert und lässt sich etwas einfallen. Das ist unsere Entstehungsgeschichte.

Wie kann man sich das vorstellen? Als Schüler wart ihr unzufrieden, du und ..?

Zwei Freunde. Jan Micha Kroll, der eine Klassenstufe unter mir war und René Meyenburg – zwar von einer anderen Schule, aber mit dem gleichen Problem.

Wie alt wart ihr, als es losging?

Ich war 19 und hatte gerade mein Abitur beendet. René machte zu dieser Zeit seine Ausbildung und Jan Micha ging noch zur Schule, um sein Abi zu beenden.

Und da dachtet ihr, es wäre nicht schlecht mal was Neues zu starten?

Tatsächlich entstand der Drang dazu durch „Jugend forscht“. 2016 haben wir daran teilgenommen und dort unsere App für digitale Vertretungspläne vorgestellt. Jeder Schulleiter, Lehrer und Schüler, der an unseren Stand kam, sagte: „Hey, das ist genau das Problem, das wir an unserer Schule haben!“ In unserer App ging es damals darum, die Informationen der Schule zu bündeln, zu personalisieren und digital an die Schülerschaft zu senden, damit jeder vorzeitig wusste, dass beispielsweise die erste Stunde ausfällt. Die erste Version des Produktes war fertig. Das war Sdui.

Das heißt, ihr habt das alles selbst programmiert als Schüler?

Ja genau. Bei mir waren es jedoch nur die Grundlagen der Programmierung. Ich habe danach eher Geschäftsführungsaufgaben übernommen. René kümmerte sich wegen der Ausbildung eher um die Server und Jan ist unser absoluter Programmierspezialist.

Was habt ihr euch selbst beigebracht? Welche Programmiersprachen?

Ich war damals nur für den Native-Teil und das Design da. Das heißt, ich habe die ganzen Designs gemacht, Swift-Programmierung. Unser Experte sitzt hinten (im Büro nebenan), der kann, glaube ich, alles. PHP, Java Script, SQL usw. Ich konnte nur CSS und HTML, aber er hat Frontend und Backend komplett gebaut. Unser dritter Kollege ist ein Server-Experte. Wir haben ja ein Cloudbased Communicationtool. Und wir sind alle gute Grafiker. Also, alles selbst programmiert, zu Jugend forscht gegangen, festgestellt, es kommt gut an.

Ihr habt Glück gehabt, dass ihr euch so perfekt zusammengefunden habt.

Stimmt. Wir kennen uns inzwischen seit etwa 10 Jahren. Aber ja, wir dachten uns, wir müssten mal etwas aus dieser Kombination machen.

Und wenn du so ein Projekt machst, kannst du nur deine eigene Schule verändern. Durch Jugend forscht haben wir gemerkt, es interessiert mehr als nur eine Schule. Deshalb haben wir überlegt, dass es nicht schlecht wäre eine Firma daraus zu machen und mehr Schulen zu erreichen.

Wer ein wenig recherchiert, findet Namen wie „Pando Ventures“ in deinem Profil. Was bedeutet das?

Gut recherchiert. Vermutlich LinkedIn, stimmt´s? Pando Ventures ist der Accelerator*, den wir durchlaufen haben. Wir haben am 17. August 2017 gegründet. Als UG bekamen wir Panik, dass wir die Gründungskosten nicht stemmen würden. Das hat zwar mit unserem eigenen Geld doch noch geklappt, aber dennoch wussten wir nicht, wie wir unser Produkt vermarkten sollten. Deshalb haben wir Unterstützung gesucht. Ausgerechnet erst am Tag vor Anmeldeschluss haben wir uns bei Pando Ventures Accelerator beworben. Das war der 30. August 2017. Am nächsten Tag haben wir um 2:56 Uhr die Zusage bekommen. Es war schon komisch für mich zu sehen, okay, die arbeiten auch nachts.

Und wie ging es weiter?

Am nächsten Morgen mussten wir dorthin fahren. Ich glaube, um 10 Uhr war das. Auf der Fahrt erhielt ich die Nachricht „Bringt mal euren Pitch mit“. Das Schlimmste war, ich wusste nicht einmal, was das ist! Also schnell gegoogelt und auf dem Weg nach Wiesbaden eine Präsentation erstellt. Wir kamen dort an, haben alles vorgetragen und wurden aus über 100 Startups ausgewählt für den zweiten Bench. Das bedeutet, wir durften uns mit Pando Ventures Fragen nähern, die mit dem Markt zu tun haben. Was ist der Markt? Was müssten wir tun? Wir bekamen zahlreiche Tipps und Coachings. Bis Dezember 2017 bauten wir unser Produkt gemeinsam weiter auf. Sie sind bis heute ein sehr wichtiger, strategischer Partner für uns.

Also sind Accelerator besonders wichtig für Startups?

Ja. Für uns war das wichtig. Denn wir wussten nicht, wie wir das Ding auf den Markt bringen sollten. Ich glaube, ein Accelerator hilft wenig bei der Produktentwicklung. Es geht vielmehr darum, ein Produkt weiter zu definieren und zu schauen, wo der Markt ist. Auch mediale Unterstützung durch das Netzwerk der Accelerator bringt viel. Zum einen ist ein Netzwerk da, zum anderen Expertise in der Investition und drittens ein Gespür für den Markt. Für uns war es essentiell, dass sie uns aufgenommen und gepusht haben.

Was bedeutete das für euch persönlich?

Wir sind damals aus dem Westerwald nach Wiesbaden gezogen und haben eine zeitlang in Airbnb-Unterkünften gelebt. Das war komisch. Teilweise wohnten wir alle in einem Zimmer. Als die Sommerferien vorbei waren, mussten die anderen immer wieder zurück zur Schule. Ich hatte zum Glück das Abi schon. Weiterhin haben wir etwa einen Monat lang 12 bis 14 Stunden am Tag aktiv an unserem Produkt gearbeitet. Seitdem fahren wir ein bis zweimal die Woche noch nach Wiesbaden und erhalten dort Coachings. Das ist strategisch sehr sinnvoll.

Toll, diese Unterstützung zu bekommen.

Ja! Und das ist das, was auch Koblenz braucht. Eine Firma, die sagt: Wir unterstützen Startups. Es geht nicht um Geld, sondern um wichtige Netzwerk-Kontakte und Experten, die einen mit ihrem Wissen unterstützen. Denn wer selbst schon das alles erlebt hat, kennt die Tücken und Fehler. Wir müssen aber nicht die Fehler anderer wiederholen. Deshalb ist es gut, wenn jemand die Erfahrung mit einem teilt.

Man bekommt Panik, wenn man keinen Studien- oder Ausbildungsabschluss hat. Da muss man etwas haben, das funktioniert.

Euer Team ist nicht gerade klein für ein junges Unternehmen. Was genau macht ihr hier?

Jetzt gerade sitzen im Büro nebenan zwei Programmierer, unser Chef für Userinterface und Userexperience sowie der Netzwerk-Experte. Dann haben wir natürlich einen Marketing-Chef, der sich auch um Social Media kümmert.

Als Startup musst du dir alles, auch die Unternehmenskultur, aufbauen. Wo sind unsere Werte? Wie lauten unsere Leitlinien? Stichwort Styleguide. Wir haben einen Business-Developer und einen im Support. Es kommen jeden Tag Anfragen, zum Beispiel, wenn jemand sein Passwort vergessen hat. Darum muss sich der Support kümmern. Zuletzt haben wir einen Vertriebler, der heute – wie meist – unterwegs ist. Und auch ich mache im Vertrieb mit. Wir versuchen mehr Schulen zu gewinnen.

Die Programmierer sind mit dem Launch unseres neuen Updates beschäftigt, das wir im Mai rausbringen. Der Markt ist im Moment super schnell. Das heißt, du musst in kürzester Zeit die neusten Features auf den Markt bringen und deine Features automatisieren bis ins letzte Detail. Denn auch Schulleiter wollen weniger zusätzliche Arbeit. Für uns ist es entscheidend, Prozesse in Schulen zu vereinfachen und schneller zu machen. Nicht mehr Aufwand, sondern Mehrwert.

An welcher Funktion arbeitet ihr gerade?

Als ein neues Feature kommt beispielsweise der Elternmodus. Damit werden Krankmeldungen und Elternbriefbestätigungen mit einem Klick durch die Eltern möglich sein. Kennst du diese kleinen Zettel, die Eltern immer rausschneiden und unterschreiben müssen, als Beleg dafür, dass sie den Elternbrief gelesen haben? Endlich werden sie nicht mehr schnippeln müssen. Wir wollen eine Lösung von der Grundschule bis zur Uni sein.

Handelt es sich bei euren bisherigen Kunden um Koblenzer Schulen?

Nein, die fehlen noch. Es sind bisher Schulen aus der Region um Koblenz herum. Wir sind aber mit vielen Koblenzer Schulen im Gespräch.

Bei euch hat sich das alles dank Jugend forscht entwickelt. Sollte der Schulunterricht, deiner Meinung nach, anders aussehen?

Ja!

Ich stelle die Frage, weil ihr aus der Schule heraus mit einer innovativen Idee gestartet habt.

Und ich glaube, der Punkt, warum das gelungen ist, ist die Unterstützung von extern. Unsere Familien haben uns sehr gefördert, haben viel getragen. Accelerator wie Pando oder auch Unternehmensberater ebenfalls. Von der ersten Sekunde an hatten wir einen sehr guten Unternehmensberater, den wir über unsere Familie gut kannten. Er hat uns gepusht.

Unter den genannten Förderern kam die Schule nicht vor.

Stimmt, denn in der Schule entsteht nur viel Förderung, wenn man sehr gute Lehrer hat. Das ist eine Voraussetzung. Wir hatten einen Lehrer, der sich wirklich stark für uns engagiert hat. Er kam und fragte: Was kann man noch tun? Wie können wir euch unterstützen? Auch der stellvertretende Schulleiter machte sich beispielsweise Gedanken ums Sponsoring. Mehrere Lehrer zeigten Einsatz.

Das heißt, über den regulären Unterricht hinaus?

Ja, genau. Das waren Extraleistungen. Und da liegt das Problem. Das ist, was oft fehlt.

Was waren das denn für Lehrer – ohnehin begeisterte Informatiker?

Einer ja, andere nicht. Es war ganz unterschiedlich. Viele der Lehrer unterstützen uns übrigens bis heute.

Ich bin sehr froh darüber, dass Leute ihre Extrameile gehen und uns über den gewöhnlichen Unterricht hinaus fördern. Was sehr wenig geschieht, ist Förderung im Unterricht. Vermutlich gibt es deshalb so wenige Startups, die direkt nach der Schule gegründet werden.

Wie könnte denn bessere schulische Bildung aussehen?

Wie sie aussehen könnte? Schauen wir uns zunächst die Gesellschaft an. Seit einiger Zeit heißt es, alle müssten programmieren lernen. Gleichzeitig entwickeln wir eine künstliche Intelligenz, die selbst programmieren kann. Für viele ist das Ziel, alles zu automatisieren. Wenn wir weiterhin nur dabei bleiben, programmieren zu lernen oder zu lernen, wie man Maschinen bedient und Dinge einfach ausführt, dann entwickeln wir eine Generation, die nur aus dem Zweck heraus Arbeiter sind. Sie kriegen einen Zweck und müssen ihn abarbeiten. Ich glaube, uns fehlt Kreativität. Wir müssen uns mehr entfalten. Ganz ehrlich? In meinen Augen müssten die wichtigsten Schulfächer so wie Kunst und Musik sein. Die Fächer, in denen wir lernen uns kreative Gedanken zu machen. Wir müssten uns fragen: Was braucht die Welt? Aktuell lernen wir an Schulen und Universitäten immer noch vieles, das wir nie brauchen werden. Vergessen wir jetzt mal einzelne Fächer. Wichtig wäre projektbezogenes Arbeiten. Bitte die Wirtschaft mehr in Schulen reinnehmen.

Wir hatten kürzlich eine Einladung ins Schloss Hanseberg, ein Internat bei Frankfurt. Dort durften wir einen Tag lang von Startups berichten. Es gibt auch Projekte wie „Business at School“. Der Punkt ist, Schüler selbst etwas kreieren zu lassen. Dabei wächst man nämlich am meisten: wenn man selber etwas erschafft!

Das scheint dir am Herzen zu liegen.

Eindeutig ja. Lasst uns mehr erfolgreiche Unternehmen mit in den Unterricht bringen und Projekte gemeinsam machen. Das fehlt. Da ist so eine große Lücke zwischen Bildung und Wirtschaft!

Teenager lernen teilweise, wie man Dinge berechnet, die online kostenlos erledigt werden können.

Dennoch ist ein Grundwissen sinnvoll.

Natürlich. Ohne von unseren Mathelehrern gelernt zu haben, könnten wir jetzt nicht unsere Finanzpläne machen. Gar keine Frage. Aber der Praxisbezug ist essentiell. Wir sollten doch ausgebildet werden für das Leben und nicht nur für den Abschluss.

Wir Menschen haben die Verantwortung, Dinge zu verändern. Wenn wir denken, etwas ist nicht gut, dann haben wir die Verantwortung und die Pflicht, eine Veränderung zu bringen. Aber alle meckern, dass der Unterricht immer einfacher wird und die Schüler nichts mehr lernen. Wenn man mich als Schüler gefragt hat, was ich mal werden möchte, wusste ich es nicht. Nie.

Wie warst du denn als Schüler?

(lacht) Ich war begeisterter von den Dingen außerhalb der Schule, als innerhalb. Das dürfte die beste Beschreibung sein. Mit 16 habe ich angefangen nebenbei in einer Schreinerei zu arbeiten. Im Marketing.

Marketing? Als Schüler?

Das kam so, weil ich keinen Bock mehr hatte, das gleiche zu machen, was jeder andere Schüler auch macht, um nebenbei Geld zu verdienen: Pizzabretter schleifen. Also bin ich zu meinem Chef gelaufen und habe gesagt: „Wenn ich dir mehr Umsatz über Online-Marketing bringe, als du jetzt über den lokalen Schreinereibetrieb, darf ich dann im Büro sitzen?“ Dann habe ich mit meinem 450 Euro-Job sieben Channels auf Amazon bedient, alles gut verteilt. Spanien, Italien, etc. und wir haben Pizzabretter in ganz Europa verkauft. Bestimmt habe ich dadurch auch Geld verbrannt, also nicht nur Gewinne gebracht, aber es war eine coole Erfahrung.

Worauf seid ihr als Sdui besonders stolz?

In jedem Gespräch, auch mit potenziellen Investoren, werden wir gefragt, ob wir die App selbst entwickelt haben. Tatsächlich haben wir alles von A bis Z selbst entwickelt, nichts ist von extern eingekauft. Bis zum kleinsten Button oder auch die Algorithmen, die für die Schüler alles filtern – es ist aus unserer Hand. Darauf sind wir stolz. Das Gesamtpaket macht´s. Aber ich persönlich bin besonders stolz auf unsere User-Experience in der App. Ich glaube, wir haben die benutzerfreundlichste App, die es in dem Bereich gibt.

Was war denn die größte Herausforderung für euch?

Ernstgenommen zu werden. Das ist die größte Herausforderung. Es ist eine tolle Story für die PR und auf Veranstaltungen, wenn du sagst, du kamst mit 19 aus der Schule, hast direkt ein Start-up gegründet und veränderst jetzt Bildung, aber wenn es um fünfstellige Beträge geht, haben die Leute schon mal Bedenken: Oh, die sind aber erst 19!

Wir haben uns bisher bewiesen. Ich wünschte aber, man würde bei Unternehmen mehr darauf schauen, was sie leisten als auf das Alter der Gründer. Durchaus nach dem Motto: Hey, wir geben ihnen eine Chance, zu zeigen, was sie können. Natürlich haben wir jungen Leute keine Million auf dem Konto, aber wir sind sehr gut dafür aufgestellt, was wir tun. Wir haben die Expertise auf unserem Gebiet, weil wir uns seit Jahren mit dem Thema beschäftigen.

Die interne Herausforderung ist Geduld. Wenn man von etwas begeistert ist, möchte man es schnell vorantreiben. Doch vor allem im Bildungssektor ist es kein Sprint, sondern ein Marathon.

Man benötigt also Ausdauer.

Ja. Ich erinnere mich noch an die allererste Schule, in die wir gegangen sind, um der Schulleitung unsere App vorzustellen. Wir sprachen gerade mit der Sekretärin, als aus dem Nebenraum der Schulrektor rief: „Schicken Sie die weg! Das brauchen wir nicht!“

Wie sieht es denn innerhalb eures Teams aus. Als Freunde ein gemeinsames Unternehmen zu haben, ist vermutlich auch eine Herausforderung, oder?

Das haben wir bisher sehr gut hinbekommen. Wir verbringen viel Zeit miteinander, auch die Mittagspausen. Es wird über alles gesprochen. Wir bezeichnen uns als Sdui-Familie. So behandeln wir uns aber auch. Wir leben hier das Familienleben, unterstützen einander in Bereichen, die einer vielleicht besser kann als der andere. Jeder ist mit jedem auf guter Ebene befreundet.

Das hört man von vielen Startups, aber ich glaube nicht, dass es tatsächlich bei allen zutrifft.

Es ist ein cooler Marketingspruch. Ich habe mir von Anfang an gesagt, ich möchte nicht, dass es bei uns nur ein Marketingspruch ist. Ich glaube, jeder aus dem Team hat irgendwann schon mal bei mir auf dem Sofa übernachtet.

Ist das die Voraussetzung, um bei euch eingestellt zu werden?

(lacht) Nein, damit möchte ich nur ein Beispiel dafür nennen, dass wir in einem Verhältnis zueinander stehen, in dem wir sagen können: „Jederzeit ist mein Haus offen für dich und auch in meiner Freizeit habe ich Zeit für dich“.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Es ist nichts normal. Angefangen hatten wir ja bei mir zu Hause in der Küche. Manchmal arbeiteten wir bei Starbucks, eigentlich fast überall. Dann hatten wir in Wiesbaden beim Accelerator unser Office. Seit Januar 2018 sind wir im TZK.

Mein normaler Tag ist immer anders. Ich bin kein Frühaufsteher, deshalb bin ich erst so ab neun im Office. Von 9 bis 11 heißt es Mails und Telefonate. Ab dann Termine – übers Mittagessen mit Kooperationspartnern, Gespräche mit der Presse, Bürgermeistern oder anderen wichtigen Personen. Wenn mittags keine derartigen Termine anstehen, verbringen wir unsere Mittagspause als Team gemeinsam. Mir ist wichtig, mit jedem einmal pro Woche ein One-on-one-Gespräch zu führen, um zu wissen, wie es meinen Leuten geht. Jeden Montagmorgen machen wir ein Kick-off-Meeting für alle zusammen. Wir unterscheiden zudem zwischen Product- und People-Team. People bezieht sich auf alles, was mit Kunden und Menschen zu tun hat. Das People-Team macht jeden Morgen von 9 bis 9:30 Uhr ein Meeting, das Product-Team von 8:30 bis 9 Uhr. Und freitags haben wir ein Fuck-Up-Friday-Meeting, in dem wir ganz offen und ehrlich aussprechen, was nicht so gut gelaufen ist.

Habt ihr die Ideen zu diesen Meetings durch das Coaching beim Accelerator erhalten?

Das Montagsmeeting ja, aber das Freitagsmeeting war mein Bestreben. Gemeinsam in die Woche zu starten und gemeinsam die Woche zu beenden, ist wichtig. Es ist aber auch wichtig, die Tage nicht mit Meetings voll zu klatschen. Die täglichen Besprechungen morgens dauern 15 bis 30 Minuten, länger wäre schlecht. Wir wollen nicht nur reden, sondern machen.

Auf eurer Website steht, dass ihr Leute sucht. Was müssen diejenigen mitbringen?

Wir haben fünf Firmenwerte, die sich an einer Hand erläutern lassen. Der Daumen ist Anerkennung. Das heißt, diese Person muss von uns anerkannt sein, sie muss aber auch Anerkennung bringen. Jemanden mit einem großen Ego brauchen wir hier nicht.

Der Zeigefinger ist Professionalität und Ernsthaftigkeit. Das ist wichtig. Denn hey, wir sind jung und machen auch mal Späße, aber wir sind ernst in dem, was wir tun. Die Person muss also dranbleiben und professionell an den Dingen arbeiten können.

Der Mittelfinger steht für „Fuck the System“. Das heißt, wir brauchen Andersdenker, die Dinge nicht einfach nur tun, wie es schon immer war. Sonst gäbe es keine Veränderungen. Querdenken wird heute gebraucht.

Der Ringfinger steht für Loyalität. Unsere Designer und Programmierer erhalten besser bezahlte Jobangebote, bleiben aber trotzdem hier. Denn in der Familie ist man loyal. Jeder kann jederzeit zu mir kommen und mir ins Gesicht sagen, dass ihm etwas nicht passt.

Der Kleine Finger heißt „Details matter“ und steht dafür, dass man den Fokus auf Details legen sollte, denn sie machen den Unterschied.

Wer bei uns arbeiten möchte, müsste diese Einstellungen teilen.

Was beschäftigt euch aktuell besonders intensiv?

Aktuell haben wir neben Sdui, also Sdui Education, auch Sdui Media – eine Agentur, die Websiten erstellt und auch viele andere Medienaufträge bearbeitet. Da arbeiten wir für große Kunden. All das benötigen wir, um die App zu finanzieren.

Wie ist eure Beziehung zum Standort Koblenz?

Wir würden sehr gerne hier bleiben. Hier neben dem TZK ist die Uni, in der hauptsächlich Informatik und Lehramtsstudiengänge unterrichtet werden. Informatik und Bildung sind quasi um die Ecke. Außerdem ist das hier eine super Location zum Wohlfühlen. Nicht zuletzt wegen des „Stattstrandes“ vorne. Auch die schöne Altstadt. Koblenz punktet mit vielen weichen Faktoren. Und es ist sehr schön, aus der Heimat heraus Veränderungen zu bewirken.

Auf Barcamps sagen mir viele von außerhalb, sie würden gerne in Koblenz leben, aber die coolen Jobs würden hier fehlen.

Bestimmt, weil es hier wenige große Firmen mit genug interessanten, freien Stellen gibt. Aber schau dir die Gebäude gegenüber vom TZK an. Ich bin mir sicher, wenn diese Räume jungen Gründern zur Verfügung stünden, wären sie voll. An engagierten Leuten mit guten Ideen mangelt es hier nicht. Das TZK ist ein Brutkasten und es ist gut, wenn Startups nach einiger Zeit beispielsweise in die Innenstadt umziehen, aber es ist grundsätzlich schwierig in Koblenz entsprechende Räume zu finden. Ab einer gewissen Unternehmensgröße.

Was würdet ihr euch für Koblenz wünschen?

Wenn wir eine Startup-Region werden wollen …. Wir sind auf dem Weg dahin. Aber wenn wir uns öffentlich so nennen wollen, brauchen wir nicht nur Startups, die dazu bereit sind, zu wachsen. Sondern auch eine Stadt, die alles dafür gibt, damit sie wachsen können. Ich erhoffe mir Unterstützung aus der Politik und Wirtschaft vor Ort. Es bringt nichts, wenn zwei große Unternehmen eine Kooperation machen, ein kleines Ding gründen und das dann Startup nennen. Das ist gar keins. Startups sind beispielsweise die Leute, die hier von der Uni kommen und gründen.

Warum würde Koblenz als Standort von Startups profitieren?

Dann entspringen in der Wirtschaft innovative Unternehmen. Leute wollen dann gerne hierhin ziehen, weil es Firmen gibt, für die sie arbeiten möchten. Jedes Startup verändert irgendwie die Stadt. Allein schon, wenn sie beispielsweise für hiesige Traditionsunternehmen einen hervorragenden Social-Media-Auftritt machen. Davon profitieren also auch alteingesessene Unternehmen. Es lohnt sich als Stadt Startups zu fördern, denn Startups geben immer etwas zurück. Give before you get – dieses alte Prinzip gilt auch heute. Wir benötigen hier mehr Synergien – auch die politische Unterstützung mit einbeziehend. Ebenso sollten Universität und Hochschule intensiv daran mitwirken. Erste Schritte, wie das Gründerbüro, sind zwar gemacht, aber es muss mehr geschehen. Aktive Unterstützung fehlt. Was wir in Koblenz ganz klar zu wenig haben ist „Entrepreneur in Residence“. Darunter versteht man einen jungen Studenten oder Absolventen, der sich bei einem Startup hinsetzt und dort das Gründen lernt, indem er die Prozesse mitverfolgt. In gewisser Weise ist er vom Job ähnlich wie ein Business-Developer.

Übrigens sollte es auch zwischen Startups mehr Kollaborationen geben. Da muss man sich selbst an die Nase packen.

Als wir neu ins TZK kamen, statteten uns einige aus den anderen Startups einen Besuch ab und stellten sich vor. Das fand ich so toll, dass ich jetzt auch immer hingehe, wenn neue Startups hier einziehen. Eine Kultur des Miteinanders sollte es hier im Gebäude geben. Ich freue mich über alle, mit denen wir das inzwischen haben.

Mit welchem Statement würdest du das Gespräch gerne abschließen?

Politiker haben bestimmt kein einfaches Leben. Nicht zuletzt wegen der Digitalisierung, stehen sie vor komplett neuen Herausforderungen, haben aber nur theoretische Lösungsansätze im Gepäck. Wir von Sdui hingegen bieten eine fertige, greifbare Lösung. Deswegen würden wir uns freuen, mit der Politik eine Kooperation eingehen zu können.

 

*Accelerator = „eine Institution, die Startups in einem bestimmten Zeitraum durch Coaching zu einer schnellen Entwicklung verhilft.“ (Quelle: Gründerszene)

Weiterbildung mit der Bildungsfreistellung in Rheinland-Pfalz

Gerade dann, wenn man voll im Berufsleben steht, tritt das Thema „Weiterbildung“ bei vielen von uns in den Hintergrund. Der Alltag in Firma und Familie bestimmt den Tagesablauf. Aber gerade jetzt, in den Zeiten des digitalen Umbruchs, wird Weiterbildung immer wichtiger …

Ein Drittel der Unternehmen hat keine Weiterbildungsstrategie

Im Grunde wissen wir es alle: wir müssen uns weiterbilden. Jeder. Immer. Unser ganzes Leben lang. Von daher liefern auch die regelmäßig veröffentlichten Umfragen und Studien nicht wirklich grundlegend neue Erkenntnisse. Und doch haben sie ihre Berechtigung, da sie uns über aktuelle Trends und Entwicklungen informieren. Dies gilt zum Beispiel für den Trendmonitor Weiterbildung 2018, der von StifterverbandHHL Leipzip Graduate School of Managment und Lecturio herausgegeben wurde.

98 % aller befragten Unternehmen sind überzeugt, dass die Weiterbildung der Mitarbeiter für den zukünftigen Erfolgt des Unternehmens essentiell ist.

Durchaus verständlich und soweit eigentlich nichts Neues. Aber die gleiche Studie stellt auch fest: nur ein Drittel der befragten Unternehmen hat überhaupt eine Weiterbildungsstrategie.

Sich allein auf Arbeitgeber zu verlassen, scheint somit nicht die beste Idee zu sein.

Doch was kann man tun?

Eine Form der Förderung: Bildungsurlaub

Wenn wir – egal ob Privatmann oder Unternehmen – in Weiterbildung investieren, sprechen wir von den Ressourcen Zeit und Geld, die wir einsetzen. Und dafür gibt es einige Förderprogramme. In diesem Artikel möchte ich auf den Bildungsfreistellung eingehen: auf die haben nämlich viele Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch, ohne es zu wissen.

Generell gilt: Beschäftigte in Rheinland-Pfalz haben Anspruch auf Freistellung von der Arbeit zum Zwecke der beruflichen und gesellschaftlichen Weiterbildung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts durch den Arbeitgeber.

Grundvoraussetzungen

Die Voraussetzungen für die Bildungsfreistellung in Rheinland-Pfalz sind überschaubar:

  • Beschäftigte im Bundesland Rheinland-Pfalz
  • mindestens sechs  Monate beim aktuellen Arbeitgeber beschäftigt
  • der Arbeitgeber muss mehr als fünf Personen beschäftigen

Der Arbeitgeber hat darüberhinaus das Recht, aus zwingenden betrieblichen Gründen den Antrag auf eine Weiterbildung abzulehnen. Was ja durchaus mal vorkommen kann, weil zum Beispiel ein akuter Personalengpass besteht. Die Ablehnung muss jedoch begründet werden und darf nicht zu einer „Dauerablehnung“ führen.

Auch gut zu wissen: Klein- und Mittelbetriebe haben die Möglichkeit, einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zu beantragen.

Wie viele Tage Bildungsfreistellung stehen mir zu?

Innerhalb eines Zeitraums von zwei Kalenderjahren hat der Arbeitnehmer Anspruch auf zehn Tage Bildungsfreistellung (wobei dieser Zeitraum immer mit einem ungeraden Jahr beginnt; aktuell befinden wir uns also im Zeitraum 2017/2018). Die zehn Tage können am Stück oder auch aufgeteilt in Anspruch genommen werden. Ich mache zum Beispiel in jedem Jahr eine Fortbildung von drei Tagen Dauer.

Wie der Name schon sagt, wird bei der Bildungsfreistellung die Ressource „Zeit“ gefördert, indem der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber (unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts) freigestellt wird. Den Kurs selbst muss man aus eigener Tasche zahlen. Kann man dann aber beim Finanzamt als Weiterbildung und somit als Werbungskosten geltend machen.

Welche Weiterbildung wird gefördert?

Der Grundsatz lautet: Veranstaltungen der beruflichen oder der gesellschaftspolitischen Weiterbildung. Und der Arbeitnehmer selbst entscheidet, welche Veranstaltung er besuchen möchte. Und weil damit Tür und Tor für lange Diskussionen geöffnet wären, was denn nun zulässig ist und was nicht, hat man folgende Regelung getroffen:

Die Veranstaltung muss nach dem Bildungsfreistellungsgesetz als Fortbildungsveranstaltung anerkannt sein.

Das wird meistens auch bei den jeweiligen Kursen  (VHS, IHK, etc.) vermerkt. Zusätzlich bietet Rheinland-Pfalz ein Suchportal speziell für diese Art der Weiterbildung an.

Obacht: da (fast) jedes Bundesland ein eigenes Bildungsfreistellungsgesetz hat, das ähnlich tickt wie das in Rheinland-Pfalz, achtet darauf, dass der Kurs eine Freistellung für unser Bundesland besitzt. Wenn das nicht der Fall ist, einfach mal beim Anbieter fragen! Habe ich auch schon gemacht, wenn beispielsweise nur eine Anerkennung für Hessen oder Nordrhein-Westfalen vorlag. Gerade die großen Anbieter wie die Volkshochschulen in Großstädten oder die IHK, aber auch private Unternehmen, haben kein Problem damit, die Anerkennung auch für Rheinland-Pfalz zu beantragen (und Fragen kostet bekanntlich nichts).

Wie ist der Ablauf?

Der Ablauf der Beantragung ist einfach:

  • Veranstaltung heraussuchen, die man besuchen möchte.
  • Mindestens sechs Wochen vor dem Beginn Antrag schriftlich beim Arbeitgeber stellen. Einen PDF-Muster-Antrag gibt es hier zum Herunterladen.
  • Der Arbeitgeber kann nun bis drei Wochen vor dem Beginn der Veranstaltung schriftlich die Teilnahme ablehnen (siehe oben).
  • Nach Abschluss der Teilnahme ist dem Arbeitgeber eine Teilnahmebescheinigung oder ähnliches vorzulegen.

Wichtig: Auf die Details achten!

In dem vorliegenden Beitrag sind die wichtigsten Eckpunkte der Regelung beschrieben worden. Es gibt jedoch noch Besonderheiten, beispielsweise für Auszubildende. Von daher in jedem Fall die Website des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz zu diesem Thema besuchen und die dort angegebenen Informationen lesen.

Hast Du schon Erfahrungen mit der Bildungsfreistellung gesammelt?

Ich selbst war schon mehrfach auf unterschiedlichen VHS Kursen unterwegs, meistens in Köln, weil dort das Angebot sehr vielfältig ist. Hier einige Posts von diesen Weiterbildungen:

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du auch schon diese Fördermöglichkeit der Weiterbildung genutzt? Oder einen Tipp für uns? Dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar hier im Blog – oder Poste etwas auf Facebook zu diesem Beitrag.

Link zur Studie Trendmonitor Weiterbildung 2018

Hier der Link auf die oben angeführte Studie von Stifterverband, HHL Leipzip Graduate School of Managment und Lecturio zum Nachlesen.

Die  Studie wurde im Januar 2018 veröffentlicht.

Goo.gl: Rest in peace, alter Freund

Die ersten Schneeglöckchen recken neugierig ihre Blüten in Richtung Sonne, es wird langsam aber stetig wärmer und man kann ihn schon riechen, den Frühling. Und jetzt ist auch die Zeit, zu der Google seinen berühmt-berüchtigten Frühjahrsputz startet. Neuestes Opfer: der URL-Shortener Goo.gl.

Kurz-URL-Dienst

Kurz-URL-Dienste (oder englisch: URL-Shortener) sind ein Service im Web, der beliebige URL-Adressen für den User verkürzt. Das macht das Handling der manchmal doch langen und kryptischen URLs einfacher.
Aus
https://wpkoblenz.de/meetup/wordpress-meetup-koblenz-10-die-neue-eu-datenschutzverordnung/
wird so zum Beispiel
https://goo.gl/oDHF6F

Als Goodie erhält man on top einige statistische Informationen zur Verwendung des verkürzten Links: Wer hat wie oft geklickt? Aus welchem Land kamen die Nutzer? Welchen Browser haben sie verwendet?

Insgesamt gerade für Blogger oder Leute, die viel im Social-Web unterwegs sind, eine tolle Sache. Und diese Aufgabe hat Goo.gl  -meiner Meinung nach – sehr schön erledigt: mit einer minimalistischen und daher übersichtlichen Web-Oberfläche und einer mobilen App für das Betriebssystem Android, die das Kürzen auf dem mobilen Device ermöglichte. Allein bei mir haben sich so seit Juli 2014 insgesamt 560 Kurz-URLs angesammelt.

Der Friedhof der ausrangierten Google Dienste

Wie immer, wenn ein Google Dienst zu Grabe getragen wird, passiert das in Form eines Blogbeitrags. Da macht auch der Google URL-Shortener Goo.gl keine Ausnahme. Und so nimmt der URL-Verkürzer den gleichen Weg wie schon iGoogle, die personalisierte Startseite, Google Reader, der RSS-Reader oder Picasa, der Fotodienst. Okay: für letzteren gab es einen Nachfolger aus dem Hause Google in Form von Google Photos.

Der Fahrplan für das endgültige „Aus“ von Goo.gl steht bereits fest:

  • ab 13.04.2018: Goo.gl kann von anonymen Nutzern nicht mehr verwendet werden. Neuanmeldungen sind nicht mehr möglich.
  • bis 30.03.2019: Bestehende Benutzer können Goo.gl weiterhin nutzen. Die Statistiken stehen weiter zur Verfügung, die Daten der Kurz-URLs können exportiert werden.
  • ab 31.03.2019: Goo.gl wird eingestellt, die Weiterleitungen der Kurz-URLs funktionieren jedoch weiterhin.

Und was kommt nach Goo.gl?

Für Entwickler empfiehlt Google den Dienst Firebase Dynamic Links. Aber „normale“ Anwender müssen sich woanders umsehen.

Nun war und ist Google nicht der einzige Anbieter beim Thema URL-Shortener. Einer der „Erben“ wird daher sicherlich Bitly werden. Bitly hat bereits jetzt viele Nutzer und der Funktionsumfang des Dienstes ist sogar umfangreicher als bei Google. Aber auch Tinyurl oder Ow.ly, der Dienst von Hootsuite©, werden in den nächsten Wochen und Monaten User hinzugewinnen.

Oder doch lieber was aus Deutschland?

Aus Deutschland? Gibt es nicht? Oh doch. Nur kennt (und nutzt) den Dienst kaum einer. Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) hat einen eigenen URL-Shortener entwickelt.  Und weil die Server dieses Dienstes in Deutschland stehen, wird sehr viel bewusster mit dem Thema „Datenschutz“ umgegangen, als das bei den anderen, oben angeführten Diensten der Fall ist.

Und Du?

Benutzt Du überhaupt einen URL-Shortener? Und wenn Du Goo.gl nutzt: auf welchen neuen Dienst wirst Du demnächst umsatteln? Schreib uns einen Kommentar oder poste Deine Antwort auf unseren Social-Media-Kanälen.

Als die App den halben Spitzkohl rettete …

Das kennt jeder von uns: man kocht etwas und von einer Zutat bleibt etwas übrig. Mist. Oft hat man Glück und kann sie am nächsten Tag verarbeiten. Manchmal will einem aber auch partout nichts einfallen. Dann vergeht die Zeit und irgendwann ist es  zu spät und man muss das übrig Gebliebene wegwerfen. Das sollte nicht passieren. Denn es gibt kleine Helfer, die einen dabei unterstützen können.

Wir werfen viel zu viele Lebensmittel weg!

Im Durchschnitt werfen wir Deutschen pro Kopf im Jahr 82 Kilogramm weg. Dieser Wert ist zumindest im Jahr 2012 bei einer Studie der Uni Stuttgart ermittelt worden. Das ist zwar im Vergleich zum restlichen Europa und Nordamerika mit einer Abfallmenge von 115 kg pro Kopf (im Jahr 1995) etwas weniger, aber immer noch viel zu viel.

Und was ist jetzt mit dem halben Spitzkohl passiert …?

Stimmt – der Spitzkohl. Dessen erste Hälfte wurde am Sonntag verspeist. Und jetzt war am Montag nochmal die gleiche Menge übrig.

Was tun? Das gleiche Gericht noch einmal kochen? Nein. Das wäre ja langweilig. Also etwas anderes. Und an dieser Stelle kommt die Zu-gut-für-die-Tonne-App ins Spiel. Sie besitzt einen Fundus von derzeit 525 Rezepten und ermöglicht es dem Nutzer, übrig gebliebene Zutaten (wie unseren halben Spitzkohl) einzugeben und damit nach passenden Rezepten zu suchen.

Bei uns fiel die Empfehlung auf das Rezept Nudeln mit feinem Spitzkohl von dem österreichischen Koch und Autor Jörg Wörter (Link).

Kochen muss man zwar noch selbst, aber ich muss sagen: dieser Selbstversuch hat toll funktioniert – und das Ergebnis war ziemlich lecker.

nfd

Und die Hauptsache: es wurde nichts weggeworfen!

Die Zu-gut-für-die-Tonne-App

Die in diesem Bericht vorgestellte App gibt es sowohl im Google Play Store für Android als auch für die iOS-Welt von Apple im Apple AppStore. Und beide sind natürlich kostenlos.

Weitere Informationen im Netz

Weitere Informationen zum Thema Umgang mit Lebensmitteln findet man auf der Projektseite Zu gut für die Tonne von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung .

Rückblick zum Workshop „Digitale Region Koblenz/Mittelrhein“

Wo sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen, um über Digitales in der Region zu sprechen, darf auch Koblenz Digital nicht fehlen. Wir waren für Euch dabei.

Vor zwei Tagen fand im Druckhaus der Rhein-Zeitung ein Workshop zum Thema “Digitale Region Koblenz/Mittelrheinstatt. Mitveranstalter war der Verein IT.Stadt Koblenz. Nicht zuletzt die hochkarätigen Redner und spannenden Podiumsgäste sorgten bei uns für großes Interesse. Denn es kommt nicht häufig vor, dass sowohl Politik als auch Wirtschaft und Forschung zusammenkommen. Seht selbst:

  • Staatssekretärin Heike Raab,
  • unser Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig,
  • die für die Digitalisierung in der Bürokratie international bekannte Prof. Dr. Wimmer von der Uni Koblenz-Landau (Bürokratieabbau mittels “Once-Only”),
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Rombach vom Fraunhofer IESE (Chancen & Risiken der digitalen Transformation),
  • Christian Zieske vom Bundesbreitband-Büro (über digitale Transformation),
  • Tim Dunker von Berge & Meer (Mit dem Katalog ins Internet),
  • K.-J. Krechel-Mohr von der Debeka (über hauseigene Apps und digitalen Fortschritt bei der Debeka),
  • Prof. Dr. Reinemann von der Hochschule Koblenz (über die digitalen Projekte und Aktivitäten der Hochschule)
  • Dr. Stefan Weiler vom BIC Kaiserslautern (Business+Innovation-Center) 
  • Christian Kalt von Schottel
  • Dr. Andreas Müller von CompuGroup 
  • Daniel Zacharias vom Startup Sdui 

Begrüßt wurden wir von Hans Kary (Rhein-Zeitung) und Prof. Ulrich Furbach (IT.Stadt Koblenz). Durch die Beiträge moderierte Martin Kimm (IT.Stadt Koblenz). Um auch Euch daran teilhaben zu lassen, berichteten wir live auf Twitter (#DigiKO).

 

Als Prof. Dr. Wimmer auf einer Europa-Karte zeigte, wie viele Länder ihre Bürokratie bereits automatisiert haben und erklärte, wie der Bürokratieabbau aussehen könnte, hörten alle genau hin.

Leider fehle in Deutschland der Mut zur Umsetzung, meinte Rombach und erhielt auch auf digitalem Wege Zustimmung.

Berge & Meer zeigt, was Nähe zum Kunden bedeutet und wie stark ein Unternehmen davon profitieren kann. Doch auch die Debeka überraschte mit Innovationen, von denen kaum jemand weiß.

Kein Problem, das Know-How haben wir im Grunde hier. Unsere Universität, Hochschule und die WHU bilden den Nachwuchs gut aus. Wir müssten allerdings dafür sorgen, dass diejenigen hier bleiben. Denn bereits die Abiturienten denken innovativ. Das zeigte sich während der anschließenden Podiumsdiskussion, an der auch der junge Gründer Daniel Zacharias teilnahm, dessen Startup einen „persönlichen Schulassistenten“ entwickelt hat.

Besonders gut taten die Worte von Dr. Stefan Weiler aus Kaiserlautern, der unsere Region lobte und das aussprach, was vor knapp zwei Jahren zum Entstehen von Koblenz Digital geführt hat.

 

Wer genauer hinschaut und eventuell auf den ein oder anderen Tweet klickt, wird sehen, dass die hiesigen Unternehmen durchaus fitte Mitarbeiter in Social Media haben, die sofort darauf reagierten. Sowohl Berge & Meer als auch Debeka und CompuGroup scheinen die Vorzüge von Social Media für sich gefunden zu haben. 

Auch Staatssekretärin Raab verfolgte das Geschehen auf Twitter mit. Besonders schön waren zudem Reaktionen von außen. Menschen, die erst durch unsere Tweets von der Veranstaltung erfuhren und dazu Stellung nahmen.

Die Region ist digital wesentlich aktiver als gedacht. Einige der Anwesenden, wie beispielsweise Uwe Diederichs-Seidel (Die Grünen) und Unternehmensberater Helmut Eberz kommentierten per Twitter. Stadträtin Laura Martin Martorell (Die Grünen) fasste die Veranstaltung sowohl auf Facebook als auch auf Instagram kurz zusammen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Man hatte nicht nur die Redner und deren Mitarbeiter, sondern vor allem die Teilnehmer*innen unterschätzt. Im Vorfeld hatte man keinen Hashtag festgelegt und auch nicht ausdrücklich auf den WLAN-Zugang hingewiesen. Alles Details, auf die die Veranstalter künftig achten möchten. Sie nahmen unsere Tipps freundlich und dankbar an. Wir wiederum können nicht meckern, denn es war ansonsten für alles gesorgt.

Fazit

Wir freuen uns sehr über derartige Events in der Region und empfehlen diese gerne weiter.

Es wäre schön, weitere Veranstaltungen anzubieten und noch mehr Menschen mit einzubeziehen. Junge und Alte, Unternehmer und Kreative, etc. Tim Dunker von Berge & Meer erwähnte in seinem Vortrag, dass 70 % ihrer Kunden über 50 Jahre alt sind, die Reisen aber überwiegend digital gebucht werden. Das zeigt, dass man Menschen (auch höheren Alters) nicht unterschätzen sollte. Man muss ihnen die Möglichkeiten zur Teilhabe geben und nahbar sein.

Dr. Stefan Weiler vom BIC in Kaiserslautern erzählte, man habe dort Bevölkerung und Unternehmen mit dem Begriff “Herzlich digital zusammenbekommen.

Wir haben Koblenz Digital – eine unabhängige Initiative für alle Bürger*innen, gleichgültig welche berufliche Position sie innehaben und wie gut sie sich bereits mit digitalen Themen auskennen. Wir sorgen für die Vernetzung und sind die Schnittstelle zwischen einzelnen Interessengruppen. Aus Liebe zur Region.

Vielen Dank an Rhein-Zeitung und IT.Stadt Koblenz für das informative Event.

Professionelle Fotos von der Veranstaltung findet Ihr auf der Facebook-Seite von IT.Stadt Koblenz. Fotograf war Henry Tornow.

Einen weiteren Rückblick zur Veranstaltung bietet die Pressemitteilung.

Anstehende Veranstaltungen in Koblenz:

Koblenz on Twitter – Was Ihr über die hiesigen Leute noch nicht wusstet

Ein Teil des regionalen Lebens spielt sich auf Twitter ab. Privat und geschäftlich. Veranstaltungen wie Tweetups und Barcamps spielen auch in und um Koblenz herum eine zunehmende Rolle. Hier daher ein kleiner Blick in unser Twitterland.

Anders als Facebook, ist Twitter nicht jedem verständlich, der sich ansonsten frei im Web bewegt. Viele haben schon reingeschaut und einen Schrecken abbekommen. “Twitter begreife ich nicht”, sagen diejenigen meist ein wenig genervt. Ja, das Netzwerk der kurzen Nachrichten ist eine eigene Welt. Trotzdem sind dort auch viele Menschen aus Koblenz und der Region aktiv. Ihr würdet Euch wundern, was sie da so treiben. 

Twitter bringt dich hinter die Bühne

Einmal Backstage sein und erleben, was hinter den Kulissen geschieht? Twitter macht´s möglich! Regelmäßig veranstalten Unternehmen und Kulturinstitutionen, wie zum Beispiel das Koblenzer Theater und die Rhein-Zeitung, sogenannte Tweetups. Dann dürfen Twitter-Nutzer nicht nur an einer Führung teilnehmen und Räumlichkeiten entdecken, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Sie lernen auch interessante Mitarbeiter kennen, werden verpflegt und dürfen viele Fragen stellen. Ihre Aufgabe ist lediglich, die Erfahrungen zeitgleich auf Twitter öffentlich mitzuteilen. Beispielsweise unter dem Hashtag #TweetupKO.

Und warum das alles? Ganz einfach:

Auf Twitter erhältst du wertvolle Tipps

Recruiting ist ein entscheidendes Thema für viele Unternehmen, doch wer fleißig Twitter liest, weiß Rat. Denn die rheinland-pfälzische Polizei zeigt anschaulich, wie man am einfachsten an neues Personal kommt. Sie nimmt die “mutmaßlichen” Bewerber einfach fest.

Ohne Twitter gäbe es kein Fernsehen mehr.

Tatsächlich schauen beispielsweise viele Menschen Tatort, um parallel darüber zu twittern. Auch TV-Shows und Spielfilme werden gerne gemeinschaftlich kommentiert, wobei erstaunliche Entdeckungen ans Tageslicht kommen und sich tiefgründige Fragen ergeben. (Sorry, Peter! 😇)

Twitterer warnen einander vor Gefahren.

Besonders brauchbar sind sogenannte Service-Tweets, also Nachrichten, aus denen wir etwas lernen. Warum? Weil jemand etwas ausprobiert hat, das wir dann so nicht mehr machen müssen. Vermutlich aber auch nie gemacht hätten.

Twitter verbindet.

Twitter kann auch Familie. Ja, wirklich. Tief in unserem Herzen sind wir alle nur deshalb immer noch dort. Nicht nur wegen der wichtigen Informationen oder der geschäftlich relevanten Selbstinszenierung, sondern weil wir alle komische Menschen sind. Menschen, die Twitter verstanden haben. Das verbindet.
Vermutlich teilen wir deshalb ab und an auch Dinge miteinander, die unser Privatleben betreffen. Wir sind nunmal nicht nur Arbeitstiere, sondern meistern auch den ganz normalen Alltagswahnsinn. Als Eltern ….

…. oder auch als Katzenhalter.

Schon gut, schnell zum nächsten Punkt.

Twitter steht für Aktualität.

Twitter gilt nicht grundlos als Plattform der aktuellen Themen – und da wir gerade Fastenzeit haben ….

(Oliver, solange dein Kaffee nicht nach Mett-Brötchen riecht, geht’s noch, aber mach trotzdem mal langsam mit dem Fasten.)
Zurück zur Sache. Das Thema Algorithmen beschäftigt die digitale Sphäre andauernd, aber wie schlau sind die Algorithmen wirklich?

Überall gibt es solche und solche.

Jedes Netzwerk hat seine guten und seine schlechten Seiten. Wer oder was weniger gut ist, bringt Jan „von nebenan“ auf den Punkt. (Achtung, der Tweet könnte Rückstände von Ironie enthalten!)

Doch wenden wir uns besser den positiven Beispielen zu.

Ohne Twitter kein Barcamp

Was sind wir froh, dass es das Barcamp Koblenz gibt! Hier trifft sich jeder, ob er schon twittert oder noch nicht. Netzwerken, Input tanken, spontan selbst eine Session halten oder einfach nur Spaß haben.

Barcamps leben von Social Media. Wie auf Tweetups, wird dort die Kommunikation von innen nach außen getragen. Wer nicht vor Ort daran teilnehmen kann, verfolgt diese Events digital mit und tauscht sich mit den Akteuren vor allem auf Twitter (aber auch auf Facebook) aus.

Von den Vorbereitungen auf eine Session ….

…. bis zu Kommentaren aus den Sessions heraus – alles ist dabei.

Dieses Jahr geht´s am 8. und 9. Juni ab. Hashtag? #bcko18. Wir freuen uns schon und werden es auf Twitter krachen lassen.

Hach, Twitter!

Du berührst unsere Herzen und regst das Gehirn an. Twitter, du schönstes aller sozialen Netzwerke. Für Journalisten ein Heim, für Nerds ein Sprachrohr, für Kreative eine Spielwiese – du Feuerwerk des Webs!

Wie Ihr seht, trifft man dort sogar Leute von hier. Auch Koblenz Digital bereichert Twitter mit mehr oder weniger sinnstiftenden Kurznachrichten. Schaut mal rein, wenn Ihr mögt.

Wir twittern uns. \(^ ^)/