Warum du zum Barcamp Koblenz kommen solltest

Wir versuchen jedes Jahr, noch diverser zu werden und Menschen aus verschiedenen Richtungen auf dem Barcamp Koblenz zusammenzubringen.

Erstmal: Wir freuen uns, dass sich das Event mittlerweile als feste Größe im Jahr etabliert hat. Dieses Jahr feiern wir das fünfte Jubiläum und das wird nochmal ganz besonders.

Als Mitorganisator finde ich es besonders wichtig, dass sich jeder willkommen fühlt. Deshalb ist das Oberthema Digitale Kommunikation bewusst weit gefasst – das geht jeden an. Wir hatten auf dem Barcamp schon Sessions aus den verschiedensten Richtungen. Es ging von 3D-Druck über Live-Hacking, Jodel-App und Agilität über Fotografie bis zu Storytelling bei der Bundeswehr.

Auf dem Barcamp sind auch bereits einige Initiativen entstanden, neben Koblenz Digital auch agileKoblenz und das WP-Meetup.

Sessionplan vom Freitag des Barcamp Koblenz 2018

Bringt Leute mit, redet über das Barcamp

Ich bin mir sicher, dass es in der Region noch mehr Themen gibt, die es wert sind, auf dem Barcamp stattzufinden. Deshalb der Aufruf: Sprecht über das Barcamp! Erzählt euren Kolleg*innen und Freund*innen davon und ermutigt skeptische Menschen, es einfach mal auszuprobieren. Ich habe bisher noch von niemandem gehört, der am Ende nicht geflasht war von der Energie auf dem Barcamp.

Haltet euch den 14./15. Juni 2019 frei

Dieses Jahr gibt es zum Jubiläum beider Barcamps einen Barcamp-Tag in Koblenz und den zweiten Tag in Bonn! 🔥 Am Samstag bringen wir euch kostenlos mit einem Bus🚌 nach Bonn und wieder zurück. Es gibt günstige Jubiläumstickets🎫 für beide Tage und zwei Afterpartys🎉, im Preis bereits enthalten und Verpflegung🍔🍹🍻 ist ebenfalls inklusive.

Bitte scheut euch nicht, im Vorfeld Fragen zu stellen wenn ihr etwas wissen möchtet oder eine Idee habt! Wir freuen uns auf ein unvergessliches Barcamp-Wochenende von und mit euch! #bcko19

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Koblenzer Coworking Spaces

Neue Arbeitsformen sind der Renner. NEW WORK gilt als Oberbegriff für den Wandel an Erwartungen im Arbeitsleben. Insbesondere in Berufen, die sich am Computer abspielen, ermöglicht die Digitalisierung ortsunabhängiges Arbeiten.

Coworking zählt zu den Arbeitskonzepten der Zukunft und ist schon heute verfügbar. Was oberflächlich betrachtet als Trend aus den Metropolen abgetan werden könnte, hat nicht zuletzt auf dem Lande großes Potenzial. Kürzlich berichtete der SWR über Coworking Spaces in rheinland-pfälzischen Dörfern. Dort heißen sie „Dorf-Büro“. Was viele nicht wissen: In Koblenz hat man die Wahl zwischen drei Coworking Spaces. Welche das sind und was genau hinter dem Konzept steht? Wir erklären es Euch.

Was ist ein Coworking Space?

„Coworker arbeiten unabhängig und frei voneinander an verschiedenen Projekten, jedoch meist im selben Raum und können sich so gegenseitig ergänzen. Jeder kann von dem Wissen anderer profitieren und so zu kreativen und vielfältigen Ideen kommen. Die Coworking Spaces bieten neben Arbeitsplätzen auch Infrastruktur (wie Netzwerk, Drucker, Besprechungsräume) an und ermöglichen so das eigenständige Arbeiten, aber auch die Bildung einer Gemeinschaft.“ (Quelle: Startplatz)

Nicht nur digitale Nomaden, Freiberufler und kleine Start-ups haben als Coworker die Möglichkeit, zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis einen Arbeitsort für eine mehr oder weniger beliebige Dauer zu mieten. Was dafür spricht?

  • Digitale Nomaden lieben den Ortswechsel und lernen in der Regel gerne die Bewohner der jeweiligen Stadt kennen.
  • Freiberufler sind froh, nicht immer alleine im Homeoffice zu arbeiten, sondern mal unter Leute zu kommen und so etwas wie Arbeitskollegen zu haben.
  • Für Start-ups ist es in erster Linie ein günstiges Büro, doch es bietet ihnen zusätzlich den Vorteil, dass sie sich mit den anderen Coworkern austauschen und von ihnen lernen können. Networking ergibt sich hier von selbst.

In Koblenz scheint sich das neue Arbeitsmodell noch nicht rumgesprochen zu haben. Bisher gibt es hier noch nicht viele Coworker. Vor allem Unternehmensberater und kreativ Tätige, wie Fotografen, Webdesigner und Blogger nutzen die hiesigen Coworking Spaces. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man an solchen Orten (auch in Koblenz) ganz bestimmte Menschentypen trifft. In der Stadt, die inmitten eines Paradieses aus Vulkaneifel, Hunsrück, Westerwald, Weinbergen, Burgen – also Kultur und Natur gelegen ist, könnt Ihr als Coworker zwischen drei Arbeitsorten wählen. Zwei davon befinden sich in der Koblenzer Altstadt, einer in Uni-Nähe.

Alle hiesigen Coworking Spaces verfügen über WLAN, Drucker und sonstiges Büro-Equipment (Drucken, Kopieren, Scannen ist möglich).

ISSO Coworkingspace

Das ISSO Coworkingspace befindet sich im historischen Dreikönigenhaus in der Koblenzer Altstadt und ist Teil des ISSO-Instituts.

Informationen im Überblick:

  • zentrale Lage, mitten in der Altstadt
  • neue, moderne Räumlichkeiten im historischen Gebäude
  • insgesamt zwei große Räume
  • Monatsmiete: 118 € (inkl. MwSt.).
  • 24/7-Zutritt
  • Laufzeit: ab einem Monat.
  • Küche zur Mitbenutzung; Box für eigenes Müsli oder andere Lebensmittel
  • Kann als Postadresse genutzt werden.
  • Konferenzräume: gegen Gebühr
  • Im ISSO werden regelmäßig Veranstaltungen zu zukunftsweisenden, kulturellen und wirtschaftlichen Themen sowie Seminare, Coachings und eine offene Bühne für potenzielle Gründer geboten.
  • Als Coworker erhält man auf ausgewählte Events Rabatt. Einige Veranstaltungen, wie das MeetUp@ISSO, sind kostenfrei.
  • Im Gebäude befinden sich unter anderem Start-ups aus den Bereichen Webdesign und Grafikgestaltung, die UNICEF-Arbeitsgruppe Koblenz, der BUND, Höhenwind (Windkraft) sowie ein Restaurant.
  • Schwerpunkte: Social Entrepreneurship, Nachhaltigkeit, Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme.
  • Nach Feierabend ein Gläschen Wein? Kein Problem, nur die Treppe runter ins Erdgeschoss ….

Fazit: Wer beruflich im sozialen Sektor tätig ist, sich mit Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein befasst oder schlicht historische Gebäude mit moderner Ausstattung zu schätzen weiß, ist hier genau richtig. Das freundliche und kompetente Team sowie der Flair der wunderschönen Altstadt sorgen für Wohlfühlcharakter. In der Mittagspause kann man das Restaurant im Erdgeschoss besuchen oder wenige Schritte aus dem Gebäude wagen, schon ist man umgeben von schicken Boutiquen, kleinen Fachgeschäften, einladenden Cafés und anderen Lokalitäten.

TechnologieZentrum Koblenz (TZK)

Foto: Manolito Röhr.

Im Coworking Space des TZK herrscht Gründergeist. Es befindet sich im Stadtteil Metternich, schön zwischen Universität und Mosel gelegen und ist Teil des TechnologieZentrums Koblenz.

Foto: Manolito Röhr.
  • Gute Infrastruktur und Parkmöglichkeiten
  • Monatsmiete: 119 € (inkl. MwSt.)
  • Laufzeit: ab einem Monat.
  • modernes Gebäude
  • in direkter Nachbarschaft zur Universität
  • Zuhause zahlreicher Start-ups
  • 24/7-Zutritt
  • Whiteboard, Flipchart
  • Sofa-Ecke
  • Küche zur Mitbenutzung
  • Verschließbare Fächer
  • Konferenzräume: gegen Gebühr
  • Kann als Postadresse genutzt werden.
  • Auch hier finden regelmäßig Events statt. Diese konzentrieren sich insbesondere auf Themen der Gründerszene.
  • Als Coworker lernt man eine Menge Gründer, aber auch bereits erfahrene Unternehmer sowie angesagte Agenturen kennen und erhält Einblick in ihre Arbeitswelt.
  • Die unmittelbare Nähe zu innovativen Unternehmen inspiriert zu neuen Ideen, und es ergeben sich Kooperationen.
  • Jeden Dienstag kommt der italienische Pizzabäcker Mario auf den Parkplatz und bereitet in seinem einzigartigen Fahrzeug frisch vor Ort Pizza nach Wunsch zu.
  • In der Pause oder nach Feierabend genügen wenige Schritte, schon ist man am StattStrand.
Foto: Manolito Röhr.

Fazit: Das TechnologieZentrum Koblenz steht für innovatives Denken. Hier arbeiten Start-ups heiter, aber konzentriert an ihren Zielen. Es herrscht lockere Stimmung, man duzt einander und ist aufgeschlossen. Als Coworker erlebt man mit, dass sich Teams unterschiedlicher Unternehmen gegenseitig unterstützen und kann, wenn man möchte, auch selbst Teil der Gemeinschaft (#tzkfamily) werden. Das TZK ist nicht nur ein Arbeitsort, sondern auch ein Treffpunkt. Manche Mitarbeiter verbringen hier einen Teil ihrer Freizeit. Sie treffen sich an Wochenenden zu Pen&Paper-Spielen oder bieten zum Beispiel Malkurse an.

Sowohl im ISSO als auch im TZK werden Events mit Mehrwert angeboten. Besonders nennenswert ist, dass es sich hierbei um keine Konkurrenten handelt, sondern mehrmals pro Jahr auch gemeinsame Veranstaltungen organisiert werden – zum Beispiel im Rahmen der Startup League. Daher haben wir Euch diese beiden Coworking Spaces genauer vorgestellt. Zum Abschluss möchten wir noch auf ein weiteres Angebot hinweisen.

KOworking

KOworking ist am Florinsmarkt, in der Koblenzer Altstadt, gelegen und ist als Coworking Space aufgrund der Preise eher der gehobenen Art zuzuweisen. Gegründet wurde es von Organisationsberaterin und Coach Iris C. Hartmann und ist das einzige Coworking Space in Koblenz, das einen Tagestarif anbietet.

  • Tagestarif: 35 €/Tag
  • Monatsmiete: 250 bzw. 330 Euro (excl. MwSt)
  • Loungebereich
  • Kann als Postadresse genutzt werden.

Bisher hat niemand aus unserem Team Erfahrungen in diesem Coworking Space gesammelt. Sollte sich das ändern, werden wir die Informationen hier aktualisieren.

Jetzt Ihr!

Was haltet Ihr von dieser neuen Arbeitsform? Habt Ihr schon einmal in einem Coworking Space gearbeitet? Wo war das, und hat es Euch gefallen? Was müsste ein Coworking Space haben, damit es für Euch interessant wird?

Weiterführende Links:

Das Scheitern zelebrieren – Rückblick auf die Fuckup Nights Koblenz Vol. 2

„Aus Fehlern lernt man“ – jeder von uns hat diesen Spruch schon mal gehört. Doch heißt das automatisch, dass jeder junge Gründer selbst in jede Falle tappen muss? Nein, nicht, wenn er aus den Fehlern anderer lernen kann. Beispielsweise im Rahmen einer Fuckup Night, einem Format, bei dem Gründer und Unternehmer von ihrem ganz persönlichen Scheitern berichten.

In Deutschland ist es auch heute noch zumindest ungewöhnlich, wenn jemand über sein Scheitern berichtet. Um so mehr, wenn dabei persönliche Schicksalsschläge zur Sprache kommen. Aus diesem Grund sind Veranstaltungen wie die Fuckup Nights so wichtig: sie bieten die Plattform, um über das eigene Scheitern zu berichten und so den Weg für viele andere zu erleichtern. Und seit letztem Jahr hat auch die Region Koblenz eine eigene Fuckup Night, bei der das Scheitern gefeiert wird.

Du willst mehr über das Event-Format Fuckup Nights erfahren?

Nichts leichter als das! Wirf einfach einen Blick in unseren ersten Blogbeitrag zu diesem Thema – Aus Scheitern lernen: FuckUp Nights Koblenz vom September 2018.

Dort gehen wir auf die Basics und die Hintergründe der FuckUp Nights ein.

Volume 2 – und ich habe ein Ticket!

Für die erste Fuckup Nights Koblenz haben wir hier bei Koblenz Digital zwar fleißig getrommelt. Doch – Asche auf unser Haupt – teilgenommen hat dann doch keiner von uns. So was kann man natürlich nicht auf sich sitzen lassen! Gleich bei der ersten Ankündigung in Facebook habe ich daher zugeschlagen und ein Early-Bird-Ticket ergattert!
Als Location für die zweite Auflage der Fuckup Nights Koblenz hat man die Stadt hinter sich gelassen und sich für den Campus der Hochschule Koblenz auf der Kartause entschieden.
Hörsaalatmosphäre.
Manch einer fühlte sich daher in seine eigene Studienzeit zurückversetzt. Und mit 285 Plätzen bot der Hörsaal ausreichend Raum für alle Zuschauer.

Auch Top – das Catering an diesem Abend!  Allein die 1688-Limonade, die ich gleich mehrfach probiert habe, war super lecker!

Die Speaker bei der Fuckup Nights Koblenz Vol. 2

Das Herz eines solchen Events sind natürlich die Speaker, liebevoll auch Fuckupper genannt. Leute, die etwas gewagt haben – und gescheitert sind. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber eines hatten alle Speaker an diesem Abend gemein gehabt: Mut. Entgegen dem ersten Reflex, sich zurückzuziehen, die Wunden zu lecken und möglichst Gras über die Sache wachsen zu lassen, berichten Sie über ihr Scheitern. Über das Wie und das Warum. Und geben anderen so Gelegenheit, daraus zu lernen.

Kazim Eryilmaz

Schon recht früh hatte sich Kazim Eryilmaz als erster Speaker für die Volume 2 aus der Deckung gewagt. Was seinem Wesen entspricht, denn als Motto gibt der Geschäftsführende Gesellschafter der Picco Bello GmbH selbst an:

„Wer nicht aufgibt, erzwingt seinen Erfolg, egal wie oft er scheitert“.

Als Erster bei so einem Event auf die Bühne zu müssen und (im übertragenen Sinne) die Hosen runter zu lassen, ist nicht jedermanns Sache. Aber Kazim hat das toll gemacht.

Bei dem Tweet fehlt übrigens der wichtigste Hashtag:

#schwarzermercedes

Besonders gut fand ich, dass Kazim (fast) sein ganzes Team mit zur Fuckup Nights Koblenz gebracht.

Sabine Schmidt

Als zweite hat Sabine Ihren Hut in den Ring geworfen. Schauspielerin, Moderatorin im Regionalfernsehen (mit Auszeichnung) und jetzt eine logopädische Praxis. Doch Sabine zeigte auf, dass das, was wie eine Bilderbuchkarriere im Raketentempo klingt, viel viel schwieriger ist, als es der reine Lebenslauf vermuten lässt.

Ging es bei Kazim primär um Finanzen, spielte bei der Geschichte von Sabine auch das persönliche Umfeld eine Rolle. Verlust, Trauer und plötzliche, oft negative Veränderungen prägten Ihren Werdegang. Das Thema Finanzen kam bei Ihr in Form der Falle „Abhängigkeit von wenigen Auftraggebern“, in die Freiberufler leicht tappen können, daher und sorgte zusätzlich für einen steinigen Werdegang.

Rolf Müller

Das es einen auch dann noch erwischen kann, wenn man sich schon an den Erfolg gewöhnt hat, zeigte der gelernte Drucker, Vertriebs-Ingenieur und Marketingfachmann Rolf Müller. Seine Devise: Nie aufgeben, immer nach vorne schauen.

Sein Motto hat Rolf an diesem Abend bei der Fuckup Nights Koblenz eindrücklich in der Praxis bewiesen, denn er stand trotz Zahn-OP auf der Bühne. Respekt.

Bei seinem Vortrag spielten – ähnlich wie bei Sabine – persönliche Aspekte eine wichtige Rolle. Und Rolfs Werdegang zeigt, wie man einen Rückschlag nutzen kann, um etwas gänzlich Neues zu beginnen.

Mademoiselle Nicolette

Die letzte (und vielleicht schillerndste) Persönlichkeit bei dieser Fuckup Night ist wohl Mademoiselle Nicolette gewesen. Mit ihrer interessanten Mischung aus Sexbloggerin, Comedian und Unternehmerin gab Sie einen sehr persönlichen Einblick in Ihre Karriere – und das dieser Weg nicht einfach sondern voller Hindernisse war.

Als letzte Speakerin schaffte es Mademoiselle Nicolette an vielen Stellen Ihrer Geschichte, dass es im Hörsaal ganz, ganz leise wurde. Kein Wunder bei einer sehr emotionalen Story.

Noch mehr Fotos vom Event?

Dann einfach einen Blick in diesen Facebook-Post werfen:
Da sind 79 Fotos von Mattphoto veröffentlicht, die die Stimmung an diesem Abend sehr gut eingefangen haben.

Ein Schiff ohne Kapitän und ohne Crew? Undenkbar!

Was auf Captain Jack Sparrow zutrifft gilt logischerweise auch für die FuckUp Nights Koblenz: ohne Organisatoren und „Macher“ kann so ein Event nicht funktionieren. Und in Koblenz hat sich dafür ein tolles Dreigestirn zusammengefunden.

Über Gentiana Daumiller haben wir hier im Blog bereits im Rahmen des #agileKoblenz Meetups berichtet. Und auch bei den Fuckup Nights Koblenz ist die Agile Culture Coachin vorne mit dabei. Wobei ich mich frage, wie sie das – neben der Selbstständigkeit, der Vorstandsarbeit bei der IT.Stadt Koblenz, und und und alles unter einen Hut bekommt.

Die Zweite im Bunde ist Veronica Wilm, Co-Founderin von Wahlkampf Manufaktur und Studentin. Ja, frühes gründen und weiter studieren funktioniert – Veronica ist der beste Beweis dafür.

Hahn im Korb ist zweifelsohne Immanuel Bär. Muss man Immanuel eigentlich noch vorstellen? Ich denke nicht. Zumindest halte ich es für unwahrscheinlich, dass jemand aus der Region Koblenz den Co-Founder von ProSec Networks nicht kennt oder zumindest schon einmal von ihm gehört hat.

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Auf der Landingpage der Fuckup Nights Koblenz findet Ihr von den Dreien jeweils ein kurzes Statement und warum sie sich für das Event stark gemacht haben.

Fazit

Ein tolles Event, dass super in die Szene von Koblenz passt & Lust auf mehr macht!

Darum freue ich mich auch schon auf den November, weil es dann wieder heißt: es ist Fuckup Nights in Koblenz!

Save your Internet: als die Bots durch Koblenz zogen

Wenn die Demonstration vom gestrigen Samstag in Koblenz eins gezeigt hat, dann, dass die Gegner der EU-Urheberrechtsreform alles sind – nur keine Bots. Sie sind viele, sie sind bunt, oft jung – und sie wehren sich. Gegen eine EU-Richtlinie, durch die sie Ihre Freiheit gefährdet sehen. Und gegen konservative Politiker, die das Gespür für Freiheit und die Anliegen gerade junger Bürger zu verlieren drohen …

Meine erste Demo – mit fünfzig!

Jetzt hat sie es geschafft, die Europäische Union: Ich war auf meiner ersten Demonstration. Mit fünfzig. Nicht für höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten oder für die Umwelt. Nein: für die freie Meinungsäußerung und damit gegen die EU-Urheberrechtsreform!

Nicht missverstehen: der Protest richtete sich nicht gegen die EU. Im Gegenteil: ich bin glühender Verfechter des europäischen Gedankens! Ich liebe Europa und die Errungenschaften, die uns diese Gemeinschaft gebracht hat. Aber gerade deshalb hat es mich jetzt auf die Straße gezogen, weil es dieses Europa verdient hat, verteidigt zu werden! Denn ich sehe ein wichtiges Gut der Europäer, die Meinungsfreiheit, in Gefahr. Durch die EU-Urheberrechtsreform und insbesondere den darin enthaltenen Artikel 13.

EU-Urheberrechtsreform & Artikel 13 – was geht mich das an?

Bei den netzaffinen Leuten ist das Thema EU-Urheberrechtsreform und Artikel 13 längst angekommen. Aber viele denken immer noch:
„Was geht mich das an?“
Bevor ich also auf die Demonstration eingehe, hier ein kurzer Blick auf die Thematik aus meiner persönlichen Sicht: Artikel 13 der geplanten EU-Urheberrechtsreform regelt im Wesentlichen, dass Plattformen, auf denen von den Nutzern Inhalte hochgeladen werden, haftbar gemacht werden, wenn diese Nutzer eine Urheberrechtsverletzung eingehen.
Okay: da steht jetzt nichts von „Plattformen müssen Uploadfilter einrichten„. Ein schwaches Argument der Befürworter, da die Betreiber der Plattformen gar keine andere Wahl haben, als Uploadfilter einzurichten. Nur so können sie sicher sein, dass sie eben nicht für Verstöße herangezogen werden. Und versetzt man sich in die Lage einer solchen Plattform, mal ehrlich: Da werde ich den Filter doch lieber ein bisschen zu stark als zu schwach einstellen (das sogenannte Over-Blocking).
Verständlich, oder?
Kurz: Freie Meinungsäußerung und Kreativität können durch dieses Gesetzesvorhaben erheblich eingeschränkt werden. Und selbst wenn nicht, hätte man eine Technik etabliert, die ohne großen Aufwand für eine gewollte Zensur missbraucht werden kann. Ich könnte jetzt noch weitere Argumente ins Feld ziehen (zum Beispiel den Verweis auf Artikel 5 Grundgesetz: „… Eine Zensur findet nicht statt. …“ und so weiter und so weiter). Spar‘ ich mir, weil man das überall im Web nachlesen kann. Zum Beispiel sehr schön auf Netzpolitik.org, die das Ganze nach dem zeitlichen Ablauf der Geschehnisse zusammengefasst haben.

Und jetzt zur Demo in Koblenz

Als ich in meiner Timeline den Aufruf der Piratenpartei Koblenz gelesen hatte, war mir klar: Da musst Du hin!

Angemeldet wurde die Demonstration für den 23.03.2019 von der Piratenpartei Koblenz. Danach haben sich noch einige andere Parteien der Initiative angeschlossen: die Grünen, die Linken, die Solids, DIE PARTEI, die Jusos, die Julis und die FDP. Ein breites Bündnis – und man erkennt auch, welche Parteien offenbar andere Meinungen vertreten (oder keine Zeit hatten).

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Schon am Startpunkt, dem Löhrrondell, wurde schnell klar: die angemeldete Zahl von 100 Personen war deutlich zu niedrig angesetzt. Viele, vor allem junge Menschen aus Koblenz und der Region, haben offenbar die Gefahr erkannt und sich bei eher trübem, kalten Wetter auf die Socken gemacht.

Mit etwas Verspätung machten sich dann gut 1000 Teilnehmer (also das zehnfache der geplanten Menge) auf den Weg durch Koblenz.

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Und damit wurde man auch dem Motto „Wir sind viele, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut“ gerecht!

Vom Löhrrondell führte die Demoroute zunächst zum Hauptbahnhof. Von dort ging es dann zur Mainzer Straße, dann zum Schloss und über den Zentralplatz wieder zurück zum Löhrrondell.

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Mehr Bilder & Videos?

Kein Problem. Andre hat über vimeo einige Impressionen der Demonstration als Video abgestellt.

Und Heiko hat in seinem Blog einige sehr schöne Fotos veröffentlicht.

Von daher schon mal an dieser Stelle von mir „Danke“ für das Dokumentieren der Aktion. Sollte noch jemand etwas veröffentlicht haben, gerne in den Kommentaren verlinken!

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Mein Fazit

Demonstrationen sind elementarer Bestandteil unserer Demokratie. Das Grundgesetz sichert uns das Demonstrationsrecht im Artikel 8 mit der Versammlungsfreiheit zu. Aber wir machen viel zu selten Gebrauch davon. Wie oft haben wir uns schon über unsinnige oder unserer Meinung nach falsche Entscheidungen geärgert? Nur: Wem hilft es, wenn wir das im stillen Kämmerlein tun?

Niemandem.

Die Demo in Koblenz hat gezeigt, wie stark der Widerstand der Menschen gegen die EU-Urheberrechtsreform und Artikel 13 ist. Gerade bei jungen Menschen, für die ein freies Netz ein natürlicher und integraler Bestandteil des Lebens geworden ist.
Meine Hoffnung ist, dass wir mit der Demonstration in Koblenz und in den zeitgleich in vielen europäischen Ländern stattfindenden Aktionen ein sichtbares und unüberhörbares Zeichen setzen konnten!

Rollenspiele am Arbeitsplatz

Im Fernsehen wird das meist falsch dargestellt. Irgendein Wohnzimmer, eine heruntergekommene Couch und verkleidete Leute. Bei Teenagern mag das so ablaufen, doch bei erwachsenen Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, sieht die Sache meist anders aus.

Es geht um Fantasy-Rollenspiele. Insbesondere in digitalen Kreisen werden sie gespielt, von kreativen Köpfen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ob Administrator, Programmiererin, Social Media Manager – Hauptsache Nerd. Kürzlich durfte ich bei so einem Spielabend anwesend sein und möchte Euch diese Erfahrung nicht vorenthalten.

Vorab: Ich meine es nicht böse mit den Nerds. Wie gern ich sie mag, könnt Ihr in meinem Text „Wer oder was ist ein Nerd“ nachlesen. Unterschätzt zudem nicht die Anzahl von Nerds in dieser Region. Sie sind überall. Auch im TZK. So kam ich auf die verrückte Idee und lud eine Nerdgruppe zum Spielen ins Technologiezentrum ein. Passten Nerds nicht perfekt in diese Umgebung? Ins Haus der Innovationen, die Heimat der hiesigen Startup-Szene? Sie sahen das wohl genauso, denn sie nahmen die Einladung sofort an.

Während ich also am Samstagnachmittag einige Sachen zusammenpackte und mich auf den Abend vorbereitete, postete Blumenkindjen von 247GRAD interessante Storys auf Instagram. Sie teilte ihren Followern mit, dass sie gerade im TZK mit anderen zusammen ein „Pen & Paper“ spiele. Ein Rollenspiel also. Ich staunte. In der Homebase der Start-ups gab es bereits mindestens eine Spielgruppe? Und diese traf sich ebenfalls an einem freien Tag freiwillig am Arbeitsplatz? Interessante Feststellung, die zugegebenermaßen für das TZK spricht. Umso mehr freute ich mich auf den Abend. Die Chancen standen nicht schlecht, dass auch den Besuchern von außerhalb die Räumlichkeiten und der Flair des Technologiezentrums zusagen würden.

Kurz nach 18 Uhr kamen sie. Vollbeladen. Fünf Spieler und ein Dungeon Master traten durch die Eingangstür des Coworking Space. Mit Spielbrett, Laptop, Würfeln, Stiften, einer Menge Süßkram sowie Chips und Getränken. Es würde zweifellos ein langer Abend werden.

„Wir pausieren die Dungeons & Dragons-Kampagne und spielen heute Aborea“, klärte mich einer von ihnen auf. Wir zogen die Trennwände heraus, die die Schreibtische voneinander abgrenzen und die Sicht auf den jeweils gegenüberliegenden Platz behindern. Was zum konzentrierten Arbeiten sinnvoll ist, würde beim Spielen nur stören. Die Getränke deponierten wir im Kühlschrank und verteilten die Süßigkeiten auf den Tischen. Der Dungeon Master nahm am Kopf der Tafel platz und baute eine Abgrenzung vor sich auf, damit die Spieler nicht in seine Unterlagen blicken konnten. Dann ging es los. Aus einem 1st Level Supporter, mehreren Programmierern und einem Elektroniker wurden ein Waldläufer, zwei Krieger, ein Barde und ein Kampfmönch. (Für Kenner unter Euch: Zwei Zwerge, zwei Menschen und ein Elf.) Gemeinsam bestritten sie das Abenteuer. Ganz ohne Verkleidungen.

Vom Laptop ertönte Musik, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen schien. Ab und an war ein Schrei zu hören, etwas Bedrohliches und Unheimliches. In Endlosschleife. Es sollte die Spieler in die passende Stimmung bringen und funktionierte bestimmt grandios. Leider auch bei mir, nur weniger positiv. Die Musik war absolut nicht mein Ding. Zum Glück war sie recht leise und störte daher nicht. Ich saß auf einem Sofa etwa drei Meter von den Männern entfernt und arbeitete am Laptop. Und nein, sie waren nicht wie diese ernst dasitzenden Langweiler bei „Bernd, das Brot“.

Würfel rollten, Fragen wurden gestellt, Entscheidungen getroffen, und es wurde gelacht. Viel gelacht. Manche Spielschritte musste der Einzelne für sich bestimmen, einiges wurde gemeinschaftlich diskutiert. Zwischendurch ein Schluck alkoholfreies Radler oder Kölsch, eine Hand voll Chips, Gummibärchen hier, Kekse dort. „Wollen wir jetzt das Essen bestellen“, fragte einer. Ja, alle wollten. Schnell wurden Pizzen und Salate beim Italiener um die Ecke bestellt. Bis das Essen geliefert wurde, spielten die Männer noch eine halbe Stunde, dann wechselten sie die Plätze.

Von den Schreibtischen ging es rüber zum Tisch mit den hohen Stühlen. Beim Essen wurde über die Arbeit gesprochen. Ursprünglich hatten sie als Rollenspielgruppe eines Koblenzer IT-Unternehmens gestartet. Einige von ihnen arbeiten inzwischen woanders, doch zum Spielen treffen sie sich noch und halten den Kontakt mithilfe von WhatsApp aufrecht. Eine sehr humorvolle Truppe.

Der Abend endete kurz vor 01:00 Uhr in der Nacht. Ich gebe zu, kaputt gewesen zu sein. Selbst schuld, hätte ich die Süßigkeiten mitgenascht, hätte mich der Zucker gewiss länger wachgehalten. Die leckere Pizza hingegen sorgte zusätzlich für Müdigkeit. Außerdem ist das Sofa im Coworking Space zu bequem, um lange wach zu bleiben. Alles Dinge, die man erst weiß, wenn man mal zu so später Stunde noch am Arbeitsplatz gewesen ist.

Den Nerds scheint es immerhin gefallen zu haben, denn auf dem Weg zum Ausgang wurde ich beiläufig gefragt, ob die Website des Gebäudes tzk.de laute und ob man dort die Stellenangebote der Start-ups finden könne. „Vielen Dank, dass wir in so einer coolen Location spielen durften“, hörte ich zum Abschied. Erwähnte ich bereits, dass es sich hierbei um eine sehr nette Spielgruppe handelte?

Jetzt stellt sich ganz klar die Frage, wie viele Spielgruppen es hier in der Region noch gibt. Bestimmt viele. Habt auch Ihr Lust darauf bekommen, Teil einer Spielgruppe zu werden oder sich über unterschiedliche Rollenspiele auszutauschen? Ihr merkt, ich habe leider keine Ahnung davon, aber die Mitglieder der besagten Rollenspielgruppe kennen sich aus. Daher nur zu, schreibt einen Kommentar oder wendet Euch über Facebook, Twitter oder E-Mail an uns. Wir geben das gerne weiter.

Getestet & für gut befunden: das Usability Testessen Koblenz

Egal ob Onlineshop, Smartphone-App oder Webanwendung – jedes Produkt wird für Nutzer gebaut, die sie bedienen. Kein Wunder, dass zunehmend nicht der Funktionsumfang entscheidet sondern die Usability. Test und Optimierung der Benutzerfreundlichkeit sind daher extrem wichtig. Aber – müssen sie darum auch extrem teuer sein? Was das Ganze mit Koblenz, Pizza, Bier und interessierten Leuten zu tun hat, das erfahrt Ihr hier in diesem Artikel …

Was ist das eigentlich – das Usability Testessen?

Das Usability Testessen ist ein aus der Not heraus geborenes Event, dass im Rhein-Main-Gebiet „erfunden“ wurde und von dort seinen Siegeszug in die Welt angetreten hat. Als maßgeblicher Initiator für das Format gilt heute die Agentur quäntchen + glück. Damals stand die Agentur vor einer neuen Herausforderung: Projekte wurden immer schneller fertigstellt, doch es fehlten die Zeit und die Probanden, um aussagekräftige Usability-Tests durchzuführen. Der Grundsatz einer (erfolgreichen!) Webentwicklung „Test early! Test often!“ lief Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.

In dieser Situation kam man auf eine einfache und zugleich geniale Idee: kühle Getränke, gesponserte Pizza – und ein Haufen Webworker, die an allen drei Elementen Spaß haben. Jeder kann selbst aktuelle Projekte zum Testen mitbringen oder stellt sein eigenes Können für die Tests der Produkte anderer Teilnehmer zur Verfügung. Und so hat man einen lockeren Abend mit interessanten Menschen und kann auch noch wertvolles Feedback zu einer App oder Anwendung einholen.

Klingt verrückt?

Vielleicht.

Aber es funktioniert!

Heraus kommt ein bunter Mix aus Designern, Entwicklern, kreativen Köpfen, Textern, aber auch Menschen aus anderen Bereichen, die nicht direkt in der Medien- und Tech-Branche verwurzelt sind. Aber vor allem trifft sich hier eine Gruppe von Leuten, die perfekt geeignet ist, um eine neue App oder Webanwendung einem ersten echten Test zu unterwerfen.

Das Motto des Events lautet daher auch: „Wenn es ein Problem gibt, dann mach eine Party daraus!

 

Wie läuft der Abend ab?

In Form eines Speedtestings: in sechs Runden á 12 Minuten wird an den Stationen getestet, ausprobiert oder einfach „laut gedacht“. Ja, denn die Testmethode, die zum Einsatz kommt, ist Thing-Aloud. Dabei soll der Proband laut denken, während er eine gestellte Aufgabe absolviert. Und umgekehrt notiert der, der das Produkt mitgebracht hat, fleißig das Feedback des Testers. Oder zeichnet es auf. Oder oder oder. Und nach 12 Minuten wird gewechselt und man geht zur nächsten Station.

Je nach Umfang und Teilnehmerzahl gibt es mehr als sechs Stationen. Bei den Brickmakers waren es zum Beispiel 15. Das heißt, nicht jeder Tester wird alle Anwendungen an einem Abend testen können. Das hatte das Orga-Team aber toll und vor allem übersichtlich mit kleinen Laufzetteln gelöst.

Und wie war es jetzt?

Einfach toll! Die ganze Veranstaltung hat mir von Anfang bis Ende einfach Spaß gemacht. Aber eins nach dem anderen. Die Location, das Headquarter der BRICKMAKERS, kannte ich noch vom letzten #agileKoblenz Meetup. Und ich finde die Atmosphäre in diesem Raum immer doch Top. Und das, obwohl ich sonst Großraumbüros eher kritisch gegenüberstehe.

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Neben dem Dach über dem Kopf ist das Essen natürlich ebenso wichtig. Auch hier wurde alles richtig gemacht: die Pizza von L’Osteria Koblenz war mega lecker.

Gesättigt und mit Kaltgetränken versorgt ging es anschließend zur kurzen Einweisung in den Abend: Was ist überhaupt das Usability Testessen? Wie sind die Abläufe? Welche Firmen sind da, die etwas zum Testen mitgebracht haben.

Und dann ging es richtig los.

An meiner erstes Station (Raum Atari) erwartet mich ein Notebook, ein Webshop und die Aufgabe, einen bestimmten Artikel zu suchen: einen Italienischen Geldclip aus Leder. Und den sollte ich bestellen und mir nach Frankreich schicken zu lassen. Fand ich dann schon ziemlich interessant – und habe festgestellt, dass einem die Think-Aloud-Methode viel viel einfacher fällt, als man im ersten Moment meint. Und die 12 Minuten waren ruckzuck verflogen.

Glocke!
Stationswechsel!
Wo ist Raum „Switch“?

Glück gehabt: nebenan. Und schon kommt die nächste Aufgabe:
ein Raumreservierungssystem mit einer Kombination aus Gesichtserkennung und Smartphone-App. Cool. Und auch gleich die ersten Aufgaben mit klaren Vorgaben:

  • Passt das Interface?
  • Versteht man die Vorgehensweise?
  • „Hakt“ es irgendwo?
  • Kann man die Aufgaben intuitiv & rasch erledigen?

Bei diesem Projekt von den BRICKMAKERS merkte man schon den hohen Reifegrad, da man – fast – nichts mehr anmerken konnte. Top.
Glocke.
Wie – schon vorbei?

Weiter zu Station 15.

Etwas ganz anderes: die Agentur Ressmann fragt und testet einen Hashtag und verschiedene Freecards für ein anstehendes Event. Interessant – hätte ich jetzt hier gar nicht erwartet. Passt aber auch irgendwie hier hin. Anfangs ein bisschen überrumpelt (konnte mit dem Hashtag nichts anfangen) nahm das Gespräch und der Wechsel aus Frage / Antwort immer schneller Fahrt auf.
Glocke.
Uff!
Geschafft!
Endlich Pause!

Erste Erkenntnis zur Pause: so ein Usability Testessen ist anstrengender als erwartet. Und macht irre viel Spaß!
Zweite Erkenntnis, während ich eine Fritz-Cola light trinke: ich möchte jetzt nicht in der Haut der Getesteten stecken. Denn die müssen jetzt das Feedback sauber dokumentierten und sich auf die nächste Runde vorbereiten.

Nach einer viertel Stunde Pause folgte der zweite Durchgang. Auf mich wartete dann eine Smartphone-App zur Inventarverwaltung, eine Motivations-App und – auch sehr interessant – Eyetracking auf der Website von Eyevido.

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Den Abschluss bildete eine gemeinsame Runde mit allen Teilnehmern (by-the-way: wir waren an diesem Abend 35 Leute!) mit einem kurzen Feedback von den einzelnen Teststationen.

Mein Fazit

Klasse Vorbereitung, schöne (und wie ich finde auch passende) Location, super Orga und ein Eventformat, dass mich sofort mitgenommen und begeistert hat! Einfach, direkt, auf den Punkt. Und ich bin mir sicher, dass dieser Abend auch gut für die getesteten Produkte und deren Entwickler war.

Danke dafür.

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Und wenn ich darf bin ich beim nächsten Usabilty Testessen Koblenz wieder dabei!

Dickes Lob an das Orga-Team von EYEVIDO

Treibende Kraft hinter dem Usabiltiy Testessen Koblenz ist unbestritten das Team von EYEVIDO. Daher an dieser Stelle ein dickes Dankeschön von mir: für die Vorbereitung, die Einladung zu dem Event und für ein tollen & interessanten Abend!

Dank an den Gastgeber – die BRICKERMAKERS

Gastgeber beim Usability Testessen Februar waren die BRICKMAKERS. Die sind bekanntlich vor kurzem in das Herz der Koblenzer Altstadt gezogen und haben für das erste Testessen in 2019 Ihre Räumlichkeiten Am Plan zur Verfügung gestellt.
Die BRICKMAKERS entwickeln Apps für alle Systeme (Android, iOS, Windows und Browser) und begleiten dabei den Kunden von der Konzeption über Entwicklung, Design bis hin zum Go-Live und zur Vermarktung der fertigen App.

Wo kann ich mehr über das Usability Testessen erfahren?

Wenn Du mehr über das Konzept von Usability Testessen erfahren möchtest, schau doch einfach auf der Website der Erfinder nach – zum Beispiel bei quäntchen + glück .

Oder – noch einfacher – auf der Projektseite von Usability Testessen.

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Sind Programmierer Kunsthandwerker?

Bei Handwerk denken die meisten von uns vermutlich an Holz und Metall, aber auch Software-Entwicklung ist Handwerk. Kunsthandwerk sogar, behaupten einige ITler. Doch wie sehen Programmierer sich selbst und ihre Tätigkeit? Ich habe vier schlaue Köpfe aus der hiesigen Coder-Szene gefragt. Frank, Stefan, Oliver und Ramy haben ihren Senf zu diesem Thema gegeben.

In Deutschland werden Software-Entwickler nicht selten für Ingenieure gehalten. Das liegt vor allem daran, dass im englischsprachigen Raum der Beruf Software Engineer bekannt ist. Tatsächlich spuckt Google hierzulande bei Eingabe von „Software ist Handwerk“ fast ausschließlich Seiten zu Software für Handwerker aus. Eine Tatsache, die so mancher Programmierer ärgerlich findet, weil er sich selbst absolut nicht als Ingenieur, sondern als kreativen Handwerker versteht. Ich habe unabhängig von einander vier Coder aus unterschiedlichen Bereichen gefragt, was sie davon halten.

Die Befragten

Stefan bezeichnet sich als Nerd, obwohl er keinen einzigen Hoodie besitzt. Er kennt unzählige Monty-Python-Zitate auswendig und hat als Schüler gerne das Schulsystem gehackt, um seinen Informatik-Lehrer in Bewegung zu setzen. Als zukunftsgewandter Software-Entwickler und -Architekt arbeitete er jahrelang für mittelständische Unternehmen und ist aktuell für einen internationalen Konzern tätig.

Frank hat ursprünglich Maschinenbau studiert und erwies sich als nahezu perfekter Ansprechpartner, da er sowohl Ingenieur als auch Coder ist und daher beide Perspektiven kennt. Gemeinsam mit seiner Frau führt er die rockende Agentur Werk 70 und hat „NUN“, das Neuwieder Unternehmer Netzwerk gegründet. Ein cooler Typ, den man regelmäßig auf Events zu digitalen Themen trifft.

Oliver ist Director of Engineering und Prokurist bei alfamedia. Aufgrund seines beruflichen Werdegangs hat er alle Facetten der Software-Entwicklung im Blick. Er denkt fortschrittlich, informiert sich weit über seinen Tellerrand hinaus und erkennt Trends nicht erst im Nachhinein. Oliver bewegt sich gerne und gekonnt in den sozialen Netzwerken.

Ramy ist freier Berater. Als Coder im Angestelltenverhältnis zu arbeiten? Nein, das wäre nichts für ihn. Auch er bezeichnet sich als Nerd und hat Zitate samt Quellenangabe parat, die sich Normalsterbliche wie ich nicht merken könnten. Die meisten Aufträge erhält er übrigens aus dem Ausland. Zum Beispiel in China scheint man interessierter an Innovationen zu sein als in Deutschland, sagt er.

Was sind Software-Entwickler nun wirklich, Ingenieure oder Kunsthandwerker?

Stefan: Ingenieure arbeiten nach Standards und Normen. Die gibt es so in der Software-Entwicklung nicht. Es gibt zwar Versuche, mit Entwurfsmustern ein gewisses Maß an Standardisierung zu erreichen, aber das alleine macht noch kein Ingenieurswesen aus.

Ein Ingenieur erfindet für gewöhnlich nichts, ein Entwickler hat wesentlich mehr kreative Freiheiten. Durch das Fehlen von Standards, ist Software-Entwicklung ein Prozess, der eine große Menge an Handarbeit beinhaltet. Nehmen wir zum Vergleich ein schmiedeeisernes Treppengeländer. Dieses wird von einem Kunstschmied in Handarbeit gefertigt. Dazu muss er wissen, wie es gefertigt wird. Er muss sein Handwerk beherrschen, um das bauen zu können. Doch zusätzlich zum Erlernten benötigt er Kreativität.

In der Softwareentwicklung benötigt man Kreativität, um Lösungen zu finden.

Frank: Was Stefan sagt, klingt, als würde er Ingenieure für elaborierte LEGO-Bastler halten, die aus einem Baukasten Teile nehmen und diese nach Bedarf zusammenfügen. Der universitär ausgebildete Ingenieur, und nur diese gibt es hierzulande, ist ein Vollwissenschaftler. Besteht ein technisches Problem, muss eben eine neue Maschine erfunden werden. Ja, dabei greift der Ingenieur auch auf standardisierte Teile (Schrauben, Muttern und jede Menge weiteres Gedöns) zurück. Die Funktion der Maschine zu entwickeln, ist aber ein ganz anderes Ding. Hierfür musst Du Unmengen an Hirnschmalz investieren, Simulationen und Versuche durchführen, um ganz spezielle Teile fertigen zu können. Das ist der akademische Anteil der Arbeit.

Außerdem ist auch der Programmierer nicht frei. Ganz im Gegenteil. Das zu schreibende Programm bzw. der dahinter liegende Algorithmus muss ebenso wie eine zu bauende Maschine penibel ein Lasten/Pflichtenheft erfüllen. Der Code entsteht nun auch nicht irgendwie, sondern muss in einer möglichst passenden Programmiersprache geschrieben werden. Innerhalb der Programmiersprache muss sich der Programmierer dann geradezu sklavisch an die Regeln von Syntax und Notation halten. Sonst funktioniert gar nichts.

Die Programmiersprache entspricht also den Normteilen. Aufbau von Code/Maschine unterliegt dann der Inspiration (5%) und Transpiration (95%) des Ausführenden. Beides sind reine intellektuelle Leistungen und haben keinerlei schaffenden, im Sinne von anfassbaren Charakter, und auch das ist bei beiden gleich. Du siehst: Die Rezeption des Programmierers als Ingenieur ist durchaus gerechtfertigt.

Wenn man von einem Kunsthandwerker ausgeht, so kann dieser machen, was immer er will, mit Ausnahme der Werkstoffeigenschaften, auf die er natürlich Rücksicht nehmen muss. Man könnte zwar argumentieren, dass er dem Programmierer damit nahe ist, weil der von der Idee über die Ausführung (Einhacken des Codes) bis zum fertigen Produkt alles in Personalunion durchläuft. Allerdings durchläuft der Kunsthandwerker keine intellektuelle/akademische Arbeitsphase.

Oliver: Softwareentwicklung ist ohne Frage eine kreative Tätigkeit. Ich finde den Begriff Kunsthandwerker gut, denn oftmals ist das eine sehr treffende Bezeichnung, jedenfalls wenn man in einem kreativen Bereich arbeitet oder gerade neue Produkte entstehen. Aber es gibt auch die andere Seite, wo man in einem sehr strikten Korsett arbeitet und dort weniger kreativ denn produzierend ist. Zudem gibt es auch noch diejenigen, die Software wie ein Ingenieur designen und entwickeln. Will heißen, es gibt alle drei Varianten parallel nebeneinander, und es kommt nur auf den Bereich an, in dem man arbeitet, welche Facette dominiert.

Und auch in meinem Team gibt es alle Varianten, obwohl wir eher im kreativen Bereich sind. Es gibt Kreativspieler wie meinen Kollegen Thorsten und mich aber auch Ingenieure, denen ich ein Design zur Umsetzung gebe. Und wir haben wiederum auch bloße Handwerker ohne viel Kunst.

Pauschal ist das nicht zu beantworten. Die einzige Pauschale ist, dass jeder Entwickler eine Prima Donna ist, wenn es sich um seine Arbeit dreht und man diese kritisiert.

Ramy: Das mit der Prima Donna stimmt! (lacht) Ich fühle mich so sehr mit meiner Arbeit verbunden, sie ist ein Teil von mir. Kritik kann daher sehr verletzend sein. Das ist das Amateurhafte an uns Entwicklern. Professionalität bedeutet nämlich, dass man sich zugunsten des Endergebnisses von seinem eigenen Wirken distanzieren kann. Daran müssen wir wohl noch arbeiten. Konkretes Beispiel: Ich entwickle mein eigenes Programmierwerkzeug und möchte es auf keinen Fall jetzt schon jemandem zeigen, weil es noch unfertig ist. Sinnvoller wäre aber, sich Feedback von außen zu holen.

Kunsthandwerk halte ich daher für einen passenden Begriff. Frank hat zwar insofern recht, als dass Ingenieure nicht nur Lego-Bastler sind. Doch anders als er, sehe ich in den Vorgaben, an die man sich innerhalb einer Programmiersprache halten muss, kein Argument gegen die Kunst, sondern dafür. Denn nur dort, wo Grenzen sind, ist Kreativität gefragt. Wir Software-Entwickler müssen sehr kreativ sein, um mit dem Bisschen, was da ist, Großes erschaffen zu können. Uns muss es gelingen, in teilweise simplen Formulierungen, hochkomplexe Sachverhalte auszudrücken. Trotzdem wünsche ich mir für die Zukunft mehr Kreativität in unserem Bereich. Ich verdiene seit über 20 Jahren mein Geld mit Software-Entwicklung, aber an meiner Arbeit hat sich nicht viel verändert. Immer noch setze ich mich an den Rechner und gebe Zeichen ein. Das ist doch kein Fortschritt. Ich arbeite daher daran, kleine organische Systeme zu bauen, die miteinander kommunizieren, selbst lernen, Erforderliches selbst programmieren und wachsen.

Alexandra: Das möchte ich gerne genauer wissen, Ramy, in einem anderen Blogbeitrag. Dir, Frank, Oliver und Stefan vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten und die spontane Bereitschaft sich zu diesem Thema zu äußern.

Und wie denkt Ihr darüber? Wird die Kreativität der Software-Entwickler unterschätzt?

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