Eine Hommage auf die Innovationskultur: das (digitale) Innovation Culture Camp 2021

Viele Unternehmen sind gerade in unbekannten Gefilden unterwegs: Homeoffice, Videokonferenzen und Corona geben einen neuen Arbeitstakt vor. Und viele stellen sich die Frage: kann unsere Corporate-DNA da mithalten? Haben wir eine Innovationskultur und können wir rasch genug auf die Veränderungen reagieren? Beim 2. Innovation Culture Camp trafen sich am 30.01.2021 mehr als 230 MitarbeiterInnen, Fach- und Führungskräfte, Um-die-Ecke-Denker und Creative Minds zum digitalen Wissensaustausch. Rein virtuell, denn das Barcamp fand diesmal online statt.

Ein digitales Barcamp „Made in Rheinland-Pfalz“

Schon bei der Premiere des Innovation Culture Camp im Jahr 2020 hat sich gezeigt: dieses Thema hat Zukunft und Potential! Davon zeugen allein die 150 TeilnehmerInnen, die sich im Vorjahr im Gutenberg Hub in Mainz zusammengefunden hatten.

Damals wie heute drehte sich an diesem einen Tag alles um Unternehmenskultur und wie diese Innovation und Veränderung unterstützen kann. Oder auch behindert, je nachdem, wie man sich aufgestellt hat. Es ging um Teilen, um Methoden und darum, wie man Hindernisse auf dem Weg zur Innovation überwinden kann. Wissensaustausch auf Augenhöhe und immer im regen Austausch untereinander. Diskussionen waren und sind eine wichtige Triebfeder bei jedem Barcamp.

Tom Klose, der Initiator und die treibende Kraft hinter dem #i2c

Aber – funktioniert so ein Format auch rein digital? Ohne den persönlichen Kontakt? Das direkte Gespräch? Nun: der Mann hinter dem Innovation Culture Camp, Tom Klose von supernju hatte da wohl wenig Zweifel. Und wenn doch, hat man diese nicht gespürt.

Zusammen mit Nina vom Gutenberg Digital Hub führte Tom in bekannt ruhiger, lockerer und gleichzeitig begeisternder Art durch den kompletten Tag. Denn anders als 2020 waren diesmal die Barcamper nicht live vor Ort in Mainz. Die rund 250 TeilnehmerInnen waren via Zoom zugeschaltet, tummelten sich mal in einer großen, virtuellen Lobby oder verteilten sich auf die Breakout-Sessions oder den Netzwerkraum.

Man hatte sogar daran gedacht, jedem Breakout-Raum einen Moderator zuzuteilen. Dieser unterstützte den oder die Präsentatoren und hatte auch ein Auge auf die Technik.

Barcamp-Basics

Falls jetzt jemand bis hier hin gekommen ist und sich fragt: „Was zur Hölle ist überhaupt ein Barcamp?„, dem kann ich einen der älteren Artikel hier im Blog empfehlen, in der diese Frage beantwortet wird.

Begrüßung und Dank an den Sponsor

Ja: den Sponsor, weil das Innovation Culture Camp nur einen Sponsor hat. Das Event wird durch die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz gefördert. Das Grußwort von Heike Raab, der Staatssekretärin der Staatskanzlei, leitete daher nicht von ungefähr den offiziellen Start der Veranstaltung ein.

Na? Welchen Tweet hat Heike Raab da wohl als Aufhänger verwendet?

Sessionplanung

Etwas untypisch hatte ein Großteil der TeilnehmerInnen schon im Vorfeld die Sessionplanung gefüllt. Das hatte den Vorteil, dass die Sessionplanung selbst wenig Zeit in Anspruch nahm und auch noch vier Nachmeldungen in das Tagesprogramm einfließen konnten.

Auszug aus der Sessionplanung

Insgesamt gab es fünf auf den Tag verteilte Timeslots von 40 Minuten. In jedem Slot wurden bis zu sieben Breakout-Räume in Zoom bereitgestellt. Ergibt insgesamt 35 Sessions. Ergänzt wurden diese durch die übergreifenden Angebote Awakening Yoga und Bürostuhl-Yoga mit Julia Niss (die ich aber – ich gebe es zu – geschwänzt habe).

Nachfolgend gebe ich einen kurzen Abriss von den Sessions, die ich selbst besucht habe.

Remote Usability Tests – nie waren sie so einfach wie jetzt

Die Session wurde von Anne und Philipp von quäntchen + glück angeboten – und da konnte ich natürlich nicht „Nein“ sagen.

Denn Philipp und Anna sind gleichzeitig auch Gründungsmitglieder des Usability Testessen (https://usability-testessen.org). Und davon bin ich ein absoluter Fan-Boy.

Bei der Session diesmal ging es um Remote Usability Tests (etwas anderes ist aktuell  kaum möglich, man man die Hygieneregeln einhält). Im Laufe der 40 Minuten zeigten die beiden auf, warum Remote Usabilty Tests „nie so einfach waren wie jetzt„. Ein großes Hindernis der Vergangenheit (= fehlende WebCam & kein Mikrophon hat sich nämlich in Zeiten von Corona und Homeoffice von ganz alleine geregelt. Und mit Zoom ist  eine weit verbreitete Plattform hinzugekommen, an die sich viele längst gewöhnt haben. Und Zoom bringt für einen Ad-hoc-Test (fast) alle von Haus aus mit.

Foto vom Vortrag von Anne und Philipp von quäntchen + glück.

Remote Tests hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber den bisherigen Labortests: die Person nutzt ihr eigenes Device in der gewohnten Umgebung. Zwei nicht zu unterschätzende Vorteile, war ein Labor immer eine neue, ungewohnte Umgebung.

Und auch sonst war die Session gespickt mit vielen Tipps und Tricks:

  • Dauer eines Tests sollte eine Stunde nicht überschreiten (45 Minuten Test + 15 Minuten Nachbesprechung)
  • Hilfreich ist es, wenn Stakeholder als stille Zuschauer an dem Test teilnehmen
    Unbedingt einen Technikcheck mit dem Probanden vorsehen!
  • Als Tool für die Dokumentation der Tests wird Trello genutzt.

Wenn Fuck Up Nights ganz falsch verstanden werden: Agile Transformation und die Sprache

Bei der Session von Tal Uscher und von Nicole Röttger von der Apiarista GmbH ging es um agile Transformation und Sprache.

Tal und Nicole arbeiteten im Verlaufe Ihres Vortrags und der immer wieder eingestreuten Gruppenarbeit sehr schön heraus, wie sehr sich der Sprachschatz der „Agilen“ von dem der „Normalos“ unterscheidet. Englische Fachbegriffe und jede Menge Buzzwords sind für den einen eine Selbstverständlichkeit, während der andere nur noch Bahnhof versteht. Und will man die Agilität dann auch noch in einer öffentlichen Verwaltung einführen, sind die Hürden nochmal zu hoch.

Zum Schluss wurde versucht, gemeinsam deutsche Begriffe für agile Buzzwords zu erarbeiten. Und da wurde dann auch mal aus der „Fuck Up Nights“ ein „Scheiter Heiter“.

Agile Zahlen – wie messen wir, was wirklich zählt?

Bei der Session von Verena und Melanie ging es darum, verschiedene Fragen zu erörtern, die aufeinander aufbauen:

  • Welche „weichen“ Erfolgsfaktoren kennen wir (oder welche sind uns wichtig)?
  • Wie kann man diese Erfolgsfaktoren (zum Beispiel „Vertrauen“) fördern?
  • Mit welchen Kennzahlen können wir den Erfolgsfaktor „Vertrauen“ messen?

Klingt einfach, aber das Feedback und Fragen der Teilnehmer zeigte, wie unterschiedlich die Sichtweisen auf das Thema sind. Die Skala reichte dabei von „Natürlich muss man das Messen, damit wir Fortschritte sehen“ bis hin zu „Vertauen messen steht dem Vorgesetzten nicht zu„.

Rückenwind für eure Kreativität: Alltags-Hacks zum Ausprobieren

In der Session von Stefanie und Jan-Christian (beide von iteratec GmbH) ging es um Tipps und Tricks rund um die eigene Kreativität.

Im Verlaufe der Session und Gruppenarbeit zeigte sich sich schnell, dass der Kreativität vor allen Raum und Zeit gegeben werden muss.
Hier ein paar der Notizen aus dieser Session:

  • Frosch des Tages: zu beginn jeden Tages wird im Kalender eine bestimmte Zeitspanne reserviert, in der man „eine Kröte schlucken muss“. Man verwendet die Zeit zur Erledigung einer unangenehmen oder lästigen Aufgabe. Hat man die erledigt kann man befreit aufspielen.
  • Cliffhanger. Der genaue Gegenvorschlag kam von einem Teilnehmer. Beim Cliffhanger wird am Vortag eine Aufgabe bis fast zum Abschluss umgesetzt. Und den hebt man sich dann für den Beginn des Folgetages auf. Vorteil: man beginnt direkt mit einem Erfolgserlebnis.
  • Mittagspause nutzen: Blocker für Mittagspause einsetzen und in dieser Zeit unterschiedliche Dinge erledigen, zum Beispiel Walk-and-Talk mit Kollegen (geht auch virtuell), Hausarbeiten erledigen, und so weiter.
  • Streifenhörnchenkalender: zwischen zwei Terminen muss eine kurze Pause liegen, um zu verschnaufen, Luft zu holen und sich für den nächsten Termin zu sammeln.

Interessant waren auch Umfragen bei den Teilnehmern, was sie dran hindert, kreativ zu sein.

Diese Wordwolke ist dabei entstanden:

Wortwolke zum Thema „Was hindert dich, kreativ zu sein?“

Was sonst noch?

Genial: Graphic Recording durch Jiayan Chen von http://www.yanbochen.de/

Das Making-of kannst Du auf YouTube bewundern:

Aber bring Zeit mit (das ist eine Drei-Stunden-Session). Ich finde es faszinierend, wie schnell und vor allen dingen ja auch parallel zur Veranstaltung diese kleinen Wunderwerke entstehen.

Und natürlich gab es beim Innovation Culture Camp eine Job-Wall. Immerhin acht Beiträge hat es auf dem Mural-Board gegeben.

Ach so: selbst das leibliche Wohl ist nicht vergessen worden. Alle TeilnehmerInnen erhielten ein Überraschungspaket von Edeka mit Nudeln, Pesto, Knabberkram, Wasser und Infomaterial. Tolle Idee!

Fazit

Funktioniert ein digitales Barcamp? Ja. Das hat das Innovation Culture Camp 2021 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Allein die gestiegene Anzahl der TeilnehmerInnen im Vergleich zu 2020 spricht hier Bände. Und einige haben das digitale Format genutzt, um räumliche Schranken zu überwinden. Ein klarer Vorteil der technischen Plattform, die – bis auf kleinere Aussetzer – verlässlich über den gesamten Tag hinweg funktionierte.

Und doch …

Und doch war allen klar, dass ein Live-Barcamp etwas anderes ist.  Es ist – intensiver. Gerade das Format Barcamp lebt vom persönlichen Austausch, dem Miteinander, dem Pausengespräch. All die kleinen und großen Nebensächlichkeiten, die in Ihrer Gesamtheit den Charakter der Veranstaltung prägen. Die Anfahrt, die Locaiton, die Räume, das WLAN, die Menschen, die man trifft, mit denen man sich austauscht. Ihre Gesten und Mimik, die wir – bewusst oder unterbewusst – wahrnehmen.

All das fehlte beim diesjährigen Innovation Culture Camp. Aber vor dem Hintergrund einer Pandemie und einem unheimlich interessanten Thema wie der Innovationskultur kann ich (für mich) sagen, dass man das Beste aus einem digitalen Barcamp herausgeholt hat, was möglich war.

Danke daher nochmal an die Organisation, an alle TeilnehmernInnen und an alle, die eine Session gehalten haben. Das war ein unheimlich inspirierender Samstag, den ich mit Euch verbringen durfte!

Sponsored Post Learn from the experts: Create a successful blog with our brand new courseThe WordPress.com Blog

Are you new to blogging, and do you want step-by-step guidance on how to publish and grow your blog? Learn more about our new Blogging for Beginners course and get 50% off through December 10th.

WordPress.com is excited to announce our newest offering: a course just for beginning bloggers where you’ll learn everything you need to know about blogging from the most trusted experts in the industry. We have helped millions of blogs get up and running, we know what works, and we want you to to know everything we know. This course provides all the fundamental skills and inspiration you need to get your blog started, an interactive community forum, and content updated annually.

Mein Rückblick auf das digitale BusinessCamp Bonn 2020

Nach einem tollen BusinessCamp Bonn auf dem Telekom Campus in 2019 lag die Messlatte für das Folgeevent in 2020 von Beginn an hoch. Doch im Corona-Jahr ist bekanntlich alles anders. Für die dritte Ausgabe des BusinessCamp hieß das: das BizBonn20 fand als „digitales Event“ statt. Spannend. Geht das überhaupt? Und genauso spannend das Leitthema für der Veranstaltung: „Cyber Security“.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist ein offenes Veranstaltungsformat. Dabei wird – im Gegensatz zu einer herkömmlichen Konferenz – im Vorfeld kein starres Programm vorgegeben. Stattdessen definieren die Teilnehmer im Laufe des Barcamps in der sogenannten Sessionplanung das Programm selbst. Die Inhalte stammen also aus den Reihen der Besucher des Barcamps: Jeder kann eine Session zu einem bestimmten Thema anbieten. Finden sich genügend Teilnehmer, wird der Vorschlag in das Sessionboard aufgenommen und ist damit im Programm.

Eine ausführlichere Beschreibung zum Ablauf eines Barcamp findest Du hier bei uns im Blog.

Location

Die Location war diesmal der Browser auf unseren Rechnern, dem Tablet oder bei den ganz innovativen das Smartphone. Und dementsprechend bunt waren die Hintergründe, die man teilweise auf den Webcams der Teilnehmer sehen konnte: Büros, Wohnzimmer, Küchen und wer weiß wo sich die Teilnehmer noch aufgehalten haben. Ich bin mir nicht sicher, aber einmal habe ich sogar eine Werkbank gesehen.

Für die Organisation und die Technik hat Oliver Kepka von der Telekom Business – wie schon im letzten Jahr – auf die Agentur Bonn.digital gesetzt. Und damit wieder Johannes Mirus als Moderator für das Barcamp gewinnen können.

Oliver und Johannes bei der Begrüßung der Teilnehmer

Gleich vorweg: das war eine gute Wahl, Oliver! Die Technik, die Moderation und die gesamte Plattform, die von Bonn.digital bereitgestellt wurde, war genau richtig, technisch ausgereift und hat uns über den gesamten Tag nicht im Stich gelassen (von kleinen Ausreißern abgesehen).

Technik

Ja, die Technik bekommt diesmal einen eigenen, kleinen Abschnitt im Artikel. Anders als bei einem analogen Barcamp, bei dem unheimlich viel ohne oder nur mit wenigen Hilfsmitteln abgewickelt werden kann, muss in der digitalen Variante mit Software gelöst werden. Vorstellung der Session? Separater Stagingbereich. Das Sessionboard? Software. Die einzelnen Räume? Software. Ein Raum für Pausengespräche? Software. Twitterwall? War schon immer Software.

Kernstück des Projekts war Venueless, das von Bonn.Digital um verschiedene Services wie eine Twitterwall oder ein virtuelles Foyer erweitert wurde.

Hier hat Bonn.Digital ein tolles Gesamtpaket abgeliefert, dass obendrein mit den Regeln der EU-DSGVO konform betrieben werden konnte und bei dem die einzelnen Bestandteile nahtlos ineinander gegriffen haben.

Die Sessionplanung

Aber kommen wir jetzt zum Inhalt von drei Sessions, an denen ich teilgenommen habe:

Session 1: Fünf Tipps für einen besseren Umgang mit digitalem Stress im Berufsalltag

Los ging’s im Raum Moscow mit einem Thema, das viele von uns vermutlich kennen: digitaler Stress im Berufsalltag. Dort hin hatte Dr. Ann-Kathrin Richarz eingeladen und arbeitete sehr schön heraus, ob wir Menschen denn überhaupt für die Digitalisierung vorbereitet sind. Für das „Always on“ und für ein Smartphone, dass immer dabei und Segen und Fluch zugleich sein kann.

Bei der Einleitung untermauerte die studierte Biomedizinerin  mit interessanten und zumindest mir neuen Fakten, warum man sich mit dem Thema digitaler Stress auseinander setzen sollte.
Beispiel gefällig?

  • Wusstest Du, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruflichen Stress zu den größten Gefahren des 21. Jahrhundert zählt?
  • Das unsere Konzentrationsfähigkeit abnimmt? 46,9 % der wachen Zeit schweifen wir gedanklich von den Dingen ab, mit denen wir uns eigentlich beschäftigen wollten.
  • Das wir – getrieben durch Wettbewerb und die Vergleichbarkeit mit Kollegen – selbst versuchen, noch schneller und produktiver zu werden?

Dem gegenüber stellte Ann-Kathrin im zweiten Teil Ihres Vortrags fünf Tipps vor, die zu einem besseren Umgang mit digitalem Stress im Berufsleben führen können:

  • Übernahme von Verantwortung: die Verantwortung liegt bei allen. Beispielsweise dem Arbeitgeber allein die Schuld zu geben, greift zu kurz. Jeder muss auch auf sich selbst achten.
  • Die eigene Handynutzung hinterfragen: muss ich wohl nicht weiter ausführen – wisst Ihr vermutlich selber, oder? Netter Funfact: Beim Scrollen über den Handyscreen werden die gleichen Stoffwechselvorgänge im Gehirn aktiviert wie bei einem Drogensüchtigen beim Anblick von Heroin.
  • Gutes Zeitmanagement: optimale Planung der anstehenden Arbeiten (und konsequente Umsetzung) können starken Einfluss auf Stresssituationen haben.
  • Selbstkenntnis für mehr digitales Bewusstsein: bei dem Punkt muss man vermutlich tiefer einsteigen, da es darum geht, die eigenen, inneren Treiber kennenzulernen, um entsprechend damit umgehen können und Fehlentwicklungen aus eigenem Antrieb einen Riegel vorzuschieben.
  • Steigerung der Resilienz: die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, kann man erlernen. Das Thema wurde aus Zeitgründen nur angerissen, kann man aber – Google sei dank – nachlesen. Einfach mal nach Sieben Säulen der Resilienz suchen.

Ja: und da waren die 45 Minuten auch schon vorbei. Toller Vortrag, bei dem man gemerkt hat, dass Ann- Kathrin weiß, wovon sie spricht. Und gleichzeitig ein Vortrag, der mir persönlich den einen oder anderen Denkanstoß geliefert hat (Stichwort: Handynutzung).

Session 2: Von Suchmaschinenoptimierung bis Influencer-Kooperationen: Das Digitalmarketing 1×1

Bei der zweiten Session nahm uns Sören Böckmann, Co-Founder von Stories We Love, mit auf eine rasante Reise durch die Welt des Digitalmarketings: von der der Suchmaschinenoptimierung bis zur Influencer-Kooperation.

Das man dafür kein Kurzstreckenticket lösen konnte, war klar: in 45 Minuten kann man bei so einem Thema nur die wichtigsten Punkte anreißen. Und darum legte Sören auch gleich von Anfang an ein hohes Tempo vor.

Einige (bei weitem nicht alle) Punkte habe ich auf dem Twitter-Kanal von Koblenz Digital dokumentiert.

Hier ein kleiner Auszug:

  • „Zentrale Anlaufstelle ist die eigene Website“
  • Eine Website ist kein Selbstläufer. Sie ist nie fertig und die Inhalte müssen laufend gepflegt, angepasst und aktualisiert werden.
  • Man muss das Nutzerverhalten nachverfolgen: was nicht funktioniert, wird eingestellt. Was vom Nutzer angenommen wird, wird vermehrt angeboten.
  • Kein Geheimnis: ein Großteil des Traffics einer Website kommt – Trommelwirbel! Trommel – von Google.
  • Mehrwert bei Posts auf Social Media ist das A und O.
  • Influencer Markting: da bezahle ich auch, aber halt nicht der Plattform sondern Leuten, die Reichweite / Follower haben.
  • E-Mail-Marketing ist nicht tot. Im Gegenteil!

Wow! Die Session verging wie im Flug und hat – auf Metaebene – einen guten Überblick gegeben, welche Themen im digitalen Marketing relevant sind. Zum Schluss stellte Sören noch das neue Tool Narraflix vor, mit dem Arbeitgeber das Thema Storytelling in der Kommunikation besser umsetzen sollen.

Session 3: Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan

In der dritten Session, auf die ich hier im Artikel eingehen möchte, ging es um die Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan.  Hier traten gleich zwei Speaker in den Ring:
Dr. Frank Schemmel, Head of Privacy (Corporate) bei DataGuard und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) sowie Christian Taube , ebenfalls zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) und wie Frank bei DataGuard als Entrepreneur in Residence für den Bereich „Information Security as a Service“ tätig.

Jetzt ist so ein „Online Vorfallreaktionsplan“ nicht jedermanns Sache. Trotzdem war der virtuelle Session-Raum gut gefüllt. Frank und Christian haben – zusammen mit den Teilnehmern – trotz der komplexen Materie sehr schön die Begründung, die Beteiligten und die wichtigsten Bestandteile eines Cyber-Incident-Response-Plan herausgearbeitet.

Zunächst wurden bekannte Bedrohungsszenarien abgefragt. Das Ergebnis zeigt, dass die Teilnehmer einige Cyber-Attacke konkret benennen konnten.
Aus den nun vorliegenden Bedrohungsszenarien wurden die Ziele möglicher Angreifer abgeleitet:

  • Verfügbarkeit von Systemen ausschalten oder herabsetzen
  • Die Vertraulichkeit von Daten verletzen
  • Die Integrität von Daten zerstören

Danach gingen Frank und Christian auf die „Stakeholder“ ein, die in einem Unternehmen bei der Erstellung eines Cyber-Incident-Response-Plan beteiligt sein sollten. Und das waren eine ganze Menge. Inklusive Positionen, die man auf dem ersten Blick in dieser Runde vielleicht nicht verortet hätte (wie beispielsweise die Pressestelle oder Vertreter der Shareholder bei einer AG). Oder Job-Bezeichnungen, die man in der Praxis selten zu Gesicht bekommt, wie der Informationssicherheitsbeauftragte.

Es folgten die Stationen präventive Maßnahmen, Meldepflichten und zum Schluss die Kommunikation inklusive einem Kommunikationsplan für den Ernstfall.

Klasse Session, die mir sowohl Spaß gemacht hat, aber auch alle wichtigen Punkte für einen Cyber-Incident-Response-Plan gehandelt hat.  Leider konnten Frank und Christian nicht so tief abtauchen, wie man (oder ich) es sich gewünscht hätten. Aber eine Session hat nun mal nur 45 Minuten.

Immerhin hat es für eine kleine Sketchnote gereicht.

Sketchnote zur Session „Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan“

Danke, Deutsche Telekom!

An dieser Stelle gebührt dem alleinigen Sponsor des BusinessCamp Bonn mein persönlicher Dank: der Telekom Deutschland GmbH. Nach der Verschiebung (und den zwischenzeitlich rasant steigenden Corona-Infektionszahlen) war es kein Automatismus, dass das #BizBonn20 als digitales Event stattgefunden hat.

Danke für dieses Zeichen der Kontinuität in einer schwierigen Zeit!

Fazit

Das war es also, mein erstes digitales Barcamp. Und ich muss sagen: hat Potential. Ich habe von neun Uhr morgens bis nachmittags um halb fünf vorm Rechner gesessen, habe die Sessions verfolgt, bin durch die Räume gestreift und habe hier und dort neue Kontakte geknüpft. Mein persönliches Learning von diesem Tag ist, dass ein digitales Barcamp funktioniert. Und wenn man es auf einer Plattform die Telekom beim #BizBonn20 macht, funktioniert es auch sehr gut.

Natürlich fehlt dem digitalen Event der persönliche Kontakt, die Nähe zu den Personen, das Netzwerken auf dem Gang, das Gespräch abseits der Bühne, bei einem Kaffee oder Bier. Umgekehrt fallen räumliche (oder zeitliche) Beschränkungen weg, die bei einem realen Barcamp eine Teilnahme vielleicht verhindern. Oder auch die fast schon lieb gewonnenen Schweißausbrüche der Apple-Nutzer, wenn bei der Vorbereitung der Session festgestellt wird, dass ein Adapter fehlt.

Beide Formate haben ihre Stärken und Schwächen. Das BusinessCamp Bonn hat gezeigt, wie man das Potenzial einer digitalen Location ausspielen kann, um eine tolle Veranstaltung abzuliefern. Aber vermutlich spreche ich vielen aus dem Herzen, wenn ich sage: Sobald es wieder möglich ist, müssen wir ein altmodisches, analoges Barcamp machen, uns wieder Auge-in-Auge gegenüberstehen und auch mal umarmen. Und meinetwegen danach gemeinsam den Appel-Adapter suchen.

Zum Abschluss noch einmal das Pausenbild vom #BizBonn20

Verschwörungsmythen & Corona:  Rückblick auf die Onlinevorträge der Koblenzer Wochen der Demokratie

Anfang Juli fanden im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie drei Online-Vorträge statt. In jedem dieser Vorträge beleuchtete eine Expertin / ein Experte das Thema „Verschwörungsmythen und Corona“ aus einem bestimmten Blickwinkel. Ich hatte das Glück, an den Vorträgen von Dr. Thomas Grunau (Universität Koblenz-Landau) und von Katharina Nocun teilnehmen zu können. In diesem Artikel gebe ich Dir einen kurzen Abriss von diesen beiden Zoom-Sessions.

Was sind die Koblenzer Wochen der Demokratie?

Die Koblenzer Wochen der Demokratie sind eine Veranstaltungsreihe, die von der Stadt Koblenz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit Akteuren der Region wird der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Ziel ist die aktive Mitgestaltung und Erneuerung der Demokratie im 21. Jahrhundert.

Die Durchführung der Online-Vorträge, auf die in diesem Artikel eingegangen wird, wurden organisatorisch von der Stadt Koblenz und dem dortigen Bildungsbüro unterstützt.  Mit-Veranstalter waren die Universität Koblenz-Landau in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz.

IMG_20200702_185854 (1)

Verschwörungstheorien und das Corona-Virus

Denn Auftakt machte Dr. Thomas Grunau von der Universität Koblenz-Landau. Bei seinem Online-Vortrag am 02.07.2020 ging es um das Thema Verschwörungstheorien und das Corona-Virus. Zu Beginn wurde zunächst abgefragt, welche Verschwörungserzählungen bei den Teilnehmern überhaupt schon bekannt sind.

Und das waren einige:

  • Mondlandung hat nie stattgefunden
  • Pizzagate
  • Chemtrails
  • JFK Attentat
  • 9/11

Die Beispiele sprudelten nur so aus den Teilnehmern der Zoom-Session heraus.

Die echten (wahren) Verschwörungen

Als nächstes wies Dr. Grunau darauf hin, dass es in der langen Geschichte der Menschheit durchaus echte (wahre) Verschwörungen gab.

Diese echten Verschwörungen unterscheiden sich jedoch anhand von verschiedenen Merkmalen von den Verschwörungsmythen:

  • Oft gab es im Vorfeld keine Theorie oder Vermutung zum Vorhandensein der Verschwörung
  • Kurzer Zeitraum oder Ereignis
  • Wenige Involvierte
  • Geschichte ist nicht langfristig planbar

Kein Wunder also, dass es die Verschwörungserzählungen auch in die Unterhaltungsindustrie geschafft haben. In Form von Filmen oder beliebten Serien:

Verschwörungsmythen rund um den Corona-Virus

In dem Vortrag ging es anschließend um die Frage, welche Mythen rund um den Corona-Virus bekannt sind.

Nüchtern betrachtet oft auf Anhieb haltlose Geschichten. Nur wenige haben einem (vermeintlich) wahren Hintergrund. Wie zum Beispiel bei Bill Gates, der tatsächlich über seine Stiftung erhebliche Gelder in die Forschung investiert und schon vor einigen vor den Gefahren einer Pandemie gewarnt hat. Nur sind die Schlussfolgerungen daraus an den  Haaren herbeigezogen und durch nichts belegt.

Der Vortrag von Dr. Grunau endete mit allgemeinen Empfehlungen für den Umgang mit Verschwörungsmythen:

Fazit des erste Vortrags

Klasse Veranstaltung, bei der das Thema von Dr. Grunau kompetent und (was man sich bei dieser Materie oft auf den Social Networks wünschen würde) unaufgeregt analysiert wurde.

Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

Für den zweiten Vortrag am 08.07.2020 hatte man Katharina Nocun verpflichten können. Sie ist Autorin, Bloggerin und Netzaktivistin und hat vor kurzem zusammen mit Pia Lamberty das Buch „Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ veröffentlicht.

Da Dr. Grunau mit seinem Vortrag am 02.07.2020 die Messlatte schon recht hoch gehangen hat, war ich auf den Beitrag von Katharina schon gespannt:

Der Ton macht die Musik

Gleich zu Beginn wurde auf das korrekt Wording hingewiesen: eine Theorie ist nämlich ein „… System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten…“ Den meisten verschwurbelten Verschwörungserzählungen mangelt es an fast allem, was in dieser Definition vorkommt. Von daher ist die Verwendung der Bezeichnung „VerschwörungsTHEORIE“ quasi ein nicht berechtigter Adelsschlag. Besser ist, von Verschwörungserzählungen, Verschwörungsideologien oder Verschwörungsmythen zu sprechen.

Verschwörungserzählungen – eine Definition

Die von Katharina hergeleitete Definition für eine Verschwörungserzählung war griffig und lässt sich mit den bekannten Verschwörungserzählungen gut überprüfen:

Verschwörungserzählungen ranken sich meist um als mächtig wahrgenommene Einzelpersonen oder kleine Gruppen. Es geht um wichtige Ereignisse in der Welt. Die Welt soll beeinflusst und Bevölkerung bewusst schaden zugefügt werden.

Viele Beispiele rund um die Corona-Pandemie

Wie beim Vortrag von Dr. Grunert mangelte es auch bei Katharina nicht an aktuellen Beispielen:

  • Bill Gates ist Schuld an Corona
  • 5G löst Corona aus
  • Strafe Gottes und/oder Apokalypse
  • Einführung der neuen Weltordnungen

 

So viele Verschwörungsmythen in so kurzer Zeit: wie kann das sein?

Katharina erklärte schön, wie es zu dieser (gefühlt) schnellen Entstehung von unterschiedlichsten Verschwörungsmythen kommen konnte. Die Antwort ist einfach: in vielen Fällen haben die Akteure einfach die schon vor Corona verbreiteten Ideen und Vorstellungen einfach um einen Corona-Komponente erweitert. So wurde beispielsweise aus „5G Gedankenkontrolle“ ein „5G verursacht Covide-19„.

Zur Beschleunigung in einigen Länder wird das ganze gerne auch um ein gängiges Feindbild ergänzt, was die Verbreitung nochmal pusht. Beispielsweise „Corona ist eine Bio-Waffe aus USA / Isarael / China …

Kontrollverlust & Selbstüberschätzung als Auslöser

Warum finden Verschwörungserzählungen überhaupt Anhänger? Diese Frage wurde im Laufe des Abends ebenfalls erörtert. Ein wichtiger Auslöser ist dabei Kontrollverlust. Und die damit verbundene Unsicherheit.

Auslöser (Trigger) für Unsicherheit können unterschiedlicher Art sein:

  • Jobverlust
  • Trennung
  • Krankheit
  • Katastrophen
  • politische Unsicherheit
  • Pandemie

Ein  beliebtes Narrativ ist oft auch die Selbstüberschätzung:

„Ich kenne die Wahrheit, alle anderen sind dumm oder selbst Teil der Verschwörung.“

Für diesen Aspekt sind besonders solche Menschen anfällig, die sich gern von der Masse abheben.

Risikogruppen

Generell ist vermutlich niemand immun gegen Verschwörungsmythen. Es gibt allerdings bestimmte Häufungen, aus denen man Risikogruppen ableiten kann, dass heißt Personen, die besonders anfällig für Verschwörungsideologien sind:

  • Männer eher als Frauen
  • Niedrigere Intelligenz eher als hohe
  • Größte Rolle spielt der Kontrollverlust
  • bei rechtsradikalen Gruppen eher verbreitet, aber auch linke Gruppen sind nicht frei von Mythen

Und zum Abschluss gab es bei Katharina einige Tipps, was man selbst tun kann:

 

Fazit

Wie eingangs erwähnt hatte ich das Glück, an zwei der drei Online-Vorträge teilnehmen zu können. In beiden wurde das Thema „Verschwörungserzählungen und Corona“ sachlich und fundiert erläutert. Schön fand ich bei beiden Events, dass neben einer strukturierten Einleitung jeweils Tipps für den Umgang mit solchen Mythen gegeben wurden. In jedem Fall eine tolle Aktion von „Wozu-Demokratie?„, die in jedem Fall die Wartezeit bis zum September verkürzt hat.

Kurz vor Schluss noch etwas auf die Ohren?

Nun, wie wäre es mit der Bayern 2 Podcast-Folge „Virus im Kopf – Wie sich Verschwörungstheorien im Zeiten von Corona verbreiten„? Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Effekt, dass im Laufe der Corona-Pandemie sich Verschwörungserzählungen immer rascher verbreiten. In rund 53 Minuten zeigen Christian Alt und Christian Schiff unter anderem Wege aus der entstandenen Vertrauenskrise auf.

Infografik zum Thema

Last-but-not-least die Infografik mit dem Titel „Umgang mit Verschwörungserzählungen“. Diese habe ich im Nachgang zu Veranstaltungsreihe von Wozu-Demokratie? erstellt und Mitte Juli im Facebook- und Twitter-Kanal von Koblenz Digital veröffentlicht.

InfografikVerschwörungserzählungenKoblenz Digital

Twitter-Plausch: Wie gehen Menschen mit den Kita- und Schulschließungen um?

Das Coronavirus ist eine Herausforderung für uns alle. Auch für Familien mit Kindern. Da Kitas und Schulen geschlossen bleiben, stehen zahlreiche Eltern vor der Frage, wer ihre Kinder betreuen kann, während sie selbst zur Arbeit gehen. Zu den Großeltern, falls diese überhaupt in der Nähe wohnen, dürfen die Kleinen wegen der möglichen Krankheitsübertragung nicht. Diese Situation stellt für zahlreiche Elternpaare und nicht zuletzt für die Alleinerziehenden ein großes Problem dar. Dass Kinder mit Vorerkrankungen nicht an den Notgruppen in den Kitas teilnehmen können, Erzieherinnen ihr eigenes Kleinkind nicht zur Arbeit minehmen dürfen und in vielen Berufen die Arbeit nicht von zu Hause aus geleistet werden kann, macht die Sache nicht einfacher. Wie die ersten Reaktionen auf diese Umstände aussehen, lässt sich besonders gut dem sozialen Netzwerk Twitter entnehmen.

https://www.facebook.com/NicoLumma/posts/10163053859220587


Es macht zweifellos einen großen Unterschied, ob man kleine oder bereits ältere Kinder hat. Während die Teenager chillend in ihren Zimmern darauf warten, dass ihre Schule eine moderne Möglichkeit findet, ihnen die Hausaufgaben zukommen zu lassen, benötigen die Kleinen viel Beschäftigung und müssen beaufsichtigt werden. Manche Großeltern werden erfinderisch und helfen digital aus.

Und heißt es nicht immer, Langeweile fördere die Kreativität? Hier ein kleines Beispiel: Zwei Mädchen haben ein Lied über das Virus geschrieben. Aus der Perspektive des Virus. Also hört genau hin. 🙂

Interessant ist das Thema Homeoffice. Freiberufler und immer mehr Büro-Angestellte arbeiten aktuell von zu Hause aus, um a) sich und andere vor dem Virus zu schützen und b) die eigenen Kinder zu betreuen. Insbesondere Vätern scheint das Superkräfte abzuverlangen. Doch immerhin halten sie zusammen und sprechen sich digital Mut zu. Nach dem Motto: Du bist nicht allein, mir geht es auch so!

Doch auch für Mütter ist Homeoffice mit Kindern nicht einfach. Jeder, der schon einmal versucht hat, konzentriert zu arbeiten, während die Kinder im Zimmer spielen oder alle zwei Minuten am Schreibtisch stehen und nur kurz einmal etwas fragen möchten, weiß was das für alle Beteiligten bedeutet. Für Kinder ist es mitunter schwer nachzuvollziehen, dass Mama oder Papa zwar zu Hause ist, aber dennoch nicht viel mit ihnen spielen kann. Eltern müssen widerum einen Weg für sich finden, beides unter einen Hut zu bekommen: Sie müssen und wollen für ihre Kinder da sein, haben aber auch ihren Job zu erledigen. Für Neulinge im Homeoffice kommt noch eine Herausforderung hinzu: Motivation und Disziplin. Plötzlich ist das Zuhause nicht nur zum Entspannen da, sondern gilt als Arbeitsplatz.

So manches Elternteil kommt auf erstaunliche Ideen. Halten wir fest: Kinder sollen beschäftigt werden und zugleich verstehen, wie wichtig das Händewaschen ist. Eine Frau in Irland hat beides miteinander verknüpft und kurzerhand ein kleines Experiment mit ihrem Kind gemacht. Schaut mal.

Zum Schluss ein Tipp für Paare, die im Homeoffice miteinander klarkommen müssen.

Schon klar, dieser Blogpost löst nicht Eure Probleme, aber hoffentlich wisst Ihr, dass es auch anderen so geht, viele von ihnen genau das öffentlich thematisieren und sich dazu austauschen. Auf Twitter und Facebook lässt sich das mitverfolgen. Manches ist ernst, manches humorvoll. Wir leben aktuell in einer sonderbaren Situation, ohne erprobte Lösungen. Vielmehr offenbaren sich gerade jetzt viele Defizite, die wir als Gesellschaft schon lange aufweisen. Bloß härter als jemals zuvor. Euch allen viel Kraft sowie Zuversicht und hoffentlich gute Lösungen. Bleibt gesund!

Links:

Ein Podcast für Koblenz

Ich bin kein übermäßig großer Podcast-Hörer, oft dauert mir das zu lang oder es wird nicht auf den Punkt gekommen. Als Alexandra mir von „Rund ums Eck“ erzählte, einer Sendung über Menschen und Themen aus Koblenz und Umgebung, war ich trotzdem sofort interessiert. Abwechselnd mit Manolito Röhr und Stephan Mahlow spricht sie dort mit bekannten Persönlichkeiten aus unserer geliebten Stadt, aber auch mit Menschen von nebenan, die Spannendes zu erzählen haben.

Das Moderatoren-Team
Die Moderatoren v.l.n.r.: Alexandra Klöckner, Stephan Mahlow und Manolito Röhr.

Was ich richtig gut finde: Anders als bei vielen anderen Podcasts, wo einfach drauflos gelabert wird, wird sich hier richtig gut vorbereitet. Die Gespräche erhalten durch das Interview-Format eine Struktur und man schweift nicht ab. Die ersten beiden Folgen sind schon draußen und dauern beide weniger als 45 Minuten. Es ist aus meiner Sicht eine gute Länge, das kann man gut während einer Gassirunde oder einer Bahnfahrt genießen.

Die Gesprächspartner in den bereits erschienenen Folgen sind Unternehmensgründer Sascha Böhr und Berti Hahn vom Café Hahn. Lohnt sich!

Hier könnt ihr „Rund ums Eck“ auf einer Plattform eurer Wahl anhören und abonnieren. Spotify, Apple, alles: RUND UMS ECK anhören / abonnieren

Offenlegung: Ich bin in einem Unternehmen von Sascha Böhr angestellt. An dem Podcast-Projekt bin ich in keiner Weise beteiligt.