Hurra: das war das 25. Meetup der agileKoblenz Community 

Veranstaltungstechnisch hat es die Region Koblenz in den letzten beiden Jahre ziemlich gebeutelt: viele Events mussten ausfallen, einige wenige fanden virtuell statt. Umso schöner, dass gerade das Jubiläums-Meetup von agileKoblenz in Präsenz stattfinden konnte. Bei tollem Wetter, mit einem tollen Programm und tollen Teilnehmer*innen. Wir waren am Stattstrand Koblenz mit am Start.

Das war zweifelsohne ein besonderes Meetup. Und das in mehrfacher Hinsicht:

  • Es war das 25. Meetup von agileKoblenz.
  • Es war das erste Meetup in Präsenz zwei langen „virtuellen“ Jahren.
  • Es war das erste agileKoblenz Meetup im Stattstrand.

Kein Wunder, dass sich das Orga-Team ganz besonders für diesen Abend ins Zeug gelegt hat. Mit Erfolg: neben einer tollen Location wartete ein abwechslungsreiches Programm auf die Teilnehmer – und jede Menge Raum für Networking.

agileKoblenzMeetup – eine Erfolgsstory

Die Geschichte von agileKoblenz beginnt auf dem Barcamp Koblenz im Jahr 2018. Und aus Idee, die bei einer Session vorgestellt wurde, entstand dann im Laufe der Zeit eine Community für agile Themen im Großraum Koblenz.

Meist trifft man sich im Abstand von zwei Monaten, um sich gemeinsam mit Gleichgesinnten über die unterschiedlichsten Themen rund um Agilität austauschen. Meistens in Form eines Open Space, bei dem das Programm quasi erst am Abend der Veranstaltung entsteht. Beliebt sind aber auch die von #agileKoblenz organisierten DeepDives: ein Abend, ein spezielles Thema, das in Form eines Impulsvortrags gestartet und meistens in einer Diskussion übergeht.

Weiter Infos zur #agileKoblenz Community kannst Du hier nachlesen.

Plakat bei 25. agileKoblenz Meetup

Die Location: der Happy-Gute-Laune-Place von Koblenz 

Der Stattstrand am Stadtrand ist einfach eine klasse Location: mit Hilfe von 800 Tonnen feinsten Quarzsand wird hier Urlaubsatmosphäre geschaffen. Und das nicht etwa zwei oder drei Flugstunden entfernt sondern direkt vor der Haustüre am heimischen Moselstrand. Der Uni-Campus, das TZK Koblenz und das Debeka DICE sind fußläufig erreichbar. 

Stattstrand am Stadtrand: Beachfeeling am Moselufer

Die Sessions beim agileKoblenz-Meetup

Leider (man kann sich ja nicht aufteilen) konnte ich nur an zwei Session teilnehmen und folgerichtig auch nur von diesen berichten:

Kreativitäts-Energizer mit Andrea

Bei dieser Session ging es darum, wie man Teilnehmer*innen aktiviert und die Kreativität oder das Teambuilding innerhalb einer Gruppe von Menschen fördern kann.

Den Start machte die Apfel-Challenge: Zwei Teams versuchen innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne möglichst viele Begriffe rund um einen vorgegebenen Startbegriff auf Papier zu bringen.

Beliebt ist dabei der Apfel (daher auch die Apfel-Challenge), funktioniert aber mit vielen Begriffen, wie zum Beispiel Stuhl, Auto oder Tasse.

Beispiel von Team 1 zur Apfel-Challenge

Weitere Infos (und vermutlich auch eine bessere Beschreibung) findest Du hier.

Das zweite Beispiel von Andrea war eine Kettenübung aus dem Improtheater: Ich bin ein Baum.

Dabei stellt sich ein Teilnehmer in die Mitte, nimmt die (seiner Meinung nach passende) Pose ein und sagt, was er darstellt. Zum Beispiel: „Ich bin ein Baum.“ Ein weiterer Teilnehmer tritt hinzu, um einen passenden Gegenstand darstellen zu können und sagt dan ebenfalls, was er ist. Bei uns war es ein Vögelchen. Beim dritten dann genauso. Sind drei Personen in der Mitte, tritt die erste Figur ab und kann eine der beiden anderen mitnehmen. Mit dem verbleibenden Teilnehmer geht es dann weiter.

Hat echt Laune gemacht.

Auch hier noch eine Web-Fundstelle.

Zum Ende kam dann von Lisa noch die Methode 1-2-3 dazu. Dabei stehen sich zwei Personen gegenüber und zählen abwechselnd von 1 bis 3 und dann immer wieder von vorn.

Wenn das einigermaßen klappt, wird der Schwierigkeitsgrad erhöht. Die Ziffer 1 wird durch eine Geste ersetzt (zum Beispiel klatschen).

Hat man sich auch daran gewöhnt, wird eine weitere Ziffer durch eine Geste ersetzt.

Ein toller Energizer!

Eine Session, die Laune gemacht hat, wie man sieht

Impro Session: Wert Offenheit mit Jan

Kein Wunder, dass ich bei der zweiten Session bei Jan gelandet bin. Bei Ihm ging es um Ideen, Offenheit und Wertschätzung. Es wurden Paare gebildet, die gemeinsam einen Dialog führen sollten.

Das Ziel: „Das nächste agileKoblenz Meetup planen!“.

In der ersten Runde musste einer der Partner eine Idee nach der anderen raushauen, während sein Gegenüber einfach alles mit „Nein“ ablehnte. In der zweiten Runde erläuterte einer wieder seine Ideen. Der andere lehnte diese wieder mit „Nein“ ab, musste aber ein passendes Argument liefern und einen Gegenvorschlag machen.

In der dritten und letzten Runde musste jeder Vorschlag mit „Ja – und…“ Beantwortet werden, wobei man die vorgeschlagene Idee, egal wie abwegig sie war, befürworten und – mehr oder weniger sinnvoll – ergänzen. Den Ball nahm dann der Partner auf und setzte mit „Ja – und …“ noch einen drauf.

Auch eine tolle Session, bei der nach jeder Runde eine kurze Feedback-Runde erfolgte.

Die Macher*innen: das OrgaTeam 

Ganz entscheidend für eine Community wie agileKoblenz ist das Orga-Team. Und die 25. Meetups in vier Jahren zeigen, dass sich hier ein klasse Team mit Ausdauer zusammengefunden hat. 

  • Dennis Willkomm: Scrum Master & Agile Coach – und zwischenzeitlich auch Autor (Roadmap durch die VUCA-Welt). 
  • Jan Krisor: Lean Methoden und Kulturveränderungen im Unternehmen sind bei ihm Leidenschaft und Profession. 
  • Andrea Kron: systemische Organisationsentwicklerin und Beraterin in Positiver Psychologie – und liebt Veränderungen. 
  • Gentiana Daumiller: Gründungsmitglied, selbstständige Agile Culture Coach und Macherin der FuckUp Nights Koblenz (jetzt nicht mehr aktiv im Orga-Team unterwegs, wenn auch das Herz noch genauso für die Community schlägt). 

Gut zu wissen: das Orga-Team von agileKoblenz hat sich verstärkt und verzeichnet zwei Neuzugänge:

Dankeschön an das TZK Koblenz

Natürlich darf bei so einem Blogartikel nicht das besonders dicke Dankeschön an das Technologiezentraum (TZK) Koblenz für die Unterstützung des Events fehlen. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich und ich bin fest überzeugt, dass sich der Einsatz für eine starke, bunte und vielfältige Community in Koblenz lohnt und auszahlt!

Fazit

Das war nach langer Zeit wieder ein tolles Meetup von agileKoblenz in Präsenz. Da hat vom Wetter über den Zeitpunkt, die Location, die Teilnehmer*innen, das Programm und und und einfach alles gestimmt.

Bleibt mir eigentlich nur, den Tweet von agileKoblenz einzubinden:

Ups! I did it again: das digitale Innovation Culture Camp 2022 

Am 29. Januar 2022 war es wieder soweit: das 3. Barcamp für Innovationskultur, Agiles Mindset, Future Work und Digitalen Wandel, das Innovation Culture Camp 2022, stand dick angestrichen in meinem Terminkalender. Und wie schon fast auf den Tag genau vor ein Jahr hieß es auch 2022: „Wie achten aufeinander. Deshalb diesmal wieder digital.“ Ob es Tom Klose zusammen mit dem Gutenberg Digital Hub in Mainz wieder geschafft hat, ein tolles, virtuelles Barcamp auf die Beine zu stellen …?

Im vorigen Jahr stand noch die bange Frage im Raum:

„Ein digitales Barcamp: wird das funktionieren?“

Mittlerweile sind wir in die Situation, in die uns die Corona-Pandemie gedrängt hat, hineingewachsen. In den vergangenen Monaten haben wir vermutlich alle unzählige Stunden in virtuellen Meetings verbracht und manche haben vielleicht auch virtuelle Barcamps besucht. Wir haben uns mit Zoom oder Teams herumgeärgert, haben nette Leute in Breakout-Sessions kennengelernt und manch einer wird auch sein Technik-Setup optimiert haben. Man könnte sagen, wir sind ein bisschen mehr in eine digitale Rolle hineingeschlüpft.

Doch das bedeutet nicht, dass jedes digitale Event automatisch ein Erfolg wird. Erfolg stellt sich nur ein, wenn man zum einen die Technik beherrscht, ein gutes Orga-Team hinter sich weiß und dann noch alles mit tollen Teilnehmer*innen kombinieren kann. Genau das ist den Macher*innen des Innovation Culture Camp 2022 gelungen.

Moderation und Organisationsteam 

Die Moderation bei diesem Barcamp teilten sich Tom Klose von supernju sowie Nina Wansart vom Gutenberg Digital Hub in Mainz. 

Die beiden haben uns schon im letzten Jahr super relaxt durch den Tag begleitet – und so war es auch diesmal. Zusammen mit einer großen Schar von Helfer*innen vor und hinter den Kulissen. 

Von daher an die vielen dienstbaren Geister bei dem Event (egal, ob man Euch gesehen oder ihr im Hintergrund aktiv wart) an dieser Stelle ein dickes „Dankeschön!“ von mir. 

Nina vom Gutenberg Digital Hub & Tom von supernju

By-the-way: Ich hatte das Glück, den Gutenberg Hub schon mal live erleben zu können und muss sagen: „Wow!“ Da hat die Landeshauptstadt Mainz eine feine Location bekommen. Und das aus dem Zusammenschluss aus regionaler Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen. Einen solchen Inkubator könnte man sich auch in anderen Landesteilen vorstellen. Daher der Tipp an alle, die mal die Gelegenheit haben, dort vorzuschauen: tut es! Es lohnt sich! 

Die Technik beim digitalen Barcamp 

Bei der Technik setzte man auf altbewährtes: Zoom in der Version >= 5.3 und die dort enthaltenen Breakout-Sessions. Frei nach dem Slogan von Adenauer: „Keine Experimente.“ Jedem (!) Sessionraum wurde ein Moderator*in zur Seite gestellt, um bei der Orga zu unterstützen, die Auszeichnung zu starten oder einfach beim Fragen sofort zur Stelle zu sein. Ein Luxus, den man nicht bei jedem Barcamp vorfindet.

Das mag unspektakulär klingen. Aber eine Technik und ein Orga, die nicht in Erscheinung tritt, weil sie schlicht reibungslos funktioniert, hat schon was für sich. 

Was noch?

Wie im Vorjahr gab es auch 2022 eine JobWall beim Innovation Culture Camp, die von den Teilnehmenden fleißig genutzt wurde. Neu hinzu gekommen ist die Teilnehmenden-Wall. Sie soll die altbekannte Lücke von Zoom schließen, da man sich dort weder Vorstellen noch weitere Infos teilen kann.

Beides wurde effektiv mit einem Mural Whiteboard gelöst und zeigt, dass man auch mit einfachen Lösungen die Teilnehmer*innen bei der Vernetzung unterstützen kann.

Die JobWall beim Innovation Culture Camp

Die Überraschung kam schon Vorab per DHL

Ebenfalls wie im Vorjahr konnten sich die Teilnehmer*innen im Vorfeld über ein Überraschungspaket freuen. Mit allem, was das Barcamper-Herz höher schlagen lässt: eine Barcamp-Tasse, Nudeln mit Pesto Rosso für die Mittagspause sowie Energieriegel, Kaffee und Tee für die Pause zwischen durch. Und für die richtig spannenden Sessions war sogar Popcorn mit dabei.

Das Überraschungspaket

Perfekt!

Grußwort von Heike Raab aus der Staatskanzlei

Leider nicht live sondern aus terminlichen Gründen als Video kam der Einspieler von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, dem Hauptsponsor des Innovation Culture Camp. Staatssekretärin Heike Raab ging in dem kurzen Clip auf die Bedeutung des Barcamps ein und auf den hohen Stellenwert, den das Thema Digitalisierung bei der Landesregierung hat.

Das wichtigste – die Sessions 

Der Sessionplan war diesmal besonders vollgepackt. 34 Sessions (die Yoga-Sessions habe ich hier mal mitgezählt) sorgten für ordentlich Abwechslung & Auswahl. Aber bei mir auch wieder für #FOMA. 

Hier ein kurzer Abriss von den Sessions, an denen ich teilgenommen habe. 

Wie du das Beste in dir, deinem Team und deinem Unternehmen stärkst

Gleich die erste Session war ein (wie ich finde) sehr guter Griff. Dort ging Andrea Kron von kronkonsult der Frage nach, wie man eigene Stärken effektiv nutzen kann. Sei es persönlich, im Team oder im Unternehmen. Denn Innovation ist definitiv kein Selbstläufer!

Den Einstieg in den (leider vielllllllll zu kurzen) Workshop bildeten verschiedene, aktivierende Fragen. Zum Beispiel

So wurden Step-by-step durch die Teilnehmer*innen die Faktoren herausgearbeitet, die dazu beitragen können, dass Menschen und Organisationen ihr volles Potenzial entfalten.

Klasse fand ich die „Kopfstand-Methode“: hier wurde die Fragestellung einfach umgedreht :

„Was kannst Du tun, damit du, dein Team und dein Unternehmen verkümmern?“

Da sprudelten die Ideen auf einmal.

Ein Tipp ist mir noch besonders im Gedächtnis hängengeblieben: das Highlight und das Learning der Woche im Team etablieren.

»BRANDheiß« – 80 Ideen fürs Employer Branding

Allein der provokante Untertitel:

„Fachkräftemangel? Das ist nur ein Mangel an Ideen!“

hat mich gecatcht. Und ich wurde nicht enttäuscht:

In ihrer Session haben Stephan Mallmann und Udo Schüring gleich einen ganz Sack an Ideen mitgebracht und im Warm-up vorgestellt. Und auch wenn es nicht 80 waren (dafür reicht die Zeit einfach nicht): das hat schon Appetit auf die Workshop-Karten und die Innovationsmethode „Reverse Innovation Design“ gemacht.

Besonders toll: es handelte sich um eine „Mitmach-Session“, das heißt die Teilnehmer bekamen eine Aufgabe und mussten sich so in Rekordzeit durch ein Set von Fragen klicken.

Mit der Brille des Chefs einer Spedition blickten wir auf verschiedene Szenarien im Arbeitsalltag der Kraftfahrer und sollten dann rasch Ideen entwickeln. Trotz Zeitnot kam da von den Teilnehmer*innen ziemlicher cooler Input. Und in der Diskussion wurden diese Ideen noch einmal verbessert.

Wenn Ihr mehr von den beiden oder von dem Workshop erfahren wollt: hier zwei hilfreiche Links:

https://www.cleverandersbeliebt.de/

https://www.protransform.org/akademie/reverse-innovation-design/

Stephan und Udo gibt es auch auf die Ohren zum Mitnehmen. In Form eines noch ziemlich frischen Podcasts:

Video-Stellenanzeigen – Authentisch überzeugen durch einen Mix an Information & Emotion 

Dem Udo Schüring bin ich dann auch gleich treu geblieben und ihm zu seiner zweiten Session gefolgt: Video-Stellenanzeigen.  

Der Einstieg zeigte auf, dass althergebrachte Muster, die wir alle zur Genüge kennen, in der heutigen Zeit nicht mehr zum Ziel führen. 

Vielmehr müssen Unternehmen erkennen, dass die Verbesserung ihrer Arbeitgeberattraktivität eine echte Chance darstellt. Nicht nur für neue sondern auch für die bestehende Belegschaft. 

Als Beispiel diente ein Video der Firma Grenke. 

Wenn man sich die Session anschaut, fragt man sich: „Warum gibt es nicht bereits mehr Recruitingvideos?“ Allerdings muss auch „der Rest“ zum Video passen. Sprich: der Bewerbungsprozess muss ebenso digital und auf Augenhöhe sein. 

Insgesamt viele tolle Denkanstöße und Ideen, die in dieser Session von Udo rübergebracht wurden. 

Hier die passende Landingpage zum Thema: https://www.different4u.de/  

Customer first!? ?? Wie können wir unser Wissen über Kund*innen silo-übergreifend besser nutzen?

Mit dieser Session ging Stefan Hoch von Safari Consulting an den Start. Er ging der Frage nach:

„Was wissen die Unternehmen über ihre eigene Kundschaft?“

Sehr schnell wurde klar, dass es sehr viel Wissen im Unternehmen oder auch Konzern gibt. Aber oft wird dieses Wissen nicht oder nur innerhalb des eigenen Silos genutzt.

Dabei ist das Potential enorm! Gerade die Abteilungen mit hohem Kundenkontakt (Marketing, Vertrieb, Produkt und Service) sollten daher alles daran setzen, ihr Wissen zu teilen und mit anderen Abteilungen zu nutzen.

Diese und andere Denkanstöße verwebte Stefan geschickt in einer Customer Journey mit Beispielen aus seiner Praxis.

Ein firmeninternes Barcamp durchführen – eine Austauschrunde

Die letzte Session war kein Vortrag sondern eine Austauschrunde. Und zwar stellten Josia und Hubert von der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. ihre Idee vor, ein firmeninternes Barcamp zu veranstalten.

Und da gibt es natürlich unheimlich bei der Orga, der Motivation und der Durchführung zu beachten.

Es begann ein tolle Diskussion, bei der unheimlich viele Ideen, Vorschläge, aber auch Fragen aufgeworfen wurden. Hier ein (nicht vollständiger) Auszug:

  • Nennt es nicht Barcamp sondern OpenSpace
  • Beim ersten Barcamp: ein Teil der Sessions sollte vor bei potentiellen Sessiongebern angefragt werden
  • Gretchenfrage: lieber ein offenes oder ein Themen-Barcamp veranstalten?
  • Wie kann man den Erfolg eines Barcamps messen?
  • Trommeln / Werbung für das Barcamp machen
  • Start small. Kreis dann erweitern.
  • Vorbereitungszeit ist Arbeitszeit.
  • Ein großes Orga-Team einplanen.

Natürlich darf man die Sponsoren nicht vergessen

Im Falle des Innovation Culture Camp ist diese Rubrik – im Vergleich zu anderen Barcamps – recht überschaubar. Es gibt nämlich nur einen Sponsor und das ist – Trommelwirbel! – die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz. Also quasi die Schaltzentrale der Macht in unserem Bundesland.

Na: ein bisschen hatte ich das ja schon zu beginn des Artikels verraten.

Das Engagement  zeigt meiner Meinung nach sehr schön, welchen Stellenwert die Veranstaltung für die Landesregierung besitzt. Von daher – wie es sich gehört – auch in diesem Blogbeitrag ein dickes „Dankeschön“ für die Unterstützung. Formate wie das Innovation Culture Camp sind unheimlich wichtig für unsere Region und die digitale Szene darin.

Fazit

Das war es also, mein zweites Innovation Culture Camp. Wieder rein digital und nach zwei Jahre Pandemie. Und trotzdem habe ich mich auf diesen Samstag am Computer gefreut, habe einen ganzen Tag in Zoom verbracht – und hatte Spaß.

Spaß am Austausch mit Gleichgesinnten, an der Diskussion und daran, etwas zu lernen oder anderen zu Helfen.

Ja, die zwei Jahre stecken uns allen in den Knochen. Und man konnte förmlich fühlen, wie sehr wir uns danach sehnen, uns wieder „Live“ zu treffen. Gemeinsam einen Kaffee oder ein Bier zu trinken. Den anderen von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Oder von einem Sessionraum zum nächsten zu hetzen. Den Beamer nicht ans Laufen zu bekommen, weil der Appel-Adapter fehlt.

All diese Kleinigkeiten, die aber in der Gesamtheit ein Event wie das Barcamp erst zu dem machen, was wir so lieben.

Zum Schluss: die Kultur

Natürlich kam auch bei diesem Barcamp die Kultur nicht zu kurz. Zum einen in Form des Graphic Recording durch die unerreichte Yanbo Chen.

Einen Einblick in Ihre Arbeit findest Du hier auf YouTube.

Und als Musik-Act für die After-Show hatte man LIN verpflichtet (hier der Link zu Ihrem Facebook-Profil).

Hat super gepasst (und ein bisschen war man an dieser Stelle auch eifersüchtig auf die Leute, die im Gutenberg Digital Hub live dabei waren). 

Aber hier ist noch ein schönes Video von Lin: 

Du hast noch nicht genug vom Innovation Culture Camp?

Nun, dann können wir Dir noch den Artikel aus dem Vorjahr anbieten. Denn als Wiederholungstäter haben wir uns auch 2021 (wenn auch nur virtuell) beim Barcamp von Tom herumgetrieben und im Nachgang hier im Blog einen Beitrag gepostet. Oder Du wirfst einen Blick in dieses Wakelt: dort sind 288 Posts rund um das Innovation Culture Camp 2022 zusammengefasst.

Recap zum Barcamp RheinMain 2021: Wenn digital sich gut anfühlt

Das war es also: das Barcamp RheinMain 2021. Nachdem das Event im letzten Jahr ganz ausfiel folgte nun eine digitale Edition. Motto: „bcrm goes digital!“. Wie hat sich das in einer Zeit angefühlt, in der viele von „Digitalmüdigkeit“ sprechen? Und vor den Erfahrungen aus drei tollen Barcamps in der Vergangenheit? Das sind Fragen, auf die wir in unserem Bericht zum Barcamp RheinMain eingehen …

Das Barcamp RheinMain

Das Barcamp RheinMain 2021 war bereits mein vierter Ausflug zu unseren südlichen Nachbarn. Doch anders als in den Jahren 2016, 2018 und 2019 fand das Barcamp diesmal nicht in Präsens statt. Wie so viele andere Events muss das Barcamp RheinMain Digital stattfinden. Die Macher setzten dabei auf ein ziemlich einfaches Konzept: die ganze Veranstaltung fand in Zoom statt. Natürlich mit Breakout-Sessions. Das hatte den Vorteil, dass die technischen Hürden für die Teilnehmer gering waren und das Setup entsprechend einfach gehalten werden konnte. Das ist zumindest ein Vorteil nach 22 Monaten Pandemie: nahezu jeder hat schon mal an einem Zoom-Meeting teilgenommen.

Und wo war der Raum für das Networking der Teilnehmer …? Da hat der Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V., der hinter dem Barcamp RheinMain steht, eine ebenso einfache wie pragmatische Lösung gefunden: neben den Session-Räumen standen in Zoom zusätzlich Breakoutsession-Räume für das Networking zur Verfügung. Beispielsweise eine Kaffeeküche, die ja bekanntlich bei Live-Barcamps oft ein Hotspot ist.

Ich selber bin meist im „großen“ Raum hängen geblieben, weil sich auch dort immer wieder interessante Gespräche in den Pausen entwickelt haben. Das zeigt, dass das Konzept aufgegangen ist. Ja: „Live“ ist natürlich was anderes. Aber manchmal muss man halt nehmen, was man bekommt.

Sessionplanung, Jobwall

Die Moderation an diesem Tag haben Tom Klose und Samater „Sam“ Liban gewuppt. Und das haben beide sehr gut gemacht: entspannt, unaufgeregt und (meistens) auch Herr der (technischen) Lage.

Das Moderatoren-Team: Tom & Sam

Die offiziellen Zahlen habe ich zwar nicht, aber ich schätze, dass sich mehr als 80 TeilnehmerInnen an diesem Samstag auf Zoom tummelten. Entsprechend prall gefüllt stellte sich die Sessionplanung dar. Zum Schluss fanden sich dort 22 Einträge wieder. In jedem der 40 Minuten-Slots fanden vier oder fünf Sessions parallel statt. Wie bei jedem Barcamp musste man sich auch hier wieder zwischen tollen Themen entscheiden.

Eine Twitterwall gab es diesem Tag nicht (macht bei einer digitalen Edition auch wenig Sinn). Aber eine Jobwall wurde angeboten – und wie man sieht auch genutzt.

Bewegung an der Jobwall des Barcamp RheinMain

Die Sessions

Natürlich konnte ich nicht an allen 22 Sessions teilnehmen (obwohl ich mir das manchmal gewünscht hätte). Trotzdem hier ein kurzer Einblick:

Mobile Apps in 5 Minuten auf dem Handy mit LowCode (geeignet ab 9. Klasse für euch getestet)

Bei der Session von Thomas Nolte ging es um Technik. Sein Versprechen: „In fünf Minuten habt Ihr eine selbstgemachte App auf dem Smartphone.“

Saxotom bei seiner Technik-Session

Da hatte sich Saxotom was vorgenommen! Nicht, dass ich es ihm nicht zutrauen würde. Ich hatte nämlich schon im Vorfeld sein Projekt auf Twitter verfolgt. Aber via Zoom ist das dann doch noch eine andere Hausnummer.

Bei der Session lotste uns Tom durch die Anwendung Outsystems. Bei Outsystems handelt es sich um eine sogenannte „Low-Code-Plattform“, die für die schnelle Entwicklung von Apps auf Android und iOS gelobt wird. Und wer hat sich das nicht schon immer gewünscht: die eigene App entwickeln, ohne von Developern abhängig zu sein?

Und so war es kein Wunder, dass sich einige Mutige zusammenfanden und – unter Toms Führung – auf die Reise gingen. Als Hemmschuh stellte sich schnell die unterschiedliche Hardwareausstattung heraus. Von Windows, Linux, Apple bis hin zum Smartphone oder Tablet war wirklich alles am Start.

Aber (Long Story short): am Ende der Session (sprich: nach 45 Minuten, weil wir ein bisschen überzogen haben) hatte ich

  • einen Account bei Outsystems angelegt.
  • die Entwicklerumgebung auf meinen zweiten Notebook (Windows 10) installiert.
  • ein erstes Einstiegsprojekt im Schnelldurchgang erstellt.
  • zum Schluss einen Testlauf der App auf meinem Android-Smartphone absolviert.

Also ich würde sagen: Tom hat geliefert.

Verifizierung von Social-Media-Inhalten im Nachrichtenjournalismus

Diese Session von Jörn Ratering war meine zweite Station. Jörn ist Rechercheur beim ZDF und er hatte seinen Slot mit jeder Menge Mitmach-Content gespickt. Jörn zeigte anhand verschiedener Nachrichten auf, wie die Faktenchecker beim ZDF vorgehen, um den Wahrheitsgehalt einer Meldung zu bestätige – oder halt zu wiederlegen. Und im Anschluss an jedes Beispiel hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die Tipps selbst auszuprobieren.

  • Ist das Bild von der Autobahn in der Wüste echt?
  • Wurde der Hubschrauber wirklich an der angegebenen Stelle abgeschossen?
Jörn und mein Setup an diesem Tag

Obwohl ich mich in meiner Freizeit schon öfter mit dem Thema beschäftigt habe, waren bei dem Vortrag von Jörn auch für mich neue, überraschende Beispiele dabei. Zum Beispiel dieser (Falsch-) Tweet, der es immerhin bis in die Nachrichten des Hessischen Rundfunks schaffte:

Beim ZDF besteht das Team der Faktenchecker übrigens aus vier Personen, von denen immer einer im Dienst ist. Angesichts der wichtigen Aufgabe und der gigantischen Flut an Fakenews bei Leibe kein leichter Job.

Eine Graswurzelinitiative im Konzerndschungel starten?!

Nach der Mittagspause ging es weiter mit der Session von Stefan Häfner von der R+V Versicherung. In seiner Session hat er uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch einen Konzern genommen. Und es ging – am Hintergrundbild kann man es erahnen – um Bienen.

Ja, auch so können Abenteurer aussehen: Stefan Häfner

Stefan erzählte uns, wie er das Firmengelände kurzerhand „gekapert“ hat und in einen Bienengarten verwandelte. Schon zu beginn hatte er dabei den richtigen Riecher. Denn statt sich im Vorfeld auf langwierige Diskussionen mit Allergikern & Co. einzulassen, hat er einfach gemacht! Denn: geht man mit einer Idee zu früh an die Öffentlichkeit, weckt man neben Mitstreitern natürlich auch die Skeptiker und es kommt rasch Gegenwind auf.

Erst nach und nach, nachdem erste Erfolge sichtbar wurden, ging Stefan daran, seine Idee zu teilen. Sein Tipp:

Und so kam es, dass das Projekt immer weitere Kreise zog und schrittweise auch vom Konzern selbst wahrgenommen wurde.

Learning aus dieser Session (könnte auch das Motto von Stefan sein):

Tausche Beraterjob gegen Lebenssinn

Die Session Tausche Beraterjob gegen Lebenssinn war aus mehreren Gründen die aus meiner Sicht emotionalste. Zum einen habe ich Frank schon zig mal bei Barcamps getroffen, hatte mich im Vorfeld auf das Thema gefreut – und war war dann doch von der Offenheit überrascht, mit der Frank über seine Lebensplanung berichtete.

Frank Hamm – Der Entspannende

Locker & wunderbar unaufgeregt schilderte Frank seinen Werdegang, in den sich – mit Ausnahme der letzten Phase – wohl viele von uns hineinversetzen können: Bundeswehr (Luftwaffe), anschließend Anwendungsentwickler, IT-Berater, Web-Entwickler, PR Consultant, selbstständiger Berater für Kommunikation & Kollaboration – und dann: Blogger, Wander- und Gästeführer, Wanderbuch-Autor und Kultur-und Weinbotschafter Rheinland-Pfalz.

Da hatten einige der Teilnehmer Fragen. Und das führte dann zu einer angeregten Diskussion rund um Lebensplanung, Absicherung und Zufriedenheit mit dem, was man tut. Letzteres ist Frank in jedem Fall gelungen. Allerdings wurde auch klar, dass Frank diese neue Phase im Berufsleben nicht ohne seine Frau hätte realisieren können:

Als Wanderbuch-Autor wird man nicht reich.

Franks Rat: Wartet nicht zu lange mit einer Entscheidung.

Von meiner Seite an dieser Stelle nochmal Danke für die Session, Frank, die mir sehr gut gefallen und aus der ich einige Anregungen mitnehmen konnte.

Und dann noch – Danke an die Sponsoren!

Barcamps wachsen nicht auf den Bäumen. Sie werden getragen von einer kleine Gruppe von Machern, einer größeren Gruppe von Teilnehmern – und von den Sponsoren, die dabei helfen, eine Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei ist es egal, ob ein Barcamp in Präsenz oder rein Digital stattfindet.

Von daher auch von mir ein dickes „Dankeschön!“ an die Sponsoren des Barcamp RheinMain 2021!

supernju

„We mage people innovate“ Damit ist auch schon alles verraten: supernju ist ein Innovationsberatung, die dabei hilft, den Menschen in Unternehmen, Organisationen und Institutionen die besten Ideen, Konzepte und Strategien zu entwickeln.

giinco

giinco kommt ebenfalls aus der Beraterschiene, hat aber einen anderen Fokus. Hier geht es um die Entwicklung von Strategien für eine integrierte und digitale Kommunikation.

United Digital Group

Die United Digital Group hat sich dem Thema Customer Centricity verschrieben. Und sie hilft Unternehmen, die digitale Transformation im Vertrieb und im Marketing zu meistern.

Deutsche Bahn

Deutsche Bahn…? Really? Ja, wirklich. Denn wenn ein Konzern ohne digitales Mindset aufhören würde zu existieren, dann wäre es die Deutsche Bahn. Und das auch jenseits von Skydeck.

R+V Versicherung

Last-but-not-least – die R+V Versicherung. Sie ist nicht nur eine der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands. Sie ist auch bei der Unterstützung des Barcamp RheinMain eine feste Größe und in der RheinMain-Region einer der Treiber der Digitalisierung.

Fazit

Was soll ich sagen? Ich bin ein Fan des Barcamp RheinMain, das auch in der digitalen Edition seine Stärken ausspielen konnte. Nämlich gute Organisation, tolle Teilnehmer und inspirierende Sesssions.

Und – ja: es gibt eine digitale Müdigkeit, der Wunsch, wieder Menschen Face-to-Face zu treffen. Aber solange die Zeit noch nicht reif dafür ist, sind Events, sind Leuchttürme wie der Barcamp RheinMain unheimlich wichtig.

Rückblick

Da wir schon viermal beim Barcamp RheinMain dabei waren, gibt es noch drei weitere Blog-Artikel, in die Du vielleicht reinschnuppern möchtest.

Hier die Links:

Noch mehr?

Nun: dann hätten wir noch das Wakelet anzubieten, in dem (fast) alle Tweets vom Barcamp RheinMain 2021 zusammengefasst wurden.

Zur Wakelet-Sammlung geht´s hier.

Das (digitale) Content Strategy Camp 2021 – ein Recap

Beim Content Marketing geht es darum, die eigene Zielgruppe mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten anzusprechen, um sie so vom eigenen Unternehmen oder von der eigenen Institution zu überzeugen. Und es ist gleichzeitig das Kernthema des COSCA – dem Content Strategy Camps. Ich habe mich auf der neunten Ausgabe des Barcamps, das digital stattgefunden hat, umgesehen. Hier mein Bericht.

Was ist das COSCA?

Das Content Strategy Camp ist seit 2013 ein regelmäßig stattfindendes Barcamp, dass sich mit den Themen Content Strategie und Content Marketing beschäftigt. In Laufe der Zeit hat es sich zu einem Treffpunkt für rund 200 Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und Schweiz entwickelt. Das Barcamp fand seit 2013 auf dem Mediencampus der Hochschule Darmstadt statt. In den Jahren 2020 und 2021 ist man pandemiebedingt auf eine Online-Variante ausgewichen. Veranstalter ist das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation aus Dieburg.  

Was ist ein Barcamp?

Bei quasi jedem Artikel, der von einem Barcamp handelt, stelle ich mir diese Frage: „Muss ich nochmal erklären, was ein Barcamp ist?“ Kennt doch jeder. Und dann trifft man doch wieder jemanden, der mit dem Begriff „Barcamp“ (oder der Un-Konferenz) nichts anfangen kann.

Wir bewegen uns halt (oft unbemerkt) in Blasen.

Von daher verweise ich für diejenigen, die bei dem Begriff „Barcamp“ ein Fragezeichen auf der Stirn haben, auf den Beitrag Gut für Koblenz und die Region: Barcamp Koblenz 2018. Dort ist das Eventformat Barcamp recht gut beschrieben.

Anreise / Location / Check-in

Ja, das gibt es halt alles nicht bei einem virtuellen Barcamp. Oder halt: fast nicht. Denn irgendwie muss es eine technische Basis geben. Beim COSCA21 ist das Gather Town. Gather Town ist ein browserbasierter Video-Streaming-Dienst, bei dem man mit einem Avatar durch virtuelle Räume wandeln kann. Alles in 8-Bit-Optik wie bei einem Retro-Computerspiel. Aber gerade das macht den Reiz aus.

Parallel – quasi als „Backupsystem“ – setzte man vor allem in der Vorlaufphase auf Slack

Begrüßung / Einweisung in die Technik / Sessionplanung

Die Begrüßung und Moderation der ersten Programmpunkte übernahm Katja Eisert von SinnerSchrader. Ein paar Fragen zum Wam-up, kurze Beschreibung des Content Strategy Camp – und schon waren wir alle mittendrin.

Dann folgte auch schon die Vorstellung des Orga-Teams und der „guten Seelen“ im Hintergrund des Events. Und natürlich durfte auch der Dank an die Unterstützer der Veranstaltung nicht fehlen.

Und bevor man sich richtig umsehen konnte waren wir auch schon in der Sessionplanung.

Darum auch von mir an dieser Stelle nochmal ein dickes „Dankeschön“ an das komplette Orga-Team: klasse gemacht! Auch die (gefühlt) überall in GatherTown erreichbaren Mitglieder des Teams, die einem mit Rat und Tat zur Seite standen: vorbildlich!

Sessions

Apropos Sessionplanung. Wie bei jedem Barcamp musste man sich natürlich auch beim COSCA zwischen den parallel stattfindenden Sessions entscheiden. Das ist nicht immer leicht. Aber ich denke, ich hab eine ganz gute Mischung erwischt.

Session 1: Blended Onboarding – Einarbeitung mit unterstützendem Online-Content

Meine erste Session führte mich zu Laura Evers von blink it.

Im Sessionplan hatte Sie folgende Beschreibung eingereicht: 

„Wie gelingt die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden schnell und einfach mit dem Blended- Learning- Konzept und digitalem Lerncontent? Konzept und  erfolgreiche Praxisbeispiele von KMU bis Großkonzern – spannend für alle Teamleiter, Personaler und Kollegen.“ 

Am Beispiel von Blink.it zeigte Laura auf, wie das Onboarding – auch in Zeiten der Pandemie – ablaufen kann. 

Faszinierend fand ich bei Lauras Schilderung den Part „Videotagebuch“: die neuen mussten in der Anfangsphase des Onboarding-Prozesses jeweils ein kurzes Videostatement zum Tag abgeben: was sie erlebt haben, was sie gelernt haben. Cool. Und zahlt gleichzeitig auf den (digitalen) Wissenspool ein, der bei Blink.it aufgebaut wird.

Session 2: Content Marketing als digitales Akquise-Tool

Diese Session wurde von Dennis Ollig gehalten – und mein lieber Schwan: da ging es ab! Man merkte gleich zu Beginn des Vortrags, dass Dennis für Content Marketing brennt.

Von daher verging diese Session fast wie im Rausch. Es wurde eine Lanze für die Analyse im Content-Marketing gebrochen ( „Erstellung (49 %) und Recherche (19 %).  Analyse…? Weit abgeschlagen bei 5,5 %.“). Dieser rote Faden zog sich weiter über die Festlegung, auf welche eigenen Businessziele der Content einzahlen soll, über einen sechsstufigen Fahrplan zur Umsetzung der eigenen Contentstrategie bis hin zu der Frage: „Wieviel Content brauchen wir eigentlich?“ 

Hammer. Keine Ahnung, wie er den Stoff in die 45 Minuten gepackt hat. 

Session 3: Social Media Content für B2B 

Diese Session fand Ihren Weg eher spontan in den Sessionplan. Aber das sind ja bekanntlich die besten Sessions: „Offener Austausch über Ideen, Erfahrungen und und und… Welche Kanäle? Welche Art von Content? Was funktioniert, was nicht…?  

Kernfrage: Wie gelingt der Start ins (Lead-)Ergiebige Social Media Marketing für B2B?“ 

Hier trat erneut Laura Evers an – diesmal zusammen mit Julia Himbert von der HELABA .

Hier ging es mehr um die Diskussion mit den Teilnehmern, die jeweils aus ihren Arbeitsbereichen eigene Aspekte einbrachten. Interessant fand ich, dass die HELBA auf Corporate Influencer setzt. Schließlich ist der Bankensektor auch so ein Umfeld, dass viele von uns als eher unsexy beschreiben würden. Trotzdem scheint das Konzept aufzugehen. Viele in der Session waren der Meinung, dass die Wunschvorstellung „Leads über Content generieren.“ (und das am besten schnell und direkt) wohl das ist, was da steht: eine Wunschvorstellung. Nichtsdestotrotz müssen in jedem Fall Kennzahlen überwacht werden.  

Mein wichtigstes Zitat aus dieser Session:  

Session 4: Digitale Formate für Content Marketing & Corporate Communications 

Die vierte und (leider) letzte Session bei diesem Barcamp wurde von Kai Heddergott angeboten.  

Seine Beschreibung im Vorfeld des Sessionplans lautete wie folgt: 

„Session zu Optionen digitaler Zusammenkünfte aka Videokonferenzen für Content Marketing & Corporate Communications (Einstieg: Strukturierter Parforceritt durch Praxiserfahrungen aus den letzten 20 Monaten (aus digitalen Barcamps, Konferenzen, Klausurtagungen, Workshops, Webinaren etc. – inkl. Moderationstipps, Technik-Setup und Konzepten). Offener Teil: Miro-Board zur gemeinsamen Sammlung, was wir meinen, was am erfolgversprechendsten ist – also quasi das “Dieburger Modell der Digital-Events” basteln 😉“ 

Keine Ahnung, ob Kai sein Ziel erreicht hat. In jedem Fall ist mir (und vermutlich vielen anderen) klar geworden, dass wir vielleicht Online-Meetings, Präsentationen oder Webinare digital halten. Von der Professionalität, Sicherheit und der Technik (und deren Beherrschung), die Kai uns hier gezeigt hat, bin ich zumindest Lichtjahre weit entfernt.  

Allein das technische Setup ist ein Traum. Und zeigt gleichzeitig, wie tief und intensiv er sich mit der neuen Normalität auseinander gesetzt hat. 

Viele Elemente aus digitalen Formaten werden bleiben. Auch nach der Pandemie. Und sie werden Events nachhaltig verändern. Eine Veränderung, auf die wie reagieren müssen. So wird Interaktion mit dem Publikum immer wichtiger. Vermutlich werden hier Tools zum Einsatz kommen.  

Wir haben an  diesem Tag zum Beispiel http://app.tedme.com  verwendet, viele kennen auch Mentimeter. Sogenannte „Sessionbegleitendes Interaktionstool.“.

Und bei allem muss immer das Publikum, der Teilnehmer, betrachtet werden: er darf nicht überfordert werden. Schon im Vorfeld muss idealerweise ermittelt werden, wie der Wissenstand der Teilnehmenden ist. Der bisherige Präsentator wird somit mehr und mehr zum Moderator. 

Kai stellte dafür ein Mindset für die eigene, digitale Präsenz vor: 

  • Sich selbst gut in Szene setzen (technisch)
  • Publikum im Fokus behalten.
  • In die Cam schauen.
  • Mit dem Publikum interagieren.
  • Inhalte sorgfältig vorbereiten.
  • Wenn möglich direkt auf Wortmeldungen eingehen.
  • Keine Wortfluss immer wieder mit Wortmeldungen oder Feedback aus dem Teilnehmerkreis auflockern
  • Kompetenzen der Teilnehmer in der Anwendung, die man nutzt
  • Supportangebote vorbereiten
  • inklusive Kommunikation vorbereiten / einplanen.

Danke an die Partner des Barcamps

Zu einem Barcamp-Recap gehört natürlich der Dank an die Partner & Sponsoren. Denn – keine Sponsoren, kein Barcamp.

Und weil Barcamps unheimlich hilfreich und wichtig sind, sollte es in Zukunft noch mehr Sponsoren geben. Weil: Mehr Sponsoren – mehr Barcamps.

Also: Danke für die Unterstützer des Content Strategy Camp 2021.

Bundeministerium für Wirtschaft und Energie

Neben dem Kompetenzzentrum Kommunikation ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der zweite Mitveranstalter des COSCA21.

Kooperationspartner

Sinnerschrader

Digtalagentur mit Hauptsitz in Hamburg. Kreiert mit Beratern, Konzeptern, Designern und Entwicklern Lösungen für unser mobiles Zeitalter.

:SCRIPT COMMUNICATIONS 

SCRIPT bezeichnet sich sich selbst als Agentur für Transformation. Und das trifft es sehr gut: Unternehmenskommunikation stärken und so zum Erfolg von Unternehmen oder Organisationen beitragen. 

Fink & Fuchs 

Auch Fink & Fuchs haben sich die integrierte Kommunikation auf die Fahnen geschrieben – für Unternehmen und den Public Sector. 

Fazit 

Ein klasse Barcamp. Das Oberthema „Content Strategy“ ist interessant und vielfältig, die Sessiongeber waren hochkarätige Fachleute und alle Teilnehmer hochmotiviert.  Und das in einer Digital-Ausgabe des Barcamps. Um wieviel besser dann wohl ein Live- Barcamp wäre …? 

Mehr? 

Wenn Du Lust auf eine Sammlung der Tweets vom COSCA21 hast – hier geht es zu einer Wakelet-Sammlung.  Oder hier der Link auf den Blog-Beitrag des Kompetenzzentrums Kommunikation zum COSCA21.

Verschwörungsmythen & Corona:  Rückblick auf die Onlinevorträge der Koblenzer Wochen der Demokratie

Anfang Juli fanden im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie drei Online-Vorträge statt. In jedem dieser Vorträge beleuchtete eine Expertin / ein Experte das Thema „Verschwörungsmythen und Corona“ aus einem bestimmten Blickwinkel. Ich hatte das Glück, an den Vorträgen von Dr. Thomas Grunau (Universität Koblenz-Landau) und von Katharina Nocun teilnehmen zu können. In diesem Artikel gebe ich Dir einen kurzen Abriss von diesen beiden Zoom-Sessions.

Was sind die Koblenzer Wochen der Demokratie?

Die Koblenzer Wochen der Demokratie sind eine Veranstaltungsreihe, die von der Stadt Koblenz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit Akteuren der Region wird der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Ziel ist die aktive Mitgestaltung und Erneuerung der Demokratie im 21. Jahrhundert.

Die Durchführung der Online-Vorträge, auf die in diesem Artikel eingegangen wird, wurden organisatorisch von der Stadt Koblenz und dem dortigen Bildungsbüro unterstützt.  Mit-Veranstalter waren die Universität Koblenz-Landau in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz.

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Verschwörungstheorien und das Corona-Virus

Denn Auftakt machte Dr. Thomas Grunau von der Universität Koblenz-Landau. Bei seinem Online-Vortrag am 02.07.2020 ging es um das Thema Verschwörungstheorien und das Corona-Virus. Zu Beginn wurde zunächst abgefragt, welche Verschwörungserzählungen bei den Teilnehmern überhaupt schon bekannt sind.

Und das waren einige:

  • Mondlandung hat nie stattgefunden
  • Pizzagate
  • Chemtrails
  • JFK Attentat
  • 9/11

Die Beispiele sprudelten nur so aus den Teilnehmern der Zoom-Session heraus.

Die echten (wahren) Verschwörungen

Als nächstes wies Dr. Grunau darauf hin, dass es in der langen Geschichte der Menschheit durchaus echte (wahre) Verschwörungen gab.

Diese echten Verschwörungen unterscheiden sich jedoch anhand von verschiedenen Merkmalen von den Verschwörungsmythen:

  • Oft gab es im Vorfeld keine Theorie oder Vermutung zum Vorhandensein der Verschwörung
  • Kurzer Zeitraum oder Ereignis
  • Wenige Involvierte
  • Geschichte ist nicht langfristig planbar

Kein Wunder also, dass es die Verschwörungserzählungen auch in die Unterhaltungsindustrie geschafft haben. In Form von Filmen oder beliebten Serien:

Verschwörungsmythen rund um den Corona-Virus

In dem Vortrag ging es anschließend um die Frage, welche Mythen rund um den Corona-Virus bekannt sind.

Nüchtern betrachtet oft auf Anhieb haltlose Geschichten. Nur wenige haben einem (vermeintlich) wahren Hintergrund. Wie zum Beispiel bei Bill Gates, der tatsächlich über seine Stiftung erhebliche Gelder in die Forschung investiert und schon vor einigen vor den Gefahren einer Pandemie gewarnt hat. Nur sind die Schlussfolgerungen daraus an den  Haaren herbeigezogen und durch nichts belegt.

Der Vortrag von Dr. Grunau endete mit allgemeinen Empfehlungen für den Umgang mit Verschwörungsmythen:

Fazit des erste Vortrags

Klasse Veranstaltung, bei der das Thema von Dr. Grunau kompetent und (was man sich bei dieser Materie oft auf den Social Networks wünschen würde) unaufgeregt analysiert wurde.

Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

Für den zweiten Vortrag am 08.07.2020 hatte man Katharina Nocun verpflichten können. Sie ist Autorin, Bloggerin und Netzaktivistin und hat vor kurzem zusammen mit Pia Lamberty das Buch „Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ veröffentlicht.

Da Dr. Grunau mit seinem Vortrag am 02.07.2020 die Messlatte schon recht hoch gehangen hat, war ich auf den Beitrag von Katharina schon gespannt:

Der Ton macht die Musik

Gleich zu Beginn wurde auf das korrekt Wording hingewiesen: eine Theorie ist nämlich ein „… System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten…“ Den meisten verschwurbelten Verschwörungserzählungen mangelt es an fast allem, was in dieser Definition vorkommt. Von daher ist die Verwendung der Bezeichnung „VerschwörungsTHEORIE“ quasi ein nicht berechtigter Adelsschlag. Besser ist, von Verschwörungserzählungen, Verschwörungsideologien oder Verschwörungsmythen zu sprechen.

Verschwörungserzählungen – eine Definition

Die von Katharina hergeleitete Definition für eine Verschwörungserzählung war griffig und lässt sich mit den bekannten Verschwörungserzählungen gut überprüfen:

Verschwörungserzählungen ranken sich meist um als mächtig wahrgenommene Einzelpersonen oder kleine Gruppen. Es geht um wichtige Ereignisse in der Welt. Die Welt soll beeinflusst und Bevölkerung bewusst schaden zugefügt werden.

Viele Beispiele rund um die Corona-Pandemie

Wie beim Vortrag von Dr. Grunert mangelte es auch bei Katharina nicht an aktuellen Beispielen:

  • Bill Gates ist Schuld an Corona
  • 5G löst Corona aus
  • Strafe Gottes und/oder Apokalypse
  • Einführung der neuen Weltordnungen

 

So viele Verschwörungsmythen in so kurzer Zeit: wie kann das sein?

Katharina erklärte schön, wie es zu dieser (gefühlt) schnellen Entstehung von unterschiedlichsten Verschwörungsmythen kommen konnte. Die Antwort ist einfach: in vielen Fällen haben die Akteure einfach die schon vor Corona verbreiteten Ideen und Vorstellungen einfach um einen Corona-Komponente erweitert. So wurde beispielsweise aus „5G Gedankenkontrolle“ ein „5G verursacht Covide-19„.

Zur Beschleunigung in einigen Länder wird das ganze gerne auch um ein gängiges Feindbild ergänzt, was die Verbreitung nochmal pusht. Beispielsweise „Corona ist eine Bio-Waffe aus USA / Isarael / China …

Kontrollverlust & Selbstüberschätzung als Auslöser

Warum finden Verschwörungserzählungen überhaupt Anhänger? Diese Frage wurde im Laufe des Abends ebenfalls erörtert. Ein wichtiger Auslöser ist dabei Kontrollverlust. Und die damit verbundene Unsicherheit.

Auslöser (Trigger) für Unsicherheit können unterschiedlicher Art sein:

  • Jobverlust
  • Trennung
  • Krankheit
  • Katastrophen
  • politische Unsicherheit
  • Pandemie

Ein  beliebtes Narrativ ist oft auch die Selbstüberschätzung:

„Ich kenne die Wahrheit, alle anderen sind dumm oder selbst Teil der Verschwörung.“

Für diesen Aspekt sind besonders solche Menschen anfällig, die sich gern von der Masse abheben.

Risikogruppen

Generell ist vermutlich niemand immun gegen Verschwörungsmythen. Es gibt allerdings bestimmte Häufungen, aus denen man Risikogruppen ableiten kann, dass heißt Personen, die besonders anfällig für Verschwörungsideologien sind:

  • Männer eher als Frauen
  • Niedrigere Intelligenz eher als hohe
  • Größte Rolle spielt der Kontrollverlust
  • bei rechtsradikalen Gruppen eher verbreitet, aber auch linke Gruppen sind nicht frei von Mythen

Und zum Abschluss gab es bei Katharina einige Tipps, was man selbst tun kann:

 

Fazit

Wie eingangs erwähnt hatte ich das Glück, an zwei der drei Online-Vorträge teilnehmen zu können. In beiden wurde das Thema „Verschwörungserzählungen und Corona“ sachlich und fundiert erläutert. Schön fand ich bei beiden Events, dass neben einer strukturierten Einleitung jeweils Tipps für den Umgang mit solchen Mythen gegeben wurden. In jedem Fall eine tolle Aktion von „Wozu-Demokratie?„, die in jedem Fall die Wartezeit bis zum September verkürzt hat.

Kurz vor Schluss noch etwas auf die Ohren?

Nun, wie wäre es mit der Bayern 2 Podcast-Folge „Virus im Kopf – Wie sich Verschwörungstheorien im Zeiten von Corona verbreiten„? Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Effekt, dass im Laufe der Corona-Pandemie sich Verschwörungserzählungen immer rascher verbreiten. In rund 53 Minuten zeigen Christian Alt und Christian Schiff unter anderem Wege aus der entstandenen Vertrauenskrise auf.

Infografik zum Thema

Last-but-not-least die Infografik mit dem Titel „Umgang mit Verschwörungserzählungen“. Diese habe ich im Nachgang zu Veranstaltungsreihe von Wozu-Demokratie? erstellt und Mitte Juli im Facebook- und Twitter-Kanal von Koblenz Digital veröffentlicht.

InfografikVerschwörungserzählungenKoblenz Digital