E-Scooter: Mega geil oder Schrott?

Das Thema E-Scooter spaltet die Nation. Wir haben darüber diskutiert und zwei Sichtweisen für euch.

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Das Thema E-Scooter spaltet die Nation. Wir haben darüber diskutiert und zwei Sichtweisen für euch:

Gerrit (Pro):

Ich komme gerade aus Berlin und dort war ich zuerst überwältigt von der Präsenz diverser Leih-E-Scooter. Diese stehen dort überall auf Gehsteigen rum und bevölkern die Radspuren der Straßen.

In Koblenz ist das alles noch wenig verbreitet. Mein Chef hat tatsächlich als einer der Ersten zwei Roller aus China bestellt und diese bei uns ins Büro zur freien Verfügung gestellt. Damit waren wir am Moselufer schon ein paar Mal unterwegs. Als Fortbewegungsmittel für jeden Tag hat sich das noch nicht etabliert.

Ich selbst bin großer Verfechter des ÖPNV und habe noch nie ein motorisiertes Fahrzeug besessen, was in Koblenz bedeutet dass ich zumeist zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs bin. Ich bin seit ich 14 bin in der Skateboard-Subkultur sozialisiert und der Ästhetik eines Cityrollers ist man in diesen Kreisen stark abgeneigt. Dennoch reizt mich der Elektroroller, weil ich es als Pragmatiker auf die reine Fortbewegung reduziere. Und das geht damit ziemlich fix und man kann das Gefährt auch mal eine Treppe hochtragen. Wege, die nicht ganz so perfekt beschaffen sind sind ebenfalls kein Problem, die Reifen verzeihen den ein oder anderen Stock und Stein. Im Gegensatz zum Fahrrad bleiben die Hautporen auch im Sommer weitgehend trocken. Was die Menschen mit den Teilen machen, obliegt den Verkehrsregeln und der Eigenverantwortung, denn auch mit einem Fahrrad oder gar Auto kann man sich falsch verhalten oder Unsinn bauen.

Ich muss sagen, wenn es einen Roller gibt, der nicht unbedingt aus China kommt und entsprechende Reichweite sowie eine Straßenzulassung bietet, ich bin dabei. Empfehlungen gerne in die Kommentare. 💞

Alexandra (Contra):

Im Gegensatz zu Gerrit bin ich bisher in keiner Stadt mit E-Scootern konfrontiert worden, betrachte dieses Fortbewegungsmittel aber dennoch skeptisch. Vielleicht hat das mit Martin Görlitz und Richard Gutjahr zu tun. Beides erfolgreiche, intelligente und vielgereiste Männer, die sich mit mir beziehungsweise mit der Öffentlichkeit über E-Scooter ausgetauscht haben. Das Thema begegnete mir zum ersten Mal auf der Eröffnungsfeier des Debeka Innovation Centers (DICE), über die wir hier berichtet haben. In geselliger Runde am StattStrand erzählte Unternehmer und Stifter Martin Görlitz von seinem Urlaub in der portugiesischen Metropole. “Lissabon ist eine beeindruckende Stadt, in der ich mich immer gerne aufgehalten habe, aber diesmal war es entsetzlich. Überall lagen E-Roller herum, wie Müll!”, beklagte er und berichtete auf seine herrlich unterhaltsame Art von der vermeintlichen Plage. Seine Gedanken hat Martin Görlitz inzwischen auf dem ISSO-Blog unter dem Titel “Die E-roberung der letzten Meile” festgehalten. Wärmste Leseempfehlung!

Foto: Richard Gutjahr. Paris 2019.

Wenige Tage nach der Eröffnungsfeier, behandelte auch Richard Gutjahr dieses Thema. Allerdings ging es diesmal nicht um Lissabon, sondern um Paris.

Der Journalist hielt alles auf Instagram fest. Morgens düste er vergnügt mit dem Roller durch die Stadt und lobte das Gefährt. Doch gerade als ich nachfragen wollte, ob er denn gar nichts daran auszusetzen hätte, zeigte er Fotos von E-Scootern, die mitten auf Fußgängerwegen rumlagen. Da war sie, die Parallele zu Martin Görlitz. Zwei Männer, zwei weltberühmte Städte und das gleiche Ergebnis?

Foto: Richard Gutjahr. Paris.

Gutjahr zeigte seinen Followern die Sachlage in Paris und frage dann nach deren Meinung. Ich freue mich sehr, euch seine Fotos und die Reaktionen seiner Follower zeigen zu dürfen. Denn freundlicherweise hat er sie mir zur Verfügung gestellt. Nebenbei: Diese unkomplizierte Art zu kommunizieren liebe ich an Social Media. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.)

Zusätzlich machte Gutjahr eine kleine Umfrage. Alles per Instagram, wo er über 4.000 Follower hat. Es ging um die Frage: Pro oder Contra Helmpflicht? Ein guter Gedanke, denn die E-Scooter sind ziemlich zügig unterwegs und im Stadtverkehr geht es schon einmal grob zu. Doch wie haben Gutjahrs Follower geantwortet?

Was sagt ihr?

Schreibt uns eure Meinung: Sind E-Scooter das Fortbewegungsmittel unserer Zeit oder einfach nur unnötig?

Ministerpräsidentin Malu Dreyer im TechnologieZentrum Koblenz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sitzt auf einem Sofa und unterhält sich interessiert mit dem Startup-Team von Qurasoft über Telemedizin, Digitalisierung und die Wirtschaftsregion Koblenz. Alles ganz locker, als ob man zu Hause im Wohnzimmer säße. Genau das spielte sich vergangenen Donnerstag im Coworking Space des TZK ab.

„Regelmäßig besuche ich Unternehmen und Institutionen vor Ort. Doch sobald ich mehrere dieser Termine direkt nacheinander wahrnehme, spircht man von einer Sommertour“, bemerkte Malu Dreyer scherzhaft. Ihre sogenannte #RLPTour führte sie unter anderem ins TechnologieZentrum Koblenz. Grund dafür war das Thema digitale Medizin. Neben dem bekannten Koblenzer Konzern CompuGroup sind inzwischen auch kleinere Unternehmen auf dem Gebiet rund um Digitalisierung und Gesundheit aktiv. Qurasoft GmbH, ein Startup aus dem TZK, sorgt bereits für Aufmerksamkeit. Das junge Team hat Apps entwickelt, die eine signifikant bessere ärztliche Betreuung von Asthma- und herzkranken Patienten ermöglichen und nicht zuletzt auch die Diagnostik vereinfachen. Zu ihren Fürsprechern zählen sowohl Ärzte als auch Patienten, die diese Apps bereits verwenden. Allein an der rechtlichen Grundlage fehlt es noch, die seitens der Politik geschaffen werden muss, damit zukunftsorientierte, innovative deutsche Unternehmen in diesem Sektor erfolgreich existieren und ihre Produkte zum Beispiel auch über die Krankenkassen anbieten können.

Die kleine, aber feine Gesprächsrunde bestand daher aus den folgenden Teilnehmenden:

Tobias Hastenteufel mit Malu Dreyer, David Langner und Dr. Anna Köbberling.
Tobias Hastenteufel erläutert Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister David Langner und Dr. Anna Köbberling (MdL), was das Unternehmen Qurasoft GmbH macht und welchen Nutzen die entwickelten Apps für Patienten und Ärzte haben.

Es ist unmöglich das komplette Gespräch wiederzugeben, aber um Euch trotzdem daran teilhaben zu lassen, haben wir einige Aussagen notiert.

„Man sieht, dass es Ihnen ein Herzensanliegen ist, den Menschen zu helfen, aber wovon leben Sie bislang?“, wollte Malu Dreyer wissen, nachdem sie im Rahmen einer kleinen Präsentation eine Menge über das Startup erfahren hatte.

Tobias Hastenteufel: „Wir haben keine Investoren, sondern vertreiben unsere Dienste direkt an den Patienten und führen gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Versorgungsprojekte durch. Aktuell haben wir zwei Apps, die gut genutzt werden. Es gibt eine kostenfreie Version und Versionen mit mehr Funktionen, für die man dann bezahlen muss. Viele Patienten entscheiden sich bewusst für die zweite Variante. Das ist ihnen die Sache wert.“

„Ihre Apps sind Medizinprodukte, richtig?“, hakte die Ministerpräsidentin nach und Erwin Junker (ebenfalls Geschäftsführer von Qurasoft) bestätigte ihre Annahme.

Seine Teamkollegin Ilka Reinhard führte im weiteren Gespräch aus, dass im Zuge einer Studie bei einem Drittel der chronisch kranken Patienten eine Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt wurde. „Uns hat das zunächt überrascht, doch dann erfuhren wir, dass die Ärzte bei vielen der Patienten die Medikation umgestellt hatten. Durch die genaueren Informationen, die die Apps liefern, konnte erkannt werden, welche Medikamente tatsächlich zum jeweiligen Patienten passen und wann. Außerdem erinnern die Apps ihre Nutzer an die Medikamenteneinnahme und stellen die Widerstandswerte fest. In welchen Situationen hat der Asthma-Patient die Beschwerden? Die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf ihre Umgebung, die Ozonwerte und vieles andere. Genau diese entscheidenden Konstellationen, also die Ursachen lassen sich mithilfe unserer App besser herausfinden. Man kann zudem für jeden Patienten den notwendigen Grad der Beaufsichtigung feststellen. Das steigert die Lebensqualität und die Wirtschaftlichkeit.“ Mit ihrer Präsentation und beeindruckenden Erläuterung schien die Mathematikern und Allrounderin nicht zuletzt auch die Ministerpräsidentin beeindruckt zu haben. Malu Dreyer: „Ich freue mich immer sehr, wenn ich eine Frau in so einer Position sehe. Damit sind Sie ein Vorbild.“

Dr. Rüdelstein: „Das macht man Frauen aber nicht leicht. Die heutigen Talente sind zweifellos weiblich, aber Chefärztinnen gibt es nur wenige. Wir haben zunehmend Kolleginnen, die mehr als ein Kind bekommen und dann lange wegen Mutterschutz und Kinderbetreuung ausbleiben. Sie könnten aber Homeoffice machen. Nicht morgens, wenn das Baby gestillt werden möchte oder andere Dinge anstehen, aber sobald sie Zeit hätten. Die Arbeit mit der App würde das ermöglichen und böte damit auch den Ärztinnen Vorteile, weil sie sich später nicht mühsam wieder einarbeiten müssten.“ Ein Aspekt, der auf positive Reaktionen in der Runde stieß. Aus mehreren Richtungen kam der Hinweis, dass man auf so einen Gedanken gar nicht gekommen wäre. Tatsächlich scheint die Nachfrage seitens der Ärztinnen gegeben zu sein. Sie würden auf diese Weise auch die behandelnden Kolleginnen und Kollegen entlasten, die dann wiederum weniger am Schreibtisch sitzen müssten und mehr Zeit für ihre Patienten hätten.

Dr. Rüdelstein, den man sich als sehr angenehm und freundlich sprechend vorzustellen hat, brachte die aktuelle Situation im Gesundheitswesen auf den Punkt: „Niemand wird Ärztin oder Pfleger, um Formulare auszufüllen und viel Zeit am Schreibtisch zu verbringen. Diejenigen gehören an die Seite der Patienten. Alle wissen das. Trotzdem kommt jedes Jahr ein weiteres Formular hinzu.“ Er wies zudem auf die Effizienz der Apps hin. Ein Patient könne unmöglich all die Informationen ganz alleine feststellen und aufschreiben. „Es macht einen Unterschied, wenn ein Patient mit der App kommt.“ Sie ermögliche dem Arzt, sich ein viel besseres Bild von der Situation zu machen. Der Patient müsse nicht lange überlegen, wann er sich wie gefühlt hatte, geschweige denn in einem Stapel kleiner Notizzettel wühlen. Ob man dennoch einige Ärzte erst noch überzeugen müsse?

Frank Ladendorf (Geschäftsführer CompuGroup) sieht darin kein großes Problem. „Ärzte mit Karteikarten gibt es meiner Ansicht nicht mehr so viele. Es geht nicht darum, jemanden von der Digitalisierung überzeugen zu müssen. Entscheidend ist die sichere Praxis, in der das Netz verschlüsselt ist. Die Digitalisierung gibt uns gutes Werkzeug.“ Das Stichwort Datenschutz griff auch die Ministerpräsidentin auf, und Erwin Junker warf ein: „Die Daten sind verschlüsselt auf den Smartphones.“ Hastenteufel: „Unser Anliegen ist, Menschen zu helfen. Dazu gehört auch, ihre Daten zu schützen.“

Malu Dreyer machte keinen Hehl daraus, dass ihr gefiel, was sie über Qurasoft und ihre Apps (SaniQApp) gehört hatte. „Die Vorteile überzeugen“, konkretisierte sie. Im Laufe des Gesprächs betonte sie zudem mehrfach, wie sinnvoll und wichtig Zusammenarbeit ist und Orte, die – wie das TechnologieZentrum – dieses Zusammenwirken ermöglichen. Es sei sehr gut für Koblenz und die Region als Wirtschaftsstandort, wenn u.a. Unternehmen künftig noch mehr gemeinsam und zukunftsorientiert agierten.

Während sich Kaffeearoma und Kuchenduft im Raum ausbreiteten, teilten die Anwesenden einander ihre persönlichen Meinungen zu Smartphonenutzung und ihre Ansichten als Patient mit, der ja jeder ist. Gemeinsam philosophierten sie über zukünftige Entwicklungen, Bedürfnisse von Patienten und somit auch über die eigenen Erwartungen. Vorbeugen, gestikulieren, leise betonen, gemeinsames Lachen. Allein die Tatsache, dass fotografiert wurde, Menschen (wie wir) ins Notizheft kritzelten oder für Social Media kurze Aufnahmen machten erinnerte daran, dass auch die Öffentlichkeit anwesend war.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz später auf Twitter:

Das Startup äußerte sich (unter dem Produktnamen @SaniQApp) ebenfalls auf Twitter:

Es ist beeindruckend und erfreulich, wenn Digitalisierung unternehmerisch tatsächlich sinnvoll eingesetzt wird und zum Beispiel – wie im Fall von Qurasoft – chronisch kranken Menschen helfen kann. Unsere Region hat viel zu bieten. Daher sind wir gespannt, welche werteorientierten und zukunftsweisenden Unternehmen wir noch kennenlernen werden. Qurasoft drücken wir die Daumen, dass das Gespräch mit der Ministerpräsidentin Früchte tragen wird.

Links:

Rollenspiele am Arbeitsplatz

Im Fernsehen wird das meist falsch dargestellt. Irgendein Wohnzimmer, eine heruntergekommene Couch und verkleidete Leute. Bei Teenagern mag das so ablaufen, doch bei erwachsenen Menschen, die mitten im Berufsleben stehen, sieht die Sache meist anders aus.

Es geht um Fantasy-Rollenspiele. Insbesondere in digitalen Kreisen werden sie gespielt, von kreativen Köpfen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ob Administrator, Programmiererin, Social Media Manager – Hauptsache Nerd. Kürzlich durfte ich bei so einem Spielabend anwesend sein und möchte Euch diese Erfahrung nicht vorenthalten.

Vorab: Ich meine es nicht böse mit den Nerds. Wie gern ich sie mag, könnt Ihr in meinem Text „Wer oder was ist ein Nerd“ nachlesen. Unterschätzt zudem nicht die Anzahl von Nerds in dieser Region. Sie sind überall. Auch im TZK. So kam ich auf die verrückte Idee und lud eine Nerdgruppe zum Spielen ins Technologiezentrum ein. Passten Nerds nicht perfekt in diese Umgebung? Ins Haus der Innovationen, die Heimat der hiesigen Startup-Szene? Sie sahen das wohl genauso, denn sie nahmen die Einladung sofort an.

Während ich also am Samstagnachmittag einige Sachen zusammenpackte und mich auf den Abend vorbereitete, postete Blumenkindjen von 247GRAD interessante Storys auf Instagram. Sie teilte ihren Followern mit, dass sie gerade im TZK mit anderen zusammen ein „Pen & Paper“ spiele. Ein Rollenspiel also. Ich staunte. In der Homebase der Start-ups gab es bereits mindestens eine Spielgruppe? Und diese traf sich ebenfalls an einem freien Tag freiwillig am Arbeitsplatz? Interessante Feststellung, die zugegebenermaßen für das TZK spricht. Umso mehr freute ich mich auf den Abend. Die Chancen standen nicht schlecht, dass auch den Besuchern von außerhalb die Räumlichkeiten und der Flair des Technologiezentrums zusagen würden.

Kurz nach 18 Uhr kamen sie. Vollbeladen. Fünf Spieler und ein Dungeon Master traten durch die Eingangstür des Coworking Space. Mit Spielbrett, Laptop, Würfeln, Stiften, einer Menge Süßkram sowie Chips und Getränken. Es würde zweifellos ein langer Abend werden.

„Wir pausieren die Dungeons & Dragons-Kampagne und spielen heute Aborea“, klärte mich einer von ihnen auf. Wir zogen die Trennwände heraus, die die Schreibtische voneinander abgrenzen und die Sicht auf den jeweils gegenüberliegenden Platz behindern. Was zum konzentrierten Arbeiten sinnvoll ist, würde beim Spielen nur stören. Die Getränke deponierten wir im Kühlschrank und verteilten die Süßigkeiten auf den Tischen. Der Dungeon Master nahm am Kopf der Tafel platz und baute eine Abgrenzung vor sich auf, damit die Spieler nicht in seine Unterlagen blicken konnten. Dann ging es los. Aus einem 1st Level Supporter, mehreren Programmierern und einem Elektroniker wurden ein Waldläufer, zwei Krieger, ein Barde und ein Kampfmönch. (Für Kenner unter Euch: Zwei Zwerge, zwei Menschen und ein Elf.) Gemeinsam bestritten sie das Abenteuer. Ganz ohne Verkleidungen.

Vom Laptop ertönte Musik, die aus einem anderen Jahrhundert zu stammen schien. Ab und an war ein Schrei zu hören, etwas Bedrohliches und Unheimliches. In Endlosschleife. Es sollte die Spieler in die passende Stimmung bringen und funktionierte bestimmt grandios. Leider auch bei mir, nur weniger positiv. Die Musik war absolut nicht mein Ding. Zum Glück war sie recht leise und störte daher nicht. Ich saß auf einem Sofa etwa drei Meter von den Männern entfernt und arbeitete am Laptop. Und nein, sie waren nicht wie diese ernst dasitzenden Langweiler bei „Bernd, das Brot“.

Würfel rollten, Fragen wurden gestellt, Entscheidungen getroffen, und es wurde gelacht. Viel gelacht. Manche Spielschritte musste der Einzelne für sich bestimmen, einiges wurde gemeinschaftlich diskutiert. Zwischendurch ein Schluck alkoholfreies Radler oder Kölsch, eine Hand voll Chips, Gummibärchen hier, Kekse dort. „Wollen wir jetzt das Essen bestellen“, fragte einer. Ja, alle wollten. Schnell wurden Pizzen und Salate beim Italiener um die Ecke bestellt. Bis das Essen geliefert wurde, spielten die Männer noch eine halbe Stunde, dann wechselten sie die Plätze.

Von den Schreibtischen ging es rüber zum Tisch mit den hohen Stühlen. Beim Essen wurde über die Arbeit gesprochen. Ursprünglich hatten sie als Rollenspielgruppe eines Koblenzer IT-Unternehmens gestartet. Einige von ihnen arbeiten inzwischen woanders, doch zum Spielen treffen sie sich noch und halten den Kontakt mithilfe von WhatsApp aufrecht. Eine sehr humorvolle Truppe.

Der Abend endete kurz vor 01:00 Uhr in der Nacht. Ich gebe zu, kaputt gewesen zu sein. Selbst schuld, hätte ich die Süßigkeiten mitgenascht, hätte mich der Zucker gewiss länger wachgehalten. Die leckere Pizza hingegen sorgte zusätzlich für Müdigkeit. Außerdem ist das Sofa im Coworking Space zu bequem, um lange wach zu bleiben. Alles Dinge, die man erst weiß, wenn man mal zu so später Stunde noch am Arbeitsplatz gewesen ist.

Den Nerds scheint es immerhin gefallen zu haben, denn auf dem Weg zum Ausgang wurde ich beiläufig gefragt, ob die Website des Gebäudes tzk.de laute und ob man dort die Stellenangebote der Start-ups finden könne. „Vielen Dank, dass wir in so einer coolen Location spielen durften“, hörte ich zum Abschied. Erwähnte ich bereits, dass es sich hierbei um eine sehr nette Spielgruppe handelte?

Jetzt stellt sich ganz klar die Frage, wie viele Spielgruppen es hier in der Region noch gibt. Bestimmt viele. Habt auch Ihr Lust darauf bekommen, Teil einer Spielgruppe zu werden oder sich über unterschiedliche Rollenspiele auszutauschen? Ihr merkt, ich habe leider keine Ahnung davon, aber die Mitglieder der besagten Rollenspielgruppe kennen sich aus. Daher nur zu, schreibt einen Kommentar oder wendet Euch über Facebook, Twitter oder E-Mail an uns. Wir geben das gerne weiter.