Eine Hommage auf die Innovationskultur: das (digitale) Innovation Culture Camp 2021

Viele Unternehmen sind gerade in unbekannten Gefilden unterwegs: Homeoffice, Videokonferenzen und Corona geben einen neuen Arbeitstakt vor. Und viele stellen sich die Frage: kann unsere Corporate-DNA da mithalten? Haben wir eine Innovationskultur und können wir rasch genug auf die Veränderungen reagieren? Beim 2. Innovation Culture Camp trafen sich am 30.01.2021 mehr als 230 MitarbeiterInnen, Fach- und Führungskräfte, Um-die-Ecke-Denker und Creative Minds zum digitalen Wissensaustausch. Rein virtuell, denn das Barcamp fand diesmal online statt.

Ein digitales Barcamp „Made in Rheinland-Pfalz“

Schon bei der Premiere des Innovation Culture Camp im Jahr 2020 hat sich gezeigt: dieses Thema hat Zukunft und Potential! Davon zeugen allein die 150 TeilnehmerInnen, die sich im Vorjahr im Gutenberg Hub in Mainz zusammengefunden hatten.

Damals wie heute drehte sich an diesem einen Tag alles um Unternehmenskultur und wie diese Innovation und Veränderung unterstützen kann. Oder auch behindert, je nachdem, wie man sich aufgestellt hat. Es ging um Teilen, um Methoden und darum, wie man Hindernisse auf dem Weg zur Innovation überwinden kann. Wissensaustausch auf Augenhöhe und immer im regen Austausch untereinander. Diskussionen waren und sind eine wichtige Triebfeder bei jedem Barcamp.

Tom Klose, der Initiator und die treibende Kraft hinter dem #i2c

Aber – funktioniert so ein Format auch rein digital? Ohne den persönlichen Kontakt? Das direkte Gespräch? Nun: der Mann hinter dem Innovation Culture Camp, Tom Klose von supernju hatte da wohl wenig Zweifel. Und wenn doch, hat man diese nicht gespürt.

Zusammen mit Nina vom Gutenberg Digital Hub führte Tom in bekannt ruhiger, lockerer und gleichzeitig begeisternder Art durch den kompletten Tag. Denn anders als 2020 waren diesmal die Barcamper nicht live vor Ort in Mainz. Die rund 250 TeilnehmerInnen waren via Zoom zugeschaltet, tummelten sich mal in einer großen, virtuellen Lobby oder verteilten sich auf die Breakout-Sessions oder den Netzwerkraum.

Man hatte sogar daran gedacht, jedem Breakout-Raum einen Moderator zuzuteilen. Dieser unterstützte den oder die Präsentatoren und hatte auch ein Auge auf die Technik.

Barcamp-Basics

Falls jetzt jemand bis hier hin gekommen ist und sich fragt: „Was zur Hölle ist überhaupt ein Barcamp?„, dem kann ich einen der älteren Artikel hier im Blog empfehlen, in der diese Frage beantwortet wird.

Begrüßung und Dank an den Sponsor

Ja: den Sponsor, weil das Innovation Culture Camp nur einen Sponsor hat. Das Event wird durch die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz gefördert. Das Grußwort von Heike Raab, der Staatssekretärin der Staatskanzlei, leitete daher nicht von ungefähr den offiziellen Start der Veranstaltung ein.

Na? Welchen Tweet hat Heike Raab da wohl als Aufhänger verwendet?

Sessionplanung

Etwas untypisch hatte ein Großteil der TeilnehmerInnen schon im Vorfeld die Sessionplanung gefüllt. Das hatte den Vorteil, dass die Sessionplanung selbst wenig Zeit in Anspruch nahm und auch noch vier Nachmeldungen in das Tagesprogramm einfließen konnten.

Auszug aus der Sessionplanung

Insgesamt gab es fünf auf den Tag verteilte Timeslots von 40 Minuten. In jedem Slot wurden bis zu sieben Breakout-Räume in Zoom bereitgestellt. Ergibt insgesamt 35 Sessions. Ergänzt wurden diese durch die übergreifenden Angebote Awakening Yoga und Bürostuhl-Yoga mit Julia Niss (die ich aber – ich gebe es zu – geschwänzt habe).

Nachfolgend gebe ich einen kurzen Abriss von den Sessions, die ich selbst besucht habe.

Remote Usability Tests – nie waren sie so einfach wie jetzt

Die Session wurde von Anne und Philipp von quäntchen + glück angeboten – und da konnte ich natürlich nicht „Nein“ sagen.

Denn Philipp und Anna sind gleichzeitig auch Gründungsmitglieder des Usability Testessen (https://usability-testessen.org). Und davon bin ich ein absoluter Fan-Boy.

Bei der Session diesmal ging es um Remote Usability Tests (etwas anderes ist aktuell  kaum möglich, man man die Hygieneregeln einhält). Im Laufe der 40 Minuten zeigten die beiden auf, warum Remote Usabilty Tests „nie so einfach waren wie jetzt„. Ein großes Hindernis der Vergangenheit (= fehlende WebCam & kein Mikrophon hat sich nämlich in Zeiten von Corona und Homeoffice von ganz alleine geregelt. Und mit Zoom ist  eine weit verbreitete Plattform hinzugekommen, an die sich viele längst gewöhnt haben. Und Zoom bringt für einen Ad-hoc-Test (fast) alle von Haus aus mit.

Foto vom Vortrag von Anne und Philipp von quäntchen + glück.

Remote Tests hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber den bisherigen Labortests: die Person nutzt ihr eigenes Device in der gewohnten Umgebung. Zwei nicht zu unterschätzende Vorteile, war ein Labor immer eine neue, ungewohnte Umgebung.

Und auch sonst war die Session gespickt mit vielen Tipps und Tricks:

  • Dauer eines Tests sollte eine Stunde nicht überschreiten (45 Minuten Test + 15 Minuten Nachbesprechung)
  • Hilfreich ist es, wenn Stakeholder als stille Zuschauer an dem Test teilnehmen
    Unbedingt einen Technikcheck mit dem Probanden vorsehen!
  • Als Tool für die Dokumentation der Tests wird Trello genutzt.

Wenn Fuck Up Nights ganz falsch verstanden werden: Agile Transformation und die Sprache

Bei der Session von Tal Uscher und von Nicole Röttger von der Apiarista GmbH ging es um agile Transformation und Sprache.

Tal und Nicole arbeiteten im Verlaufe Ihres Vortrags und der immer wieder eingestreuten Gruppenarbeit sehr schön heraus, wie sehr sich der Sprachschatz der „Agilen“ von dem der „Normalos“ unterscheidet. Englische Fachbegriffe und jede Menge Buzzwords sind für den einen eine Selbstverständlichkeit, während der andere nur noch Bahnhof versteht. Und will man die Agilität dann auch noch in einer öffentlichen Verwaltung einführen, sind die Hürden nochmal zu hoch.

Zum Schluss wurde versucht, gemeinsam deutsche Begriffe für agile Buzzwords zu erarbeiten. Und da wurde dann auch mal aus der „Fuck Up Nights“ ein „Scheiter Heiter“.

Agile Zahlen – wie messen wir, was wirklich zählt?

Bei der Session von Verena und Melanie ging es darum, verschiedene Fragen zu erörtern, die aufeinander aufbauen:

  • Welche „weichen“ Erfolgsfaktoren kennen wir (oder welche sind uns wichtig)?
  • Wie kann man diese Erfolgsfaktoren (zum Beispiel „Vertrauen“) fördern?
  • Mit welchen Kennzahlen können wir den Erfolgsfaktor „Vertrauen“ messen?

Klingt einfach, aber das Feedback und Fragen der Teilnehmer zeigte, wie unterschiedlich die Sichtweisen auf das Thema sind. Die Skala reichte dabei von „Natürlich muss man das Messen, damit wir Fortschritte sehen“ bis hin zu „Vertauen messen steht dem Vorgesetzten nicht zu„.

Rückenwind für eure Kreativität: Alltags-Hacks zum Ausprobieren

In der Session von Stefanie und Jan-Christian (beide von iteratec GmbH) ging es um Tipps und Tricks rund um die eigene Kreativität.

Im Verlaufe der Session und Gruppenarbeit zeigte sich sich schnell, dass der Kreativität vor allen Raum und Zeit gegeben werden muss.
Hier ein paar der Notizen aus dieser Session:

  • Frosch des Tages: zu beginn jeden Tages wird im Kalender eine bestimmte Zeitspanne reserviert, in der man „eine Kröte schlucken muss“. Man verwendet die Zeit zur Erledigung einer unangenehmen oder lästigen Aufgabe. Hat man die erledigt kann man befreit aufspielen.
  • Cliffhanger. Der genaue Gegenvorschlag kam von einem Teilnehmer. Beim Cliffhanger wird am Vortag eine Aufgabe bis fast zum Abschluss umgesetzt. Und den hebt man sich dann für den Beginn des Folgetages auf. Vorteil: man beginnt direkt mit einem Erfolgserlebnis.
  • Mittagspause nutzen: Blocker für Mittagspause einsetzen und in dieser Zeit unterschiedliche Dinge erledigen, zum Beispiel Walk-and-Talk mit Kollegen (geht auch virtuell), Hausarbeiten erledigen, und so weiter.
  • Streifenhörnchenkalender: zwischen zwei Terminen muss eine kurze Pause liegen, um zu verschnaufen, Luft zu holen und sich für den nächsten Termin zu sammeln.

Interessant waren auch Umfragen bei den Teilnehmern, was sie dran hindert, kreativ zu sein.

Diese Wordwolke ist dabei entstanden:

Wortwolke zum Thema „Was hindert dich, kreativ zu sein?“

Was sonst noch?

Genial: Graphic Recording durch Jiayan Chen von http://www.yanbochen.de/

Das Making-of kannst Du auf YouTube bewundern:

Aber bring Zeit mit (das ist eine Drei-Stunden-Session). Ich finde es faszinierend, wie schnell und vor allen dingen ja auch parallel zur Veranstaltung diese kleinen Wunderwerke entstehen.

Und natürlich gab es beim Innovation Culture Camp eine Job-Wall. Immerhin acht Beiträge hat es auf dem Mural-Board gegeben.

Ach so: selbst das leibliche Wohl ist nicht vergessen worden. Alle TeilnehmerInnen erhielten ein Überraschungspaket von Edeka mit Nudeln, Pesto, Knabberkram, Wasser und Infomaterial. Tolle Idee!

Fazit

Funktioniert ein digitales Barcamp? Ja. Das hat das Innovation Culture Camp 2021 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Allein die gestiegene Anzahl der TeilnehmerInnen im Vergleich zu 2020 spricht hier Bände. Und einige haben das digitale Format genutzt, um räumliche Schranken zu überwinden. Ein klarer Vorteil der technischen Plattform, die – bis auf kleinere Aussetzer – verlässlich über den gesamten Tag hinweg funktionierte.

Und doch …

Und doch war allen klar, dass ein Live-Barcamp etwas anderes ist.  Es ist – intensiver. Gerade das Format Barcamp lebt vom persönlichen Austausch, dem Miteinander, dem Pausengespräch. All die kleinen und großen Nebensächlichkeiten, die in Ihrer Gesamtheit den Charakter der Veranstaltung prägen. Die Anfahrt, die Locaiton, die Räume, das WLAN, die Menschen, die man trifft, mit denen man sich austauscht. Ihre Gesten und Mimik, die wir – bewusst oder unterbewusst – wahrnehmen.

All das fehlte beim diesjährigen Innovation Culture Camp. Aber vor dem Hintergrund einer Pandemie und einem unheimlich interessanten Thema wie der Innovationskultur kann ich (für mich) sagen, dass man das Beste aus einem digitalen Barcamp herausgeholt hat, was möglich war.

Danke daher nochmal an die Organisation, an alle TeilnehmernInnen und an alle, die eine Session gehalten haben. Das war ein unheimlich inspirierender Samstag, den ich mit Euch verbringen durfte!

Mein Rückblick auf das digitale BusinessCamp Bonn 2020

Nach einem tollen BusinessCamp Bonn auf dem Telekom Campus in 2019 lag die Messlatte für das Folgeevent in 2020 von Beginn an hoch. Doch im Corona-Jahr ist bekanntlich alles anders. Für die dritte Ausgabe des BusinessCamp hieß das: das BizBonn20 fand als „digitales Event“ statt. Spannend. Geht das überhaupt? Und genauso spannend das Leitthema für der Veranstaltung: „Cyber Security“.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist ein offenes Veranstaltungsformat. Dabei wird – im Gegensatz zu einer herkömmlichen Konferenz – im Vorfeld kein starres Programm vorgegeben. Stattdessen definieren die Teilnehmer im Laufe des Barcamps in der sogenannten Sessionplanung das Programm selbst. Die Inhalte stammen also aus den Reihen der Besucher des Barcamps: Jeder kann eine Session zu einem bestimmten Thema anbieten. Finden sich genügend Teilnehmer, wird der Vorschlag in das Sessionboard aufgenommen und ist damit im Programm.

Eine ausführlichere Beschreibung zum Ablauf eines Barcamp findest Du hier bei uns im Blog.

Location

Die Location war diesmal der Browser auf unseren Rechnern, dem Tablet oder bei den ganz innovativen das Smartphone. Und dementsprechend bunt waren die Hintergründe, die man teilweise auf den Webcams der Teilnehmer sehen konnte: Büros, Wohnzimmer, Küchen und wer weiß wo sich die Teilnehmer noch aufgehalten haben. Ich bin mir nicht sicher, aber einmal habe ich sogar eine Werkbank gesehen.

Für die Organisation und die Technik hat Oliver Kepka von der Telekom Business – wie schon im letzten Jahr – auf die Agentur Bonn.digital gesetzt. Und damit wieder Johannes Mirus als Moderator für das Barcamp gewinnen können.

Oliver und Johannes bei der Begrüßung der Teilnehmer

Gleich vorweg: das war eine gute Wahl, Oliver! Die Technik, die Moderation und die gesamte Plattform, die von Bonn.digital bereitgestellt wurde, war genau richtig, technisch ausgereift und hat uns über den gesamten Tag nicht im Stich gelassen (von kleinen Ausreißern abgesehen).

Technik

Ja, die Technik bekommt diesmal einen eigenen, kleinen Abschnitt im Artikel. Anders als bei einem analogen Barcamp, bei dem unheimlich viel ohne oder nur mit wenigen Hilfsmitteln abgewickelt werden kann, muss in der digitalen Variante mit Software gelöst werden. Vorstellung der Session? Separater Stagingbereich. Das Sessionboard? Software. Die einzelnen Räume? Software. Ein Raum für Pausengespräche? Software. Twitterwall? War schon immer Software.

Kernstück des Projekts war Venueless, das von Bonn.Digital um verschiedene Services wie eine Twitterwall oder ein virtuelles Foyer erweitert wurde.

Hier hat Bonn.Digital ein tolles Gesamtpaket abgeliefert, dass obendrein mit den Regeln der EU-DSGVO konform betrieben werden konnte und bei dem die einzelnen Bestandteile nahtlos ineinander gegriffen haben.

Die Sessionplanung

Aber kommen wir jetzt zum Inhalt von drei Sessions, an denen ich teilgenommen habe:

Session 1: Fünf Tipps für einen besseren Umgang mit digitalem Stress im Berufsalltag

Los ging’s im Raum Moscow mit einem Thema, das viele von uns vermutlich kennen: digitaler Stress im Berufsalltag. Dort hin hatte Dr. Ann-Kathrin Richarz eingeladen und arbeitete sehr schön heraus, ob wir Menschen denn überhaupt für die Digitalisierung vorbereitet sind. Für das „Always on“ und für ein Smartphone, dass immer dabei und Segen und Fluch zugleich sein kann.

Bei der Einleitung untermauerte die studierte Biomedizinerin  mit interessanten und zumindest mir neuen Fakten, warum man sich mit dem Thema digitaler Stress auseinander setzen sollte.
Beispiel gefällig?

  • Wusstest Du, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruflichen Stress zu den größten Gefahren des 21. Jahrhundert zählt?
  • Das unsere Konzentrationsfähigkeit abnimmt? 46,9 % der wachen Zeit schweifen wir gedanklich von den Dingen ab, mit denen wir uns eigentlich beschäftigen wollten.
  • Das wir – getrieben durch Wettbewerb und die Vergleichbarkeit mit Kollegen – selbst versuchen, noch schneller und produktiver zu werden?

Dem gegenüber stellte Ann-Kathrin im zweiten Teil Ihres Vortrags fünf Tipps vor, die zu einem besseren Umgang mit digitalem Stress im Berufsleben führen können:

  • Übernahme von Verantwortung: die Verantwortung liegt bei allen. Beispielsweise dem Arbeitgeber allein die Schuld zu geben, greift zu kurz. Jeder muss auch auf sich selbst achten.
  • Die eigene Handynutzung hinterfragen: muss ich wohl nicht weiter ausführen – wisst Ihr vermutlich selber, oder? Netter Funfact: Beim Scrollen über den Handyscreen werden die gleichen Stoffwechselvorgänge im Gehirn aktiviert wie bei einem Drogensüchtigen beim Anblick von Heroin.
  • Gutes Zeitmanagement: optimale Planung der anstehenden Arbeiten (und konsequente Umsetzung) können starken Einfluss auf Stresssituationen haben.
  • Selbstkenntnis für mehr digitales Bewusstsein: bei dem Punkt muss man vermutlich tiefer einsteigen, da es darum geht, die eigenen, inneren Treiber kennenzulernen, um entsprechend damit umgehen können und Fehlentwicklungen aus eigenem Antrieb einen Riegel vorzuschieben.
  • Steigerung der Resilienz: die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, kann man erlernen. Das Thema wurde aus Zeitgründen nur angerissen, kann man aber – Google sei dank – nachlesen. Einfach mal nach Sieben Säulen der Resilienz suchen.

Ja: und da waren die 45 Minuten auch schon vorbei. Toller Vortrag, bei dem man gemerkt hat, dass Ann- Kathrin weiß, wovon sie spricht. Und gleichzeitig ein Vortrag, der mir persönlich den einen oder anderen Denkanstoß geliefert hat (Stichwort: Handynutzung).

Session 2: Von Suchmaschinenoptimierung bis Influencer-Kooperationen: Das Digitalmarketing 1×1

Bei der zweiten Session nahm uns Sören Böckmann, Co-Founder von Stories We Love, mit auf eine rasante Reise durch die Welt des Digitalmarketings: von der der Suchmaschinenoptimierung bis zur Influencer-Kooperation.

Das man dafür kein Kurzstreckenticket lösen konnte, war klar: in 45 Minuten kann man bei so einem Thema nur die wichtigsten Punkte anreißen. Und darum legte Sören auch gleich von Anfang an ein hohes Tempo vor.

Einige (bei weitem nicht alle) Punkte habe ich auf dem Twitter-Kanal von Koblenz Digital dokumentiert.

Hier ein kleiner Auszug:

  • „Zentrale Anlaufstelle ist die eigene Website“
  • Eine Website ist kein Selbstläufer. Sie ist nie fertig und die Inhalte müssen laufend gepflegt, angepasst und aktualisiert werden.
  • Man muss das Nutzerverhalten nachverfolgen: was nicht funktioniert, wird eingestellt. Was vom Nutzer angenommen wird, wird vermehrt angeboten.
  • Kein Geheimnis: ein Großteil des Traffics einer Website kommt – Trommelwirbel! Trommel – von Google.
  • Mehrwert bei Posts auf Social Media ist das A und O.
  • Influencer Markting: da bezahle ich auch, aber halt nicht der Plattform sondern Leuten, die Reichweite / Follower haben.
  • E-Mail-Marketing ist nicht tot. Im Gegenteil!

Wow! Die Session verging wie im Flug und hat – auf Metaebene – einen guten Überblick gegeben, welche Themen im digitalen Marketing relevant sind. Zum Schluss stellte Sören noch das neue Tool Narraflix vor, mit dem Arbeitgeber das Thema Storytelling in der Kommunikation besser umsetzen sollen.

Session 3: Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan

In der dritten Session, auf die ich hier im Artikel eingehen möchte, ging es um die Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan.  Hier traten gleich zwei Speaker in den Ring:
Dr. Frank Schemmel, Head of Privacy (Corporate) bei DataGuard und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) sowie Christian Taube , ebenfalls zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) und wie Frank bei DataGuard als Entrepreneur in Residence für den Bereich „Information Security as a Service“ tätig.

Jetzt ist so ein „Online Vorfallreaktionsplan“ nicht jedermanns Sache. Trotzdem war der virtuelle Session-Raum gut gefüllt. Frank und Christian haben – zusammen mit den Teilnehmern – trotz der komplexen Materie sehr schön die Begründung, die Beteiligten und die wichtigsten Bestandteile eines Cyber-Incident-Response-Plan herausgearbeitet.

Zunächst wurden bekannte Bedrohungsszenarien abgefragt. Das Ergebnis zeigt, dass die Teilnehmer einige Cyber-Attacke konkret benennen konnten.
Aus den nun vorliegenden Bedrohungsszenarien wurden die Ziele möglicher Angreifer abgeleitet:

  • Verfügbarkeit von Systemen ausschalten oder herabsetzen
  • Die Vertraulichkeit von Daten verletzen
  • Die Integrität von Daten zerstören

Danach gingen Frank und Christian auf die „Stakeholder“ ein, die in einem Unternehmen bei der Erstellung eines Cyber-Incident-Response-Plan beteiligt sein sollten. Und das waren eine ganze Menge. Inklusive Positionen, die man auf dem ersten Blick in dieser Runde vielleicht nicht verortet hätte (wie beispielsweise die Pressestelle oder Vertreter der Shareholder bei einer AG). Oder Job-Bezeichnungen, die man in der Praxis selten zu Gesicht bekommt, wie der Informationssicherheitsbeauftragte.

Es folgten die Stationen präventive Maßnahmen, Meldepflichten und zum Schluss die Kommunikation inklusive einem Kommunikationsplan für den Ernstfall.

Klasse Session, die mir sowohl Spaß gemacht hat, aber auch alle wichtigen Punkte für einen Cyber-Incident-Response-Plan gehandelt hat.  Leider konnten Frank und Christian nicht so tief abtauchen, wie man (oder ich) es sich gewünscht hätten. Aber eine Session hat nun mal nur 45 Minuten.

Immerhin hat es für eine kleine Sketchnote gereicht.

Sketchnote zur Session „Erarbeitung eines Cyber-Incident-Response-Plan“

Danke, Deutsche Telekom!

An dieser Stelle gebührt dem alleinigen Sponsor des BusinessCamp Bonn mein persönlicher Dank: der Telekom Deutschland GmbH. Nach der Verschiebung (und den zwischenzeitlich rasant steigenden Corona-Infektionszahlen) war es kein Automatismus, dass das #BizBonn20 als digitales Event stattgefunden hat.

Danke für dieses Zeichen der Kontinuität in einer schwierigen Zeit!

Fazit

Das war es also, mein erstes digitales Barcamp. Und ich muss sagen: hat Potential. Ich habe von neun Uhr morgens bis nachmittags um halb fünf vorm Rechner gesessen, habe die Sessions verfolgt, bin durch die Räume gestreift und habe hier und dort neue Kontakte geknüpft. Mein persönliches Learning von diesem Tag ist, dass ein digitales Barcamp funktioniert. Und wenn man es auf einer Plattform die Telekom beim #BizBonn20 macht, funktioniert es auch sehr gut.

Natürlich fehlt dem digitalen Event der persönliche Kontakt, die Nähe zu den Personen, das Netzwerken auf dem Gang, das Gespräch abseits der Bühne, bei einem Kaffee oder Bier. Umgekehrt fallen räumliche (oder zeitliche) Beschränkungen weg, die bei einem realen Barcamp eine Teilnahme vielleicht verhindern. Oder auch die fast schon lieb gewonnenen Schweißausbrüche der Apple-Nutzer, wenn bei der Vorbereitung der Session festgestellt wird, dass ein Adapter fehlt.

Beide Formate haben ihre Stärken und Schwächen. Das BusinessCamp Bonn hat gezeigt, wie man das Potenzial einer digitalen Location ausspielen kann, um eine tolle Veranstaltung abzuliefern. Aber vermutlich spreche ich vielen aus dem Herzen, wenn ich sage: Sobald es wieder möglich ist, müssen wir ein altmodisches, analoges Barcamp machen, uns wieder Auge-in-Auge gegenüberstehen und auch mal umarmen. Und meinetwegen danach gemeinsam den Appel-Adapter suchen.

Zum Abschluss noch einmal das Pausenbild vom #BizBonn20

Verschwörungsmythen & Corona:  Rückblick auf die Onlinevorträge der Koblenzer Wochen der Demokratie

Anfang Juli fanden im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie drei Online-Vorträge statt. In jedem dieser Vorträge beleuchtete eine Expertin / ein Experte das Thema „Verschwörungsmythen und Corona“ aus einem bestimmten Blickwinkel. Ich hatte das Glück, an den Vorträgen von Dr. Thomas Grunau (Universität Koblenz-Landau) und von Katharina Nocun teilnehmen zu können. In diesem Artikel gebe ich Dir einen kurzen Abriss von diesen beiden Zoom-Sessions.

Was sind die Koblenzer Wochen der Demokratie?

Die Koblenzer Wochen der Demokratie sind eine Veranstaltungsreihe, die von der Stadt Koblenz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit Akteuren der Region wird der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht. Ziel ist die aktive Mitgestaltung und Erneuerung der Demokratie im 21. Jahrhundert.

Die Durchführung der Online-Vorträge, auf die in diesem Artikel eingegangen wird, wurden organisatorisch von der Stadt Koblenz und dem dortigen Bildungsbüro unterstützt.  Mit-Veranstalter waren die Universität Koblenz-Landau in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz.

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Verschwörungstheorien und das Corona-Virus

Denn Auftakt machte Dr. Thomas Grunau von der Universität Koblenz-Landau. Bei seinem Online-Vortrag am 02.07.2020 ging es um das Thema Verschwörungstheorien und das Corona-Virus. Zu Beginn wurde zunächst abgefragt, welche Verschwörungserzählungen bei den Teilnehmern überhaupt schon bekannt sind.

Und das waren einige:

  • Mondlandung hat nie stattgefunden
  • Pizzagate
  • Chemtrails
  • JFK Attentat
  • 9/11

Die Beispiele sprudelten nur so aus den Teilnehmern der Zoom-Session heraus.

Die echten (wahren) Verschwörungen

Als nächstes wies Dr. Grunau darauf hin, dass es in der langen Geschichte der Menschheit durchaus echte (wahre) Verschwörungen gab.

Diese echten Verschwörungen unterscheiden sich jedoch anhand von verschiedenen Merkmalen von den Verschwörungsmythen:

  • Oft gab es im Vorfeld keine Theorie oder Vermutung zum Vorhandensein der Verschwörung
  • Kurzer Zeitraum oder Ereignis
  • Wenige Involvierte
  • Geschichte ist nicht langfristig planbar

Kein Wunder also, dass es die Verschwörungserzählungen auch in die Unterhaltungsindustrie geschafft haben. In Form von Filmen oder beliebten Serien:

Verschwörungsmythen rund um den Corona-Virus

In dem Vortrag ging es anschließend um die Frage, welche Mythen rund um den Corona-Virus bekannt sind.

Nüchtern betrachtet oft auf Anhieb haltlose Geschichten. Nur wenige haben einem (vermeintlich) wahren Hintergrund. Wie zum Beispiel bei Bill Gates, der tatsächlich über seine Stiftung erhebliche Gelder in die Forschung investiert und schon vor einigen vor den Gefahren einer Pandemie gewarnt hat. Nur sind die Schlussfolgerungen daraus an den  Haaren herbeigezogen und durch nichts belegt.

Der Vortrag von Dr. Grunau endete mit allgemeinen Empfehlungen für den Umgang mit Verschwörungsmythen:

Fazit des erste Vortrags

Klasse Veranstaltung, bei der das Thema von Dr. Grunau kompetent und (was man sich bei dieser Materie oft auf den Social Networks wünschen würde) unaufgeregt analysiert wurde.

Fake Facts – Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

Für den zweiten Vortrag am 08.07.2020 hatte man Katharina Nocun verpflichten können. Sie ist Autorin, Bloggerin und Netzaktivistin und hat vor kurzem zusammen mit Pia Lamberty das Buch „Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ veröffentlicht.

Da Dr. Grunau mit seinem Vortrag am 02.07.2020 die Messlatte schon recht hoch gehangen hat, war ich auf den Beitrag von Katharina schon gespannt:

Der Ton macht die Musik

Gleich zu Beginn wurde auf das korrekt Wording hingewiesen: eine Theorie ist nämlich ein „… System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten…“ Den meisten verschwurbelten Verschwörungserzählungen mangelt es an fast allem, was in dieser Definition vorkommt. Von daher ist die Verwendung der Bezeichnung „VerschwörungsTHEORIE“ quasi ein nicht berechtigter Adelsschlag. Besser ist, von Verschwörungserzählungen, Verschwörungsideologien oder Verschwörungsmythen zu sprechen.

Verschwörungserzählungen – eine Definition

Die von Katharina hergeleitete Definition für eine Verschwörungserzählung war griffig und lässt sich mit den bekannten Verschwörungserzählungen gut überprüfen:

Verschwörungserzählungen ranken sich meist um als mächtig wahrgenommene Einzelpersonen oder kleine Gruppen. Es geht um wichtige Ereignisse in der Welt. Die Welt soll beeinflusst und Bevölkerung bewusst schaden zugefügt werden.

Viele Beispiele rund um die Corona-Pandemie

Wie beim Vortrag von Dr. Grunert mangelte es auch bei Katharina nicht an aktuellen Beispielen:

  • Bill Gates ist Schuld an Corona
  • 5G löst Corona aus
  • Strafe Gottes und/oder Apokalypse
  • Einführung der neuen Weltordnungen

 

So viele Verschwörungsmythen in so kurzer Zeit: wie kann das sein?

Katharina erklärte schön, wie es zu dieser (gefühlt) schnellen Entstehung von unterschiedlichsten Verschwörungsmythen kommen konnte. Die Antwort ist einfach: in vielen Fällen haben die Akteure einfach die schon vor Corona verbreiteten Ideen und Vorstellungen einfach um einen Corona-Komponente erweitert. So wurde beispielsweise aus „5G Gedankenkontrolle“ ein „5G verursacht Covide-19„.

Zur Beschleunigung in einigen Länder wird das ganze gerne auch um ein gängiges Feindbild ergänzt, was die Verbreitung nochmal pusht. Beispielsweise „Corona ist eine Bio-Waffe aus USA / Isarael / China …

Kontrollverlust & Selbstüberschätzung als Auslöser

Warum finden Verschwörungserzählungen überhaupt Anhänger? Diese Frage wurde im Laufe des Abends ebenfalls erörtert. Ein wichtiger Auslöser ist dabei Kontrollverlust. Und die damit verbundene Unsicherheit.

Auslöser (Trigger) für Unsicherheit können unterschiedlicher Art sein:

  • Jobverlust
  • Trennung
  • Krankheit
  • Katastrophen
  • politische Unsicherheit
  • Pandemie

Ein  beliebtes Narrativ ist oft auch die Selbstüberschätzung:

„Ich kenne die Wahrheit, alle anderen sind dumm oder selbst Teil der Verschwörung.“

Für diesen Aspekt sind besonders solche Menschen anfällig, die sich gern von der Masse abheben.

Risikogruppen

Generell ist vermutlich niemand immun gegen Verschwörungsmythen. Es gibt allerdings bestimmte Häufungen, aus denen man Risikogruppen ableiten kann, dass heißt Personen, die besonders anfällig für Verschwörungsideologien sind:

  • Männer eher als Frauen
  • Niedrigere Intelligenz eher als hohe
  • Größte Rolle spielt der Kontrollverlust
  • bei rechtsradikalen Gruppen eher verbreitet, aber auch linke Gruppen sind nicht frei von Mythen

Und zum Abschluss gab es bei Katharina einige Tipps, was man selbst tun kann:

 

Fazit

Wie eingangs erwähnt hatte ich das Glück, an zwei der drei Online-Vorträge teilnehmen zu können. In beiden wurde das Thema „Verschwörungserzählungen und Corona“ sachlich und fundiert erläutert. Schön fand ich bei beiden Events, dass neben einer strukturierten Einleitung jeweils Tipps für den Umgang mit solchen Mythen gegeben wurden. In jedem Fall eine tolle Aktion von „Wozu-Demokratie?„, die in jedem Fall die Wartezeit bis zum September verkürzt hat.

Kurz vor Schluss noch etwas auf die Ohren?

Nun, wie wäre es mit der Bayern 2 Podcast-Folge „Virus im Kopf – Wie sich Verschwörungstheorien im Zeiten von Corona verbreiten„? Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Effekt, dass im Laufe der Corona-Pandemie sich Verschwörungserzählungen immer rascher verbreiten. In rund 53 Minuten zeigen Christian Alt und Christian Schiff unter anderem Wege aus der entstandenen Vertrauenskrise auf.

Infografik zum Thema

Last-but-not-least die Infografik mit dem Titel „Umgang mit Verschwörungserzählungen“. Diese habe ich im Nachgang zu Veranstaltungsreihe von Wozu-Demokratie? erstellt und Mitte Juli im Facebook- und Twitter-Kanal von Koblenz Digital veröffentlicht.

InfografikVerschwörungserzählungenKoblenz Digital

Quick Draw – Googles Kritzel-Datenbank

Hier im Blog von Koblenz Digital haben wir schon von einigen Google Experimenten berichtet: von Cartoonify über den Move Mirror bis hin zu Art Selfie. Heute führen wir die Reihe fort mit einem etwas älteren, doch wie ich finde nicht minder spannenden Projekt: Google Quick Draw.

Am Anfang war – Quick Draw

Eigentlich hätten wir unsere kleine Google-Reihe mit diesem Experiment beginnen müssen. Ganz einfach weil Quick Draw älter ist und zum Beispiel Cartoonify auf die Datenbank von Quick Draw zugreift, um Fotos in „Kritzeleien“ umzuwandeln.
Aber dazu später mehr.
Am Anfang stand bei der Entwicklung von Quick Draw die Fragestellung, ob eine Künstliche Intelligenz (KI), auch artifizielle Intelligenz (AI bzw. A. I.), Zeichnungen von unterschiedlichen Menschen erkennen kann.
Google entwickelte eine entsprechende Software und rief die Nutzer auf, die KI zu trainieren. Menschen fertigten daraufhin Zeichnungen an und die KI von Google versucht, diese Zeichnungen zu deuten. 

Die Oberfläche der App

Grund für die hohen Teilnehmerzahlen war die Spielidee, die Google rund um dieses Projekt platziert hat. Quick Draw erinnert daher start an die Montagsmaler: es wird ein einfacher Begriff vorgegeben und der Nutzer hat 15 Sekunden Zeit, um diesen Begriff zu zeichnen. 
Genial einfach – und gerade deshalb funktioniert es.
Tipp von mir: Touchdisplays sind hier klar im Vorteil!
Während man zeichnet, gibt die KI erste Tipps ab, bis zu dem Moment, wo sie den Begriff erkennt – oder aufgeben muss. Hilfreich ist es auch, wenn der Zeichner sich nicht zu sehr auf Details einlässt. Meistens sind diese nur störend, kosten Zeit und scheinen die KI eher zu stören als ihr zu helfen.
FireShot Capture 28 - Quick, Draw! - https___quickdraw.withgoogle.com_
Neugierig? Nun, hier ist der Link auf die Seite.
Ein kurzes Beispiel, wie eine solche „Raterunde“ auf dem Smartphone ausschauen kann, habe ich hier bei YouTube hochgeladen:

Erkenntnis

Doch bei allem Spaß – schon nach wenigen Monaten konnte Google erste Ergebnisse vorweisen, die sich aus der Arbeit der KI ergaben. So wurden bestimmte Begriffe von den Teilnehmern exakt gleich gezeichnet, während andere – je nach Kulturkreis – komplett anderes dargestellt werden.
Zwischenzeitlich hat Google nicht nur die Ergebnisse sondern gleich die ganze Datenbank veröffentlicht und stellt die Ergebnisse interessierten Forschern und Entwicklern zur Verfügung.

FireShot Capture 21 - Quick, Draw! The Data - https___quickdraw.withgoogle.com_data_bear
Ein kleiner Auszug der Zeichnungen zum Thema „Bär“

Auch Du kannst auf die Daten zugreifen. Liegt alles bei Google selbst oder GitHub.
Allein die bloßen Eckdaten der Datensammlung lassen sich sehen: insgesamt haben 20 Millionen Menschen aus mehr als 100 Ländern teilgenommen und haben über 800 Millionen Zeichnungen zum Projekt beigetragen (in den oben genannten Downloads sind „nur“ 50 Millionen Zeichnungen enthalten).

Und Du?

Hast Du auch schon bei Quick Draw mitgemacht?
Noch nicht?
Dann aber flott. Hier ist zum Anfang mein Ergebnis zum Thema „Schnecke“.
FireShot Capture 22 - Quick, Draw! - https___quickdraw.withgoogle.com_

 

Von Löffeln, Social Media und tollen Menschen – das Barcamp RheinMain 2019

Im Herbst zieht es mich in den Süden. Nein, nicht mit den Zugvögeln nach Afrika. Für mich geht es im Herbst zum Barcamp RheinMain. Diese themenoffene Unkonferenz hat es mir einfach angetan. Was macht das Barcamp RheinMain besonders und welcher Themen-Mix wurde dieses Jahre angeboten?

Das Barcamp RheinMain ist in vielerlei Hinsicht besonders. Beispielsweise ist es nicht wie das Barcamp Koblenz an einen bestimmten Ort gebunden. Stattdessen „tingelt“ es durch die RheinMain-Region. Stationen waren bisher Wiesbaden, Offenbach, Dieburg, Bingen, Frankfurt, Mainz und Darmstadt. Das Wiesbaden nach 2018 erneut Gastgeber wurde, lag wohl an der einmaligen Gelegenheit, die sich durch eine besondere Location ergab.

Übrigens war ich nicht allein für Koblenz Digital am Start. Auch Gerold hat es nach Wiesbaden gezogen.

Der erste „Wow!“ Effekt: Die Location

Erstes Schmankerl beim Barcamp RheinMain war in diesem Jahr zweifelsohne die Location. Eingeladen wurde in die nagelneuen Räumlichkeiten der Hochschule Fresenius im Herzen von Wiesbaden!

Keine 10 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof hat die Hochschule Fresenius im Gebäude des Alten Gerichts von Wiesbaden eine neue Lehrstätte geschaffen. 1000 Studierende aus den Fachbereichen „Wirtschaft und Medien“ und „Design“ werden hier seit Beginn des Wintersemesters 2019/2020 unterrichtet.

Begrüßung und Sessionplanung

Die Begrüßung übernahm ein sichtlich gut gelaunter Tom Klose. Bei der Eröffnung des Barcamps RheinMain wurde unter anderem auf den Träger des Events, den Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. hingewiesen. Dort kann man übrigens noch Mitglied werden.

Neben den obligatorischen Hinweisen zum „Was-ist-ein-Barcamp“ und „Wo-finde-ich-was“ nahm das Thema „Löffel“ einen besonderen Raum ein: es galt zwischen den (Kaffee-) Löffeln der Hochschule Fresenius und denen des Barcamps zu unterscheiden.

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Tom & die Barcamp-Löffel

Die Löffel entwickelten sich zum Running-Gag, der sich am zweiten Tag des Barcamps fortsetzte.

Dann ging es nahtlos über zur Sessionplanung. Das Bild zeigt sehr schön, dass viele Leute Ideen für eine Session mitgebraucht hatten. Zur Verfügung standen sechs Räume und sechs Timeslots, was Raum für 36 Sessions ergibt. Und trotzdem musste ein Teil der Ideen auf den zweiten Tag ausweichen.

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Anstehen für die Sessionplanung

Session 1: PersonalBranding: Praxistipps für Deine Sichtbarkeit

Ich weiß gar nicht, wie lange ich Martina Troyer von Twitter her kenne. Und wie lange wir es nicht geschafft haben, uns mal bei einem Event persönlich kennenzulernen. Von daher hat sich für mich persönlich das Barcamp RheinMain  schon für dieses Treffen gelohnt.

Als kostenfreie Dreingabe gab es noch eine schöne Session von Martina zum Thema Sichtbarkeit. Klasse Tipps dabei, die ich auch schon (zum teil) schon umgesetzt habe.

Session 2: Lernvideos (fast) ohne Equipment erstellen – geht das überhaupt?

In der zweiten Session von Antje Krause ging es um selbst erstellte Lernvideos. Und zwar solche, die mit wenigen Hilfsmitteln auskommen. Das Antje sich mit diesem Thema beschäftigt hat, kommt nicht von ungefähr: Sie lehrt an der Technischen Hochschule Bingen.

Für mich habe ich aus der Session mitgenommen: man braucht nicht viel Equipment, um ein ansprechendes Lernvideo zu erstellen. Smartphone, Halterung und die eine oder andere App reichen aus.

Und dann einfach machen.

Session 3: Die Architektur der Unternehmenskultur

Jakob Jochmann von Ideentransfer hat in seinem Vortrag aufgezeigt, wie man mit Hilfe von speziellen Canvas die Architektur der Unternehmenskultur mit Hilfe der Mitarbeiter visuell darstellen kann. Denn all zu oft ist diese Architektur unbekannt oder wird durch idealistische Selbsteinschätzungen überlagert.

Gestützt auf begleitende Workshops kann durch die Kooperation aller Beteiligten ein sehr exaktes Bild der bestehenden Unternehmenskultur erarbeitet werden. Klasse Thema, allerdings hat die Zeit nur für einen kurzen Abriss gereicht. Bei dem Thema wäre ich gern tiefer eingestiegen.

Session 4: Irres Zeug mit PowerPoint: Multimedia (& coole Folien) einfach selber machen

Für das nächste Thema konnte ich – genauso wie Jakob – sitzen bleiben: gleicher Raum, gleicher Vortragender, aber neues Thema. Es ging um PowerPoint.

Jetzt ist PowerPoint bei mir privat oder bei KoblenzDigital gar kein Thema mehr. Aber beruflich kommt man (meistens) nicht an der Präsentationssoftware aus dem Hause Microsoft vorbei.

In dieser Session ging es mir mehr darum zu erfahren, was aktuell mit PowerPoint in der Version 365 möglich ist. Und das ist (insbesondere bei der Animation) einiges. Die Beispiele von Jakob waren schon klasse. Und sie haben gezeigt, dass eine Folie mit toller Animation schon mal mehr als tausend Objekte beinhalten kann.

Session 5: Videomarketing: Mit Videos zur erfolgreichen Kommunikation

In der fünften Session hat mich Aileen Barz mitgenommen auf einen kurzen Ausflug in das Thema Videomarketing und wie man Videos zur erfolgreichen Kommunikation nutzen kann.

Und es war schon erstaunlich, was Aileen in den 45 Minuten der Session unterbringen konnte. Die wichtigste Botschaft:

Das Bauchgefühl ist das, was zählt!

Videos wirken durch die Emotionen, die sie bei uns, den Zuschauern, auslösen. Aber es kommt darauf an, die richtigen Emotionen zu wecken. Darum gilt: Zielgruppe definieren und die eigenen Ziele festlegen.

Session 6: Social Media als Beruf

Kurzer und knapper Titel. Beamer aus. Kein Vortrag, keine Slides. Nur ein Mann.

Bei der Session von Tom Noeding war einiges anders, aber alles gut. Es ging um Social Media als Beruf. Oder doch als Berufung? Tom gab einen schönen Einblick in seinen Werdegang: als Seiteneinsteiger in den Anfängen von Social Media, als noch keiner Facebook kannte, über verschiedene Stationen bis hin zum aktuellen Leben.
Klasse!

Es ist einfach schön, wenn man bei einer Session spürt, dass „der-da-vorne“ für seine Sache brennt und dieses Feuer sehr gut nach außen tragen kann. Für mich die mitreißenste Session an diesem Tag!
Danke, Tom.

Was nie fehlen darf: Dank an die Sponsoren!

Und da fange ich der Einfachheit halber bei dem Hochschule Fresenius an, weil die auch die tolle Location beigesteuert hat, in der ich einen inspirierenden Tag bringen durfte.
Die Studenten sind schon ein bisschen zu beneiden, auch wenn hier und da noch die Technik streikt. Das sind Kinderkrankheiten. Die Lage, die Ausstattung, die offene Struktur der Hochschule sind Top!

Namics ist einen Fullservice-Digitalagentur. Der Hauptsitz ist in Frankfurt, doch die 550 Mitarbeiter verteilen sich auf insgesamt fünf Standorte. Die interdisziplinären Teams von Namics unterstützen beispielsweise bei der digitalen Transformation von Unternehmen.

Der dritte im Bunde ist Giinco. Giinco entwickelt Strategien für die digitale Kommunikation von Unternehmen. Zum Portfolio gehören die Konzepterstellung, das Design und die Entwicklung von plattformübergreifenden Medien.

Auch die größte Magento-Agentur in Deutschland, netz98, war dieses Jahr erneut als Sponsor am Start. An dieser Stelle auch nochmal ein „Dankeschön“ für das Multitool, dass es als Give-Away für die Besucher gab.

Bei einem Barcamp wird immer Wissen geteilt. Von daher freut mich auch persönlich das Sponsoring durch Quora.
Leider habe ich die Gelegenheit verpasst, mich mit dem Kollegen zu vernetzen, der sogar eine Session gehalten hat. Ich hoffe, dass sich eine solche Gelegenheit bald wieder ergibt.

Und natürlich darf einer der größten Player in der Rhein-Main-Region nicht fehlen: die Deutsche Bahn. Danke für das Engagement bei so offenen Formaten wie dem Barcamp RheinMain.

Und – last-but-not-least – geht der Dank an LindenKaffee. Denn wir wissen doch alle, das der wahre Kraftstoff, der Designer, Entwickler und Visionäre antreibt, guter (!!!) Kaffee ist.

Für alle Unternehmen, die nicht in dieser Aufstellung auftauchen, gilt: überlegt es Euch! Das Sponsoring ist eine klare Win-Win-Situation. Auf der einen Seite unterstützt ihr ein tolles, innovatives, offenes Format. Auf der anderen Seite bekommt  ihr einiges zurück, was im Regelfall eben nicht mit Geld oder schönen Worten gekauft werden kann. Zum Beispiel den direkten Kontakte zu Multiplikatoren oder BloggerInnen. Barcamps sind  Orte, an denen es nur so von Early Adopters wimmelt. Ganz zu schweigen zur positiver Berichterstattung, Sichtbarkeit und Reichweite in sozialen Netzwerken (und das quasi on Top für Lau!).

Das gilt übrigens nicht nur für das Barcamp RheinMain sondern für alle Barcamps.
Support your locale Barcamp!

Fazit

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Abschlussrunde am ersten Tag des Barcamp RheinMain 2019

Wie würde Horst Lichter sagen? „Ein Träumchen“ Ja, klar: es gab die eine oder andere Hürde, wie zum Beispiel einen defekten Fahrstuhl. Aber Hürden sind per se nichts schlechtes. Es kommt darauf an, wie man sie nimmt. Und sowohl das Orga-Team als auch die Teilnehmer haben sich hier in bester Barcamp-Manier geschlagen.

Ich habe (erneut!) ein inspirierendes Barcamp erlebt, viele alte Bekannte getroffen und neue, mir bisher unbekannte Menschen kennengelernt. Ich konnte an interessanten Sessions teilnehme, habe viele Gespräche geführt und einen tollen Tag in Wiesbaden verbracht.

Und damit stehen die Chancen gut, dass es mich auch in 2020 wieder in den Süden ziehen wird – zum Barcamp RheinMain.

Und als besonderes Schmankerl zum Abschluss noch die Session von Tom und Alex:

Was ist überhaupt ein Barcamp?

Wenn man wie ich häufiger Barcamps besucht, kommt beim Schreiben des obligatorischen Blogbeitrags immer die Frage auf „Mache ich es oder mache ich es nicht?“. Die Frage bezieht sich auf die Definition, was ein Barcamp überhaupt ist.
Mit Blick auf die eigene Filterbubble ist die Antwort klar: Spar Dir das. Das interessiert keinen, weil das doch alle kennen. Doch genauso häufig wird mir dann wieder bewusst, dass diese Aussage eben nur für die Leute gilt, die sich sich ebenfalls auf Barcamps tummeln. Das sind zwar (gefühlt) viele. Aber sehr viel mehr Menschen können mit dem Begriff gar nichts anfangen.

Leider.

Und um das zu ändern, wird es wohl auch zukünftig den Absatz „Was ist überhaupt ein Barcamp?“ in den Artikeln von Koblenz Digital geben.

Liest oder hört man von einem Barcamp, dass ist damit eine sogenannte „Unkonferenz“ gemeint. Es handelt sich dabei um eine offenes Veranstaltungsformat. Im Unterschied zu gewöhnlichen Konferenzen, in denen der Veranstalter im Vorfeld das komplette Programm inklusive der Themen und der Speaker vorgibt, ist das beim Barcamp anders. Dort wird am Beginn des Tages in der sogenannten Sessionplanung festgelegt, welche Themen und Inhalte in das Programm, den Sessionplan, aufgenommen werden. Die Teilnehmer, die eine solche Session machen wollen, stellen diese kurz vor und es wird abgestimmt, wie groß das Interesse der anderen Barcamp-Besucher ist. So füllt sich nach und nach der Sessionplan für den Tag. Im Unterschied zu anderen Veranstaltungsformen werden somit die Inhalte aus den Reihen der Barcamp-Besucher generiert: jeder kann eine Session anbieten (muss es aber nicht).

Durch den offenen Charakter eines Barcamp fördert es automatisch den Austausch untereinander und bietet sich gerade zu für Diskussionen an. Generell wird zwischen themenoffenen Barcamps oder einem Barcamp mit einem bestimmten Fokus unterschieden.

Eine ausführlichere Beschreibung zum Thema Barcamp findest Du hier bei uns im Blog.